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(Never) Ending Lovestory...

GeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
SM Town Super Junior
02.09.2011
04.04.2012
9
21.472
 
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02.09.2011 3.906
 
Kapitel 1: Erste Begegnung

Es war ein regnerischer Tag im Juli. Die Sommerferien haben gerade begonnen und viele Familien fahren oder fliegen mit ihren Kindern an Orte, an denen momentan die Sonne scheint. Meine Familie gehört zu den Familien, die sich einen Urlaub außerhalb des Landes nicht leisten konnte. Somit verbringe ich die ersten Tage damit, etwas anderes zu tun als ich eigentlich soll. Meine Schulnoten sind nicht die Besten aber meiner Meinung nach akzeptabel. Meine Mum sah das zwar auch so, wollte mich dennoch dazu bringen mehr zu lernen, damit meine Noten etwas besser werden. An meiner Einstellung kann sie trotzdem keine großartigen Veränderungen machen.

Heute scheint mir aber das Dach auf den Kopf zu fallen, oder wie auch immer man sagt, und ich muss raus. Raus aus dem Haus. Weg von der Familie, die mich Tag für Tag immer wieder so sehr nervt, dass ich schon mehrmals beinahe einfach abgehauen wäre.
Und da gehe ich nun. Triefnass mit Kopfhörern in den Ohren, eines meiner Lieblingslieder hörend durch die langen Straßen meiner Kleinstadt. Die Straße ist fast menschenleer. Verständlich bei diesem Wetter. Aber ich mag Regen. Ich liebe das Geräusch, das er macht, wenn er jeden Zentimeter der Welt trifft. Ich liebe diesen unverwechselbaren frischen Geruch, wenn ein Regentropfen das erste mal auf dem Boden aufkommt. Ich liebe es, wie jeder Regentropfen einen geometrischen Kreis in die Pfützen schneidet.
Ein paar kleinere Kinder in Regenmänteln und mit Regenschirmen laufen an mir vorbei und sehen mich komisch an. Ich muss wirklich aussehen wie ein nasser Pudel. Eine Gänsehaut durchfährt mich und ich zittere kurz. Vielleicht sollte ich mich irgendwo unterstellen. Ich gehe um die Ecke und entdecke eine freie Parkbank unter einem Baum. Da der Baum so riesig ist, dass die Parkbank trocken ist, kann ich sogar die durchnässte Kapuze abnehmen. Meine Haare tropfen und ich fühle mich dreckig. Ich habe mir mein Leben immer anders vorgestellt. Aufregender. Interessanter. Mehr Freunde, die für einen da sind, wenn man sie wirklich mal braucht. Jemanden, zu dem man gehen kann, wenn es einem dreckig geht, der nicht nachfragt sondern einfach tröstet. Einen in den Arm nimmt. Da passt 'Watch Me Bleed' von Scary Kids gerade ganz gut. Enttäuscht von der Welt und jedem, in meine Gedanken versunken, fange ich langsam an zu weinen. Dank der tropfenden Haare, sieht man das nicht sofort.
Ich schalte den MP3-Player ab und ziehe meine Knie hoch ans Kinn. Ich halte sie fest, damit ich nicht von der Bank kippe und lausche dem Regen.

Leise höre ich Schritte, die plätschernd lauter werden. Es setzt sich jemand neben mich aber ich wage es nicht nachzugucken, wer das sein mag. Dann spüre ich, wie derjenige mir etwas um die Schultern legt. Verwundert sehe ich hoch, meinem Sitznachbarn ins Gesicht. Wow. So ein hübscher Typ! Er hat relativ kurze braune Haare, die ebenfalls nass waren und ihm ins Gesicht fielen. Diese Augen! Braun, umrandet von einem schwarzen Rand. Seine Nase war relativ klein und hübsch. Aber mein Blick blieb an seinen Lippen hängen. Wundervoll geschwungen, voll und leicht rosa. So ein Mund wünscht sich manches Mädchen.
Langsam hebt er eine Hand und streicht mir sanft über die Wange, traurig sieht er auf den Tropfen an seinem Daumen. Schnell wische ich mir mit dem Handrücken die Tränen weg und sehe ihn wieder an. Nun lächelt er liebevoll und legt den Kopf etwas schief. Er war ein bisschen größer als ich und schien aus Asien zu kommen, was seine Gesichtszüge, besonders aber seine Augen, verrieten. Trotzdem war er extrem hübsch.

