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Soulmate

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Edward Anthony Masen Cullen Isabella "Bella" Marie Swan
04.09.2011
04.09.2011
1
3.079
3
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Dieses Kapitel
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04.09.2011 3.079
 
Hallo zusammen,

ich mal wieder.^^ Das hier war nicht geplant – es hat sich praktisch von selbst geschrieben.
Ich hoffe, es gefällt euch trotzdem. :)

Vielen, vielen Dank an Lisa, meine tolle Beta.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.  



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Edward sah aus dem Fenster und erblickt den Garten seiner Eltern in all seiner winterlichen Pracht. Die Welt zeigt sich in einem weißen, reinen Mantel aus Schnee. Das perfekte Gemälde – eines perfekten Künstlers. Allerorts ist eine kalte Ruhe eingekehrt. Die Zeit schien still zu stehen und das Bild vollkommen makellos – nur die kleinen Spuren der Waldbewohner verrieten, dass die Welt sich tatsächlich weiterdrehte.

Es ist der fünfte Winter seit dem Unfall – fünf Jahre, seit die Familie ihren Anker verloren hat. Alles schien seinen gewohnten Lauf zu nehmen – das Leben ist weitergegangen – aber nichts ist wirklich so, wie es hätte sein sollen.

Sie hatten alle eine Routine gefunden, einen Ausgleich für den Platz, der nie wirklich ersetzt werden konnte. Auch heute würden die Ersatzspieler ins Spiel kommen. Bella und Rose kümmerten sich um das Essen und Alice war für die Dekoration zuständig. Die drei Frauen waren makellos in ihren Rollen, als hätten sie es nie anders gekannt – als würde es ihnen nicht das Herz brechen, dass sie Ersatz spielen mussten.

Das Essen schmeckt wie früher, das Haus sah aus wie früher, aber nichts fühlte sich an wie früher. Nichts hatte sich je wieder wie früher angefühlt, seit diesem verdammten Telefonanruf der Polizei.

Er hatte aufgehört zu zählen, wie oft er sich gewünscht hatte eine Zeitmaschine bauen zu können, oder an dem besagten Tag wenigstens angerufen zu haben, um sie nur ein bisschen aufhalten zu können. Nur einige Minuten – damit er verhindern konnte, dass das betrunkene Arschloch auf der Gegenfahrbahn, das Fundament der gesamten Familie Cullen zerstört.

Edward schloss langsam die Augen, als quälte ihn die Helligkeit des Schnees, und fragte sich mal wieder, wie es sein konnte, dass – nachdem Esme ihnen genommen wurde – die Welt es trotzdem wagte, sich einfach weiterzudrehen. Als wäre nie was passiert – als wäre nicht alles plötzlich falsch.

Er schreckte leicht auf, als er Arme um seine Mitte spürte, aber entspannte sich auch sogleich, da er das vertraute Parfüm seiner Frau vernommen hatte. Sie war der einzige Mensch, der ihn zurückholen konnte, wenn er in dem Sturm aus Wut und Trauer feststeckte, der besonders stark an Weihnachten über dem Haus zu toben schien.

„Das Essen ist gleich fertig … ich konnte es noch vor Emmett retten, aber Rose steht trotzdem Wache in der Küche. Er hat bereits seine „Weihnachts-Hose“ angezogen – wir wissen alle was das bedeutet“, hörte er sie murmeln und spürte sofort die Anzeichen eines Lächelns auf seinem Gesicht.

„Hatte Rose die Trainingshose letztes Jahr nicht der Altkleidersammlung gespendet?“, fragte er und legte seine Arme um sie.

„Sie hat es jedenfalls versucht, aber ich traue ihm zu, dass er abends rumgefahren ist und sie von einem Obdachlosen zurück gestohlen hat.“

Edward lachte und lehnte sich nach unten, bis seinen Lippen auf ihren lagen.

„Ich liebe dich“, flüsterte er – weil nichts wichtiger war, als dies ihr und seiner Familie jeden Tag zu sagen.

