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Make me legend

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 Slash
Deutschland Germanien Preussen Rom Russland Spanien
15.09.2011
23.03.2012
79
96.945
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15.09.2011 1.312
 
"Ann, du musst los lassen. Der Mann muss sich jetzt meinen Ruecken ansehen." Wild den Kopf schuettelnd hielt sie sich fester an meinem Hals fest. Beruhigend taetschelte ich ihr den Arm. "Schon gut, Kleines, ich gehe nicht weg. Nur in einen anderen Raum." Widerwillig liess das Maedchen mich los, ihre Augen blickten bedrueckt zu Boden.
Als wir gestern zu den anderen zurueckgekehrt waren, war ich so erschoepft und mein Koerper so wund, dass ich fast sofort einschlief, als uns Wilms sicheres Haus umfing. Da konnte selbst die aufgebrachte Ann nichts daran aendern, die vor Erleichterung uns zu sehen an uns klebte wie eine Klette. Letztendlich schlief ich im Stehen an Germanias Schulter ein.
Am naechsten Tag erwachte ich mit Schmerzen am ganzen Koerper. Anscheinend war das Adrenalin der Aufregung verflogen und mein Verstand schien anzufangen an den Wunden zu arbeiten. Stoehnend drehte ich mich um und blickte, als ich die Augen oeffnete, direkt in Germanias besorgte, aber wunderschoene Miene.
Er schien die ganze Zeit ueber mich gewacht zu haben. Das sagten mir jedanfalls die dunklen Schatten unter seinen Augen. Genau gesehen sah fast jeder der anderen aehnlich aus. Keiner ausser mir schien sonderlich viel oder gut geschlafen zu haben, selbst die Kinder nicht. Jedenfalls war jeder froh, dass Germania und ich mehr oder weniger in guter Verfassung zurueckgekehrt waren.
Wilm rief gleich seinen Hausarzt und genau unter dessen heilender Hand sass ich jetzt. Der aeltere Mann schien ein Sklave zu sein und viel Ahnung zu haben. Er arbeitete schnell und sacht. Schon nach kurzer Zeit war alles verbunden und ich fuehlte mich wesentlich besser. Trotzdem bekam ich einen Tag Bettruhe aufgebrummt, was ich nur gern ueber mich ergehen liess. Fast den ganzen restlichen Tag verschlief ich.
Als ich erwachte, liess die spaete Nachmittagssonne Germanias Haar wie Gold glimmen. Er sass auf einem Stuhl vor meinem Bett und hatte die Augen geschlossen. Arme verschrenkt und Kopf leicht zur Seite geneigt. Ich richtete mich etwas auf und genoss laechelnd eine Straehne seines Haares in meinen Fingern. Bei der leichten Beruehrung fuhr er zusammen und erwachte blinzelnd.
Fuer lange Sekunden sahen wir uns an, bevor ich meine Hand ausstreckte und ihn am Arm zu mir ins Bett zog. Protestierend landete er halb auf mir, was ich gleich ausnutzte und seinen Mund mit meinem versiegelte. Seufzend liess er sich schliesslich auf mich sinken und ich fuhr fort durch seine Haare zu fahren.
"Haben die Kinder sich beruhigt?" Nicken. "Du solltest eher fragen, ob ich mich beruhigt habe. Einfach so neben mir zusammenzubrechen. Ich dachte, du stirbst doch noch." "Ich bin nicht zusammengebrochen, ich bin eingeschlafen", entruestete ich mich. "Wie auch immer. Ich will nicht noch mal so von dir getrennt sein. Du weisst nicht, was ich alles durchmachen musste, um... wie auch immer. Sei das naechste Mal nicht so egoistisch und opfer dich nicht." "Verzeih."
Das Gefuehl von ihm auf meinem Bauch und sein Atem, der an meiner Schulter kitzelte, war beruhigend und ich war mehr als froh, dass alles gut ausgegangen war. Aber etwas beschaeftigte mich doch noch. "Germania, in der grossen Halle mit Brutus und-" "Nein", er sah bittend zu mir auf. "Frag nicht, ich will nicht darueber reden." "O-okay." "Es aergert mich eh schon genug, wieviel wir ihm genutzt haben." "Ha?" "Ivan hatte das von Anfang an geplant. Mit jeder unserer Handlungen haben wir ihm mehr zugespielt. Es war schon lange ihr Ziel, den Kaiser zu toeten." "He? Wirklich?! Dieser Gauner, das war mir von Beginn schon nicht ganz geheuer." "Trotzallem hat er uns ganz schoen geholfen. Nur durch ihn konnten wir die Kinder finden."
Ich knurrte abwehrend. "Ausserdem hat er beschlossen mit uns nach Germanien zu kommen, genau wie Wilm." "Was? Wieso das denn?" Das wurde ja immer besser. "Brutus wird versuchen den Platz von Caesar zu uebernehmen und aus taktischen Gruenden soll der Orden als Staatsfeind verkauft werden, damit die Aufmerksamkeit nicht all zu lange auf den gewaltsamen Machtuebergriff liegt." Ich seufzte langgezogen. Das konnte ja lustig werden. "Vielleicht kann es uns ja nuetzen." Doch Germania klang selbst nicht recht ueberzeugt.
"Naja." Ermutigend laechelnd zog ich ihn hoeher und kuesste seine Stirn. "Hauptsache wir vier koennen endlich zurueckkehren. Ich habe genug von dieser Stadt, endgueltig." "Sie stinkt." "Ja, unter anderem." Lachend waelzte ich mich herum und hielt ihn in meinen Armen. "Du siehst muede aus, mein kleiner Wilder. Du solltest schlafen. Keine Sorge, ich wache ueber dich." "Gerade deshalb mache ich mir ja Sorgen." Kichern und nach einer Weile schien er tatsaechlich eingeschlafen.          