Ich weiß nicht, ob ich etwas sagen soll oder nicht. Mir steigt ein bisschen Röte ins Gesicht, als ich plötzlich heftig zittere. Leicht verlegen will ich die Jacke, die er mir um die Schultern gelegt hatte wieder ablegen und nach Hause verschwinden, aber er hält mich auf.
„You're wet... won't you come with me and shower? My hotel is there“, er zeigte mit einer Hand in die Richtung. Mit ihm gehen und duschen...? Meinte er... etwa zusammen??! Entsetzt reiße ich die Augen etwas auf und er lacht. Ihm steigt ebenfalls etwas Röte ins Gesicht. Wow, er hat eine wundervolle Lache. „No, no, no!“, sagt er und hält entschuldigend die Hände nach oben. „Not together. Alone.“ Okay, das ist etwas anderes. Aber ich weiß nicht... Soll ich wirklich mitgehen? Ich meine, ich kenne diesen Typen nicht einmal. Andererseits bin ich neugierig, will wissen wer er ist, ob er mir vielleicht etwas über sich verraten würde? Ich nicke kurz, er steht auf und hält mir eine Hand hin. Verlegen greife ich danach und er zieht mich auch schon quer über die Straße zu dem Hotel. Wir mussten rennen, da es mittlerweile noch mehr regnete. Meine Gedanken schlichen sich nach Hause und ich sollte meine Mum anrufen, ihr sagen, dass es mit gut geht und das ich wegen dem Regen bei Samy übernachte. Ich bleibe kurz stehen und lasse den hübschen Typen los, um an mein Handy zu kommen. Kurz Bescheid gesagt und ich folge ihm weiter. Er sieht mich fragend an und ich sage nur „I had to tell my mum where I am... So she won't worry“ Ein Lächeln sagt mit, dass er verstand und wir gingen in einen Aufzug. Der Hübsche drückt eine der oberen Zahlen. Dies hier ist eines der teuersten Hotels in unserer Kleinstadt, bemerke ich gerade noch rechtzeitig. Ich frage ihn aber nicht danach. Mit einem Pling öffnet sich der Fahrstuhl und wir steigen aus. Vor mit war eine hübsch verzierte Tür und er öffnet sie mit einer Karte. Schlüssel sind heutzutage wohl out. Der Hübsche sagte „Annyeong?“ und noch irgendetwas auf koreanisch. Ah! Er war also Koreaner! Woher ich das weiß? Ich hab ein paar koreanische Lieder auf meinem MP3-Player und daher kenne ich ein paar koreanische Wörter. 'Annyeong' zum Beispiel heißt 'Hallo'. „Come in. Some friends are home, too. Don't be afraid.“, lächelt er wieder und ich folge ihm vorsichtig, nachdem wir die Schuhe abgestreift hatten. Hier ist es angenehm warm. „Ahh annyeong!“, sagt der gerade um die Ecke kommende. Er ist etwas kleiner als der Typ, der mich aufgegabelt hat. Aber nicht minder hübsch. Seine Haare waren etwas kürzer und hatten einen roten Stich. Auch er hat braune Augen und ein süßes Lächeln, welches durch ein Grübchen auf der linken Wange verstärkt wurde. Als er mich entdeckt, wirft er dem Typen vor mir einen misstrauischen Blick zu, kommt dann aber lächelnd auf mich zu und begrüßt mich freundlich. Die beiden Jungs tuscheln kurz angeregt auf koreanisch miteinander. Natürlich verstehe ich kein Wort. Nach einer Weile verschwindet der andere wieder. „You need clothes? Come, I'll give you some of mine...“. Oh ja, die brauche ich... Meine sind komplett nass und ich muss niesen. „Sorry... Yes and thank you“, lächle ich ihn an, als er mir einen weiten Pullover und eine Jogginghose von sich gibt. Zufrieden bringt er mich zum Bad und ich dusche erst einmal.

