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Make me legend

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 Slash
Deutschland Germanien Preussen Rom Russland Spanien
15.09.2011
23.03.2012
79
96.945
1
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15.09.2011 480
 
Der Kopf des Wilden schlug dumpf neben mir auf und weiteres Blut besudelte meine Ruestung. Seufzend wischte ich mir uebers Gesicht und verwischte Blut und Schweiss auf meiner Haut. Ich liess das Schwert sinken.Wie ich diese sinnlosen Kaempfe hasste.
Was wollten wir ueberhaupt mit diesem wilden Land? War unser roemisches Imperium nicht schon gross genug? Jedesmal, wenn ich erneut ein Schlachtfeld im tiefen Germanien betrat und diese Wilden bekaempfen musste, bereute ich es Soldat geworden zu sein. Ich wollte nicht mehr kaempfen, kein Blut mehr vergiessen und keine Leben mehr nehmen. Aber das Verlassen der Armee wuerde als Verrat beschuldigt werden und meinen eigenen Tod bedeuten.
Hinter mir erbebte ein Kampfgeschrei. Ein wilder, wutentbrannter Germane versuchte gerade mich mit einem Spehr zu durchbohren. Blitzschnell liess ich mein Schwert vorschnellen und stiess ihn in die Seite. Kein toetlicher Schlag, aber genug, um ihn auszuschalten. Die listigen Augen verdrehten sich und er ging zu Boden. Bedauernd sah ich auf ihn herab. Diese Germanen waren so ungestuem und unberechenbar. Aber genau deswegen war ich fasziniert von ihnen. Ihre Art mit der Natur zu leben, ein Teil von ihr zu sein. Darum wollte ich sie nicht mehr toeten.
Ich nahm meinen Helm ab, liess das Schwert abermals sinken und schritt in Richtung Waldrand. Das Schlachtfeld war bereits gefuellt von Leichen und Opfern. Geduckt, moeglichst unauffaellig ging ich jedem Feind und Kamerad aus dem Weg. Kein Kampf mehr, kein Blut. Sollten sie doch versuchen meinen “Verrat” zu bestrafen. Bis dahin wuerde ich irgendwo untergetaucht sein. Vielleicht in einem kleinen Dorf, wo mich niemand kannte und ich in Frieden fuer den Rest meines Lebens entspannen konnte.
Ich hatte fast die ersten Baeume erreicht, als sich mir ein Schatten entgegenstellte. Vielleicht war er auch schon die ganze Zeit dagewesen und ich hatte ihn in meinem Gruebeln nur nicht bemerkt.
Er war ebenfalls ein Germane. Die gruene, leichte Ruestung und die langen goldenen Haare liessen keinen Zweifel. Zoegernd zog ich mein Schwert. Er war irgendwie anders. Seine klaren, unglaublich blauen Augen sahen ausdruckslos und herabblickend auf mich. Dort war kein Hass, kein Toben, keine Wut. Er sah mich einfach nur an, bewegungslos, unbewaffnet. Ich wurde unsicher.
“Geh mir aus dem Weg, ich will dir nicht wehtun.” Betont ruhig und leise versuchte ich meiner Stimme den gewissen Nachdruck zu verpassen und ihm klarzumachen, dass ich nicht sein Feind war. Nicht laenger. Seine Miene zuckte nicht und bewegungslos sah er mich weiter ernst und ungeruehrt an.
Ploetzlich verfinsterte sich sein Blick und er stiess mich grob beiseite. Unsanft fiel ich auf die Knie. Dicht neben meinem Kopf schlug ein Pfeil eine tiefe Kerbe in einen Baum. Unglaeubig sah ich auf das gefiederte Geschoss. Er hatte mich gerettet. Warum?
Ein selbstsicheres Grinsen huschte ueber sein Gesicht und ohne zu zoegern zog er mich am Arm auf meine Beine zurueck, nahm meine Hand und floh mit mir in den Wald.
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