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Make me legend

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Deutschland Germanien Preussen Rom Russland Spanien
15.09.2011
23.03.2012
79
96.945
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15.09.2011 1.154
 
"Guten Morgen, Gretschnewaja Kascha steht auf dem Tisch." Eilig wuselte die Russin an uns vorbei, als wir die Kueche betraten. Muede setzte ich mich und begann das Zeug in mich reinzuschaufeln. Dieser Tag begann sogar fuer roemische Verhaeltnisse warm.
Verschmitzt erhaschte ich einen Blick auf Germania, der neben mir unser Essen musterte. Das Sonnenlicht fiel ihm von der Seite ins Gesicht und brachte seine Haare beinah zum Leuchten. Zaertlich laechelnd wischte ich ihm ein bisschen von dem Brei von seiner Lippe, als er zoegerlich zu essen begann. Er stockte und sah mich lange an. Wir hatten diese Sache gestern irgendwie geklaert. Ohne Worte, ohne uns auszusprechen. Jedem von uns war einfach klar, wie die Sache stand und was der andere ausdruecken wollte. Ich hatte nie so darueber gedacht, aber Sex konnte Wunder bewirken. Aber da war mehr. Zwischen uns gab es etwas, das man nicht mal mit Beruehrungen ausdruecken konnte. Und ich spuerte es so tief, dass ich ihn am liebsten gleich und hier hungrig gekuesst haette.
Was ich dann doch lieber bleiben liess, weil naehmlich gerade dann Ivan in den Raum kam. Er schien schon ewig auf zu sein und eine Menge gearbeitet zu haben. Jedenfalls sprachen die dunklen Augenringe davon. Unruhe breitete sich in mir aus. Ich hatte ihm gestern in einem Anfall von Eifersucht mit all meiner Kraft ins Gesicht geschlagen. Was ich ueber sein Temprament, seine Grausamkeit und Staerke wusste, konnten mir die dutzend toten Roemer wohl am besten sagen. Nicht zu vergessen Arello. Was wuerde er tun und wie reagieren?
Als er aufblickte und uns entdeckte, suchte ich sein blasses Gesicht nach Spuren des Schlages ab. Doch obwohl es mindestens eine grosse Prellung gegeben haben musste, war rein gar nichts zu sehen. "Guten Morgen, ihr beiden." Lieb laechelnd schritt er naeher. Was war bloss los mit diesem Mann. Er war ein einziges Mysterium. "Ich hoffe, ihr habt gut geruht." Mit einem roetlichen Schimmer auf den Wangen bemerkte wohl auch Germania das eindeutige Bescheitwissen in seiner Stimme. "Ich hoffe, es geht allen gut?!" Er trat hinter uns und strich mit leichten Fingern ueber Germanias Hals. Dort prankte heute mehrere rote Erguesse, klar und deutlich fuer jeden der darauf achtete.
Der Blonde erschauderte und ich stand ruckartig auf. Als ich ihm so gegenueberstand und anstarrte, musste ich ein wenig nach oben schauen. Doch meine stumme Ansage war klar. Er gehoert mir! Genuesslich grinste Ivan und nahm seine Haende wieder zu sich. Als er sich uns gegenueber setzte, nahm er sich ein wenig Gretschnewaja Kascha und sah uns auffordernt an. Nach einer kurzen Pause liess auch ich mich wieder nieder.
"Was wollt ihr jetzt machen? Da Arello tot ist, muesst ihr einen anderen Weg finden, um an Informationen aus dem Palast zu kommen." Ratlos sahen Germania und ich uns an. "Er war der einzige, den ich kannte und der uns haette weiterhelfen koennen." "Hm." Der Russe spielte nachdenklich mit einer Straehne im Gesicht. "Wenn ihr eure beiden Kinder zurueckhaben wollt, dann wuerde ich raten euch zu beeilen. Wenn die nicht wirklich Verwendung fuer sie haben, werden sie schnell auf dem Markt landen oder schlimmeres."
Meine Knoechel wurden weiss vor Druck, mit dem ich meine Faust ballte. "Das werden wir nicht zulassen und wenn wir ohne Plan in den Palast eindringen muessen und alles niederschlagen, was sich uns in den Weg stellt! Wir werden sie retten!" Das kindliche Grinsen wurde breiter und gerissener. "Das ist gut. Wenn ihr bereit seid so weit zu gehen, dann denke ich, kann ich euch ein wenig weiterhelfen."
Er legte die Hand an seinen Schal und zog ihn zureckt. "Wir haben ein Verbuendeten im Palast. Er ist in hoher Position und duerfte einiges wissen. Wir haben ihn dort eingeschleust, um Einfluss direkt an der 'Quelle' ausueben zu koennen. Wenn ihr Glueckt habt, kann er euch etwas ueber die Kinder sagen." "Fuehre uns zu ihm!" Germania hatte sich sofort erhoben und sah Ivan eindringlich an. "Er hat seine Villa am anderen Ende der Stadt, es wuerde eine Weile dauern mit dem Wagen dort hinzukommen." "Wir verstehen. Ich danke dir fuer all die Hilfe. Bitte sage uns nur genau, wo er lebt und wir werden selbst dorthinkommen." Ich erhob mich ebenfalls und versuchte die enttaeuschte Miene von Germania zu ueberspielen.
"Das wird nicht noetig sein. Ich habe zufaelligerweise heute Morgen erfahren, dass ich auch ein Anliegen mit ihm habe und werde in ein paar Minuten aufbrechen." "Ist er wirklich vertrauenswuerdig?" "Natuerlich, sonst wuerde er nicht mehr leben." Das war eindeutig und wir alle wussten, das es stimmte und wie er es meinte.
"Danke, Ivan, wir stehen in deiner Schuld." "Gern, ich werde darauf zurueckkommen." Ich nickte dankbar, behielt aber ein ungutes Gefuehl bei diesen Worten. Endlich etwas unternehmen zu koennen, wog jedoch alles wieder auf. Ich hoffte nur so instaendig, dass es den beiden gut ging.          

