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Make me legend

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Deutschland Germanien Preussen Rom Russland Spanien
15.09.2011
23.03.2012
79
96.945
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15.09.2011 1.266
 
"Tretet ein und fuehlt euch ganz wie Zuhause." Ivan oeffnete die Tuer zu dem grossen Haus, vor dem wir standen. Ein fremdartiger, doch koestlicher Geruch stieg uns in die Nase. Die Raeume glaenzten und funkelten nicht so wie die Palaeste, aber trotzdem hatte das Anwesen eine edle Ausstrahlung. Wir traten ein und der Russe fuehrte uns durch einige Raeume, bis zu einem grossen, offenen Wohnzimmer.
"Ah, das duftet herrlich nach Pilmeni. Natascha kocht wieder." Leise hoerte ich meinen Bauch knurren. Es war ein wenig her, dass wir etwas zu uns genommen hatten. Nach dem Vorfall mit dem ploetzlichen roemischen Angriff, war Ivan fuer eine lange Zeit verschwunden geblieben. Ich hatte zu tun gehabt Germania zu beruhigen, aber nach Stunden wurde es mir doch zu seltsam und der Blonde, dem es inzwischen besser ging, hatte vorgeschlagen, ihn zu suchen. Der Russe war der einzige, an den wir uns wenden konnten und der hier ausserdem einigermassen das Sagen hatte.
Doch einige Maenner bemerkten unser Vorhaben und rieten uns ab: "Lasst es lieber. Er verschwindet immer, wenn so was passiert." Dabei zeigte er auf die Leichen der Roemer. "Fuer Stunden verschwindet er und kommt dann zurueck, als waere nichts geschehen. Er ist unheimlich und irgendwie verrueckt, aber die besste Waffe, die wir haben." Soviel zu dem Thema.
Wie vorausgesagt kam er irgendwann wieder und erklaerte uns, dass wir die Nacht und bis wir unsere naechten Schritte wuessten, bei ihm bleiben koennten. Durch weitere verwirrende Gaenge fuehrte er uns nach draussen und mit einer dort wartenden Kutsche, brachte er uns durch die halbe Stadt bis zu dieser riesigen, abgelegenen Villa.
"Ich erwarte spaeter noch Besuch. Den Rest des Tages koennt ihr frei auf dem Anwesen verbringen. Natascha kann euch eure Zimmer und alles weitere zeigen." Bevor er ging, blieb sein Blick zu lange an Germania haengen, der demonstrativ wegsah. Mein Mund zuckte und automatisch machte ich einen Schritt auf den Blonden zu, um ihn meine Hand auf die Schulter zu legen. Ohne ein weiteres Wort drehte sich der andere um und liess uns allein in diesem riesigen Haus.
"Was machst du da, Rom?" Kopfschuettelnd sah mich Germania an und wischte meine Hand von sich. Ich wurde aergerlich. Verstand er denn nicht? "Was soll ich schon machen?! Du bist doch-" Bevor sich etwas unpassendes entwickeln konnte, stand eine seltsame Frau vor uns. "Ihr seid der ueberraschende Besuch?"
Sie mussterte uns kurz. Mit ihrer Schuerze, dem seltsamen Kleid und der zu grossen Schleife im Haar, sah sie ziemlich huebsch, wenn nicht sogar niedlich aus. "Kommt mit, ich zeige euch, was ihr wissen muesst." Ohne auf unser Einverstaendnis zu warten und mit einem teilnahmelosen Ausdruck im Gesicht, wandt sie sich um und ging. Ob sie mit dem Hausherren verwandt war? "Sag, Natascha, richtig?!" Nicken und eilig folgen wir ihren zuegigen Schritten. "Ist Ivan dein Bruder oder so?" "Nein, aber er wird irgendwann mein Mann!" Das liess mich verstummen. "Dafuer sorge ich schon", wisperte sie mehr zu sich selbst und fing dann mit ihrer Rundfuehrung an.
Viel gab es nicht fuer uns zu sehen. Mehrere Raeume waren Schlaf- oder Essgemaecher. Einige auch Arbeits- oder Buecherzimmer, doch die waren uns verboten. Langsam begann ich in den grossen, offenen Fenstern die imaginaeren Gitterstaebe zu sehen. So blieb letzt endlich nur noch der schoene Garten und das Schwimmbecken mit den kunstvollen Mosaikverziehrungen an den Waenden, was sich direkt im Haus befand. Germania war beeindruckt, liess sich aber nicht sonderlich viel anmerken. Es musste das groesste Gebaeude sein, was er je betreten hatte und ich konnte foermlich sehen, wie er sich innerlich vornahm, diesen Teil naeher zu erkunnden.
