Leseprobe Gesamtausgabe Pegasuscitar - Auf magischen Schwingen

von rihaij
LeseprobeRomanze, Fantasy / P18 Slash
02.09.2011
12.10.2011
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Das Buch erschien erstmals im FWZ-Verlag, der seit dem 31.05.2013 keine Rechte mehr daran hat. Alle Verträge wurden gekündgt, das Buch erscheint nun als Gesamtausgabe neu überarbeitet im deadsoft Verlag. Leseprobe Gesamtausgabe (c) deadsoft Verlag Erscheint 28.08.2014
http://www.amazon.de/Pegasuscitar-Auf-magischen-Schwingen-Fantasy-ebook/dp/B00N4ANSLG


Auf dem Hof des Gasthauses blieb Feyk keuchend stehen. Betont langsam atmete er ein und aus, bemüht, sein hart schlagendes Herz zu beruhigen. Jeder Atemzug tat weh, brannte in seiner Lunge, während er gierig die Luft einsog. Sein Rücken schmerzte von der Anstrengung, den störrischen Holzkarren über den unebenen Waldboden zu zerren.
Obwohl er schützende Stoffbahnen um die Hände gebunden hatte und somit die Haut wenigstens nicht aufgeschürft worden war, glühten die Innenflächen wie Feuer. Schweiß bedeckte seinen hageren Leib, tropfte ihm von der Stirn, verklebte seine Haare und ließ den groben Stoff seines Hemdes unangenehm am Rücken scheuern. Selbst die Muskeln seiner Beine zitterten. Nur allmählich wollte die Anspannung aus seinem Körper weichen.
Regen hatte den Boden seit Tagen aufgeweicht und ihm seine ohnehin harte Arbeit zusätzlich erschwert. Nasses Holz wog mehr, ließ sich schwer sägen und noch viel beschwerlicher war es, den Karren durch den feuchten, rutschigen Untergrund zu zerren.
Den ganzen Nachmittag hatte er gebraucht, um genügend Holz zu finden, es in handliche Stücke zu hacken, den Karren damit zu füllen und ihn über den aufgeweichten Weg heim zum Gasthof zu ziehen. Es dämmerte bereits, das Sonnenlicht schwand rotgolden hinter den Bäumen, doch sein Tag war damit noch längst nicht zu Ende. Wenn er das Holz abgeladen hatte, gab es in der Gaststube noch genügend zu tun.
Feyk seufzte unzufrieden. Jaskor, sein Herr und der Besitzer des Gasthofes, würde gewiss nicht zulassen, dass er sich ausruhte.
Schneller als befürchtet wurde daraus Gewissheit, denn die Tür der Küche, die auf den kleinen Hof hinaus führte, wurde im selben Moment aufgestoßen. Die Küchenmagd Mirke hatte wahrscheinlich das Poltern des Holzkarrens vernommen. Feyk fluchte verhalten. Vermutlich wusste damit auch Jaskor, dass er wieder da war.
Mirke sah zu ihm herüber und lächelte mitleidig.
„Lass den Holzkarren einfach stehen“, meinte sie müde und wischte sich mit der rechten Hand Schweiß- und Rußspuren aus dem herben Gesicht. Ihr eigenes Los war Feyks ähnlich und sie zeigte als Einzige Verständnis und gelegentlich auch Mitleid. Für alle anderen im Gasthof war er lediglich eine billige Arbeitskraft.
Mirke war deutlich älter als Feyk. Ein Mädchen des südlichen Buzhavolkes, deren senffarbene Haut, im Gegensatz zu der dunkleren Farbe der Menschen hier im Nordwesten, ein wenig ungesund wirkte. Hellbraune, gelbliche Augen lagen tief in ihren Höhlen. Ihr Kinn war schmal und knochig, wie der Rest ihrer Figur. Schön war sie in Feyks Augen nicht und sie wirkte nicht besonders weiblich auf ihn. Der kurz geschorene Kopf, auf dem die nur fingerbreiten, hellbraunen Stoppeln standen, verstärkte diesen Eindruck zusätzlich. Nicht zum ersten Mal fragte sich Feyk, ob die junge Frau mit langen Haaren attraktiver aussehen würde. Gedankenversunken strich er sich durch seine eigenen kurz geschorenen, braunen Haare. Nicht, dass Mirke ihn wirklich interessiert hätte oder er sie je anders zu Gesicht bekommen würde.
