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Make me legend

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 Slash
Deutschland Germanien Preussen Rom Russland Spanien
15.09.2011
23.03.2012
79
96.945
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15.09.2011 1.233
 
Der Dolch in meinem Aermel fuehlte sich kalt und starr an. Es war untypisch fuer mich, aber ich war ein wenig nervoes. Ich war auch nicht einfach nur auf dem Weg zu einer Versammlung oder einer Besprechung.
Mein Herz schlug stark und ungeduldig. Ich hoffte, keiner der Soldaten wuerde einen Unterschien in meinem Auftreten merken aber dank irgendeiner Aufregung im unterirdischen Gefaengnisteil, war hier oben kaum jemand anzutreffen. Ivan hatte mir ja versprochen fuer Ablenkung zu sorgen. Er schien es auch irgendwie geschafft zu haben.
Ich erreichte die grosse Halle und stellte mich in den Schatten einer der Marmorsaeulen. Jetzt hiess es warten. Er wuerde schon bald hier auftauchen, dafuer hatten wir gesorgt. Wie ich ihn kannte, nahm er es auesserst wichtig und wuerde uns keine Umstaende machen. Er war so beschaeftigt und engstirnig geworden. Allein diese ewigen Eroberungsbesprechungen. Es hatte sich so veraendert, die Art wie er Dinge sah.
Einst hatte ich ihn bewundert, hatte zu ihm aufgesehen, beinah schon verehrt. Aber die Zeit hatte ihn veraendert und mich auch. Macht, Druck und Traeume konnten Menschen formen und zu Dingen zwingen, die gegen die eigenen Vorsaetze verstiessen. Moral konnte man sich nicht leisten, wenn man etwas veraendern wollte.
Meine Hand fuhr ueber den weissen Stein und Erinnerungen und glueckliche Momente kamen in mir hoch. Viel Zeit hatte ich schon damals im Palast verbracht. Manche auch mit ihm. Er hatte mich viel gelehrt und mir viel gegeben, was mir eigentlich gar nicht zugestanden haette. Aber ich hatte mich entschieden, mein Schicksal bestimmt.
Es war die einzige Moeglichkeit das Imperium zu retten. Rom durfte nicht fallen. Unsere Macht war anhaltend, unsere Gesellschaft vorausgeschritten, unsere Wissenschaft wachsend, unser Stolz ueberdauernd. Rom war eine Legende. Aber es wuerde untergehen, wenn nicht die richtigen Leute es leiteten.
Meine Finger schloss sich um den Dolch. Ironischer Weise war es der, den er mir einst selbst geschenkt hatte. Meine Muskeln verkrampften. Fuer ein paar Sekunden schloss ich die Augen und war bereit, als ich sie wieder oeffnete. "Jupiter, leite meine Hand." Und als wuerde der Goettervater meine Bitte erhoeren, vernahm ich schnelle Schritte.
Beilaeufig schluepfte ich hinter  meiner Deckung hervor und ging ihm entgegen. "Julius!" Er hob den Kopf und laechelte, als er mich sah. "Ah, Brutus," Der Dolch mit dem verziehrten Silber und schoenen Musterungen lag kalt und beinah pulsierend in meiner Hand. "Brutus, wann kannst du-" Er verstummte, seine Miene verfinstert und seine Augen fixierten dunkel einen Punkt hinter mir. Verwirrt drehte ich mich um und sah in die kalten, eisblauen Augen des Germanan.     