Verdammt! Was tue ich hier bloß?! Ich bin in einem Hotelzimmer, oder eher einer Hotelwohnung, so groß, wie es hier ist. Es gibt mehrere Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, ein großes Bad und sogar eine kleine Küche. Nach dem Duschen trockne ich mir die Haare mit einem Handtuch. Einen Fön brauche ich nicht, meine Haare sind nicht besonders lang. Meine nassen Sachen nehme ich auf einen Arm und trete aus dem Bad. Unsicher gehe ich langsam zum Wohnzimmer. Wie erhofft, sitzt er da, mit einem Handtuch um die Schultern und steht auf, als er mich sieht. Seine Sachen sind mir zwar etwas zu groß, aber besser als nichts. Der Pullover rutscht mir von einer Schulter und ich will nicht wissen, wie ich von hinten aussehe. Aber seine Klamotten riechen gut... Er hat noch feuchte Haare vom Regen, was ihn aber nicht zu stören schien. „Ähm, where can I do my clothes on?“, frage ich und er deutet auf die Heizung. Gezeigt, getan. Ich setzte mich neben ihn im Schneidersitz auf das Sofa. Kaum, dass ich sitze, schiele ich auf eine Tasse. „Tea?“ Ich lächle dankend und trinke einen Schluck. Das tut echt gut nach der Regendusche draußen.

„What's your name?“ Ich muss es wissen. Ich bin so neugierig, aber ich will mich nicht aufzwingen, nicht zu viel fragen. Er scheint ziemlich viel Geld zu haben und ist wohl mit Freunden hier um Urlaub zu machen, oder etwas ähnliches. „Cho Kyuhyun, nice to meet you“, sagt er und hält mir verunsichert seine rechte Hand hin. „Chanel Kim, nice to meet you, too, and thank you for rescuring me“, nehme ich seine Hand und drücke sie kurz.
Kyuhyun also. Ich habe seine Hand noch nicht losgelassen und musste feststellen, er hat verdammt lange Finger. Wieder wird er etwas rot im Gesicht und schaut zur Seite. Er scheint seine Hand auch nicht wegziehen zu wollen. Mein Herz schlägt auf einmal schneller. Ich weiß nicht warum.
Ich drehe seine Hand um und fahre die Linien mit der Fingerspitze nach. Er zuckt leicht und sieht mich verwirrt an. Ich muss kichern und senke den Blick. Wieder drehe ich seine Hand und finde kleine Narben. Vielleicht hatte er mal einen Unfall?
Kyuhyun setzt sich seinerseits in den Schneidersitz zu mir und nimmt meine Hand in seine. Betrachtet, dreht und wendet sie. Dann sieht er meine kleine Narbe am Arm, etwas höher, in der Mitte des Unterarms. Er streicht vorsichtig darüber und schaut mich fragend an. Seufzend lasse ich etwas die Schultern hängen, ließ ihn aber machen. Es war angenehm... und ich fange an zu erzählen.
„I had an car accident some years ago... My father and I were on the way home after watching a film in cinema. It was winter and the road was ice. He lost control of the car and we'd slide into a traffic lamp. My father was dead as soon as helpers got us out of the car. I was driven to hospital... two weeks later I woke up there and had that scratch on my arm...“, ich mache eine Pause, atme tief ein und wieder aus um nicht wieder los zu heulen. „That's my last memory...“

Ich spüre, wie Kyuhyun sich innerlich sträubte, nicht wusste, was er machen soll. Vielleicht wollte er mich umarmen, ließ es aber aus Höflichkeit sein. Ich kenne die koreanischen Sitten nicht. „I'm sorry...“, mehr konnte er nicht dazu sagen. Er will etwas sagen, doch er kannte wohl nicht die richtigen Worte. „What about you?“, frage ich vorsichtig. Kyuhyun überlegt kurz, blickt auf unsere Hände, die sich nicht voneinander lösen wollen. Mein Herz schlägt immernoch schneller als normal. Aber ihm scheint es nicht anders zu gehen. „Oh, I had a car accident, too, with some of my friends... I had really bad injuries... I was some months in hospital, but I was okay soon.“, erzählt er und ich merke, dass es ihm schwer fällt darüber zu reden.

Nach einer Weile knurrt mein Bauch. Stimmt ja,... ich hatte kein Mittagessen, weil ich gegangen bin. Aber Mum weiß ja Bescheid und ich will auch nicht mehr all zu lange weg bleiben. Obwohl ich mich grade ziemlich wohl fühle. Es ist schön hier. Einfach zu sitzen, ein bisschen zu reden.
Meine Haare sind schon fast trocken und ich kämme sie mir kurz mit den Fingern. Gespannt schaut Kyuhyun mir dabei zu. „You're hungry?“ Zustimmend nicke ich und er zieht mich, immernoch an der Hand, in die kleine Küche. „What do you like?“, er zeigt mir ein paar Sachen und ich entscheide mich letztendlich für ein mich anlächelndes Brötchen mit Käse. Kyuhyun nimmt sich selbst auch eins und wir setzen uns wieder auf die Couch. Erst jetzt bemerke ich, dass die ganze Zeit der Fernseher läuft. MTV. Mittlerweile muss man dafür ja schon bezahlen. Ich schaue manchmal noch VIVA, aber ansonsten eher sehr selten TV.

