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Make me legend

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 Slash
Deutschland Germanien Preussen Rom Russland Spanien
15.09.2011
23.03.2012
79
96.945
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15.09.2011 1.332
 
Mit leicht zitternden Fingern strich Deb Ann durch das blonde Haar. "So, das habt ihr alles erlebt." Sie war blass und sah furchtbar besorgt aus.
Nachdem wir ihr und Tiem alles erzaehlt hatten, was in der Hauptstadt passiert war, hatte der Doktor die Kinder gleich untersucht.
Seitdem hielt Deb Ann in ihren Armen, als wenn sie das Maedchen nie wieder loslassen wolle. Germania und ich sassen auf dem vertrauten Platz vor dem Feuer. "Danke, Rom, danke, Germania." Wieder und wieder betonte Deb ihre Dankbarkeit. Langsam wurde es schon etwas unangenehm.
"Deb, genau gesehen sind wir eine Familie, da ist es doch selbstverstaendlich, wenn man auf sich aufpasst." Laechelnd nickte sie und drueckte Ann, die ungeduldig quengelte. "Mama, kann ich zu Ivan in den Stall gehen und ihm mit den Pferden helfen?" Die Braunhaarige betrachtete ihre Tochter skeptisch. "Dieser Ivan ist euer Bekannter, nicht?! Seid ihr sicher, dass ihm zu trauen ist?", wandte sie sich an uns. "Mama!", bloekte Ann empoert. "Er ist mein Freund." "Schon gut, Schnecke. Dann geh schon." Widerwillig liess sie die Kleine los, die nach Antoio rief und froehlich aus dem Zimmer eilte.
Wenn man nicht so genau hinsah, konnte man denken, dass ganze Abenteuer  fuer sie gar nicht passiert war. Doch irgendwo in Anns braunen Augen las man dann doch die Erfahrung und die Narben. Deb seufzte:
"Ich kann nicht glauben, dass ihr es wirklich geschaft habt. Nach all dem, was ihr mir erzaehlt habt." Sie schauerte. "Es ist ein Wunder der Goetter, dass ihr hier seid und ich bin euch-" "Dankbar. Wissen wir", laechelte ich und winkte ab. "Ja", fluesterte sie vertraeumt und legte ihre Hand zaertlich auf den Bauch. "Was fuer ein Segen."
Der Abend kam mit grossen Schritten und notduerftig wurde jeder einquartiert. Nach langem Gespraech unter uns Erwachsenen hatte sich herausgestellt, dass Ivan erst einmal hierbleiben wollte. Ganz zu Anns Entzuecken. Da er durch seinen Vater viel aerztliche Erfahrung hatte, bot Tiem an ihm als Doktor zu helfen. Da er nun mehr oder weniger schon bei Deb lebte und die beiden auch offiziell ein Paar waren, konnte Ivan in Tiems altes Haus einziehen. Kurz vor Sonnenuntergang kam auch Gerol reingeschneit und zwischen ihm und den Russen gab es ein grosses Wiedersehen. Das wurde auch gleich mit viel Vodka gefeiert, den der Russe auf raetselhafte Weise aus der Tasche zauberte.
Germania und ich hatten es ab hier ja nicht mehr eilig, aber wollten bei den vielen Leuten im Haus nicht zur Last fallen und daher am naechsten Tag gemuetlich aufbrechen.
Die Nacht war auf eine seltsame Art wunderbar. Natuerlich bekamen wir unser altes Zimmer wieder und mit dem Blonden in meinen Armen redeten wir bis in die fruehen Morgenstunden. Wir konnten beide keine Muedigkeit finden und viele Gedanken schwirrten noch immer in unseren Koepfen. Mehrere Stunden redeten wir ueber Schicksal. Germania schien sich ploetzlich heiss dafuer zu interessieren. Am Ende wussten wir trotzdem nicht was mit Goettern, Schicksal und Zufall anzufangen war.
Als wir irgendwann einschliefen, wachte ich trotzdem schon frueh auf. Die Sonne war gerade erst aufgegangen. Ich weckte meinen Wilden mit einem langen, ausdauernden Kuss und erfreute mich an seiner Roete.
Die Kueche roch hinreissend nach Essen und Deb wuselte hin und her, waehrend Tiem ihr unbeholfen versuchte zur Hand zu gehen. "Du solltest dich wirklich nicht ueberanstrengen, Liebes. Das ist nicht gut fuer da-" "Ah, Rom, Germania. Guten Morgen", unterbrach sie ihn froehlich und umarmte uns kurz. Dann war sie schon wieder bei der Feuerstelle. "Ich werde Fleisch fuer euch braten. Das koennt ihr mitnehmen, wenn ihr heute aufbrecht. Wenn ihr wollt...wenn..."
Sie verzog das Gesicht, die Worte blieben ihr im Hals stecken und ihre Hand wanderte wieder zu ihrem Bauch. Hastig rannte sie raus, Tiem hinterher. Ich sah verdutzt zu Germania und von draussen hoerten wir Deb sich uebergeben. Als sie wieder hereinkamen, stuetzte Tiem sie und erschoepft setzte sich die Braunhaarige.
"Alles in Ordnung?", fragte ich besorgt. Tiem laechelte und Deb sah ploetzlich uebergluecklich aus. "Ja, es ist alles bestens, mehr als das. Ich bin schwanger." Mir entglitt die Miene. "Sch-schw..." Mein Blick huschte zu Tiem der langsam nickte.
"Ihr erwartet ein Kind? Herzlichen Glueckwunsch", laechelte Germania. "Das ist ja wunderbar!" Ich legte meine Arme um die werdende Mutter, hob sie hoch und drehte mich jubelnd um mich selbst. Nach all den Toten in der Vergangenheit war die Aussicht auf ein neues Leben wie eine Wiedergutmachung fuer jede Suende.     