Als wir fertig waren, fuehrte uns Natascha in die Kueche, wo sie uns mit dem fremdlaendischen, aber koestlichen Essen zurueck liess. Es war spaet am Nachmittag und eine gewisse Traegheit fiel ueber mich. Auch wenn ich es mir vor langer Zeit abgewoehnt hatte, hier in Rom war es Sitte am Mittag zu ruhen. Mittag war vorbei, doch ich war trotzdem muede.
"Ich denke, ich lege mich ein wenig hin", sagte ich meine Schulter reibend. Die schwuele Temperatuer machte die heilende Wunde nicht gerade besser. "Ja", gab Germania schlicht von sich. Wir waren inzwischen wieder in der Eingangshalle und er wusste anscheinend nicht recht, wohin er jetzt sollte. Eigentlich hoffte ich ja, er wuerde mit mir kommen, aber der wegen vorhin noch schmollende Teil in mir wollte nicht darum bitten.
Gerade wollte ich in Richtung Schlafgemach und Germania wohl in den Garten, als es heftig und laut am Eingang pochte. Wir beide verharrten augenblicklich und sahen zurueck auf die Pforte. Es klopfte erneut, doch weder Ivan noch Natascha erschienen. Nach einem weiteren Mal fluchte Germania und lief zur Tuer, um sie zu oeffnen.
Ein Ruck fuhr durch mich. Wir wussten nicht, wer das war und es koennte gut moeglich schlecht fuer uns sein gesehen zu werden. "Germania, nicht!" Doch es war zu spaet. Draussen stand ein einzelner Mann. Verhuellt wie wir es gewesen waren und nur der untere Teil seines Gesichtes sichtbar.
"Ja, was willst du?", harschte der Blonde und ich kam alarmiert zu ihm geeilt. "Zum Herren des Hauses natuerlich." Erwiederte der Fremde schmunzelnd und ueberrascht merkte ich, dass ich ihn irgendwoher kannte. Diese Stimme?! "Ich wusste nicht, dass Ivan einen Germanen besitzt." Germania stoehnte genervt. "Tut er auch nicht. Nicht eine Spitze meines Haares gehoert ihm. Wer bist du ueberhaupt?", fragte er scharf. Der Andere lachte leicht. "Nur ein Freund." Dann nahm er die Kapuze ab und ich keuchte erschrocken auf. "Brutus. Lucius Iunius Brutus!" "Oh, du kennst mich? Du bist ein Roemer, nicht?!" "Ich war Hauptmann, bis vor einem Jahr jedenfalls." "Ah, daher kommt mir dein Gesicht bekannt vor. Warum seid ihr hier? Nicht ueblich fuer Ivan Besuch zu haben. Gibt es ein Problem?"
"Nichts, was dich kuemmern oder etwas angehen muesste, du Vorbildsroemer." Aus einem der Raeume kam endlich Ivan. Die Maenner begruessten sich herzlich und umarmten sich bruederlich. "Du bist spaet. Lass uns gleich ins Arbeitszimmer gehen. Die Plaene und die neusten Informationen liegen schon bereit." "Gut, ich habe uebrigens mit diesem Hauptmann Kontakt aufgenommen. Ich bin mir nicht ganz sicher und vertrauen koennen wir ihm nicht, aber er koennte nuetzlich sein."
Schon mitten im Gespraech und auf ihre Sache konzentriert, entfernten sie sich. "Nett dich kennenzulernen. Du bist recht interessant und besonders, Germane." Ivan lachte rau und tief und in seinem Grinsen lag etwas, was mich meinen Kiefer zusammenpressen liess. Schnaubend wandt Germania sich um und ohne auf mich zu achten, stampfte er davon.
"Toll," maulte ich und machte mich auch auf den Weg zu meinem verdienten Schlaefchen. Irgendwie verlief das alles nicht ganz so, wie es mir lieb war. Ich hoffte bloss, Ann und Antonio waren in Ordnung und wohlbehalten. Sobald ich konnte, sollte ich Brutus fragen, ob er etwas wusste.
Mein Herz zog sich zusammen und selbst als ich in den weichen, sauberen Laken lag, konnte ich die Kinder nicht vergessen. Wir sollten und doch beeilen und alles daran setzen, sie so schnell wie moeglich wiederzubekommen. Statdessen sassen wir nun hier fest. Aber wir brauchten Ivans Hilfe. Ich konnte nur hoffen, es wuerde sich lohnen.
Sobald das geklaert war, wollte ich hier weg. Mir gefiel das mit dem Russen nicht. Mir gefiel sein Blick nicht, vorallem wenn es um Germania ging.
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