Kaum hatte er mich gefunden, schon verliess er mich wieder, es war zum Verrueckt werden.
Als er zuerst in meine Zelle kam, dachte ich dieser Traum waere zurueckgekehrt. Doch er war real, er befreite mich und es grenzte an ein Wunder, als ich ihn endlich in meine Arme schliessen konnte. Letztendlich sagte ich ihm auch die Worte, die mir schon seit Wochen auf der Zunge lagen. Es war ein tolles Gefuehl. Wie eine endgueltige Verbindung und eine Versicherung, dass wir zusammengehoerten. Alles waere gut, wenn er einfach mit mir mitgekommen waere und wir gemeinsam einen Weg hier raus gesucht haetten.
Warum also verschwand er dann einfach? Er sagte etwas von Ann gluecklich machen. Eine Weile war ich noch in der Zelle geblieben und hatte Kraft gesammelt. Irgendwann war mir klar geworden, dass er gegangen war, um Loki zu holen. Wer war hier der Idiot? Das war viel zu riskant! Warum war er alleine gegangen? Zwar hatte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht mal die Kraft mich aufzuraffen, um ihn zu folgen und aufzuhalten, aber ihn jetzt schon wieder getrennt von mir zu wissen, schmerzte.
Sobald ich die Sorge um meinen gerade erst zurueckerlangten Engel nicht mehr aushalten konnte und mein Koerper herausgefunden hatte, dass er bestimmte Muskeln und Regionen wieder benutzen konnte, machte ich mich ebenfalls auf den Weg. Langsam und noch ziemlich schwach arbeitete ich mir meinen Pfad durch den Palast.
Auf der unteren Ebene, wo auch meine Zelle lag, wimmelte es nur so von Wachen und Soldaten. Sie schienen durch Germanias Eindringen noch immer in Alarmbereitschaft. Im Palast wuselte es wie in einem Bienenstock. Nur mit Glueck und altem Wissen, welche Gaenge normalerweise nicht benutzt wurden, kam ich irgendwie ins Obere Stockwerk.
Meine Beine und besonders mein geschundener Ruecken schmerzten bei jedem Schritt, den ich die Treppe hoch eilte. Doch ich konnte keine Ruecksicht nehmen, ich musste zu Germania. Die grosse Halle war nicht mehr weit und wenn alles gut ging, koennten wir dann einfach hinaus auf den Platz und in den Strassen Roms verschwinden.
Ich erreichte das Ende der Stufen, die direkt in die vereinbarte Halle fuehrten. Fuer kurze Zeit blendete mich die Umgewoehnung vom Schein der Fackeln ins Sonnenlicht, aber ich zauderte nicht und trieb mich voran. Als ich mich zu dem breiten Eingang wandt, erblickte ich zwei Personen und wollte mich schon panisch zurueckziehen, als ich im Licht blondes Haar schimmern sah.
"Germania?" Verwundet lief ich naeher und keuchte entsetzt auf, als ich die Szene vor mir erkannte. Es war ein Gemetzel. Der Blonde stand regungslos und sah herab auf den Teppich aus Blut, der sich immer weiter von dem toten Koerper ausbreitete. Daneben ebenfalls erstarrt und bleich im Gesicht, Brutus.
"Was ist hier...Ach du Schande!" Ich schreckte noch mal zusammen, als ich den Toten vor unseren Fuessen erkannte. "Caesar!? Wer- was...?" Doch keiner der beiden wollte mir Antwort geben. Nur mit Muehe brachte ich Germania dazu mich anzusehen. Mit beiden Haenden um sein Gesicht suchte ich seinen Blick. Doch kaum eingefangen, schnellte dieser immer wieder zurueck zu den leblosen Mann.
Ich betrachtete den blutigen Kaiser und schauderte. Seine Tunika war durchloechert und waere sein Umhang nicht schon rot gewesen  so wuerde er es spaetestens jetzt sein. Seine Augen waren vor Entsetzen weit aufgerissen und in seiner Brust steckte noch der Dolch. Ich schluckte hart. Das war kein angenehmer Tod gewesen.
"Rom und Germania, richtig?! Ihr solltet jetzt besser gehen." Brutus schien langsam seine Gedanken wiedergefunden zu haben. "Was ist mir dir?" "Es ist alles geplant, ich werde so weiterspielen wie vorhergesehen." Bevor ich nachhaken konnte, liess der Schrei einer Frau uns aufschrecken und Brutus ein letztes Mal zunickend, griff ich Germanias Hand. Zwar musste ich ihn wieder ziehen, was mich an unsere zweite Begegnung erinnerte, aber irgendwie kamen wir die Eingangstreppe herunter und in die Gassen Roms.
Die Stadt war geschaeftig und ignorant wie immer, keine Anzeichen von dem Ereignis, von dem wir gerade geflohen waren. Natuerlich nicht, noch nicht. Als wir genug Abstand vom Palast hinter uns gelassen hatten, drehte ich mich um und zog Germaia in meine Arme. Er starrte duester vor sich her, als waere er tief in seinen Gedanken versunken und ganz woanders.
Erst jetzt merkte ich, dass der Blonde in seiner verkrampften Hand den Stoffhasen Loki hielt. Ich laechete ihn zaertlich an und strich mit dem Daumen einen Spritzer Blut von seiner Wange. Endlich richteten sich seine Augen auf mich und schnell drueckte ich ihn einen Kuss auf die Lippen. "Lass uns endlich nach Hause gehen."
Langsam nickte er und hielt das Stofftier fest in der Hand.

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...Mensch, wer haette das gedacht xD
so ein Zufall aber auch, Caeser wurde ermordet ^^
...>Gedenkminute an Caeser halt<...
auf ein Idol der Geschichte >Taschentuecher austeil<
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