Der nächste kommt um die Ecke. Wenn man sagen darf, leicht bekleidet. Oder, so gut wie gar nicht bekleidet. Er hat nur eine Boxershorts an. Und Socken.
Augenblicklich werde ich purpurrot im Gesicht und blicke schnell weg. Oh. Mein. Gott! Dieses Bild wird mich von nun an für immer verfolgen. Warum muss mein Blick nur immer genau darauf huschen, wo ich eigentlich nicht hinsehen wollte?!
Ein Problem war: Der Typ da sah verdammt heiß aus. Ehrlich! Und irgendwie auch verdammt süß. Er hatte ein leichtes Sixpack und war ein wenig gebräunt. Ich dagegen sah aus wie eine Tomate.
Und Kyuhyun lachte mich aus.

Sein Freund ließ sich nicht beirren und setzt sich neben ihn auf die Couch. Freundlicherweise nimmt dieser sich eine Decke und kuschelt sich darin ein. Die beiden unterhalten sich kurz und der andere hält mit nach einer Weile eine Hand hin. Freundlich lächelt er mich an und ich drücke die Hand kurz. „Nice to meet you Kim, I'm Lee Donghae“. Warum haben die Typen hier, ja, alle die ich bisher in dieser 'Hotelzimmerwohnung' getroffen habe, so eine Samtstimme? Ich werde noch verrückt! Träume ich? Oder bin ich wirklich hier? Kann mich mal einer kneifen? Hmm, Mist... Ich kenne das englische Wort für 'kneifen' nicht. Egal, irgendwas wird mir noch einfallen. Oder auch nicht. Ja, ich gebe auf. Ich kann nicht mehr. Ich bin echt müde. Und jetzt muss ich auch noch gähnen! Wie gut, dass ich Mum gesagt habe, dass ich bei meiner besten Freundin übernachte.

Das Wetter wird bis morgen hoffentlich besser... Ich mache mich gleich besser wirklich auf den Weg zu Samy. Sie wohnt nur zwei Straßen von hier entfernt.
Ich will aufstehen und meine Sachen aufheben, werde aber durch eine Frage gehindert.
„Where do you want to go? It's still raining very much.“ Hach, der Akzent war echt schnuckelig...
„I-I can sleep in my friends house, some streets from here.“, antworte ich Kyuhyun und zeige aus dem Fenster. „I don't want to annoy you. Thank you for helping me and for the clothes...“
„You can't go now. You'll be completely wet all over again if you're going now.“, sagt Kyuhyun schnell und ich muss mich anstrengen, ihn zu verstehen.
„And the broadcast is starting!“, meldete sich Donghae und schaltet zu dem besagten Sender.
Die Anfangsmelodie erklang und ich setze mich blitzschnell wieder hin. „Wae?! You like 'Vampire Diaries'?, fragt Donghae erstaunt und ich nicke bloß. Gespannt sehe ich auf den Fernseher und bemerke gar nicht, dass ich mich an Kyuhyun lehne.
Schlaue Kerlchen, der Sender und somit auch die Folge war auf Englisch. So konnten wir alle verstehen, was die da sagten.
Ich kannte die Folge schon und sah nur noch mit einem Auge zu. Kyuhyun bewegte sich, legt eine Decke über uns und nimmt mich in den Arm. Mein Blick huscht über sein Gesicht und verrät mir, dass er wohl doch ganz schön schüchtern ist. Er war sehr rot geworden und sieht stur auf den Fernseher. Das lässt mich dann doch schmunzeln. Auch Donghae lächelt selig.

