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Make me legend

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Deutschland Germanien Preussen Rom Russland Spanien
15.09.2011
23.03.2012
79
96.945
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15.09.2011 1.413
 
Bevor die roemischen Soldaten die wirre Menge durchbrechen konnte, war ich schon bei Germania, schnappte seine Hand und zog ihn mit mir. Der kleine Junge stand regungslos da, mit der Tomate in der einen Hand und sah uns lange nach. Dummerweise, denn die Soldaten hatten schnell die Stelle erreicht und entdeckten uns, seinen Blicken folgend.
Germania sah mich erstsaunt an, als haette er nicht mit mir gerechnet. “Das naechste Mal bleibst du bei mir und laeufst nicht davon. Alleine wuerde ich dich noch verlieren.“ „Aber der Junge...“ „Nicht reden, laufen.“ Geschickt umrundeten wir einen Pferdekarren und bogen scharf rechts ab. In Richtung Stephanskirche. Als ich mich umdrehte, hatten sich die Soldaten verdoppelt und waren gefaehrlich nahe. „Verdammt!“ Ich hielt immer noch Germanias Hand. Seine warme Haut machte mir klar, dass  ich Versagen nicht dulden konnte. Hier in Rom hatte ich eine gewisse Verantwortung fuer ihn und auch wenn ich die Last seines Lebens in meinen Haenden spuerte, war es eine Angenehme. Die Kirche war jetzt nahe aber die Soldaten hinter uns waren es auch. Ich hatte eigentlich gehofft, sie bis hier abgeschuettelt zu haben und wusste nicht recht wohin jetzt.
Der Schatten des Gebaeudes ragte weit ueber uns, als wir  keuchend stehenblieben. Meine Schulter schmerzte ein wenig von der Anstrengung des Rennens. Germania sah mich besorgt an. Seine Augen sagten 'Entschuldigung', seine Miene aber zeigte kein Anzeichen von Verzagen. „Komm, Rom!“ Jetzt war er es, der mich am Arm weiterzog, als sich ploetzlich eine kleine, hoelzerne Tuer in der Kirchenmauer oeffnete und zwei  grosse, kraeftige Haende uns reinzerrten. Noch bevor die Soldaten den Eingang erreichten, standen wir im Dunkeln, der Eingang verschlossen. Draussen hoerten wir die schweren Schritte vorbeistampfen.
Erleichtert atmete ich auf: „Puh, das war knapp.“ Ploetzlich fuehlte ich Germania vor mir stehen, seinen Arm ausgestreckt, abwehrend. „Wer bist du?“, knurrte er. Im schwarzen, staubigen Raum vernahmen wir ein trockenes, kaltes Lachen, was es mir kalt den Ruecken runterlaufen liess. Langsame schwere Schritte und unser seltsamer Retter schien etwas aufzuheben. Keine Ahnung wie er es anstellte, aber ploetzlich flammte eine Fackel auf und erhellte den Raum. Es war eine alte Pergamente- und Buecherkammer. Gespenstisch flackerte der Schein des Feuers an den steinernen Waenden. Schatten huschten ueber die opalfarbenen Augen, die uns kalt anstarrten. Aschfarbenes Haar fiel in das harte, blasse Gesicht. Groesser, musskuloeser Koerper verdeckt von einem viel zu warmen Mantel und einem langen Schal um den bleichen Hals gebunden.
„Wer bist du?“, wiederholte Germania langsam und fluchtbereit. Auch meine Muskeln spannten sich alamierend an. Dieser Mann, der da vor uns stand, liess all meine Instinkte warnend schellen. Er strahlte eine gefaehrliche, unheimliche Aura aus, die den Schein der Fackel beinah verschluckte. „Das sollte ich euch fragen“, harschte er bedrohlich leise mit einem rollenden Akzent. Selbst in seiner Stimme lag ein gewisser Frost. „Ihr fragt ueberall nach Arello rum, dann hetzt ihr die Soldaten auf und fuehrt sie hier her. Was wollt ihr?“ Bedrohlich trat er naeher. Es schien als waeren wir vom Regen in die Traufe gekommen. „Wir wollen keinen Aerger machen, wir suchen nur-“ „Das geht dich gar nichts an.“ Germania reckte stoerrisch das Kinn und liess sich nicht einschuechtern. „Danke fuer die Hilfe, aber wir haben nicht danach gefragt.“
Ohne die Augen von unserem Gegenueber zu nehmen, zog er an meiner Hand. „Komm, lass uns gehen.“ Ich nickte stumm. Alles andere haette die Situation nur schlimmer gemacht. Das war sie allerdings schon. „Hier geblieben!“ Schnell packte der Fremde Garmanias Handgelenk, zog ihn naeher zu sich und hielt ihn eisern fest. Meine Finger zuckten unter meinen Mantel, wo die Messer nutzungsbereit in der eingearbeiteten Tasche steckten. Doch ich hielt inne. Es war zu gefaehrlich, es musste noch eine andere Moeglichkeit geben. „Lass los!“, fauchte der Blonde energisch, doch die grosse Hand liess nicht locker. „Was wollt ihr von Arello. Sucht ihr nach Informationen ueber uns? Welcher Senator hat euch geschickt?“ Sein starrer Blick streifte mich. „Wir haben nicht mit dem Staat zu tun“, beschwichtigte ich ihn, doch seine Aufmerksamkeit galt wieder Germania, der immer wuetender wurde.