Die Tuer ging vorsichtig auf und die Sklavin senkte das Haupt bevor sie eintrat. "Herr Carantas?" "Was gibt es Sarina?" Der Hauptmann sass wie immer geschaeftig an seinem Schreibtisch. "Sie arbeiten schon wieder, Herr?" Erschoepft laechelnd sah der Grauaeugige auf. "Es gibt viel zu tun. Wenn sich die Fuehrung aendert, muss sich alles andere danach richten." Sarina nickte und gab ihren Herrn einen dick versiegelten Umschlag. Seri oeffnete diesen sofort und las fuer eine Weile konzentriert.
"Hmm, man laesst die Maenner an den Stadttoren zurueckziehen." Sein Schmunzeln wurde breiter. "Schlaue Entscheidung." "Herr?" "Nichts, mach dir keinen Kopf darueber, Sarina." "Jawohl, Herr." "Wir scheinen nur gerade wieder in einer Boehe zu stehen, die uns hoffentlich weiter vorantreiben wird als die letzte."
Kraeftiges Klopfen an der Tuer. Ohne auf Einlass zu warten, trat der junge, energische Roemer ein. "Sei gegruesst, Cantaras." "Ah Brutus, ich habe gerade an dich gedacht, was gibt es mein junger Freund?" Auf das markante Gesicht des Besuchers stahl sich ein selten freies Laecheln. "Auf ein Wort, treuer Hauptmann. Ausnahmsweise bin ich mal nicht wegen dem Geschaeftlichen hier."
Er legte Seri einen schwerern Gegenstand auf den Tisch. "Oh, wie komme ich zu der Ehre?" Die schlanken Finger begutachteten forschend das verziehrte Metall des Dolches. "Betrachte es als Dank. Nicht nur von mir, sondern vom ganzen Orden. Durch deine Mitarbeit hast du dem Zweck sehr geholfen. Sei dir bewusst, dass dein Tun Rom und seiner Zukunft grosse Dienste erwiesen hat." "Natuerlich", laechelte Seri spitz.
"Dann", Brutus verbeugte sich und schritt zur Tuer. "Ich habe viel zu tun. Keine Zeit mehr fuer viel philosophieren, wenn du verstehst was ich meine?!" "Aufwiedersehen." Die beiden nickten sich zu und der Juengere trat eilig aus dem Gang heraus.
Als er die Tuer schloss, sah er einen Mann an der Wand lehnen. Dieser sah bleich und mitgenommen aus, wie nach vielen schlaflosen Naechten. Doch Brutus schenkte ihm keine weitere Beachtung und schrit davon um seinen Pflichten nachzugehen.
In dem Raum betrachtete Seri noch immer das Geschenk. "Ein gutes Stueck, Meisterarbeit." Zufrieden lehnte er sich fuer einen Moment zurueck. Der Blick seiner Sklavin lag verwirrt auf ihm. "Mein Herr, bedeutet dass...?" Schmunzelnd antwortete er ihr mit einem Nicken. "Es versteht sich natuerlich, dass dein Wissen hinter verschlossenen Lippen bleibt, meine Liebe." Eifrig nickte nun Sarina.
"Aber warum? Ich verstehe nicht." "Es musste sich etwas aendern. Es gibt nichts, was nicht ersetzt werden kann und jetzt ist Platz fuer Neues. Manchmal muss man einen Strauch eben stutzen, damit er im naechsten Fruehling laenger und schoener blueht."
Die pummelige Frau hob unverstaendlich die Augenbrauen, doch ihr Herr lachte nur. "Du wirst schon sehen, Roms Zeit der Macht und Bluehte ist noch nicht vorueber."
Er strich sich langsam ueber die leichte Ruestung auf der ein goldener Adler prankte. "Noch nicht."
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