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Make me legend

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 Slash
Deutschland Germanien Preussen Rom Russland Spanien
15.09.2011
23.03.2012
79
96.945
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15.09.2011 1.090
 
"Ich verstehe das nicht, Hauptmann! Warum haben Sie das Reich verraten? Hatten sie das die ganze Zeit geplant? Haben sie mich und die Maenner all die Jahre nur benutzt? Sagen sie mir, dass ich mich irre!" Doch der Grauhaarige erwiederte nichts und sah seinen Gegenueber nur mit vor der Brust verschraenkten Armen an. Er musterte den Juengeren streng, der aufgebracht vor ihm stand.
"Mein Junge, du solltest dich erst Mal fassen. Das wird uns allen helfen", sagte er schliesslich und streckte seine Hand beruhigend nach der Schulter des anderen aus. Doch der Braunhaarige schlug diese mit wilden Blicken weg. "Nein! Fass mich nicht an! Ich habe mich viel zu lange von Ihnen beeinflussen lassen." Marcus wich einige Schritte zurueck und funkelte Seri gefaehrlich an.
"Die Sache mit Rom auch? Haben sie mich ueberhaupt je verstanden? Hatten sie je vorgehabt mir zu helfen? Deswegen haben wir nur so wenig Unterstueztung fuer die Suche bekommen. Deswegen blieben wir stehts erfolglos. Und auch Roms Flucht aus der Zelle. Das haben sie alles geplant. Sie wollten mich taeuschen."
Entgeistert sah der aufgebrachte Mann seinen Hauptmann an. Eigentlich hatte er nur einen Bericht ueberbringen und nach einem persoenlichen Ratschlag wegen der Rom-Sache fragen wollen. Doch dann hatte er aus Versehen das Gespraech zwischen Brutus und Carantas gehoert. Seine Welt, sein Glaube war in diesem Augenblick zusammengestuerzt. Und jemehr er darueber nachdachte, umso mehr Dinge wurden ihm klar. Alles hatte sich gegen ihn verschworen. Er konnte keinem mehr vertrauen.
"Du schreibst dir selbst viel zu viel Wichtigkeit zu, mein Junge." "Ahhrg!" Mit einem Schrei schlug Marcus seine Faeuste auf Seris Tisch. In der Ecke zuckte die Sklavin erschrocken zusammen. "Sarina, wuerdest du mir einen Kelch Wein bringen?" Aengstlich nickend verliess die Frau das Zimmer. In der zurueckgelassenen Stille versuchten die zwei Blicke den jeweils anderen zu unterwerfen, bis der Braune schliesslich zischend auswich.
"Ich habe Ihnen vertraut, Hauptmann. Ich dachte, Sie wuerden nur das Beste fuer das Reich wollen." "Das tue ich." "Schweig, Verraeter!" Marcus trat wankend auf die Tuer zu ohne Seri dabei den Ruecken zuzukehren. "Sie sind das Letzte. Das Letzte und ihrer Position nicht wuerdig." Er spuckte dem Mann diese Worte praktisch ins Gesicht, waehrend dieser sich langsam erhob. "Was hast du vor, Marcus?" "Ich werde zum Senat gehen und all Ihre Luegen und Tat aufdecken. Dann werden wir ja sehen, wer alles hinter ihnen steht."
Als er sich umdrehen wollte, um schnell seinen Plan in die Wirklichkeit umzusetzen, spuerte er eine kraeftige Hand am Arm, die ihn zurueckhielt. Er wurde umgedreht und sah sich dem Grauhaarigen direkt gegenueber. Die beiden silbernen Augen glaenzten gefaehrlich kalt. "Du bleibst hier, nirgendswo gehst du mehr hin." Seri zog den Juengeren naeher. "Ich dachte wirklich, du koenntest etwas werden, Junge. Ich hatte wirklich gehoft, dass du mir folgen koenntest."
Erstarrt blickte Marcus von dem ausdruckslosen Gesicht runter auf sein Bauch, wo sich seine weisse Tunika langsam rot faerbte. "Aber du scheinst doch zu geblaendet, um es im Ganzen sehen zu koennen, zu Schade." Damit liess er ihn los und zog den silbernen, huebschen Dolch aus dem Fleisch seines Untergebenen. Dieser stoehnte leise und sackte auf die Knie. Langsam und die Augen noch immer auf seinen Hauptmann gerichtet, rutschte er an der Wand hinter ihm herunter. Seine Hand lag auf seinem Bauch, wo es nicht aufhoeren wollte rot zu sein. "Hng."
Schliesslich, ohne bedeutende, letzte Worte beendete er seine Qual vor den Fuessen Seris. "Wie schade, ich habe es schon beschmutzt." Schnalzend wischte er die Klinge seines Geschenkes an Marcus Tunika ab und betrachtete sie dann pruefend.
Als die Tuer geoeffnet wurde und Sarina herien kam, nahm er der verschreckten Sklavin den Kelch mit Wein ab und schickte sie jemanden zum 'Aufraeumen' holen. "Was fuer ein Tag", stellte er belustigt fest und trank geneisserisch den saeuerlichen, prikelnden Saft.          