„Da ist soeben ein neuer Gast angekommen“, fuhr Mirke unterdessen fort und musterte Feyk nachdenklich. Bereits vor einiger Zeit hatte er gelernt, seinen Unmut und andere Gefühlsregungen zu verbergen. Zu oft schon hatte er die Bekanntschaft mit den harten Händen eines Knechtes gemacht, wenn sein Gesicht Widerwillen preisgegeben hatte.
„Kümmere dich besser sofort um sein Pferd“, ergänzte Mirke ernst und fügte verschwörerischer hinzu: „Dieser neue Gast sieht ziemlich reich aus. Jaskor wird ihm natürlich besonders gute Dienste bieten wollen.“ Ihr Gesicht blieb völlig ausdruckslos. Sie versteckte ihre Gefühle ebenso routiniert wie Feyk. Sie beide wussten genau, was der andere fühlte, denn diese Dienste konnten jeden von ihnen betreffen.
Feyk seufzte noch einmal, versuchte die Erschöpfung zu ignorieren und streifte sich die dreckigen Stoffstreifen von den Händen. Er trat auf Mirke zu, die ihm sofort Platz machte und zurück in den Gasthof folgte.
„Wenn du das Pferd versorgt hast, erwartet Jaskor dich in der Gaststube, also wasch dich besser vorher“, gab sie Feyk noch mit auf den Weg. Er blickte sich nicht um und schluckte seinen Unmut einfach hinunter. Resignation ergriff ihn, wie so oft. Gerne würde er sich einfach setzen oder noch besser: In sein Strohlager im Stall schleichen und erschöpft einschlafen. Allerdings würde Jaskor das natürlich nicht zulassen. Wenn dieser Gast einen vermögenden Eindruck machte, würde sein Herr alles daransetzen, ihn zufriedenzustellen und ihm so viel Geld aus der Tasche zu ziehen, wie irgend möglich. Darauf verstand sich Jaskor gut.
Die große Gaststube war so früh am Abend nur mäßig besetzt. Der Rauch des Küchenfeuers sammelte sich unter der dunklen Holzdecke, an der aus Zweigen und Gräsern geflochtene Abwehrzauber gegen Dämonen baumelten und deren Balken mit Symbolen für die Gunst der Götter geschmückt war. Die schweren Gerüche von Essen und zu vielen Menschen hingen in der stickigen Luft. Durch die Sprossenfenster fiel das letzte Tageslicht spärlich in den Gastraum und Mirke, oder eine der anderen zwei Mägde, hatte bereits die dicken Talgkerzen in ihren rußgeschwärzten Halterungen angezündet. An einem Tisch nahe dem Fenster zur Straße saßen die drei bärtigen Fallensteller, die am Morgen angekommen waren, und sprachen fröhlich lachend dem selbstgebrauten Bier zu. Neben der Treppe zu den oberen Räumen saß eine Familie mit drei Kindern, die eingetroffen sein musste, während Feyk im Wald gearbeitet hatte.
Für einen Moment blieb sein Blick an der Familie hängen. Die Frau sah verhärmt und müde aus, den Kopf tief über ihre Suppe gebeugt. Ihr Mann war groß und kräftig, mit einem bärtigen, wettergegerbten Gesicht und abgetragener, überwiegend brauner Kleidung. Zwei dunkelhaarige Töchter und ein kleinerer, blonder Junge saßen dabei. Auch sie waren einfach gekleidet. Landarbeiter aus den Ebenen. Vermutlich war diese Familie wie viele andere auch auf dem Weg zur nächsten Ernte.
