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(Never) Ending Lovestory...

GeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
SM Town Super Junior
02.09.2011
04.04.2012
9
21.472
 
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02.09.2011 2.629
 
Kapitel 3: Zwei Jahre später

Ich habe mich heute mit Samy in unserem Lieblingscafé verabredet und mache mich gerade fertig. Ein bisschen Haarspray, die enge Jeans, mein tolles einseitig schulterfreies Lieblingsshirt und Sandalen. Fertig! Heute waren endlich Semesterferien und wir standen kurz davon unser Pflichtsemester in Südkorea zu machen. Ihr wisst bestimmt, warum... Wir beide hatten uns dazu entschieden Koreanistik zu studieren und sind schon fast fertig. In zwei Monaten stehe die letzten Prüfungen an, bevor es auf nach Seoul geht. Ich bin schon total aufgeregt.
Dank der allgemeinen Klimaerwärmung, von der ich nebenbei gesagt nichts halte, haben wir heute endlich mal wieder einen schönen Sommertag. Es sind ungefähr 27°C mit strahlendem Sonnenschein.

Natürlich sprachen mich einige Typen in dem Café an, ich lehnte jedoch jedes mal aufs Neue ab. Samy sah mich schon komisch an, sagte aber nichts. Ihr habe ich als einzige erzählt, was damals passiert ist. Die Sache mit Kyuhyun... Ich kann ihn nicht vergessen. Ich habe es oft genug versucht, aber ich kann sein Gesicht nicht mehr vergessen. Jeden Tag, wenn ich abends ins Bett gehe und die Augen schließe, sehe ich seine schönen Augen, diesen Mund, dieses Lächeln. Spüre, wie er mich wie damals im Arm hielt.
Ich kann mich nicht ablenken mit anderen Typen. Die könnten ihm niemals das Wasser reichen.
Traurig...

Wieder zu Hause schaue ich wie jeden Abend erwartungsvoll in mein E-Mailfach. Wieder nur Spammails, Infopost, Viagrawerbung. Ich brauche diesen Kram nicht! Und schalte erneut enttäuscht den PC aus.
Hat er mich vielleicht vergessen? Ist er wieder in Korea? Hat er vielleicht sogar eine Freundin? Dieser Gedanke machte mich noch trauriger... Was soll ich nur tun? Ich verzweifle langsam. Ich weiß noch nicht einmal wie alt er ist. Heute dürfte er nicht viel älter sein als ich es bin. Vielleicht drei Jahre älter. Vor einem Monat bin ich 23 Jahre alt geworden.

Wieder sehe ich sein Lächeln, als ich die Augen schließe. Vielleicht sollte ich aufhören, mich an ihn zu klammern... Ich kenne ihn nicht! Ich weiß auch nicht den Grund, warum er damals mit seinen Freunden aus Korea hierher gekommen war. Ich weiß auch nicht, warum mir das Schicksal einen Streich gespielt hat... Erst gibt es mir den wundervollsten Typen, den es gibt und entreißt ihn mir im nächsten Moment wieder. Hätte ich damals anders handeln müssen? Hätte ich dableiben sollen um mit ihm zu reden? Hätte ich... ihn doch nicht küssen sollen? Vielleicht wäre das alles dann einfacher für mich. Ich weiß es nicht.