Die lange weisse Robe des ernst dreinblickenden Mannes schleifte geraeuschvoll hinter ihm auf dem Boden. Dieser Teil des Palastes war eigentlich nicht fuer ihn gedacht. Viel zu dreckig und schmutzig, nicht nur im uebertragenden Sinne. Aber dies war nun mal eine Ausnahmesituation. Wie so vieles im Moment auch.
Die Ermordung ihres Kaisers hatte eine grosse Welle ausgeloest. Vieles war ins Chaos gestuerzt worden und Kaempfe um Macht und Konrolle wuerden noch lange das Reich schwaechen. Jetzt, wo sie sich so offen gezeigt hatten, schwebte auch die Angst vor den Rebellen ueber den Kopfen der Maechtigen. Zuvor hatte man die Existenz der Aufstaendischen genuegend zu ignorieren gewusst, aber da sie jetzt Hand an den Kaiser gelegt hatten, wuerde man gegen sie vorgehen muessen.
Er kam an eine schwere Tuer, tief im Bauch des Kellers des Regierungsgebaeudes. "Oberpriester Kaeus, Sie werden bereits erwartet." Er nickte und folgte dem schmaechtigen Mann, der ihm die Tuer oeffnete. Der Raum den sie betraten war dunkel und nur einzelne Kerzen liessen schwaches Licht an den Waenden tanzen. Ein Geruch von Salbe und Kraeutern kraeuselte sich durch die Luft wie Nebel. Mehrere Prister standen um den steinernen Altar, tief auf die Gestalt konzentriert, die mit einem reinen, weissen Tuch verdeckt darauf lag. Der Oberpriester raeusperte sich und sofort kamen die Gestalten auf ihn zu. "Meister Kaeus, der Koerper des Kaiser ist jetzt bereit fuer das heilige Gebet." "Hat er die Salbung schon bekommen?" Allgemeines Nicken. Bischof Kaeus sah noch mal zu dem Toten hinueber.
"Was ist die Bedeutung von diesem?" Ohne zu zoegern griff einer der Prister nach einem Paeckchen, das in dem gleichen weissen Stoff gewickelt war. "Es sind die Dinge die der Kaiser bei sich hatte." Der Stoff wurde aufgeschlagen. "Und die Waffe, die ihm den Tod brachte." Vorsichtig nahm das Oberhaupt der Kirche den Dolch in die Hand.
Das Metall war vom Blut gereinigt worden aber man konnte das symbolische Gewicht des Gegenstandes noch deutlich fuehlen. "Es ist eine Schande, dass des Kaisers glorreiche Zeit mit so einem schmutzigen, alten Dolch beendet wurde. Caesar hat so viele Dinge fuer das Reich getan und dann so ein ehreloser Tod." Abschaetzend legte er die rostige Klinge zurueck.
"Was fuer eine Schande." Der heilige Diener drehte sich zu dem toten Koerper des ehemalig maechtigsten Mannes der Zeit um. "Lass uns fuer den Kaiser beten."
Verhoenend glaenzte das Kerzenlicht in dem schmutzigen, dunklen Metall der Mordwaffe.
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