Feyk beobachtete den kleinen Jungen einen Moment mit gemischten Gefühlen. Vermutlich besaß er in etwa das Alter, in dem er selbst gewesen war, als er Jaskors Chiad wurde. Wie seine eigenen Eltern damals waren diese Landarbeiter unterwegs auf der Suche nach Arbeit, einer Unterkunft, einer Mahlzeit. Einem bisschen Sicherheit in ihrem Leben.
Ein Anflug von Neid überfiel Feyk, als der Vater seinem Sohn lächelnd über den Kopf strich und mit ihm scherzte. Zärtlichkeit und Liebe lagen in dieser Geste. Schmerzhaft zog sich Feyks Herz zusammen.
Ob sein Vater ihn irgendwann einmal so geliebt hatte? An Zärtlichkeiten, die von seinem Vater gekommen waren, konnte er sich nicht erinnern. Seine Mutter hingegen hatte ihn oft in den Arm genommen. Besonders in den kalten Nächten, wenn er gefroren hatte, weil der Regen durch die viel zu dünne Kleidung hindurchgedrungen war, oder seine Füße und Hände von der Arbeit auf den Feldern geschmerzt hatten.
Ohne Land und ohne jeden Besitz gab es bloß dieses harte Leben für Familien wie seine und diese hier. Sie zogen ohne ein eigenes Zuhause von Dorf zu Dorf, von Hof zu Hof, stetig auf der Suche nach Arbeit und Nahrung. Manchmal fanden sie Unterkunft bei einem Bauern, der die Landarbeiter auch den Winter über beschäftigen konnte. Oft genug war allerdings der Himmel Feyks Dach und der moosreiche Waldboden sein Bett gewesen.
Obschon er selten satt wurde, musste er sich zumindest nicht mehr sorgen, seinen Magen zu füllen. Seit er im Gasthof lebte, hatte er immer ein Lager im Stroh des Stalls gehabt. Im Winter teilte er sich die kleine Kammer hinter der Küche mit den zwei Knechten, deren Körperwärme auch ihn warmhielt.
Die Arbeit hingegen war nicht weniger anstrengend als vorher. Nur sein Leben gehörte nicht mehr ihm selbst. Bitternis überfiel ihn, wenn er daran dachte. Er gehörte Jaskor. Alles. Sein Körper, sein Wille, seine Arbeitskraft.
Ein Chiad. Das Wort klang wie ein Schimpfwort und das war es auch. Ein Leibeigener, unfrei in jeder Entscheidung, bestimmt, seinem Herrn zu dienen, die Schuld abzutragen, für die er eingetauscht worden war. Das war aus Feyk geworden. Kein ungewöhnliches Schicksal.
Wochen, bevor seine Familie in die Grenzgebiete des Nordwestreiches gekommen war, hatte seine Mutter bereits Probleme mit den Lungen gehabt. Ihr trockener Husten hatte Feyk oft nachts durchgeschüttelt, wenn er, eng an sie gekuschelt, versucht hatte zu schlafen. Nie wäre sein Vater in einem teuren Gasthof wie diesem eingekehrt, wenn sich ihr Zustand nicht schlagartig verschlechtert hätte. Sein verzweifelter Vater hatte keinen anderen Ausweg gewusst, als sich ein Zimmer zu nehmen und nach einem Heiler zu schicken.
Ob er damals schon gewusst hatte, dass er die Schulden nicht würde zahlen können? Feyk erinnerte sich sehr gut daran, dass sein Vater vor Sorge um seine Frau fast wahnsinnig geworden war und vermutlich alles getan hätte, um ihr Leben zu retten.
Leider waren die Götter ihnen nicht gnädig gewesen, hatten das Leiden seiner Mutter viele Tage hingezogen, bis sie endlich hatte sterben dürfen. Lange genug, dass sein Vater Jaskor und dem Heiler viel Geld geschuldet hatte. Geld, das er, der mittellose Landarbeiter, natürlich nicht hatte aufbringen können.