Die Tage verstreichen und durch Zufall entdecke ich im Internet eine Seite über koreanische Popbands. Interessiert lese ich einige Seiten und entdecke ein Bild von jemandem aus der Band 'Super Junior'. Der Name verrät schon, dass diese Gruppe aus ziemlich jungen Männern bestehen muss, trotzdem klicke ich auf den Artikel. Jemand namens Siwon sei heute aus dem Militärdienst zurück gekehrt sein und er wurde von einer großen Menge Fans empfangen, als er aus dem Gebäude zu dem schwarzen Van ging. Er freut sich genauso und zeigt diese Freude indem er breit grinst. Er war relativ groß, muskulös und auf seine eigene Weise sehr hübsch... Schmunzelnd suche ich bei YouTube nach Videos und finde so einige von Siwon. Und da ist auch ein Musikvideo von seiner Band Super Junior. Gespannt öffne ich es und mir gefällt das Lied auf Anhieb. Es hieß 'A Short Journey' und war eher ruhig, hatte etwas niedliches. Dann gab ich einfach nur 'Super Junior' in die Suchleiste ein und das erste Video, das angezeigt wurde, hieß 'A-Cha'. Wenn man das so liest, hört es sich fast an als würde jemand niesen. Geöffnet und gewartet, bis es vollständig geladen ist klicke ich auf 'Play'. Es war eine Live-Version aus dem Jahr 2011. Nach knapp 30 Sekunden muss ich auf 'Pause' drücken. Mein Herz macht einen Aussetzer. „Oh. Mein. Gott! D-d-das ist ...Donghae! Das ist der heiße Typ mit dem Kyuhyun damals in dieser Hotelzimmerwohnung war! Der, der halb nackt war, mit Socken...“, sagte ich laut und mir viel auf, dass ich fast geschrien habe. Einmal tief ein- und ausatmen. So, weiter geht’s und ich klicke nocheinmal auf 'Play'. Keine zehn Sekunden später sehe ich ihn. IHN. Kyuhyun!!! „Das ist Kyuhyun!!!“, rufe ich laut, merke, wie warm mir wird und mein Herz sehr schnell anfängt zu schlagen. Wieder drücke ich schnell auf 'Pause' um nicht noch am Herzkasper zu sterben und stehe von meinem Schreibtischstuhl auf.
„Scheiße, was mache ich denn jetzt nur...? Kyuhyun ist ein koreanischer Superstar und ebenso Donghae!“, sagte ich mehr zu mir selbst als zu jemandem und ging von der einen Seite des Zimmers zur anderen und wieder zurück.
Ich ging bestimmt zehn Minuten so hin und her und redete zu mir selbst, bis ich schließlich Samy anrufen musste. Zum Glück war sie da. Natürlich war sie genauso erstaunt wie ich und meinte scherzhaft : „Na, du kannst dich glücklich schätzen, du hast schonmal einen koreanischen Superstar geküsst.“
„Danke, das hilft mir jetzt auch total weiter...“ Vielleicht konnte er mir genau deswegen nicht schreiben...
Wir redeten noch ein bisschen, was mich allerdings nicht weiter brachte und versuchte mich anders abzulenken. Koreanisch lernen zum Beispiel, in nicht mal mehr einen Monat schreibe ich meine Examen bevor ich nach Korea muss. Ok, wir, denn Samy macht ja das gleiche Studium wie ich.


~(zu selben Zeit) bei Kyuhyun~

Wieder öffne ich mein Portemonnaie und lese den kleinen Brief von Kim. Dreh und wende ihn in meiner Hand, überlege ob sie mich nicht schon vergessen hat... Warum habe ich ihr nicht einfach geschrieben? Hat sie noch diese E-Mailadresse? Was sie wohl gerade macht...
„Hey Kyuhyun-ah, beeil dich mal, wir müssen los zum Gesangstraining!“, quengelte Sungmin und zupfte ungeduldig an meinem Ärmel. Traurig sieht er erst auf den Brief und dann in meine Augen. „Wenn du sie nicht vergessen kannst schreib ihr doch endlich. Ich kann es nicht mehr ertragen, dich so  verzweifelt zu sehen... Ich weiß, dass sie dich mag und vielleicht hast du ja Glück und sie kennt dich noch. Schreib ihr doch nachher, wenn wir wieder im Dorm sind, eine Nachricht. Dann wirst du ja sehen, ob sie dir antwortet. Und wenn nicht, ist es halt schade, aber du kannst sie loslassen...“, versuchte mir Sungmin gut zuzureden.
Seuftz. „Einen Versuch ist es wert.“, lächelte ich ihn gequält an und steckte den Brief zurück in mein Portemonnaie.

Das Training verlief relativ gut, doch ich konnte mich nicht sehr gut konzentrieren und vergaß des öfteren meinen Text auch der Manager sah mich schon komisch an.
Nach der Probe kam er wie erwartet zu mir. „Kyuhyun, was ist heute mit dir los, so unkonzentriert warst du doch schon lange nicht mehr.“, meinte er besorgt.
„Tut mir leid,... mir geht es heute nicht so gut.“
„Du siehst auch nicht so gut aus... Na gut, geh du schonmal zurück zum Dorm und ruhe dich aus, damit du morgen wieder fit bist.“
Höflich bedankte ich mich und machte eine tiefe Verbeugung bevor ich ging.

Im Dorm angekommen ging ich erstmal in die Küche und trank ein Glas Wasser. Das war doch zum Haare raufen! Sie schwirrt mir die ganze Zeit im Kopf rum und ich kann mich nicht dagegen wehren! Jedes Mal, wenn ich die Augen schließe sehe ich sie noch genau vor mir. Dort auf dieser Parkbank damals. Einsam, traurig, nass, kalt.
Wie automatisch bewegte ich mich zu meinem Laptop und schrieb ihr eine Nachricht.
Erst, nachdem ich sie abgeschickt hatte registrierte ich, was ich gerade getan hatte.
„Oh nein! ...das wird peinlich...“, sagte ich laut und merkte, dass meine Wangen warm wurden. „Was habe ich da gerade überhaupt geschrieben?!“, schnell sah ich im Ordner für die versendeten Nachrichten nach und öffnete die Neueste.

