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Make me legend

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Deutschland Germanien Preussen Rom Russland Spanien
15.09.2011
23.03.2012
79
96.945
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15.09.2011 1.531
 
Unter der dicken Plane aus Stoff war die Luft stickig und warm. Draussen hoerten wir die Stadt pulsieren, als wir durch sie fuhren. Ivan hatte sein Wort gehalten und schon nach wenigen Stunden stand ein Planwagen mit zwei Pferden bereit. Germania und ich wurden nach hinten 'gesteckt', wobei Ivan selbst auf dem Kutschbock sass.
Da es bis zum anderen Ende der Stadt ein ganz schoenes Stueckchen war, machte ich es mir auf dem harten Holz des Karren gemuetlich. Die Raeder ratterten uneben ueber die grob gepflasterten Strassen die vor Menschen nur so wimmelten. In diesem Tempo wuerde es in der Tat ewig dauern. Heimlich und am aeussersten Rand stehend, versuchte Germania durch einen Riss in der Plane zu schmulen. Das Treiben da draussen hatte fuer ihn wohl noch nicht an Interesse verloren.
Dabei hatte er sichtlich Schwierigkeiten das Gleichgewicht zu halten. Der Planwagen wackelte und ruettelte gefaehrlich. Schmunzelnd machte ich mich bereit zu verhindern, was auf jedenfall kommen wuerde. Als sich dann eines der Raeder in eine Strassenkuhle fuhr und sich die linke Seite des Karren senkte, nur um dann mit Schwung wieder hochzuschnellen, kippte der Blonde hilflos hintenueber. Laechelnd fing ich ihn in meinen Armen und setzte mich, mit ihm auf meinem Schoss.
"Alles klar?" "J-ja, danke." Ich wollte doch nicht, dass er sich noch mehr wehtat. "Geht es dir besser?" Sacht strich ich ueber seinen Po und blickte verstohlen auf die roten Markierungen an seinem Hals. "Tss, Dank eines bestimmten Herren muesste ich jetzt eigentlich einen Schal wie Ivan tragen." "Ich finde es attraktiv." Genuesslich schob ich sein Haar beiseite und kuesste die weiche Haut. Er erschauderte und dieses prickelnde Gefuehl von gestern Nacht kam zurueck. "Arg...Rom, nicht hier", wehrte er sich doch zugleich  schob er seinen Kopf zurueck und entbloesste seine Kehle.
Gern nahm ich sie an und verteilte meine Kuesse auch dort. Ich hatte nicht vor ernster zu werden und sah vor meinen Augen immer noch das Ziel, aber ich hatte das innere Beduerfniss ihn so oft und so intensiv zu geniessen, wie es nur moeglich war. Er war mein Schatz, mein Licht, mein Grund. "Germania", unterbrach ich meine Liebkosung und strich ueber seine bebende Brust, um auf der Stelle zu stoppen, an der ich sein Herz schnell schlagen spuerte. "Germania, ich lieb-" "Ist noch alles in Ordnung da hinten? Wir duerften bald dasein. Aber seid vorsichtig, es scheint hier nur so von roemischen Gruppen zu wimmeln", unterbrach mich der Russe von vorn.
Aergerlich biss ich mir auf die Lippe. War es das Schicksal oder Ivan, der sich mir immer wieder in den Weg stellte. Bevor ich ihn aufhalten konnte, war der Blonde mir dann vom Schoss gesprungen und beobachtete, erroetet und diesesmal mit sicherem Stand, die Strasse. Seufzend liess ich meinen Kopf gegen eine Holzkiste sinken und dachte ueber einen moeglichen Plan nach, um in den Palast zu kommen, wenn wir erst mal die Information ueber Ann und Antonios Aufenthalt hatten. Wenn sie ueberhaupt dort waren. Bevor ich es bemerkte, war ich dann auch schon eingedoest.
Erst als der Karren hielt und mein Kopf ruckartig auf meine Brust sackte, erwachte ich verstoert. "Was-wo?" Ivan steckte seinen Kopf durch die Plane. "Keine Soldaten hier, ihr koennt kommen." Meine Augen schmerzten als die Sonne ihre Strahlen in mein muedes Gesicht warf. Als ich mich an die Helligkeit gewoehnt hatte, musterte ich unsere neue Umgebung aufmerksam.
Ich kannte diesen Teil der Stadt ziemlich gut, vielleicht sogar mehr als es mir lieb war. Es war das Viertel voller Villen, halber Palaester und riesigen Anwesen. Ein Teil der Stadt in denen Familien mit Wohlhaben und politischen Einfluss lebten. Wo meine alte Familie lebte, die ich vor langer Zeit verlassen hatte. Ich wandt mich von der Strasse ab und betrachtete nun das Haus, vor dem wir standen. Praechtig und imponierend, wie die anderen.
"Hier? Ihr habt wirklich jemanden von solch hohen Stand in der Organisation?" "Ganz so bedeutend ist er nicht. Aber das kommt und wird noch. Das Wichtigste ist, dass er Verbindungen hat und das gibt uns einen grossen Vorteil." Germania blieb stumm und sah sich ungemuetlich um. "Ich habe etwas 'Geschaeftliches' mit ihm zu bereden, danach koennt ihr ihn nach euren Kindern fragen." Schluckend nickte ich. Hoffentlich war das nicht wieder eine Sackgasse. Dieser Mann musste einfach etwas wissen, wenn er doch so wichtig war.
Der Russe kuendete uns mit lautem Klopf an. Erst hoerte man nur Stille, dann zerbrach irgendwo im Haus etwas klirrend und Schritte naeherten sich. "Nein, du gehst nicht raus, da warst du erst. Du kleiner Rumtreiber. Warte!" "Gah-" Die Tuer sprang auf. Fuenf Augenpaare starrten sich an.
"Du?!" Ueberrascht zeigte ich auf den Mann. Sein auffaelliges Aussehen und seine seltsamen Augen hatte ich sofort wiedererkannt. Es war der Mann vom Markt, von vor ein paar Tagen. "Der Junge!", rief seinerseits Germania und auch ich erkannte den kleinen Burschen der die Tomate geklaut und uns in so eine brenzliche Situation gebracht hatte. Auch durch die Augen der beiden blitzte Wiedererkennung. "Wie ich sehe, kennt ihr euch ja schon." Nun wendete sich die Aufmerksamkeit des Mannes verwirrt an Ivan. "Ich hatte dich nicht so frueh erwartet. Tretet ein." Fragend legte sich sein Blick auf uns, den Kleinen noch immer im Arm. "Wir haben eine kleine Bitte mitgebracht. Ich hoffe, das geht in Ordnung?!" Ivan laechelte sein breites Laecheln, was keinen Hauch von Widerspruch duldete. "N-natuerlich."
Die Tuer wurde hinter uns geschlossen und peinliche Stille drueckte auf die Stimmung. "Es scheint, als haette du damals gefunden, wonach du gesucht hast." Fing der Andere verlegen an und laechelte Germania zu. "Du anscheinend auch." "Oh, ja!" Er kniff dem Jungen in seinem Arm in die Wange. "Der kleine Racker hat es mir aber auch nicht gerade einfach gemacht. Das macht er nie. Er rennt dauernd auf den Strassen rum und lungert ueberall dort, wo er nicht sein darf. Nicht wahr, mein Freund!" Der Bursche quiekte protestierend, als seine Wange mit sanften Fingern breitgezogen wurde. "In der Hinsicht muss ich euch beiden wohl danken. Ich habe gesehen, was ihr auf dem Markt fuer ihn getan habt." Ich nickte. "Schon gut, schon gut!", meldete sich da der Knirps. Schmollend wurde er runtergelassen und rieb sein rotes Gesicht. "Habe schon verstanden. Dann gehe ich eben erstmal zurueck." "Nein Lovi, du bleibst im Haus. Solange bis es vorbei ist." "Aber Antonio moechte doch so gern Tomaten essen."
Germania und ich merkten sofort auf und sahen uns kurz mit angehaltenen Atem an. 'Antonio' war nicht gerade ein laeufiger Roemername. "Antonio? Sagtest du Antonio?" Mein Herz begann erwartungsvoll zu haemmern.
"Lovi~! Ich weiss noch ein tolles Spiel!" Eine kleine Gestalt kam in die Eingangshalle. Schnell, wild mit den Armen fuchtelnd. Ich ging in die Knie, als die kurzen Schritte innehielten und schliesslich vor uns hielten. Die braunen, weitaufgerissenen Augen wurden feucht, als ich den Jungen behutsam an den Schultern nahm. "Oh ihr Goetter, das ist ein Wunder!" Mir kamen selbst fast die Traenen und fest presste ich den wertvollen Kinderkoerper an mich.
"Rom!", wimmerte Antonio weinerlich und legte die duennen Arme um meinen Hals. Er hatte merklich abgenommen und ein dicker Verband an seinem Kopf deutete auf nicht gerade einfache Tage. Auch Germania kniete jetzt neben uns und strich dem Kleinen fassungslos ueber den Kopf. "Oh mein Gott!"     

