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Make me legend

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 Slash
Deutschland Germanien Preussen Rom Russland Spanien
15.09.2011
23.03.2012
79
96.945
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15.09.2011 1.235
 
Ich erwachte mitten in der Nacht mit schrecklichem Durst. Als ich mich aufsetzte, erkannte ich das Zimmer und den Schaukelstuhl wieder. Rom schlief neben mir. Seine Miene ruhig und sorglos.
Ohne ihn zu wecken, stieg ich aus dem Bett und suchte im Dunkeln die Tuer. Die Nacht war sternenlos und still. Ohne die Treppenstufen knarren zu lassen, fand ich meinen Weg in die Kueche.
In einem Krug befand sich noch etwas Wasser und nach ein paar Schlucken besaenftigte sich meine trockene Kehle. Ich blickte mich in dem dunklen Zimmer um.
Schwache Konturen von Tisch, Fenster und der Einrichtung, doch ich erkannte alles wieder von der Zeit in der ich das Leben verloren hatte. Diese Tage waren alle so klar, intensiv und schmerzvoll scharf in meinen Erinnerungen geblieben. Langsam ging ich zum Fenster und oeffnete die Laeden.  
Kalt, kuehle Luft spuehlte das nebelnde Gefuehl der Vergangenheit  aus meinem Kopf. Meine Haende auf dem rauen Holz des Fensterbrettes und der frische Nachtwind in meinem Gesicht. Ich atmete tief durch. Es war in Ordnung, es war vorbei.
"Kannst du nicht schlafen, mein Lieber?" Marta erschien in wolliger Schlafbekleidung in der Tuer. "Es ist schwer alles hinter sich zu lassen, wenn man fuer so lange Zeit ungewiss gelebt hat." Nickend gesellte sie sich zu mir ans Fenster. "Ich bin sehr froh, dass ihr die Kinder retten konntet. Ohne euch haette ich meine Nichte und vor allem meinen Sohn nie wiedergesehen. Ich bin euch und den Goettern so dankbar, dass ihr mir Wilm wiedergegeben habt."
"Was habt ihr jetzt vor? Wird er hier bleiben?" Sie seufzte. "Es ist nicht so einfach, vor allem nicht fuer ihn. Ich bin seine Mutter, war aber bis vor kurzen noch eine Fremde. Es wird schwer fuer ihn werden sich an alles zu gewoehnen. Aber er und der Junge haben jetzt hier ein Zuhause." "Du bist eine gute Frau."
Im Dorf fing ein Hund an zu bellen. Laechelnd taetschelte Marta meine Hand. Ich sah sie ehrlich an. "Damals hatte ich keine Zeit dazu und war nicht bei klarem Verstand, aber ich moechte mich noch mal bedanken, auch fuer Rom." "Schon gut, Jungchen." Das Bellen stoppte und ein Wolf antwortete im entfernten Wald mit einem Heulen.
"Ich haette gern mehr getan, aber damals wusste ich ja nicht. Deine schreckliche Geschichte, das tut mir alles fuerchterlich Leid." "Es ist schon gut. Ich hatte meine Rache und die Moeglichkeit etwas zu veraendern." "Rache..." Das Gesicht der alten Frau verzog sich, als sie sich wohl an die blutigen Stellen unserer Geschichte erinnerte. "Rache. Bist du jetzt zufrieden? Bist du nun gluecklich?" Ich dachte an die vielen aehnlichen Gedanken, die ich mit seit dem gemacht hatte. "Es ist meistens schon zuspaet, wenn man es bemerkt, aber ich glaube ich war es schon vorher."
Mein Gesicht schien einen besonderen, vielleicht sogar vertraeumten Ausdruck angenommen zu haben. "Rom?", fragte sie laechelnd. In der Dunkelheit erroetent nickte ich. "Das muss Schicksal gewesen sein."          