„Hey Kim,

how are you? Do you still live in Germany?
I hope you're fine.

I'm not sure if you still know me...
At the time when we first met under that big tree in front of that hotel in Germany,
since then you're in my head and I'm sorry I didn't write.
I didn't know what I should say...

These days we went one week after you were gone.
Since then I'm thinking of you and I hope you still know me...

Maybe you're writing back,
xo Kyuhyun“


Das ist echt peinlich, wie konnte ich nur sowas erbärmliches von mir geben! Was wird sie nun nur von mir denken?... Hoffentlich bekommt sie die E-Mail gar nicht... Aber ich will doch, dass sie sich an mich erinnert. Verdammt ich glaube ich bin in sie... v-verliebt! Wenn sie diese Nachricht liest... oh man, ich hoffe, sie denkt nichts falsches von mir. Vielleicht kennt sie mich aber auch gar nicht mehr,...! Ich will es mir nicht vorstellen...
Mein Leben hat keinen Sinn mehr,...


...ich geh schlafen.


„Kyuhyun-ah, Kyuhyun-ah, ich hab dir was leckeres zu Essen gemacht“, flüsterte Ryeowook, der am Abend zu mir ans Bett gekommen ist. Ich habe gar nicht gemerkt, dass ich so lange geschlafen habe.
Langsam öffne ich verschlafen die Augen und richte mich kurz danach gähnend auf. „Danke Ryeo, das ist lieb von dir.“, lächle ich ihn kraftlos an und er stellt mir einen Teller seiner Kochkünste auf den Schoß. Immer kümmert er sich so lieb um uns. Ich bin sehr froh, Ryeowook als Freund zu haben.
„Sagst du mir, was los ist? Du bist in letzter Zeit so nachdenklich...“, fragt er besorgt und sieht mir zu, wie ich in seinem Essen herumstochere. „I-ich weiß nicht warum...“
„Du hast vorhin wieder auf den Brief geguckt, nicht wahr? Meinst du, sie erinnert sich an dich?“, fragt er vorsichtig und sieht auf den Teller.
Ertappt bin ich ein bisschen sprachlos. Seuftz... „Ich hoffe es. Sehr sogar.“
„Du bist in sie verliebt, nicht?“, flüstert er und sieht mich lächelnd an. Röte steigt mir ins Gesicht.
„Ich weiß, dass du dieses Mädchen damals in Deutschland getroffen hast. Donghae hat mir davon erzählt. Auch er fand sie süß“, fügte er hinzu. Ich sagte nichts dazu, sondern aß endlich ein Stück.
„Hoffentlich hat sie dich nicht vergessen... Liebe, die über Jahre noch nicht verloren ist, obwohl man sich nur ein einziges Mal gesehen hat, kann sogar die ewig währende Liebe, die wahre Liebe sein.“ Seine Augen fingen an zu funkeln und er setzte sich auf die Bettkante.
„Das wäre so schön, wenn es wahr wäre. Ich wünsche es dir und hoffe, dass sie sich an dich erinnert!“, flüstert er und geht ehrlich lächelnd aus meinem Zimmer.
Mit einem Grinsen auf dem Gesicht esse ich brav auf.
Ewig währende Liebe... Wahre Liebe, die sogar nach Jahren noch da ist, obwohl man sich nur ein Mal gesehen hat...
Schön wäre es. Wirklich.

Den Teller bringe ich zurück in die Küche und spüle ihn kurz ab, bevor er wieder im Schrank verschwindet. Aus dem Wohnzimmer höre ich, wie Shindong und Donghae wieder darüber streiten, was romantischer ist: Candle-Light-Dinner oder ein Abend im Kino.
Grinsend gehe ich zu beiden und sage: „Als ob ihr wüsstet, was romantisch ist.“ Und erschrecke beide. Lachend setze ich mich auf das Sofa und beide drehen sich zu mir um.
„Hmm, was meinst du denn Kyu. Was ist romantisch?“