Er trat hinaus auf den sandigen Platz. Die Sonne brannte selbst fuer den italienischen Winter viel zu heiss. Trotzdem schirmte er nicht mal seine Augen gegen das blendende Licht. Sein strammes Gesicht zeigte keine Regung und kein Erweichen.
"Heil Ceaser, Maenner!" Die Soldaten vor ihn standen stramm und antworteten einheitlich den Gruss. "Wir werden dem Ziel keine Gnade, keinen Aus- oder Fluchtweg mehr goennen. Unsere Aufgabe ist es, den ehemaligen Hauptmann und Verraeter Rom zu fassen, damit er seiner gerechten Strafe unterzogen werden kann." Fixierend und streng sah er die Maenner an.
Er wuerde nie so gut wie Seri Cantaras sein, nie so viel Respekt bekommen, nie so kontrollieren und manipulieren koennen. Das wusste er. Aber er wuerde alles dafuer tun und seine jetzige Position ausnutzen, um seinem Ziel naeher zu kommen. Er bereute es inzwischen die beiden Kinder weggegeben zu haben. Man haette sie so schoen als Lockvoegel benutzen koennen. Oder als Koeder. Wenn er dem Maedchen in der Oeffentlichkeit die Kehle aufgeschlitzt haette oder ihr einzeln die Finger abgetrennt, dann waere Rom sicherlich schnell in seinen Haenden gewesen. Das war ihm leider etwas zu spaet eingefallen. Jetzt wuerde er nutzen, was er nehmen konnte und eine Zenturie war schon mal ein Anfang.
"Wir werden harte Kontrollen an den Stadttoren durchfuehren und die kleinen Passaden schliessen. Lasst Rom nicht aus der Stadt entkommen." Einige der Maenner, auf die er zeigte, nickten. "Der Rest wird mit mir die Maerkte und Herbergen durchsuchen. Wir werden ihn einkesseln und ihm zeigen, was passiert, wenn man sich gegen das roemischen Reich stellt."
Die Masse begann sich zu bewegen und unter dem goldenen Adler, der ueber ihren Koepfen auf dem weissen marmornen Dach seine Schwingen ausbreitete, marschierten sie vom Platz. Marcus grinste zufrieden.
Trockener Sand wirbelte auf und legte sich auf die glaenzenden Ruestungen.  

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Zenturie= 80 roemische Soldaten
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