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Back to Wonderland - Help from Lyra

GeschichteThriller / P18 / MaleSlash
10.09.2011
27.01.2013
135
66.780
 
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1 Review
 
10.09.2011 829
 
Kapitel 133 ~ Ewigkeiten im Wunderland? [ Alice' Sicht ]


Ich nickte. “Ja du hast Recht. Wenn du bereit bist, legen wir gleich los.” Meine Hand legte sich auf den Kopf von den Drachen. “Bleib hier.” Langsam erhob ich mich.

“Warte noch kurz Lyra. Ich hol schnell was.” Mit schnellen Schritten lief ich in einen der Wegabzweigungen. Dort angekommen, schnappte ich mir einen zierlichen, schmucklosen Bogen. Ich hatte ihn irgendwann mal einem der Krieger der Roten Königin gestohlen.

Lächelnd kam ich wieder. “Bist du bereit?” Sie erhob sich. Das hieß wohl ja. Wir gingen ein Stück vom Feuer weg, nicht das sie vielleicht eins der Drachenbabys oder so traf. Ich schaute mich noch einmal prüfend um.
Irgendwie hatte ich das Gefühl beobachtet zu werden. Gut war das auf keinen Fall…

Doch ich ließ mir nicht anmerken, warum auch? Vielleicht stimmte das auch gar nicht. Ich schaute zu Lyra. “Also. Zuerst.” Ich ging zu ihr und nahm mir einen Pfeil von ihren. “Du hast nicht zehn Millionen Pfeile. Das solltest du dir immer vor Augen halten. Das heißt, deine Pfeile aus Toten wieder herauszuziehen ist Pflicht. Du kannst sie dir zwar auch selbst anfertigen, klauen oder kaufen, aber glaub mir diese hier sind was besonderes. Der Schmied hat echt tolle Arbeit geleistet.”

Ich betrachtete kurz den Pfeil. Sogar diese waren verziert. Lächelnd sah ich zu ihr. Womit fing ich nun an? “Am Besten fangen wir mit der Haltung an.” Ich stellte mich in Position. “Du bist auch Rechtshänderin oder?” Sie nickte. “Alles klar. Dann ist rechts dein Intensitätsarm und links dein Orientierungsarm. Das heißt mit der rechten Hand spannst du den Bogen. Mit Links suchst du das Ziel. Hast du sicherlich schon mal gesehen.”

Sanft spannte ich den meinen schmucklosen Bogen. “Nicht zu fest. Sonst überspannst du den Bogen. Was allerdings bei deinem denke ich nicht passiert, da dieser ja anders ist.” Ich zwinkerte ihr zu und sah dann nach vorne. Der Baum würde erstmal als Ziel herhalten müssen.

“Rücken grade. Kraft in den Armen. Tief durchatmen. Ziel anvisieren. Pfeil loslassen und Schuss.” Ich tat was ich sagte und schoss in die Rinde des Baumes. “Eigentlich ist es eine reine Übungssache. Und es ist wirklich lernen beim tun. Mein Vorschlag ist, dass du erstmal mit diesem hier übst. Dann bekommst du das Gefühl dafür.”

Ich überreichte ihr meinen Bogen. “Sobald du einmal in der Nähe meines Pfeils bist, nimm sofort deinen. Schließlich wirst du mit diesem auch schießen.” Lieb lächelte ich sie noch einmal an und ging dann zurück zum Feuer. Dort angekommen suchte ich mir zwei Fackeln und stellte eine zu Lyra und die Andere an den Baum.

“Für bessere Sicht.” Grinsend lief ich wieder zu ihr. Ich werde solange du übst ein bisschen die Gegend abforsten. Ich lasse die Drachen auch bei dir. Falls etwas ist hast du ja noch deinen Würfel. Und ich bleibe in der Nähe, also kannst du rufen. Bis gleich. Achja… und werde nicht gleich deprimiert wenn es nicht klappt. Wie gesagt es ist Übungssache. Ist wie mit dem Fahrrad fahren.”

Mit diesen Worten verschwand ich im Gestrüpp. Ich weiß es war vielleicht nicht so schlau sie nun alleine zu lassen. Doch leider musste sie das von Zeit zu Zeit vielleicht in näherer Zukunft sein… Ich würde sie nicht in Gefahr sich bewegen lassen, die ich auch ohne Probleme alleine erledigen konnte. Das wäre nicht fair.

Kaum war ich einige Schritte von meinem Versteck weg, zog ich mein Messer aus meinem Stiefel. Irgendwas stimmte hier nicht. Ich konnte es spüren. Mein Herzschlag beschleunigte sich automatisch. Meine Atmung ging schneller. Adrenalin schoss durch meinen Körper. Ein Lächeln bildete sich auf meinen Lippen. Ich liebte dieses Gefühl.

Wie auf Katzenpfoten schritt ich durch den Wald, um das Lager herum. Doch nichts war zu sehen. Nur kleinere Waldtiere. Doch diese brachten mir gar nichts. Enttäuscht setzte ich mich auf einen Stein. Irgendwie war das langweilig in letzter Zeit. Morgen früh wollte ich weiter.

“Was ist los Alice? Lust zu töten?” Ich sah nach rechts. Ein breites Grinsen war zu sehen. Schmunzelt strich ich über den unsichtbaren knochigen Kopf. “Hey Grins. Lust? Na ja. Ich glaube ich will das alles einfach nur endlich hinter mich bringen. Ich habe das Gefühl ich bin schon wieder seit Ewigkeiten hier.”

“Was ist so falsch daran?” Irritiert legte ich meinen Kopf leicht schief. “Ich mein ja nur.” Langsam schmiegte er seinen Kopf an meinen und legte sich dann auf meinen Schoss. “Was wäre so schlimm daran, wenn du bis in die Ewigkeit hier wärst?” Ich starrte auf seinen Ohrring. Eigentlich… ja was wäre schlimm daran? In meiner und Lyra´s Welt vermisste mich sowieso Niemand… Hier wurde ich als Heldin und Kämpferin gefeiert. Dort konnte ich nicht mal für mein eigenes Leben kämpfen.

Liebevoll kraulte ich ihm hinterm Ohr. “Ich überleg es mir Grins.” Dieser schnurrte kurz und sprang dann plötzlich von meinem Schoss. Er stellte sich vor mich und fauchte in die Dunkelheit. Sofort sprang ich auf und stellte mich in Kampfposition.
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