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Make me legend

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 Slash
Deutschland Germanien Preussen Rom Russland Spanien
15.09.2011
23.03.2012
79
96.945
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15.09.2011 1.509
 
Der Gang war tatsaechlich vorhanden. Mit ein paar Problemen aber letzendlichem Erfolg fand ich die Stelle auf der Karte. Ohne Fuehrung und ohne entdeckt zu werden, kam ich durch die Stadt und etwas auserhalb unter Sand, in Stein gemeisselt, entdeckte ich einen Eingang zu einem stickigen Tunnel. Nicht lange dachte ich da noch nach und mit einem letzten Blick in den Himmel und einem Seufzer machte ich mich darauf meinen Rom zu befreien.
Der Gang war wirklich lange nicht mehr benutzt worden. Dunstige Luft brachte mich zum Husten und der Boden war von einer dicken Staubschicht bedeckt. Ich lief lange und da ich nicht wusste, wann ich das Ende erreichen wuerde, bewegte ich mich mit jedem Schritt lautlos und vorsichtig. Das es dabei stockdunkel war, machte es nicht einfacher. Einmal schien ich sogar gegen einen Teil einer Ruestung, wahrscheinlich einen Helm, zu stossen. Lautes Klappern und Poltern liess mich zusammenfahren und leise Fluchen.
Stumm und blind in die Schwaerze starrend, tastete ich mich an den Waenden entlang. Irgendwann nach einer gefuehlten Ewigkeit sah ich in der Ferne schmale Linien leuchten. Der Boden begann sich zu heben und  ploetzlich stieg ich Stufen auf das schwache Licht zu. Ich war so lange im Dunkeln gewesen, dass sich meine Augen sogar erst an so wenig Helligkeit gewoehnen mussten. Die Linien stellten sich als eine steinerne Klappe und als Ende des Ganges heraus.
Ich blieb stehen und lauschte. Von der anderen Seite waren eindeutig Stimmen zu hoeren. Also hatte der Kraeher recht gehabt. Der Gang wurde bewacht. Ich hoffte nur, dass er gut geschuetzt wurde. Bei der Erinnerung, wie die Soldaten Rom auf dem Marktplatz niedergeschlagen hatten, loderte in mir Wut und Kampflust auf. Geraeuschlos zog ich zwei schlichte, rostige Dolche aus meinen Stiefeln und befeuchtete mir angespannt die Lippen. Zwar war ich auf fremden Territorium, aber der Vorteil des Ueberraschungseffektes lag auf meiner Seite.
Vorsichtig schob ich die Klappe auf und kroch gewandt ins Freie. Mein Glueck blieb mir hold. Ich war genau hinter den Soldaten rausgekommen, die gerade in ein 'ernstes' Gespraech ueber Frauen und Wein verwickelt waren. Schnell machte ich die Zahl der Feinde aus. Zwei vor mir, einer ruhend an der Wand und weitere zwei an einer Abzweigung eines Ganges weiter rechts. Ein letztes Mal schaetzte ich meine Moeglich- und Wahrscheinlichkeiten ab, dann sprintete ich los.
Die Maenner vor mir lagen mit offener Kehle auf dem Boden, bevor der Mann an der Wand auch nur die Augen oeffnen konnte. Als er entsetzt den Mund aufmachte, steckten die Klingen schon beide in seinem Bauch. Jetzt waren jedoch die Wachen an der Ecke aufmerksam geworden, bruellten alarmiert etwas und kamen mit erhobenen Speeren auf mich zu. Noch ehe die Staebe mich erreichten, tauchte ich unter ihnen hinweg und mit gezielten Tritten, lagen mir auch diese zwei Wachen keuchend zu Fuessen. In weniger Entfernung hoerte ich aufgeregte Stimmen und Schritte. Solange, um rauszufinden, ob ich die Verstaerkung auch noch ausschalten koennte, blieb ich nicht.
Die Karte und meinen Weg zu der Zelle genau im Kopf, rannte ich in die entgegengesetzte Richtung. Einen Mantel oder eine Kapuze hatte ich nicht, sollte doch jeder wissen, dass es ein Germane war, der sie alle zu Grunde brachte. Ich wuerde sie alle niederstrecken. Bevor ich mich versah, stand ich auch schon vor der Tuer hinter der sich Rom befinden musste. Die Wachen davor hielten mich nur kurz auf und schon bald war auch dieses Problem beseitigt.
Mein Herz haemmerte vor Angst als meine Hand sich an das schwere Holz legte. Er war noch dort, richtig?! Er war doch noch am Leben?! Er musste es sein. Langsam schob ich die Tuer auf und trat in den duesteren Raum. Er war das Erste was mir ins Auge fiel. Er war auch das Einzige, was es ausser Steinwaenden und Rattenkod zu sehen gab. Sein Koerper sah ziemlich mitgenommen aus. Getrocknetes Blut klebte an Haut und Kleidung und sein Kopf rastete erschoepft auf seiner Brust. Als ich naeher kam, sah er hastig auf. Meine Beine haetten beinah nachgegeben, als ich in seine dunklen, braunen Augen blickte. Seltsamerweise zuckte er nur unsicher zusammen und blickte mich beinah panisch an. Dann senkte er den Kopf und seine Lippen murmelten leise unverstaendliches Zeug. Was hatten sie nur mit ihm gemacht? Das war alles so...alles so...
