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Make me legend

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 Slash
Deutschland Germanien Preussen Rom Russland Spanien
15.09.2011
23.03.2012
79
96.945
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15.09.2011 1.229
 
"Ist jeder bereit?" Jupiter taenzelte nervoes. Beruhigend taetschelte ich seinen Hals. "Schh, mein Guter." "Rom, hat dein Pferd Angst?", fragte Antonio, der vor mir auf dem Tier sass und sich fest an meine Arme klammerte. Es war das erste Mal, dass er ritt. "Nein, er ist nur aufgeregt, dass es jetzt endlich nach Hause geht." "Oh, ich auch." "Das glaube ich dir, das ist jeder." Laechelnd wuschelte ich ihm durch die Haare.
"Hey Antonio, Germania sagt, sein Pferd heisst wie ein Gott", rief der kleine Lovino ein paar Meter entfernt auf dem Ruecken Thors vor Germania. "Unser Pferd ist auch ein Gott, ein roemischer Gott", konterte Antonio stolz. Wie zur Bestaetigung scharrte Jupiter mit den Hufen und wieherte kraeftig. Ich lachte und Germania schmunzelte leicht.
"Dafuer ist mein Pferd aus einem weeeeit entfernten Schneekoenigreich", gab Ann hinter uns zu verstehen. Sie sass auf einem schwarzen, praechtigen Tier, was von Ivan mit starker Hand gefuehrt wurde. Zwar gefiel es mir nicht, dass die Kleine mit ihm reiten sollte, aber so war sie wenigstens garantiert sicher.
Wir waren dabei, die Stadt endlich zu verlassen. Da die Sicherheitsvorkehrungen an  den Stadtmauern etwas nachgelassen hatte, sollte es nicht ganz so gefaehrlich werden. Aber trotzdem hatten wir uns vorbereitet. Wir wuerden uns aufteilen und auf verschiedenen Wegen Rom verlassen, um uns dann an einem ausgemachten Punkt zu treffen. Ich ritt mit Antonio, Ivan mit Ann und da Germania der einzige war, der sich nicht in der Gegend auskannte, ging er mit Wilm und Lovino. Ivan hatte seine Leute unsere beiden Pferde bringen lassen und mit dem noetigen Gepaeck und Versorgung waren heute Morgen alle  in Aufbruchsstimmung.
"Ivan, bist du sicher, dass du mitkommen willst? Natascha wird sich Sorgen machen." Der Russe schauderte kurz und trieb dann sein Pferd an. "Das geht schon klar, ich habe ihr eine Nachricht zukommen lassen." Wilm zuckte die Schultern und ritt ebenfalls los. Ich warf Germania einen langen Blick zu und wir beide folgten den anderen langsam.
Irgendwann trennten wir uns dann und jeder nahm einen anderen Weg. "Bis bald, Lovi! Bis bald, Ann!", winkte Antonio und grinste mich froehlich von unten an. Der Himmel war mal wieder blau und die Strassen noch leer. Ich spornte Jupiter an und Leichtigkeit und Freude machten mein Herz stark. Endlich ging es nach Hause.          

