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Welcome To My Behading!

von Curare
GeschichteThriller / P12 / Gen
Alice
12.09.2011
25.04.2012
4
3.325
 
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
12.09.2011 728
 
Aaalso, hier das zweite Kapitel. Hatte letztens einen Ideenschub, deshalb wird in nächster Zeit höchstwahrscheinlich ein bisschen mehr geuploaded! ^^

Über Reviews freue ich mich RIESIG! *keksaufdenbuttonleg*


Alice dachte immer noch über das Wunschkind nach, als sie plötzlich über etwas stolperte. Da sie so klein war, musste sie wirklich aufpassen, wohin sie lief. Sie rappelte sich auf, klopfte den Staub von ihrem Kleid und besah sich den Grund ihres Stolperns. Es war ein Törtchen, eines der Sorte, das sie gegessen hatte, um größer zu werden. In verlockend süßen Buchstaben stand darauf geschrieben (sie musste sich etwas recken, um überhaupt etwas erkennen zu können): „Haus des Zuckerbäckers. Wenn es nicht wichtig ist, verschwinden Sie dahin, wo der Pfeffer wächst!! Hochachtungsvoll.“ Verwundert ging sie um das Törtchen herum, doch als sie gerade wieder nach vorne sah, stand dort das Gebäck. Sie runzelte die Stirn und versuchte es noch ein paar weitere Male, doch es kam ihr immer zuvor. „Nun pass mal auf!“ Sie stützte wütend ihre Arme auf die Hüften, doch nicht ohne eine Spur Verzweiflung in ihrer Stimme. Wie konnte denn ein Gebäck so unglaublich kindisch sein? „Ich möchte da vorbei! Lässt du mich, wenn ich zu deinem Zuckerbäcker gehe?“ Das Törtchen regte sich nicht und weil Alice das als positiv wertete, startete sie einen neuen Anlauf, der zu ihrer freudigen Überraschung glückte. Das Törtchen stand ganz brav und still da, sodass Alice nach ein paar Schritten das Haus des Zuckerbäckers entdecken konnte; es war wie sie es sich vorgestellt hatte; klein, heimelig und bunt. Das Dach hatte die Form eines Sahnehäubchens und die Fenster bestanden aus Karamell mit eingeschlossenen Veilchenblüten. „Tut mir leid“, sagte die Grinsekatze in einem Ton, der klang, als würde es das ganz und gar nicht, „aber da kann ich nicht hinein. Ein alter Streit… Aber geh du ruhig, ich warte!“ Alice trat also auf die Tür zu und drehte den Türknauf (der aus mehreren glacierten Kirschen bestand) um. Und in dem Moment, in dem sie das Haus betrat, begann die Verwandlung. Das Innenleben der Bäckerei war nämlich das genaue Gegenteil zum Äußeren. Durch das braun-goldene Karamell herrschte ein unangenehmes Dämmerlicht, die Luft schien sich in Scheiben schneiden zu lassen. Das Haus bestand aus einem einzigen Raum, der noch kleiner war, als er von außen aussah, in einer Ecke stand eine riesige Maschine aus rostigem Eisen, sie stieß regelmäßig mit einem nervtötendem Fiepton eine erhebliche Menge Dampf aus und es waren ein paar rote Flecken darauf. Die Augen des Mädchens weiteten sich, als sie den Zuckerbäcker sah. Er saß auf einem Hocker gegenüber von der merkwürdigen Maschine und rührte in einem riesigen Topf um, der auf seinem Schoß ruhte. Es roch sehr verlockend daraus, weshalb sie beschloss näher heranzutreten. „Guten Tag!“, sagte sie schüchtern. Der Mann sah kurz auf, nickte und griff in ein Gefäß, das neben ihm auf dem Boden stand. Er nahm drei dunkelrote Bällchen heraus und warf sie in den Topf. Sofort lösten sie sich auf und sorgten für einen dicken Qualm, der aus dem Topf stieg. Alice hustete schrecklich, doch der Mann beachtete sie nicht. Er streute etwas schwarzes Pulver in die Mischung und sie zog sich augenblicklich zu einem kleinen, weißlichen Klumpen zusammen, den der Bäcker heraus nahm und in eine gläserne Apparatur legte. Diese formte die Masse in kleine Schmetterlinge, die in ein weiters Behältnis fielen und sofort begannen, wild herumzufliegen. Unerwarteter Weise sprach der Bäcker das fasziniert auf die Zuckerschmetterlinge starrende Mädchen an. „Möchtest du probieren?“. Alice war überrascht, die Stimme war unbeschreiblich; sie mischte eine herzzerreißende Trauer mit schwarzem Sarkasmus, sie klang nervenaufreibend wütend, unverstanden, melancholisch; erinnerte an dunkle Schokolade, die in einem Topf aus Schmerz schmolz. Sie klang bitter. „Ihre Stimme…“, wisperte sie erstaunt. Der Mann lächelte halbherzig. „Bitter, nicht wahr? Nun das brauche ich als Ausgleich. Zu der ganzen Süße, du weißt schon.“ „Ach? Davon habe ich noch nie gehört!“, meinte sie neugierig. „Übrigens vor Ihrer Tür steht so ein Törtchen, das mich partout nicht vorbeilassen wollte…?“ „Ach, das ist der Heisch-Muffin“ Fragend sah sie ihn an. „Er heischt nach Aufmerksamkeit, so stark, dass er jede Größe annehmen kann, die er braucht, um jemanden über sich stolpern zu lassen. Eine Erfindung aus meiner Anfangszeit, ich wusste nichts mit ihm anzufangen, man fällt ja nur ständig über ihn drüber!“ Plötzlich erhob sich eine klare, feine Stimme aus dem Dunkel der Tür. „Vater?“
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