Schnell ueberwand ich jetzt den letzten Abstand und blickte ihm wuetend ins Gesicht. Es klatschte und meine Hand zitterte. Ich hatte ihn nicht doll geschlagen, doch genug, dass er mich jetzt verwirrt ansah. Mit einem der Messer schnitt ich das Seil durch, das ihn fesselte. Sofort fiel er erschoepft auf die Knie und hielt sich die geroetete Wange. "G-Germania?" Ich packte seine Schultern, zog ihn hoch und schuettelte ihn kurz.
"Du Idiot! Du Arsch! Du Dummkopf, du schrecklicher Idiot!" Seine braunen Augen sahen mich verwundert und ueberrascht an, doch ich starrte aufgebracht zurueck. "Denkst du, wenn du hier einen auf Helden machst und stirbst, wird alles gut?! Denkst du dann ist jeder gluecklich und zufrieden?! Denkst du ich waere dann gluecklich...je wieder?!" Aufregung, Wut und Angst um diesen Idioten vor mir, trieben mir Traenen in die Augen. "Du hast mir dein Versprechen gegeben mich nie wieder zu verlassen! Ist es das, wie Roemer mit Versprechen umgehen?" Ich senkte den Kopf bevor mich hier noch etwas uebermahnte, was nicht hier hergehoerte.
"Germania." Sein Fluestern tat gut in meinen Ohren und in der naechsten Sekunde schlang er die Arme um mich und ich konnte ihn endlich wieder spueren. Seine warme Haut, seine Muskeln an meinem Koerper, sein Atem in meinem Haar. Seufzend legte ich meinen Kopf auf seine Schulter und krallte meine Haende an seinen Ruecken. "Verzeih, ich meinte nicht dich zu verletzen oder zu aengstigen, aber es ging nicht anders." "Ich weiss, du Idiot", nuschelte ich gegen ihn und atmete gluecklich seinen Geruch ein. Seine Hand strich mein Haar beiseite und kuesste zaertlich meinen Hals. Ich fuehlte, dass ich in diesem Moment alles wiedergewonnen hatte.
"Germania, ich l-" Ein Poltern in den Gaengen liess mich hochschrecken. "Wir muessen los, sie werden schon bald herausfinden, wo ich bin und was ich vor habe." Schnell packte ich seine Hand und zog ihn zur Tuer. Ich spaehte um die Ecke und lauschte auf nahende Schritte. "Der Geheimgang duerfte nicht mehr frei sein, am besten nehmen wir einen anderen Weg." "Du bist durch den alten Transportweg gekommen? Aber ich dachte, der wird noch immer gut bewacht?" "Und?" Ich warf ein gewinnendes Grinsen hinter mich und er zog die Augenbrauen hoch. "Dich moechte ich nicht als Feind haben", lachte er und schuettelte den Kopf. "Dann sei das naechste Mal einfach ein guter Junge." Auch ich musste schmunzeln, machte mich aber bereit aus der Zelle zu fliehen und einen Weg aus dem Palast zu finden.
"Gut, es klingt still, komm." Ich zog an seiner Hand und wollte losstuermen, doch Rom hielt mich zurueck. Fragend blickte ich mich um. "Germania, warte kurz. Bevor wieder irgendwas dazwischenkommt oder etwas passiert..." Sein Blick war ernst und er sah mir direkt in die Augen. "Rom?" Er nahm meine andere Hand auch noch in seine und legte unsere Lippen sacht aufeinander. "Ich liebe dich, mein schoener, kostbarer Germane." Ferne Soldaten, fremde Stadt, wartende Familie, dreckige Zelle und all die Gefahren in unserem Leben, ploetzlich war nichts mehr wichtig. Ploetzlich stand alles still, war nichts mehr da. Es war das erste Mal, dass Rom diese Worte so direkt sagte. Natuerlich fuehlte ich seine Gefuehlte fuer mich, so wie er die meinen fuer sich. Aber es auszusprechen war noch mal was ganz anderes. Ich schluckte und starrte ihn an. Zutraulich nahm er mich in den Arm und kuesste mich nun leidenschaftlich.
"Wenn alles gut geht, werden wir nach Germanien zurueckgehen und in diesem Haus leben. Alle paar Monate koenne wir Deb, Tiem, Antonio und Ann besuchen gehen und wir werden zusammen alt werden. Das ist ein Versprechen und Roemer halten ihre Versprechen." Ich nickte schwach. "Ann wird froh sein, wenn wir sie ab und an noch sehen werden und dann koennen wir auch das Versprechen ihr gegenueber halten." Gerade wollte ich etwas erwidern, als es mich wie ein Blitz durchfuhr.
"Ann! Wenn wir schon mal hier sind, kann ich ja auch gleich...-" Hektisch musterte ich Rom. "Kannst du laufen, fuehlst du dich stark genug?" "Wenn ich mich noch etwas ausruhe, denke ich schon, aber was-" "Gut, dann treffen wir uns in dieser grossen Halle mit den vielen Saeulen, die vor dem Haupteingang liegt. Da vermuten sie uns am wenigsten."
Ein schneller Kuss und schon spurtete ich los. "Germania, was hast du vor?", rief Rom mir entsetzt hinterher. "Ich werde dafuer sorgen, dass Ann gluecklich wird." Schnell hastete ich in das Labyrinth aus Gaengen. Wie gut, dass ich mir die Karte so genau eingepraegt hatte.
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