Aber was mache ich hier bloß?! Ich liege in den Armen eines wildfremden, hübschen, lieben Koreaner, den ich seit knapp zwei Stunden kenne. Wir gucken 'Vampire Diaries'. Und Donghae sitzt da auch noch. Den ich natürlich auch noch nicht lange kenne. Okay, was heißt kennen. Wir haben weniger als drei Wörter getauscht und das wars. Der andere ist vorhin auch noch einmal kurz dagewesen, dann aber wohl in sein Zimmer verschwunden. Ich habe das nicht ganz mitbekommen, da ich zu sehr auf Kyuhyun fixiert bin... Warum nur? Was ist mit mir los? Normalerweise mache so etwas nicht! Noch nie bin ich einfach so mit jemandem mitgegangen, den ich nicht kenne, der nicht viel mit mir geredet hat. Nun ja... ist auch etwas schwer, wenn man die Sprache des anderen nicht spricht.
Meine Güte! Mein Herz schlägt immer schneller und mein Atem hängt dem nach. Kyuhyun scheint aber dieselben Probleme wie ich zu haben. Doch eine Frage liegt mir dann doch auf der Zunge.

„Question: Where do I sleep?“ Donghae verabschiedet sich von uns und geht grinsend in sein Zimmer. Bloß nicht auf den Hintern starren, bloß nicht auf den Hintern starren,... guck woanders hin...
Kyuhyun setzt sich etwas bequemer hin und sieht mich an. „I can sleep here and you in my bed...“ Um seiner Aussage Nachdruck zu verleihen, klopft er auf den Sofasitz.
„Oh no“, schüttele ich den Kopf. „I'm sleeping here. This is your 'hotelroomhouse' whatever, I don't want you to sleep here. I would have a bad conscience... You're really friendly and I'm thankful for letting me here. It's okay for me.“
Eine Weile sagte er nichts. Dann antwortet er „Okay,... but you have to watch a film with me. No matter which one...“ und schmunzelt. Ich ahne böses, wollte trotzdem nicht in seinem Bett schlafen,... Obwohl das Angebot schon verlockend ist.
„Oka~y“, sage ich schließlich geschlagen und Kyuhyun läuft zu einem Zimmer, kommt nach ein paar Minuten wieder und legt die DVD in den dazugehörigen Player.
Zurück auf dem Sofa, legt er wieder seinen Arm um mich und drückt auf 'Play'.
Die ersten paar Minuten war der Film schon ziemlich dunkel. Und gruselig. Dann kam der Titel des Films und ich schaue entsetzt zu Kyuhyun hoch. „You're not really going to watch 'The Ring' with me?!“, versuchte ich vorwurfsvoll zu klingen, was mir nicht ganz gelang. Meine Stimme brach ab und ich musste husten. Na toll. Jetzt bin ich ganz krank. Blöde Idee bei Regen raus zu gehen. Aber andererseits würde ich dann nicht hier sitzen und einen Film mit dem bestaussehendsten Typen, den ich bis jetzt getroffen habe, gucken.
Sein Arm legte sich noch ein bisschen enger um mich und die Röte kroch mir mal wieder ins Gesicht.
„Hey, don't get sick and sleep in while we're watching that.“, ermahnt er mich und ich brummte nur leicht schmollend.
Na gut, weiter im Film. Ich mochte ihn nicht. Also den Film. Ich mag die ganzen asiatischen Gruselfilme nicht. Die sind viel schlimmer, als die Amerikanischen oder anderen, die es so gibt.
Zwischendurch habe ich mich total erschreckt, hab mein Gesicht an Kyuhyuns Brust gedrückt, hab gezuckt, aber manchmal musste ich auch lachen, wenn extrem absurde Dinge passierten.