„Ein Germane ist ein seltener Anblick hier.“ Der Blonde zischte als Antwort und liess mit Schwung und Wucht seine geballte Faust vorschnellen. Doch bevor sie ihr Ziel erreichen konnte, wurde auch sie gepackt und nach oben gerissen. „Immer langsam, Kleiner.“ Knurren und Germania wandt sich wehrend in dem harten Griff, der ihn nun vollkommen in seiner Gewalt hatte. Es wurde Zeit einzugreifen. Noch bevor ich meinen Beschluss fassen konnte, fiel der Blick des Fremden auf Germanias Hand.
Sein Griff lockerte sich, die duestere Aura verschwand mit einem Schlag und ein leichtes Laecheln kraeuselte seine Lippen. Stutzend hielt ich inne und auch Germania hoerte auf sich zu wehren. „Ihr seit Verbuendete?! Das aendert natuerlich einiges. Wer hat euch eingeweiht?“ Er liess den Gefangenen in seinen Armen los und verwirrt stolperte dieser ein paar Schritte zurueck. Beschuetzend und erleichtert legte ich meine Arme um ihn. „Warum habt ihr das nicht gleich gesagt? Naja, ist ja jetzt egal. Tut mir leid fuer die grobe Behandlung, aber in dieser Zeit ist das schwierig.“ „Ich habe keine  Ahnung, von was du sprichst.“ Germania neben mir sah herunter auf seine Hand. „Du bist vom Orden?!“ Der Mann grinste. Nun schaute ich auch auf den Ring an Germanias Finger. „Ivan Braginski. Willkommen in unseren Reihen.“ Mit diesen Worten trat er an die Wand, schob einen Vorhang beiseite und entbloesste eine weitere Tuer. „Kommt.“ Da gab es keine Widerrede. Auch wenn dieser ploetzliche Umschwung mich ziemlich verwirrte, Ivan schien Arello zukennen und Gerol hatte uns ja gesagt, dass die Organisation uns sicherlich helfen koennte.
Entschlossen und froh, diesen Mann doch nicht als Feind zu haben, folgte ich ihm in einen engen, kuehlen Gang. Nun kindlich Laechelnd ging Ivan mit der Fackel vorraus. Er musste den Kopf ein wenig einziehen um sich nicht an der Decke zu stossen. Germania war noch etwas skeptisch, doch die Wut auf Ivan schien verflogen zu sein. Eher mussterte er ihn neugierig von hinten. Ich bildete das Ende unserer kleinen Kette und versuchte gedanklich zu verfolgen, wo wir ueberirdisch waeren. Das konnte ja nicht schaden. Doch nach der zehnten Kurve und Kreuzung des Weges, gab ich es auf. „Ihr erwaehntet, ihr sucht jemanden!?“, begann Ivan plaudernd, als haetten wir vor Minuten nicht gerade noch versucht uns an die Kehle zu gehen. „Wir kommen aus Germnaia und verfolgen eine Gruppe Roemer, die zwei Kinder entfuehrt haben.“ Ich entschied spontan ihm zu vertrauen, auch wenn er noch immer gruselig und bedrohlich wirkte, trotz Laechekn. „Wir dachten, Arello wuesste was.“
„Aus Germanien?“ Staunend sah er ueber seine Schulter. „Ihr seid nicht aus Rom?“ „Ich war es urspruenglich mal. Ist eine lange Geschichte.“ „Oh“, schulterzuckend laechelte er und wandt seinen Blick wieder ins Dunkle vor sich. „Ich dachte, ihr seid irgendein Adel, der sich als Buerger ausgibt und sein Sklave.“ „Pff, Sklave“, knurrte Germania abwehrend und ich verkniff mir ein Lachen. Die Idee gefiel mir gar nicht schlecht. Natuerlich wuerde ich einen gefangenen Germania schrecklich finden, aber das Bild, das sich gerade in meinem Kopf schob, brachte mein Blut zum Wallen. Schnell schob ich den Gedanken beiseite. Es gab jetzt wichtigere Sachen, auf die ich mich konzentrieren musste. „Ich habe einst fuer das Reich gedient, bin aber vor Jahren...ausgetreten.“ „Ausgetreten?! Respekt mein Freund, das schafft nicht jeder.“
Meine Stimme sank. „Genau deshalb wurden die Kleinen auch entfuehrt. Weil diese Schweine denken, ich muesste meine Strafe noch bekommen.“ Ivans Miene wurde fuer einen Moment ernst und wilde, ungebrochene Entschlossenheit trat in die faszinierenden Augen. „Genau darum sind wir hier. Deswegen werden wir das Imperium vernichten.“ Ein drueckendes Schweigen entstand. Ich haette gern mehr gewusst. Fuer was alles in der Vergangenheit war der Orden verantwortlich? Wie weit reichten seine Arme wirklich und was planten sie als naechstes? „Dein Name ist Braginski, richtig?! Woher kommst du?“, unterbrach der Blonde die Stille. „Aus Russland, mein Vater war ein einfacher Arzt, aber ich wusste dass ich etwas wichtiges Bewirken musste. Etwas veraendern. Eine Revolution. Deshalb hat es mich nach Rom verschlagen.“ „Warte, Russland? Arzt?“ Mir ging gerade ein Licht auf. Was fuer ein Zufall! Ich lachte amuesiert auf.
„Kennst du zufaellig einen alten Mann Namens Gerol? Jemand der aus Baetica stammt?“ Anscheinend hatte Germania die Verbindung auch gezogen. „Ihr kennt Gerol?! Den Namen habe ich ja ewig nicht mehr gehoert.“ Sein Laecheln wurde breiter und aufrichtig warm.
Gerade wollt ich zum Sprechen ansetzen, als der Russe eine weitere, schwere Tuer aufstiess. Helles Licht und ein koestlicher Duft der uns in die Nase stieg.
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