„Ich liebe dich auch“, flüsterte sie zurück – weil sie genauso empfand.



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Die Feiertage kamen und gingen. Das Essen wurde gelobt und genossen, die Geschenke verteilt und geöffnet und die Dekoration bestaunt und wieder eingepackt. Es wurde gesungen und sich an den glücklichen Gesichtern der Kinder erfreut, aber im Stillen fragten sich alle Erwachsenen, wie viele Jahre es noch dauern würde bis das Haus – obwohl mit Leuten vollbepackt – aufhören würde sich so schrecklich leer anzufühlen.



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Der Winter schmolz zum Frühling und die Welt erblühte in bunten Farben zu neuem Glanz. Die kalten Stunden waren vergessen und neuer Mut fegte ins Haus.

Der äußere Wandel brachte auch eine wichtige innere Veränderung mit sich.

Als hätten die Frauen der Familie sich ein Beispiel an Mutter Natur genommen, beschlossen sie, frischen Wind in den Cullen Haushalt zu bringen.

Bella und Rose hatten lange gegrübelt, ob sie Alice mit einbeziehen sollten, da ihre Wunden – als Tochter von Esme – so viel tiefer waren, aber hatten dann, nach reiflicher Überlegung, doch beschlossen so etwas Wichtiges nicht vor ihr zu verheimlichen.

Alice hörte sich den Plan an, ohne ein Wort reinzureden, um dann – mit Tränen in den Augen – ihre besten Freundinnen fest zu umarmen.

„Es ist Zeit … er ist schon so lange allein“, erklärte sie schließlich mit tränenerstickter Stimme.

Bella nickte, selbst den Tränen nah.

„Wir haben sie alle geliebt – wir werden sie immer lieben, Ali – aber wir lieben Carlisle auch und wollen ihn einfach wieder glücklich sehen.“

„Er verdient es jemanden zu haben, der das große Haus wieder mit Lachen füllt“, fügte Rose hinzu und nahm die Hände der anderen, um sie feste zu drücken.

Alice nickte zustimmend, ohne ein weiteres Wort zu sagen.

Sie wusste, dass die beiden recht hatten; sie wusste, dass ihr Vater jemanden brauchte. Sie wünschte sich nur, dass es nicht so sehr wehtun musste und dass sie nicht schon jetzt Eifersucht – für die noch fremde Frau – empfand, die irgendwann den Platz ihrer Mutter einnehmen würde.



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Es war ein Tag wie jeder andere, als Bella und Edward zum Essen einluden. Die kleinen und großen Enkelkinder spielten im Garten – da das Wetter immer wärmer wurde – während die Erwachsenen im Schatten saßen, ein leichtes Mahl und kühle Getränke genossen.

Edward blickte überrascht auf, als seine Frau – nachdem es an der Tür geklingelt hatte – mit ihrer früheren Professorin in den Garten zurückkam. Er hatte nicht gewusst, dass sie Beth einladen wollte, und zog verwundert die Augenbrauen zusammen, während Bella anfing, sie den anderen vorzustellen.

„Schön dich zu sehen, Edward“, lächelte Beth, als sie und Bella schließlich vor ihm standen.

Er lächelte zurück und küsste ihre Wange leicht. Edward hatte sie schon immer gern gehabt; sie war ein großes Vorbild seiner Frau und über die Jahre eine gute Freundin von Bella geworden.

Der Nachmittag verlief reibungslos. Es wurde viel gegessen, erzählt und gelacht. Jeder hörte gespannt zu, als Beth von ihren vielen Reisen erzählte und Bella lustige Anekdoten ihrer Studienzeit wiedergab. Es wirkte wie ein normales Treffen unter vielen … vielleicht wäre Edward auch nichts Verdächtiges aufgefallen, würden die Wangen seiner Frau sie nicht immer verraten.