„Now I'm going to have bad dreams because of your stupid horror film...“, flüsterte ich und sah ihn mit vorgeschobener Lippe an. „Now I'm dreaming of this ugly girl with oily hair!“
Da muss er lachen. Oh man, wie kann Mann nur so eine schöne tiefe Lache haben? Das ist alles zu viel für mich...
„Na~... you won't sleep bad. I'm here in that room over there“, er zeigte auf das Zimmer direkt neben dem von Donghae. „Don't worry.“
Damit stand er auf und holt mir ein Kissen und eine Decke. Verzweifelt kuschele ich mich ein und ziehe die Decke bis ins Gesicht.
„I'm turning off the lights. Good night...“, flüstert er und verschwindet.
Na toll! Nun liege ich hier. Auf dem Sofa eines der teuersten Hotels überhaupt und kann nicht einschlafen. Warum zum Henker musste Kyuhyun unbedingt DIESEN Film mit mir sehen? Ich hab mich schon früher davor gedrückt, da ich dieses kleine, hässliche Mädchen mit den fettigen Haaren schon vom Filmtrailer nicht mochte.
Verdammt... Eine gefühlte halbe Stunde später war ich immernoch nicht eingeschlafen und lunzte unter der Decke hervor. Irre ich mich oder hat der TV gerade ein Bild gezeigt?! Dieser Film macht mich echt kirre! Das Licht flackert kurz, als ob Kyuhyun den Schalter nicht komplett ausgedrückt hätte und ich sitze komplett erstarrt aufrecht auf dem Sofa.
SO kann ich nun echt nicht schlafen...
Soll ich Kyuhyun fragen, ob ich mit bei ihm schlafen darf...? Mehr als nein kann er nicht sagen. Und er hat mich vorhin ja auch im Arm gehalten...
Oh man, wie sieht das bloß aus. Jetzt gehe ich auch noch ins Bett mit dem Typen. Natürlich nicht um das zu machen, was man macht, wenn man genau das sagt!
Natürlich schleicht sich dann das Bild von ihm und mir in den Kopf. Ich sage nur Kopfkino....Augenblicklich werde ich wieder rot im Gesicht. Ich sollte mich in 'Tomate Nr.1' umbenennen.

Das Licht flackert nocheinmal und ich höre ein Knacken. Schon bin ich aufgesprungen, ohne mich umzusehen und klopfe vorsichtig an Kyuhyuns Zimmertür. Ich öffne die Tür einen Spalt. „Can I sleep here?“, flüstere ich und schließe die Tür hinter mir. Ich höre ihn brummen und er hebt seine Bettdecke an. Wieder steigt mir die Röte ins Gesicht. Zum Glück kann er mich nicht sehen. Hier ist es fast stockfinster. „What's it? Does the ugly girl haunted you?“, fragte Kyuhyun nachdem er die Decke und einen Arm um mich gelegt hatte. „Yes and no... Are you watching films like this with every girl you meet to get her into your bed?“, flüstere ich und spüre ihn an meinen Händen, die ich an seine Brust gelegt hatte, kichern. „No, you're the first... Now sleep.“
„Thank you...“

Am nächsten Morgen wache ich ziemlich früh auf. Wir haben uns in der Nacht kaum bewegt, weswegen meine Seite ein bisschen schmerzt. Ich öffne die Augen und sehe dieses wunderschöne Gesicht. Die vollen Lippen lächeln leicht und die Augen sind noch geschlossen. Ich spüre seinen warmen Atem auf meiner Haut. Mein Hals kratzt etwas, aber das macht nichts. Ich versuche mich nicht zu bewegen und genieße diesen Moment. Im Arm von einem Typen liegen, den man kaum kennt, und der nichts unanständiges gemacht hat, ist doch was, oder?

Nach fünf Minuten seufze ich schwer und verlasse vorsichtig ohne Kyuhyun zu wecken das Bett. Schnell hole ich meine Sachen von der Heizung und ziehe ich mich um. Niemand außer mir ist wach, zum Glück. Wie auf leisen Pfoten durchquere ich die Wohnung und suche nach Zettel und Stift.

„Good morning sleepy Kyuhyun,...
I'm sorry for leaving without telling you, but I had to go early.
Thank you for that evening. I enjoyed it.
Even when I had to watch 'The Ring' with you... I still don't like that film.
Yesterday has been fine.
I don't know what you did, but... I feel like falling in love with you...
But I'm afraid... I don't really know you and I don't know how long you'll stay here.
I'm really sorry...

Thank you for everything!
Kim

P.S.: Here's my E-Mail adress... maybe you'll write some day.“


Ich lege den Zettel auf den kleinen Nachttisch. Wieso nur? Warum ausgerechnet er? Wieder schlägt mein Herz schneller und ich kann nicht anders. Kyuhyun liegt auf dem Rücken und schläft noch immer. Er ist so wunderschön. Vorsichtig stütze ich mich am Bett ab, bewege mich langsam auf ihn zu. Meine Lippen sind nur noch ein paar Millimeter von seinen entfernt und überwinden die Distanz nach wenigen Sekunden. Viel länger war der Kuss auch nicht, da ich in nicht wecken will. Seine Lippen sind so weich, unglaublich. Ein trauriges Gefühl bricht in mir aus, als ich mich der Tür nähere. Eine schwere Träne tropft von meinem Kinn und bleibt im Kragen meiner Jacke hängen.

Ich darf nicht bleiben. Sonst verliere ich mich...
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