-Gedanken eines pessimistischen Roboters-

von -Ben-
GeschichteAllgemein / P12
Marvin
11.09.2011
28.08.2013
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-Tag 589375264917459 zu viel-

Frühmorgens. Zu früh morgens. Warum muss man mich eigentlich immer so früh aufwecken? Ich, ein hochintelligenter Roboter mit einem Gehirn der Größe eines ganzen Planeten, werde gezwungen morgens aufzustehen. Wobei. Eigentlich haben sie mich nicht einmal das machen lassen. Immerhin kann ich nicht schlafen. Und gestanden habe ich auch die ganze Nacht. Aber trotzdem. Bemitleidenswert wie ich jetzt hier so stehe (denn immerhin hat sich das ganze Universum gegen mich verschworen, versuch gar nicht erst dir das vorzustellen, das schaffst du nicht, dein kleiner, dummer Kopf würde unweigerlich das letzte Restchen Verstand verlieren, das ihr Menschen euch bewahrt habt)
wird mir befohlen in den Laderaum zu gehen und irgendetwas nachzuprüfen. Was ist nicht von Belang, es ist etwas unheimlich nutzloses, das auf jeden Fall unter meiner Würde ist. Und zu allem Übel muss ich auf dem Weg zum Laderaum genau sieben Türen durchqueren, die wieder so voller anormaler Fröhlichkeit sind, dass ich jedes Mal schwerste Depressionen bekomme. Naja, das Ganze hat ja sowieso keinen Sinn. Ich wünsche dem Menschen der mir diesen irrsinnigen und nutzlosen Auftrag gegeben hat, dass ihm ein galaktischer Virus das erbärmlich kleine Gehirn vernichtet oder er von einem Vogonen Gedichte vorgelesen bekommt und schleiche aus dem Raum. Die erste Tür begrüßt mich freundlich und fragt wie mein Tag war. Ich war gerade in einem vollkommen nutzlosen, aber wenigstens nicht vollkommen dämlichen Gedankengang, was von meinen beiden Wünschen den erfreulicheren Effekt gehabt hätte (Wobei mir auffiel, dass eigentlich Nichts, aber auch wirklich gar nichts in diesem Universum erfreulich ist) und muss nun eine „Tür!“, Ja ich betone hier das Wort „Tür“, (Man stelle sich vor, ein Roboter meiner Intelligenz lässt sich dazu herab mit einer „Tür!“ zu kommunizieren) darüber informieren, dass der Tag gerade eben angefangen hat, was keineswegs erfreulich ist, und dass ich nun von ihr genötigt werde darüber ein Gespräch zu beginnen, was genauso wenig erfreulich ist. Von der gesamten unerfreulichen Situation einmal abgesehen. Nun ja. Zu meinem tiefsten Bestürzen enthält sich die Tür einer Antwort, aber immerhin ist die Bestürzung dann doch noch nicht ganz so tief, als ob sie noch einmal geantwortet hätte. Ich lege zum Abschied ihre Schaltkreise lahm, damit sie einmal merkt wie glücklich sie im Vergleich zu mir sein kann.
Während der nächsten paar Meter rechne ich, aus tiefster Langweile und Enttäuschung über den Anspruch meiner Aufgabe, aus wie viel Energie es mich kosten würde alle Türen im gesamten Raumschiff lahmzulegen und nebenher spinne ich einige philosophische Gedanken zum Thema Glück und Unglück von Türen. (Man beachte mit was für Dingen ich mich beschäftigen muss damit meine Dioden nicht aus lauter Verzweiflung den Geist aufgeben)
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