Es war nur ein kurzer Moment, ein unschuldiger Blick in ihre Richtung – als sie beiläufig vorschlug, Carlisle sollte Beth doch zu der neuen Kunstausstellung begleiten, von denen beide erzählt hatten – der sie verriet. Er fand den Vorschlag ein wenig merkwürdig, hätte sich aber vermutlich nichts dabei gedacht, wären Bellas Wangen nicht sofort rot aufgeflammt, als sie seinem Blick begegnete.

Die kleinen Puzzleteile in seinem Kopf fingen an sich zu bewegen und formten auf einmal ein klares Muster – ihm wurde schlagartig bewusst, warum sie Beth heute eingeladen hatte. Irgendwas in seinem Körper verwandelte sich plötzlich nach dieser Erkenntnis – wurde zu Eis – verbreitete sich und schien das Blut in seinem Adern gefrieren zu lassen.

Wie konnte sie es wagen?

Mehr ging ihm nicht durch den Kopf, während er sich bemühte, sich nichts anmerken zu lassen und den Nachmittag schnell hinter sich zu bringen - auch wenn die Wut sich, wie Gift, in ihm ausbreitete.

Selbst Bellas entsetzte, flehende Augen konnten seinen Ärger nicht stillen.



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Nachdem Beth gegangen war, kehrte eine trügerische Ruhe ins Haus ein. Der Rest der Familie kannte Edward gut und hatte seine unerwartete Stimmungswandlung sofort bemerkt. Rose hatte Bella nur kurz ansehen müssen, um zu wissen, dass Edward den Plan durchschaut hatte – und alles andere als begeistert war.

Sie waren wieder im Haus – während die Kinder im Garten weiterspielten – als Edward seinem Zorn freien Lauf ließ.

„Was hast du dir nur gedacht?“, platzte es aus ihm raus, seine Stimme so laut – so kalt – dass Bella zusammenzuckte.

„Edward, ich – lass es mich bitte erklären“, bat sie vorsichtig – völlig entsetzt, wie fremd ihr Ehemann plötzlich wirkte.

„Was zur Hölle gibt es da noch zu erklären? Anscheinend bist du der Meinung man könnte meine Mutter mit der erstbesten Frau im gleichen Alter ersetzten!“, brüllte er zurück und sah sie mit dunklen, wutentbrannten Augen an. „Wann genau hattest du diesen genialen Einfall?“

„Edward“, mahnte sein Vater, aber sein Sohn schien ihn überhaupt nicht zu hören.

Rose stellte sich schützend vor Bella.

„Wenn du jemanden anschreien willst, dann schrei mich an – ich hatte die Idee nämlich zuerst“, erklärte sie ruhig.

Edward warf die Hände in die Höhe und lachte bitter auf.

„Wunderbar! Das ist ja noch besser!“, spottete er und sah sich dann im Raum um. „Wer war noch an diesem grandiosen Plan beteiligt?“

Emmett und Jasper sahen sich verwirrt an – sein Vater versuchte ihn wieder zu beruhigen – aber seine Schwester konnte ihm nicht in die Augen schauen.

Alice?“, flüsterte er leise, fassungslos. „Gott! Bitte sag mir, dass ich mich irre!“

Seine kleine Schwester blickte ihn mit verzweifelten Augen an und spielte nervös mit ihren Händen, bis Jasper den Arm um sie legte.

„Es tut mir leid, Edward. Ich dachte … wir wollten – wir wollten nur das Beste für ihn“, schluchzte sie schließlich.

„Ihr wolltet nur sein Bestes? Wirklich? Das Beste wäre unsere Mutter, Alice! Deine Mutter! Wie konntest du nur?“, donnerte er zurück.

Jasper stand auf und stellte sich vor seine Frau.

„Es reicht, Edward! Ich verstehe, warum du sauer bist, aber ich werde nicht zulassen, dass du weiterhin so mit meiner Frau redest“, erklärte er mit strenger Stimme.

Edward schnaubte nur verächtlich und drehe sich zu seinem großen Bruder.