"...und dann will er mir den Wald zeigen. Ein echter Wald, mit richtigen und ganz vielen Baeumen. Ausserdem hat er eine Ziege in seinem Haus und mit Ann ein Versteck in einem grossen Apfelbaum." "Na, da hast du ja richtig viel zu entdecken, Lovi." Begeistertes Nicken. "Aber denk daran, wir sind nur Gaeste, also benimm dich." "Jaja."
Gemuetlich ritten die Drei nebeneinander. Wilm mit einer Menge Gepaeck und Germania mit Lovino. Schon seit einer Weile war der Blonde in traeumerisches Schweigen gefallen und lauschte nur beilaeufig dem Gespraech der anderen beiden. Das Durchkommen bei den Stadttoren hatten sie ohne Probleme hinter sich gebracht. Es war schon fast zu einfach gewesen, aber nach den Strapazen der letzen Wochen hatten sie es sich mehr als verdient. Es tat so gut zu wissen, dass alle in Sicherheit waren und auch wenn er selbst manchmal nich daran geglaubt hatte, alles gut geworden war.
Vor ihm plapperte Lovino weiterhin von Antonio und sich. Ohne Punkt und Komma schwaermte der Kleine von dem Braunhaarigen. Wenn man ihn sonst so frech und grob mit dem Aelteren reden hoerte, wuerde man nicht darauf kommen, wie sehr er ihn doch verehrte.
"Es ist schoen, dass du dich so gut mit Antonio angefreundet hast", lobte Wilm und laechelte Lovino vaeterlich zu. "Ja, er ist mein." "Dein? Dein was?" "Nicht mein 'was', nur 'mein'." Wilm runzelte die Stirn. "Du kannst nicht einfach sagen, dass er dein ist." "Warum nicht?" "Na, weil er nicht dir gehoert. Er hat Freude und einen Vate-" "Ich will ihn aber nicht teilen, er soll nur bei mir bleiben", schmollte Lovino waehrend der Aeltere immer hilfloser dreinschaute. Germania wurde langsam aufmerksam.
"Sprich nicht so, das klingst ja fast, als wolltest du ihn heiraten." "Und?" Nun entglitt Wilm die Miene ganz. "Aber man heiratet doch nur, wenn man sich liebt. Ihr seid doch beide Jungs." "So was?"
Beide braunen Aurenpaare sahen jetzt erstaunt zu Germania. Er hatte sich etwas zu heftig in das Gespraech eingemischt. Schnell wandte er den Kopf ab. "Liebe ist doch Liebe, nicht?!"
Fuer einige Augenblicke blieb es still. Die Pferde schnauften und ihre Tritte knirschten auf dem Sandweg. Dann fasste Lovino neugierig das Wort: "Was ist Liebe genau?" Wilm seufzte, auf Germanias Gesicht schlich sich ein schmales Laecheln. "Licht. Liebe ist Licht."          

"Also, das Ding, das ich sehe, ist braun." "Die Kuh dort oder der Baum da." Schweigen. "Rom, das ist langweilig. Es gibt hier eh nichts, was wir nicht schon hatten", seufzte Antonio und lehnte sich vor, bis er auf dem Hals des Pferdes lag. "Hast du ein anderes Spiel, was du spielen moechtest? Es dauert noch eine Weile, bis wir bei den anderen sind." "Puh, wirklich?"
Ich lachte. "Ist da etwa jemand ungeduldig?" Erneutes seufzen. "Nein, ich weiss bloss nicht...ach weisst du, ich bin ein bisschen verwirrt. Lovino und Ann koennen sich gar nicht leiden und streiten dauernd. Aber ich habe doch beide lieb. Das ist so schwer." "Oh." Das war das Problem.
"Vielleicht hassen sie sich ja gar nicht, vielleicht koennen sie sich bloss nicht allzu doll leiden." "Lovino hat Ann einen Schwaechling und Heulsuse genannt, worauf sie ihn dann getreten und gebissen hat." "Oh."
Kein Wunder, dass er verzweifelt war. Zwei Menschen, die man liebt, die sich aber ueberhaupt nicht ausstehen koennen. "Das wird Schon, Kleiner." Aufmunternd klopfte ich ihm auf die Schulter. "Manchmal ist eine gemeinsame Verbindung und ein bisschen Zeit das Einzige, was man braucht, um auch in totaler Abneigung ein bisschen Freundschaft zu finden."
Mit grossen Augen sah er mich an. "Man Rom, du kannst ja total ernst und schlau sein!" "Was soll das denn heissen?", empoerte ich mich und kitzelte ihn ein wenig. Das helle Lachen spuelte alle Sorgen und Bedenken aus dem jungen Gesicht. "Du bist lustig, Rom.", kicherte Antonio ausser Atem. "Das klingt doch schon besser."
Bestaetigend wieherte Jupiter und Antonio taetschelte gutmuetig den starken Hals. Der Junge hatte sich schnell ans Reiten gewoehnt und fand es jetzt so toll, dass er gar keine Pause mehr machen wollte.
Der Tag war mild und die Landschaft malerisch schoen. Es versprach ein angenehmer Rueckritt zu werden. Ich konnte kaum erwarten die wilden Weiten Germaniens zu sehen. Fast kam das verlangende Gefuehl Heimweh gleich.
Ich schmunzelte. Ohne es zu merken, hatte sich das wilde Land, in das ich einst als Soldat gezogen war, in meine Heimat und mein Zuhause verwandelt. Das Gebiet, was ich einnehmen und zerstoeren sollte, war mir nun vertraut und lieb. Was fuer seltsame Wege das Schicksal nehmen konnte.
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