In the darkest night..

GeschichteDrama / P18
05.09.2011
13.11.2011
2
1379
 
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Dieser Tag war jetzt ganze zwei Wochen her und ich wusste immer noch nicht wohin mit meinem Schmerz. Jeden Tag versuchte ich mich daran zu erinnern, wie das passieren konnte, wo war ich als es passierte? Und.. war ich vielleicht selbst die Mörderin? Doch ich fand keine Antwort.
Schlaf? An sowas konnte ich nicht denken. Jeder Versuch zu schlafen führte zu einem dieser schrecklichen Alpträume, in welchem ich Kisten die Kehle zerfetze.
So kam es, dass ich auch heute Nacht wieder vorm PC saß und meinen Kaffee trank. Ein Blick auf die Uhr sagte mir, dass es bereits halb Sechs war.. Zeit für den Sonnenaufgang. Ich fasste den Entschluss ihn mir anzuschauen, bevor die Tränen mich übermannen konnten.

Ein sanftes Rot-Orange legte sich über unseren Garten als ich aus der Kirche trat. Doch zu meiner Überraschung war ich nicht allein. Nein, sie saß auf der Wiese und schaute ebenfalls der Sonne beim Aufgehen zu. Als ich mich ihr langsam näherte sagte sie kein Wort. Sie wusste, dass ich hier war. Sie wusste es immer. Erst als ich neben ihr stand fing sie an zu reden. ,,Egal was auf der Welt passiert, die Sonne geht jeden Morgen in ihrer gesamten Pracht auf." Ich seufzte bestätigend und setzte mich an ihre linke Seite.
Seit Kistens Tod hatte sich was zwischen uns verändert. ich wusste noch nicht was es war.. aber ich glaubte ihr in letzter Zeit näher zu sein als je zuvor. Vielleicht war es auch nur ein Hirngespinst aber ich hatte das Gefühl, dass sie sich mir mehr öffnete und Nähe zulies.
,,Seid wann bist du auf?", fragte ich sie und schaute sie leicht von der Seite an. Sie sah im Licht der aufgehenden Sonne aus wie ein zerbrechlicher Engel. Ich konnte getrocknete Tränen an ihr riechen, doch entschied mich sie nicht danach zu fragen. Ich wusste die Antwort eh schon. Die letzten zwei Wochen habe ich ihre Alpträume mitbekommen, habe gehört wie sie nach ihm gerufen hatte, wie sie aus vollem Halse schrie, bis sie aufwachte, nur um den Schrei in ein lautes Schluchzen umzuwandeln. Doch ich stand nur an ihrer Tür und war zu feige gewesen rein zugehen und sie in den Arm zu nehmen. Ich wollte warten bis sie zu mir kam. Doch sie tat es nicht. Ich respektierte das, denn sie nahm mich in den Arm, immer wenn ich es brauchte.
Ihre Antwort riss mich aus meinen Gedanken. ,,Seid einer Stunde ungefähr und du ?" Jetzt schaute auch sie mich an und ich schloss kurz die Augen, nur um dann laut aus zu atmen ,,Ich habe gar nicht geschlafen." Mehr wollte ich nicht sagen und brauchte ich auch nicht, denn sie ergriff meine Hand und drückte sie fest. Instinktiv schaute ich zu ihr nur um mich in ihren wunderschönen Augen wieder zu finden. ,,Ivy, du bist nicht Schuld an seinem Tod" sagte sie und drückte bestätigend fester meine Hand.
,,Und wer beweist uns das?", fragte ich sie hart und entzog ihr meine Hand. Ich wusste, dass ich ihr damit weh tat, da sie mich nur unterstützen wollte, doch meine Schuldgefühle waren stärker. Ich stand auf und wand mich zum gehen, doch dann sagte sie was, was mir ein Stich ins Herz versetzte. ,,Ganz einfach Ivy, weil du ihn so geliebt hast wie ihn nie jemand anders hätte lieben können. Selbst ich nicht." Ich drehte mich zu ihr um und schaute dabei in die aufgehende Sonne. Ich konnte nicht in ihr Gesicht sehen, weil die Sonne mich blendete, daher wandte ich mich leicht ab und schloss die Augen.
,,Das stimmt. ich habe ihn geliebt Rachel. Aber ich habe schonmal jemanden umgebracht, den ich sehr geliebt habe. Wieso sollte es jetzt anders sein?" Mit dieser Frage und Tränen in den Augen verließ ich sie..
Review schreiben