Zur Bezahlung seiner Schulden hatte er Jaskor seinen einzigen Sohn als Chiad überlassen. Am folgenden Tag war Feyks Vater abgereist, ohne sich von ihm zu verabschieden, ohne eine Erklärung und ohne ihn noch eines Blickes zu würdigen. Feyk war jung gewesen, hatte kaum begriffen, was mit ihm geschah. An einem Tag hatte er seine Mutter verloren und am nächsten zusätzlich seinen Vater. Und seine Freiheit. Nichts war ihm geblieben, selbst das traditionelle Schutzamulett seiner Mutter hatte Jaskor ihm abgenommen.
Mühsam riss sich Feyk von dem Anblick der Familie los und ließ seinen Blick suchend durch den dunkel getäfelten Gastraum schweifen. Er konnte weder Jaskor noch den neuen Gast ausmachen. Wahrscheinlich waren sie noch draußen vor dem Gasthof. Rasch durchquerte er den Raum und öffnete die Tür zur Straße. Stimmen schlugen ihm entgegen, unter denen er sofort die harte, leicht krächzende Stimme Jaskors erkannte. Dessen Tonfall war unterwürfig und gab Feyk bereits einen Hinweis darauf, wie wichtig dieser Gast seinem Herrn war.
Ein großer, gut gekleideter Mann stand neben dem Gastwirt. Feyks Blick blieb jedoch nicht an dem neuen Gast hängen, sondern zunächst an dessen Pferd. Unwillkürlich stockte sein Schritt. Dieses Pferd war … speziell.
Er konnte nicht genau benennen, was es war, das ihn das schöne Tier mit einem eigenartigen Gefühl von Respekt mustern ließ. Sein Herz schlug plötzlich so schnell wie nach der Anstrengung, den Holzkarren zu ziehen.
Dies war kein gewöhnliches Pferd. Er spürte es tief in seinem Herzen. Ehrfurcht erfüllte ihn, das Gefühl auf ein Wesen blicken zu dürfen, dessen er nicht würdig war.
Es war ein großer, kräftiger Schimmel mit guter Bemuskelung. An den Flanken und auf der Kruppe war er noch grau geäpfelt. Sein feiner Kopf wirkte edel, die breite Stirn ging in einem eleganten Bogen in die Nüsternpartie über. Große, sehr ausdrucksstarke und dennoch sanfte dunkelbraune Augen blickten Feyk merkwürdig taxierend an. Rings um das Pferd schien die Luft im weichen Abendlicht seltsam zu flimmern, als ob Feyk eine Art Luftspiegelung an einem heißen Tag beobachten würde.
Verunsichert starrte er das schöne Pferd an. Ein solches Tier hatte er noch nie zuvor gesehen. Die Pferde der Bauern waren meist schwere Kaltblüter. Vor den Kutschen, die gelegentlich hier hielten, waren ebenfalls stets gröbere Tiere angespannt und selbst den Reitpferden der Gäste fehlte diese Art Eleganz, die dieses Pferd umgab. Es wirkte edel und erhaben.
Das Tier schnaubte leise. Der Laut hallte seltsam in Feyks Ohren nach, einem Wort einer fremden Sprache ähnlich, dessen Sinn er nur annähernd fassen konnte. Der Gedanke entglitt ihm sofort und Feyk schüttelte irritiert den Kopf. Gewiss spielten ihm seine Sinne einen Streich. Das rotgoldene Abendlicht verwirrte ihn.
Entschlossen trat Feyk näher, den Kopf gehorsam geneigt, wie es einem Chiad zustand. Erneut schnaubte das Pferd. Sofort wandte sich der Gast ihm zu und ignorierte das muntere Geplapper Jaskors, der sich weitläufig über die Vorzüge seines Gasthofes ausließ. Dunkelgrüne Augen fixierten Feyk, zwangen ihn wortlos dazu, näherzutreten und dem intensiven, forschenden Blick standzuhalten.
Ganz eindeutig: Dieser Mann war kein Westländer. Er war viel größer als Feyk es je zuvor gesehen hatte. Fast schwarze Haare umrahmten sein braungebranntes, wettergegerbtes Gesicht, bildeten in ihrer lockigen Leichtigkeit einen Kontrast zu seinem kantigen Antlitz. Raue Bartstoppeln verdunkelten sein Kinn. Der Fremde wirkte muskulös, ohne allerdings bullig zu erscheinen, strahlte eher jene Art von sehniger Kraft aus, die Feyk von den Fallenstellern kannte. Unverwandt sah er Feyk an, der sich unter seinem Blick äußerst unwohl fühlte und unwillkürlich kleiner machte.