Der naechste Tag kam schnell. Alle kamen schon frueh aus dem Bett und zusammen assen wir ein notduerftiges Fruehstuck. Der Winter war hart gewesen und Marta nicht bereit fuer so viel Besuch. Ein Grund mehr schon bald zu Deb aufzubrechen. Zwar brach es Antonio das Herz Lovino zurueckzulassen, aber wir konnten die beiden beruhigen, da die Entfernung nicht all zu weit war.
Auch Germania tat sich etwas schwer. Er war muede und appetitlos. "Schlecht getraeumt", murmelte er nur, als ich ihn fragte und sein Gesicht verzog sich eckelnd.
Ivan, der zufaellig dabei war grinste und riet: "Kraeher?" Ich verstand nicht aber Germania nickte abweisend und drehte mir schnell den Ruecken zu. Das stoehrte mich. Was gab es da, was ich nicht wusste und was Germania anscheinend so beschaeftigte.
Als alle anderen mit den Pferden beschaeftigt waren und wir bald aufbrechen wollten, zog ich Ivan beiseite und stellte ihn zur Rede. Breit grinsend schien er schon zu wissen, was ich wollte.
"Was ist 'Kraeher' und was bereitet Germania diese Unruhe?" "Hast du dich nie gefragt, woher er von dem Geheimgang wusste, als er dich befreite?" Ich runzelte die Stirn und wartete beunruhigt auf die Antwort. "Der Kraeher ist eine Art untreuer Schosshund des Palastes." Er kam naeher, beugte sich vor und fluesterte mir eine kleine Geschichte ins Ohr. Eine Geschichte, bei der mir das Blut in den Adern zu kochen begann. Eine Geschichte, die veranlasste, dass der Besitzerinstinkt in mir schier bis ins Unendliche wuchs.
Als der Russe geaendet hatte, flog mein Blick zu dem Blonden, der gerade mit Ann bei Thor stand. Meine Finger begannen zu kribbeln und ich fuehlte beinah, wie meine Miene fremd und kalt wurde. Dieser Kraeher hatte es gewagt, er hatte Germania angefasst und ihn beschmutzt. Wie musste der Blonde sich wohl gefuehlt haben, wo sein Stolz doch sonst so hoch sass. Er musste aus grosser Verzweiflung gehandelt haben. Und ploetzlich wurde mir auch klar warum.
Meine Fuesse bewegten sich selbststaendig und bahnten sich einen Weg zu dem Punkt, wo auch mein Blick starr lag: Germanias leicht laechelndes Gesicht. Ich kannte das Gefuehl, was in mir zu wachsen begann. Es war das gleiche wie damals, als Ivan Germania so nahe gekommen war, das gleiche wie in dem steinernen Bad bei Deb und wie nach der Reise, in dem alten Haus von Gerol. Das Tier in mir trieb mich an und ich leckte mir ueber die Lippen bei den Gedanken die mich befielen.
"Warte!" Ivans feste Hand auf meiner Schulter riss mich aus meinen Plaenen. "Ich wuerde nicht wieder meinen Instinkten verfallen. Denkst du nicht, er hat schon genug unter hungrigen Menschen gelitten?! Er hat etwas besseres verdient."
Ich starrte ihn an, dachte er scherzte oder wollte mich aufziehen. Doch seine Miene war ausnahmsweise mal ernst. "Solltest du nicht eher ueberlegen, ihn ein wenig zu verwoehnen und ihm zu zeigen, dass es nicht nur ein Akt aus Trieben und Besitz ist?"
Ivan wusste, was eben noch in mir vorgegangen war und auch jetzt machten seine Worte Sinn. Ich oeffnete den Mund, um etwas zu erwidern, doch der Russe schuettelte zwinkernd den Kopf und liess mich stehen. Sollte ich mich entbloesst fuehlen, wie viel er ueber Germania und mich wusste oder lieber dankbar mich von einem grossen Fehler abgehalten zu haben.
Vielleicht sollte ich mich wirklich mal ein bisschen zusammenreissen und ihm eine neue und bisher unentdeckte Seite von mir zeigen. Jetzt ohne Absichten und mit vor Aufregung und Waerme schnell schlagendem Herzen ging ich zu Germania und umarmte ihn von hinten.
"Hey, mein kleiner Wilder." Ann kicherte und huepfte lachend vor mir, bis ich sie schliesslich hochnahm. "Ich bin auch wild", versicherte sie mir und brummte, dass es einem Baeren Ehre gemacht haette.
"Du musst sogar wild sein, denn du bist doch die Waechterin des Waldes und Botschafterin aller Goetter, Prinzesschen." Sie quietschte vergnuegt und patschte mir ihre kleinen Haende ins Gesicht. "Dann seid ihr meine Untergebenen und muesst alles machen, was ich sage." "Aber natuerlich, meine Hoheit. Was wuenschen Sie zu verlangen?"
Ich nahm ihre Hand und kuesste sie spielerisch. "Bringt mich nach Hause, bitte."
"Ja, augenblicklich."

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wir naehern uns dem Ende...
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