"Und ihr wollt wirklich schon gehen?" Tiem reichte uns die letzten Saecke des Gepaeckes, die wir sicher auf den Pferden verstauten. "Ihr wisst, ihr seid jederzeit Willkommen", fuegte Deb hinzu und Tiem schlang seinen Arm um sie. "Natuerlich und wir werden auf jedenfalls wiederkommen. So schnell werdet ihr uns nicht los", scherzte ich. "Vor allem nicht mit diesem suessen Fratz in deinem Bauch." Deb lachte herzhaft auf.
Seit Ann und Antonio wieder da waren und auch die Sache mit Arest geklaert war, schien es ihr wesentlich besser zu gehen, das bezeugte uns jedenfalls Tiem. Was dem ungeborenen Kind nur gut tun konnte. Trotzdem...
"Wir koennen nicht weiterhin zur Last fallen. Es wird Zeit, dass wir unser eigenes Leben regeln." Ich zwinkerte Deb verschwoererisch zu und sie kicherte hinter vorgehaltener Hand. Wir hatten heute Morgen in einem Moment der Stille und Zweisamkeit ein interessantes Gespraech und die mir bis jetzt verborgene Seite der Zaertlichkeit lag mir nun offen zu Fuessen.
"Wo ist Ann?", bemerkte Germania und liess seinen Blick ueber den Hof gleiten. "Sie sagte, sie wolle mit Ivan und Antonio irgendwo hin, um was zu finden." "Etwas?" "Ich weiss nicht?" Tiem zuckte mit den Schultern und rief laut die Namen der Kinder.
Sekunden spaeter kamen die drei auch schon hinter dem Haus hervor. Ann auf Ivans Schultern, Antonio im geringen Abstand  hinter ihnen. "Es wird Zeit", laechelte ich vorsichtig und nahm Ann Ivan ab, auf meinen Arm. "Ich weiss", grinste sie munter zurueck. Ganz traute ich dem sorglosen nicht und hob skeptisch die Augenbraue. "Du bist nicht traurig und enttaeuscht?" "Nein, ich weiss doch, dass ihr wiederkommt und ausserdem habe ich doch jetzt Ivan und Antonio und Mama und Tiem und Gerol." "Das ist gut, das ist sehr gut. Dann pass mal schoen auf alle auf, waehrend wir nicht da sind." "Ja werde ich. Auf Wiedersehen, Rom und Germania."
Stolz steckte sie mir eine kleine, zarte Blume entgegen. Ich nahm sie an und betrachtete sie. "Schneegloeckchen?" "Ja, es ist die erste Fruehlingsblume. Ivan und ich haben ganz doll danach gesucht." Das Maedchen strahlte und drueckte mich zum Abschied fest. Ich kuesste sie auf die Stirn und liess sie runtern damit sie auch zu Germania  konnte. Auch er gab ihr einen Kuss und sie kicherte.
Alles in allem wurde viel umarmt und mehr als einmal versprochen bald wiederzukommen. Dann waren wir fast fertig. "Hier der Ring." Germania steckte Gerol das Schmuckstueck entgegen. Doch der Aeltere schuettelte nur den Kopf. "Behalte es, ich brauche es nicht mehr. Vielleicht gibt es dir spaeter ein paar Erinnerungen an die Hauptstadt, die von guter Natur sind." "Vielleicht", bedankte sich der Blonde und stieg aufs Pferd.
"Bis bald, Germane", grinste Ivan und zwinkerte Germania zu, waehrend er seine Hand nahm und sie zum Mund fuehrte. Meine Augenbraue zuckte bedrohlich, doch ich hielt mich zurueck. Gleich wuerde ich meinen Blonden fuer lange Zeit nur fuer mich haben. "Wir gehen!", grummelte ich und trieb Jupiter an. Germania folgte mir mit einem letzten Nicken.
"Bereit?", fragte ich nach einer Weile. "Fuer was?" "Fuer alles."
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