Solche Blicke kannte er zu Genüge und wusste, was sie für ihn bedeuten konnten. Ohne sein Zutun krampften sich seine Hände in die abgewetzte Hose. Manchmal täuschte er sich. Vielleicht hatte dieser intensive Blick, der den Stoff durchdrang und auf seinem Körper zu ruhen kam, nichts zu bedeuten. Doch Feyk lebte lange genug in Jaskors Gasthof, um diesbezüglich keinen Illusionen mehr zu erliegen.
„Ah, da bist du“, begrüßte ihn sein Herr ungeduldig und winkte ihn hastig heran. „Hier ist ein neuer Gast und ich möchte, dass du dich besonders sorgfältig um sein Pferd kümmerst.“ Jaskor zog Feyk am Arm heran und schob ihn vor sich, direkt vor den großen Fremden.
„Mein Bursche kennt sich sehr gut mit Pferden aus“, gab Jaskor vor dem Gast an. „Viele Bauern der Umgebung bringen ihre Tiere extra her, weil er ein spezielles Gespür für ihre Krankheiten hat.“ Tatsächlich schwang etwas wie Stolz in Jaskors Stimme mit. Feyk hatte in der Gegend einen gewissen Ruf als Pferdekenner, was seinem Herrn viele zusätzliche Gäste sicherte. Natürlich ließ sich dieser jede Hilfe, die sein Chiad einem Bauern zuteilwerden ließ, teuer bezahlen.
„Ist das so?“, erkundigte sich der neue Gast scheinbar mäßig interessiert und betrachtete Feyk dennoch eindringlicher. Seine Stimme war voll und klang befehlsgewohnt.
Vielleicht ist er ein reisender Händler, vermutete Feyk und musterte verstohlen die Kleidung des Mannes. Über den schwarzen, eng anliegenden Hosen aus einem festen, teuer wirkenden Stoff, trug er lange Stiefel mit einer aufwändigen Schnürung. Ein grünes Hemd mit gebauschten Ärmeln wurde teilweise von einer schwarzen Weste verdeckt. Über dem Arm lag ein dunkelgrüner Umhang aus einem schweren, dicht gewebten Wollmaterial.
„Gerade letzte Woche hat der Bauer unten aus dem Dorf sein Pferd hergebracht“, erzählte Jaskor beflissen. „Seit drei Wochen lahmte der Gaul und mein Chiad hat die Schulter des Tieres angehoben und schon lief das Pferd wieder wie ein junges Fohlen.“
Jaskor nickte bekräftigend. Feyks Gesicht hingegen blieb ausdruckslos. Es stimmte, was sein Herr dem Gast erzählte. Das Pferd hatte sich wahrscheinlich die Schulter gezerrt. Feyk hatte es am Bewegungsablauf gesehen, als der Bauer es auf den Hof geführt hatte. Dergleichen geschah öfters, wenn ein Pferd seitlich ausrutschte. Feyk hatte lediglich die Schulter gelockert und den vermutlich eingeklemmten Nerv befreit. Für den Bauern, der nur dieses eine Pferd hatte, war es einem Wunder gleichgekommen. Er hatte Jaskor reichlich mit Naturalien entlohnt und ein Lichtritual für die namenlosen Götter vollzogen.
Der Fremde nickte wohlwollend.
„Dann wird er sich wohl wirklich um meine Stute kümmern können. Bitte tränke sie ordentlich und gib ihr reichlich gutes Heu, Junge.“ Er drückte Feyk die Zügel in die Hand.
Wortlos führte dieser das Pferd davon, spürte den Blick des Mannes weiterhin prüfend in seinem Rücken. Jaskor redete weiterhin auf den fremden Gast ein und geleitete ihn schließlich zum Gasthaus.