„Warst du auch beteiligt?“

Emmett sah vollkommen verdutzt aus.

„Ich habe – ehrlich gesagt – keine Ahnung, von was du redest“, gestand er ein.

Edward lachte wieder sein neues, freudloses Lachen.

„Hast du es wirklich noch nicht begriffen, Em? Okay – gut, dann kläre ich dich gerne auf.“ Er deutete nacheinander auf jede der drei Frauen im Raum. „Die drei Damen hier haben eine Verkupplungsaktion für Dad gestartet – deswegen war Beth heute da.“ Er grinste bitter. „Ist das nicht süß? Sie wollen eine neue Mommy für uns finden … einfach allerliebst!“

„Sohn, das ist jetzt wirklich genug“, versuchte es sein Vater noch mal und stand auf, aber Edward beachtete ihn wieder nicht.

„Rose?“ flüsterte Emmett nur und blickte zu seiner Frau.

Die Blondine schaute ihn mit traurigen blauen Augen an.

„Es tut mir leid, Em, wir wollten niemanden verletzten. Wir wollten einfach helfen“, versuchte sie zu erklären.

Emmett sah sie lange an, bevor er langsam nickte und sich dann setzte – ohne etwas darauf zu antworten.

„Dad braucht eure Hilfe nicht, Rosalie. Er kommt sehr gut alleine zurecht!“, rief Edward sauer dazwischen.

„Es reicht jetzt wirklich, Sohn! Hör sofort auf zu brüllen! Ich werde nicht zulassen, dass du so respektlos zu deiner Familie bist!“, erhob Carlisle zum ersten Mal seine Stimme.

Edward sah seinen Vater fassungslos an.

„Verstehst du denn nicht, was sie vorhatten, Dad?“

Sein Vater lächelte mild und setzte sich wieder.

„Natürlich verstehe ich, aber was ich auch verstehe, ist, das die Drei mich lieben und dachten, sie würden mir helfen. Wie könnte ich da sauer sein?“, antwortete er ruhig.

Die sanfte, verständnisvolle Stimme seines Vaters brachte Edward blitzartig aus seinem Wutrausch zurück. Der Groll schien aus ihm zu weichen – wie aus einem alten, undichten Ballon – und zurück blieb nur eine weite, drückende Leere.

Er schaute sich langsam im Raum um, bis sein Blick auf Bella landete. Er hatte ihre Augen noch nie so verängstigt – so eingeschüchtert – gesehen. Ihr wunderschönes Gesicht zeigte Schock, während ihre Hände – wie zum Gebet – ineinander verknotet an ihre Mitte gepresst waren. Das Eis in seinen Adern wich heißer Scham, als er die Tränenspuren auf ihren Wangen bemerkte.

„Verzeih mir“, flüsterte er mit belegter, abgebrochener Stimme.

Seine Augen brannten vor Reue und nicht vergossenen Tränen, als er ihr vorsichtig die Hand hinstreckte. Bella schluckte schwer, bevor sie wortlos in seine Arme flog.

Ihre Entschuldigungen vermischten sich mit seinen, bis ihre Lippen sich fanden und reden unmöglich machten.



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„Es tut mir so leid, Carlisle“, entschuldigte sich Bella, als Edward und sie sich setzten.

Ihr Schwiegervater drückte ihre Hand kurz und lächelte sie freundlich an.

„Dir muss nichts leidtun, Liebes. Beth ist eine reizende Frau – ich würde bestimmt einen Ausflug mit ihr genießen“, erklärte er und blickte dann zu dem großen Foto über dem Kamin, seine Augen wurden sanfter, als er Esmes lachendes Gesicht betrachtete. „Wenn ihr euch jedoch erhofft habt, dass mehr als Freundschaft zwischen uns entstehen könnte, muss ich euch leider enttäuschen.“

Niemand sagte etwas, bis Alice schließlich die Stille durchbrach.