Sie hatte erwartet von Antonio und Lovinos vergnuegten Stimmen zu erwachen, die so gar nicht auf sie und ihre pochenden Kopfschmerzen achteten. Stattdessen holten kuehle, sankfte Haende auf ihrem Gesicht sie aus dem Schlaf in die Realitaet zurueck. Murmelnd rutschte sie unruhig beiseite und blinzelte erschoepft. Trotz Ruhen hatten Alptraeume ihr keine Erholung gegoennt.
Als sie dann endlich die Augen aufschlug, sah sie die gleiche  'Reiche-Leute-Zimmerdecke', die sie beim Einschlafen angestarrt hatte. Resignation und verzweifelter Schmerz brachen erneut auf. Die nette Hand strich ihr zaertlich ueber die verunstaltete Wange und liess sie sich wundernd umschauen.
Fuer einige Sekunden starrte sie einfach nur in die blauen Augen ihres Elfenprinzen. Nicht sicher, ob sie nicht doch noch traeumte, streckte sie die zitternden Finger aus und beruehrte die bleiche Haut. Doch die Gestalt zerplatzte nicht wie eine Blase oder verschwammen ,wie die letzten zermalmenden Trugbilder, die sie sich ertraeumt hatte.
"Du hast so lange gebraucht, Germania", wisperte sie leise und all der Schmerz in ihr perlte von ihren Wimpern ueber ihre Wangen. "Tut mir leid, Ann." Dann versank sie endlich in die beschuetzenden Arme, die sie aus ihren Alptraum holten und am Leben hielten. Schluchzend rieb sie ihr Gesicht an der breiten Brust, waehrend Germania ihr troestend ueber den Ruecken strich.
"Wir haben euch gefunden. Es ist vorbei!"

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Sinnloser Kommentar zu dem letzten Satz, um die Leser zu aergern:
"Hehe, denkste"
>evil Haendereib<
xD
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