„Komm, meine Schöne“, forderte Feyk das Pferd leise auf und betrat mit ihm den Stall. Hier fühlte er sich wirklich zuhause, dies war sein Reich. Staub flirrte in der Luft, leuchtete blitzend auf. Der Duft von Heu, Pferd und Leder erfüllte die Luft und durch die Ritzen der hölzernen Wände fanden Sonnenstrahlen ihren Weg in den Raum.
Routiniert sattelte und trenste Feyk die Stute ab und rieb ihr verschwitztes Fell anschließend mit einem Strohwisch trocken, während sie bereits genüsslich an ihrem Heu kaute. Rotbrauner Staub war überall in ihrem Fell, sandig, wie es ihn nicht in dieser Gegend gab. Verblüfft besah sich Feyk den feinen, rötlichen Sand auf seiner Hand.
Er kannte diese Art von Staub: Dieser Sand war typisch für die Ebenen von Lacar, seiner Heimat, sehr viele Tagesreisen entfernt. Wenn es nicht völlig unmöglich wäre, dass dieser Sand sich länger als ein oder zwei Tage im Fell eines schwitzenden Pferdes halten würde, hätte er darauf geschworen.
Unmöglich. Kein Pferd konnte eine solche Distanz in derartig kurzer Zeit absolvieren.
Kopfschüttelnd säuberte Feyk seine Hände und warf den Strohwisch in die Box. Lacar und seine ersten Lebensjahre dort lagen lange Zeit zurück. An viel mehr als die endlosen, rötlichen Sandsteppen, den warmen Wind und den staubigen Geruch konnte er sich auch nicht wirklich erinnern.
Leise unterhielt er sich mit dem Pferd, wohl wissend, dass er insgeheim versuchte, Zeit zu schinden, bis er in der Gaststube seinen Pflichten nachkommen musste. Der intensive Blick des neuen Gastes ging ihm nicht aus dem Kopf. Der fremde Mann faszinierte und ängstigte ihn gleichermaßen.
Woher er wohl kam und was er war? Für einen Händler erschien er Feyk zu schlank. Die meisten waren feister. Dieser Fremde wirkte vielmehr so, als ob er sich seiner Haut gut erwehren könnte. Sein Körper war trainiert, die Arme kräftig. Ein Kämpfer vielleicht? Ein Mann, der mit dem Schwert umgehen konnte? Aber was würde ihn hierher führen und warum trug er derart kostbare Kleidung? Sein Gesicht entbehrte nicht einer gewissen Attraktivität, dachte Feyk beschämt, denn dies waren Gedanken, die ihm, einem Mann, nicht zustanden. Die namenlosen Götter übersahen meist gnädig die Lusterfüllung unter Männern, doch die Dämonen lauerten in den Schatten, bereit sich desjenigen zu bemächtigen, der Anspruch auf Gefühle oder mehr erhob. Es wurde gemunkelt, dass in einigen Gebieten im Südostreich Männer mit anderen Männern den Lichtbund eingingen. Undenkbar.
Die Stute neben ihm schnaubte und stieß auffordernd gegen den bereits geleerten Wassereimer.
„Hast du noch Durst?“ Feyk machte sich gleich daran, weiteres Wasser aus dem Brunnen hinter dem Stall zu holen. Auf dem Innenhof stockte er, als er auf Jaskor und den Knecht Gutram traf, die vor dem vollen Holzkarren standen. Feyks Hoffnung, unbemerkt zu bleiben, schwand in dem Moment, als Jaskor sich umdrehte und ihn natürlich sofort entdeckte.
„Beeile dich, Chiad! Wenn das Viech versorgt ist, erwarte ich dich in der Gaststube. Gutram wird deinen Karren abladen. Dieser Gast sah dich so an, als ob er dich womöglich heute Nacht noch gebrauchen kann, also streng dich an, ihm zu gefallen.“ Feyk senkte hastig den Kopf, damit sein Herr das zornige Aufblitzen seiner Augen nicht sehen konnte.