„Du verdienst es wieder glücklich zu sein, Daddy“, flüsterte sie vorsichtig.

Ihr Vater sah sie liebevoll an.

„Ich bin glücklich, mein Engel. Ich habe eine wunderbare Familie, die ich über alles liebe … was könnte ich mehr wollen?“, antwortete er und küsste die Wange seiner Tochter, die neben ihm saß.

„Ich weiß, Dad, aber du könntest vielleicht wieder … wieder Liebe finden – jemanden nur für dich haben“, entgegnete seine Tochter weiter.

Carlisle sah sie lange an, bevor er wieder sprach.

„Ich wurde geliebt, Alice – von der wunderbarsten Frau der Welt – und ich habe sie geliebt, so sehr geliebt, dass mein Herz für immer nur ihr gehören wird“, erklärte er sanft. „Eure Mutter hat mir euch geschenkt und ihr habt mir meine Enkelkinder geschenkt … unsere Liebe lebt in euch weiter, mehr kann ich nicht verlangen.“

„Wir verstehen das, Carlisle, aber wir wollen nicht, dass du einsam bleibst. Du verdienst es wieder jemandem an deiner Seite zu haben“, sprach Rose behutsam dazwischen.

Carlisle Blick wanderte wieder zum Bild seiner Frau.

„Oh meine lieben Kinder … versteht ihr denn wirklich nicht? Beth verdient es vor allem richtig geliebt zu werden – wie ich Esme geliebt habe, wie ihr euch liebt. Niemand sollte sich mit weniger zufriedengeben, wenn es um die Liebe geht. Mein Herz wird immer nur einer Frau gehören. Es wäre nicht fair etwas anderes zu behaupten, nur um mein Leben wieder angenehmer zu gestalten“, erklärte er seiner Familie, seine blauen Augen sanft.

„Ich vermisse meine Esme sehr, aber ich bin nicht einsam. Ich sehe sie, wenn ich in Edwards Augen schaue, Alice lachen höre und Emmetts schuldbewussten Blick sehe. Ich erkenne sie in all unseren geliebten Enkelkindern. Es stimmt, ich sehne mich jeden einzelnen Tag nach ihr, aber ich könnte – bei so viel Liebe um mich herum – nie wirklich einsam sein.“

Er stand langsam auf und ging zur Treppe, die zum Garten führte, bevor er sich noch mal umdrehte.

„Ihr liebt, wie Esme und ich uns geliebt haben, deswegen weiß ich, dass ihr verstehen werdet, dass meine Seele ihren Partner verloren hat und erst wieder vollkommen sein wird, wenn ich und Esme uns wiedersehen.“

Die Frauen weinten leise, nachdem Carlisle gegangen war, während ihre Männer sie fest in den Armen hielten. Sie hatten alle um Esme getrauert – sie hatten sie alle geliebt – aber niemand hatte den Schmerz, den Verlust von Carlisle, richtig nachempfinden können bis zu diesem Tag.

Rose, Bella und Alice konnten nicht anders, als sich für ihren törichten Plan zu schämen, auch wenn sie wussten, dass Carlisle es ihnen nie übel nehmen würde.



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Später im Bett – nachdem die Familie gegangen und die Kinder im Bett waren – hielten sich Edward und Bella lange in den Armen ohne ein Wort zu sagen, aber mit dem überwältigenden, fast panischen, Gefühl sich nie loslassen zu wollen.

„Es tut mir so leid, Bella … ich hätte nie so die Beherrschung verlieren dürfen“, brach Edward schließlich die Stille und küsste ihre Stirn zärtlich.

Seine Frau drehte sich ein bisschen – um ihn ansehen zu können – und schüttelte sofort den Kopf.

„Du musst dich nicht entschuldigen. Es war alles unsere Schuld. Ich weiß, ich hätte vorher mit dir reden sollen … aber wir wollten erst sehen ob sich Beth und er überhaupt verstehen, bevor wir euch einweihen.“

Edward nickte verständnisvoll.