Ich denke einen Moment nach. „Du lädst sie in das schönste Restaurant in der Umgebung ein. Und ziehst etwas elegantes, einen Anzug an. Natürlich holst du sie am Abend vor ihrer Haustür ab und schenkst ihr eine Rose. Machst ihr Komplimente, wie umwerfend sie aussieht. Dann fahrt ihr zu dem Restaurant und ihr redet über Gott und die Welt. Du fragst sie nach ihrem Tag, erzählst von deinem, wenn sie danach fragt. Bring sie zum Lachen, aber mach nicht zu blöde Witze. Nach dem Essen geht ihr noch ein bisschen spazieren. Wenn du merkst, dass ihr kalt ist, ziehst du deine Jacke aus und legst sie ihr über die Schultern. Ihr beobachtet den Sternenhimmel und geht langsam zurück zu deinem Auto. Auf dem Rückweg zu ihrer Wohnung machst du ruhige, romantische Musik im Radio an. Natürlich kannst du auch vorher eine CD kaufen, damit nicht irgendwann nervige Stimmen im Hintergrund laufen. Wenn ihr angekommen seid bringst du sie noch bis vor die Tür und wartest, was sie sagt. Wenn du Glück hast, spielt sie ein wenig mit ihrem Haustürschlüssel und du stellst dich vor sie. Vielleicht bewegt sie sich ein bisschen auf dich zu und schließt die Augen. Dann küsst du sie.“
Donghaes Augen wurden immer größer und schimmerten je mehr ich erzählte. „Das ist ja soooooo romantisch! Woher weißt du das alles?“, will er wissen.
Shindong fängt an zu lachen. „Das hast du von dem Film 'Der Date Doktor'. Und ein bisschen umgeändert.“ „Och, jetzt mach doch nicht wieder die Stimmung kaputt!“, meint Sungmin und schiebt seine Unterlippe etwas vor. „Ich finde das auch total romantisch. Das können wir uns gerne merken.“
„Hast du das denn schon ausprobiert?“, fragt mich Donghae und ich ziehe eine Schnute. „Leider nicht....“

Nach unserer kleinen Diskussion sahen wir noch einen Film und gingen schließlich gegen halb eins morgens ins Bett.


~Kims POV~

Nach einem anstrengenden Studientag fahre ich zusammen mit Samy zu mir und wir kochen. Das machen wir öfter und es macht immer viel Spaß. Ich bin echt froh sie als Freundin zu haben.
„Sag mal“, fing Samy an, als sie gerade das Fleisch schnitt. „Hast du etwas von Kyuhyun gehört? Du meintest ja damals, du hättest ihm deine E-Mailadresse dagelassen...“
Seufzend lasse ich die Schultern sinken und schneide vorsichtig die Paprika in Streifen. „Leider nicht... Ich bezweifle auch, dass er den Brief noch hat. Vielleicht war er so wütend auf mich, dass er ihn weggeschmissen und mich vergessen hat.“ Erneut seufzte ich leicht.
Ermunternd stupst Samy mich mit der Schulter an. „Bestimmt nicht. Jemanden wie dich kann man nicht so einfach vergessen. Also gib die Hoffnung nicht auf, Kim.“

Während des Essens sahen wir uns einen Film im Wohnzimmer an. Heute war Freitag, aber Samy musste schon am frühen Abend wieder los, da sie einen Nebenjob in einer kleinem Café in der Stadt hat, welches sogar bis 23Uhr geöffnet hat. Als sie dann weg war wusste ich wieder nichts mit mir anzufangen. Ich lief durch die Wohnung und räumte hier und da ein bisschen auf, ordnete die Kissen von meinem Sofa, tat den Abwasch in der Küche, sodass ich am nächsten Tag nicht so viel da stehen hatte. Lustlos schmiss ich mich auf das Sofa und zappte durch die Sender. Nichts interessantes, alles nur Schwachsinn um die Leute noch mehr zu verblöden...
Schließlich entschied ich mich doch dazu einmal in mein E-Mailfach zu schauen. Ich sah jeden Tag nach, ob ich irgendwelche wichtigen Nachrichten hatte, doch bisher war nichts gekommen.
Irgendwann entschied ich mich dazu sogar das Badezimmer zu putzen und war drei Stunden später fertig. Alles wieder blitzblank, putzte ich mir erstmal die Zähne und ging kurz duschen, bevor ich wieder in mein Schlafzimmer ging.
Träge ließ ich meinen Blick über mein Laptop gleiten, welches ich mir extra für das Studium gekauft hatte. Ein Fenster blinkte. Eine E-Mail. Aber wer schrieb mir jetzt noch? Es war schon dunkel draußen und somit mindestens 21 Uhr.
Ach, bestimmt nur wieder Chris. Er geht auch auf meine Uni und wir haben zusammen Japanisch. Ja ich habe noch Japanisch als Nebenfach gewählt. Ist eigentlich ganz lustig.
Jedenfalls schreibt er mir öfters noch abends eine Mail. Er ist ganz nett...

Also klickte ich auf dieses nervig blinkende Fenster und staunte nicht schlecht. Mein Herz machte einen Aussetzer.
„A-aber... Wa-warum...?!“ Flüsterte ich lautlos. „Das gibt es doch nicht...! Er... er hat meinen Brief immer noch!“
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