„Ich hätte trotzdem nie so extrem reagieren dürfen. Es ist nur … sie – sie war meine Mom“, antwortete er mit leiser, erstickter Stimme.

Bella küsste seine Wange und umarmte ihn noch fester.

„Ich weiß, Baby, ich weiß.“

Er musste tief durchatmen, ehe er wieder sprechen konnte.

„Mir ist bewusst, wie vollkommen irrational mein Ausbruch war – ihr wolltet ihm ja nur helfen – aber ich hatte plötzlich das Gefühl, ihr wolltet Mom ersetzten … oder einfach vergessen. Ich – das hat mich so schrecklich wütend gemacht“, sprach er weiter und vergrub sein Gesicht in ihren Haaren.

„Es war ein schrecklicher Plan. Es tut mir so leid“, murmelte Bella reuevoll.

Edward lehnte sich auf einen Ellenbogen zurück und strich ihr vorsichtig eine Strähne aus dem Gesicht.

„Ihr habt es nur gut gemeint. Dad weiß das.“

Bella nickte, aber ihre Augen füllten sich wieder mit Tränen.

„Ja, aber … allein der Gedanke dich ersetzten zu können ist so vollkommen lächerlich! Wie konnten wir nur denken … er hat sie so sehr, so lange geliebt. Gott, wir waren so anmaßend!“, brachte sie heraus, bevor ihre Tränen den Kampf endgültig gewannen.

Edward wiegte sie in seinen Armen und sprach tröstende Worte in ihr Ohr, bis sie sich wieder beruhigt hatte.

„Ihr wolltet helfen, weil ihr ihn liebt, Baby. Dad weiß das bestimmt zu schätzen“, besänftigte er weiter.

„Ich weiß“, seufzte Bella, „ich fühle mich trotzdem schrecklich.“

Edward lächelte sie an und beugte sich dann nach unten, bis seine Lippen ihre fanden. Er wusste, dass Worte jetzt nicht halfen – wusste, dass seine Bella Zeit brauchen würde, ehe sie sich selbst verzeihen konnte, auch wenn sie nicht wirklich etwas falsch gemacht hatte.

„Ich liebe dich … verlass mich nie“, hörte er sie flüstern, nachdem ihre Lippen sich getrennt hatten.

„Nicht solange du so gut in deinen Jeans aussiehst“, grinste er leicht.

Sie schlug ihm sachte auf die Brust, aber lächelte trotzdem.

„Versprich es!“, flehte sie eindringlich, ihre Hand in seinem T-Shirt gekrallt.

Er löste ihre Finger vorsichtig, küsste ihre Fingerkuppen und zog sie dann näher, um ihr richtig in die Augen schauen zu können.

„Baby, du weißt, dass ich dir dieses Versprechen nicht geben kann, wenn das Leben mich vielleicht irgendwann zwingen wird, es zu brechen.“

Er küsste ihre Lippen schnell, als sie dazwischenreden wollte.

„Jedoch kann ich dir versprechen, dass ich dich immer lieben werde, Liebling – dass meine Seele immer zu deiner gehören wird“, fügte er sanft hinzu, seine Augen spiegelte seinen Schwur wieder.

Edward …“ flüsterte Bella mit zittriger Stimme, bevor sie sein Versprechen wiederholte und beide das Salz ihrer Tränen schmeckten, als sie ihr Gelöbnis mit einem Kuss besiegelten.

„Für immer“, flüsterte sie.

„Für immer“, versprach er.


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Sie hatten beide gelernt, dass sie das Schicksal nicht beeinflussen konnten – dass Dinge passierten, die sie nicht verhindern konnten – aber das Wissen, seinen Seelenverwandten neben sich zu haben, so zu lieben und geliebt zu werden, brachte ihnen einen friedlichen Schlaf.


Whatever our souls are made of, his and mine are the same.  -  Wuthering Heights, Ch. 9




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Freue mich auf eure Meinung. :)

LG
Ami
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