Täglich musste er körperlich viel und hart arbeiten. Das machte ihm weitaus weniger aus, als wenn er am Abend auf ein Zimmer gerufen wurde und einem der Reisenden zu Diensten sein musste. Zu seinem Glück bevorzugten die meisten Gäste Mirke oder eine der Mägde. Oft genug musste er sich jedoch dazu hergeben. Meistens war nur das Geschick seiner Hände und Lippen gefragt, gelegentlich auch mehr. Dann lag er still, schloss die Augen, verschloss die Ohren vor ihren Lauten und hoffte lediglich, dass es schnell vorübergehen und die Schmerzen enden würden. Selten war einer der Gäste vorsichtig mit ihm. Als er jünger gewesen war, hatte er sich noch dagegen gewehrt. Jaskors Schläge mit dem Stock, wenn er nicht tat, was man von ihm verlangte, hatten allerdings bald schon jeden Widerstand gebrochen.
Noch war Feyk jung und sein schlanker Körper, das schmale Gesicht mit den großen Augen attraktiv genug, um die Männer zu interessieren. Irgendwann würde es damit vorbei sein und man würde ihn endlich in Ruhe lassen. Die Götter wussten wann. Dieses Leben gehörte nicht länger Feyk. Jaskor konnte nach Belieben mit ihm verfahren, jedes Aufbegehren dagegen war sinnlos.
Rasch eilte Feyk zurück in den Stall und hielt dem Pferd das Wasser vor. Gierig trank es auch den zweiten Eimer zu Hälfte leer.
„Du hast aber gewaltig Durst“, murmelte Feyk und strich dem Pferd mit einer Hand über die Stirn, zauste sanft die weißen Haare.
„War es ein harter Ritt? Hat dein Herr dich so gehetzt?“, erkundigte er sich mitfühlend. „Warte, ich hole dir gleich noch mehr Wasser.“ Zärtlich murmelnd kraulte er durch das weiche Fell und blinzelte verblüfft. Die Luft über dem Widerrist des Tieres schien erneut merkwürdig zu flirren. Unter seiner Hand vibrierte das Pferd und Feyks Rücken überzog ein leichter Schauer. Überrascht stolperte er einen Schritt zurück. Mit einem leisen, sirrenden Ton breiteten sich aus den Schultern des Pferdes nahezu durchsichtige, in allen erdenklichen Blau- und Grüntönen schimmernde Flügel aus.
„Götter!“, stieß Feyk bestürzt hervor.
Was war das? Noch nie zuvor hatte er ein solches Lebewesen gesehen. Trotzdem wusste er genau, was es sein musste: ein Pegasus!
Viele Legenden berichteten von diesen Geschöpfen, von ihrer Schönheit, der Anmut ihrer Bewegungen, den magischen Flügeln, die sie über jedes Hindernis trugen, der sagenhaften Schnelligkeit dieser pferdeähnlichen Wesen. Sehr wenige Menschen hatten sie je zu Gesicht bekommen. Hinter vorgehaltener Hand redeten die Völker im Nordwestreich darüber, dass Aclodh, der Herrscher des Südostreiches, wahrhaftig einige dieser magischen Wesen in seinen Diensten haben sollte. Seine Pegasusreiter waren angeblich böse Spione, die heimlich das Nordwestreich durchstreiften, unerkannt Zwietracht säten und Unfrieden stifteten. Saboteure, die die Ernten ungenießbar machten, Heuschober anzündeten und den Untertanen ihres Herrschers Bohrun das Leben erschwerten, wo es nur ging.
Atemlos beobachtete Feyk fasziniert den Pegasus. Die filigranen Schwingen bewegten sich leicht hin und her, waren kaum mehr als ein Schimmern in der Luft, hauchzart wie die Flügel einer Libelle. Die großen, dunklen Augen blickten ihn offen an. In ihnen flackerte eine Intelligenz, wie Feyk sie bei einem normalen Pferd noch nie gesehen hatte. Zögernd trat er vor und berührte das Tier zaghaft an der Nase.
„Du bist wirklich ein Pegasus“, flüsterte er ehrfürchtig, wagte kaum, die silbrigen Haare, oder die weiche Haut der Nüstern zu streifen. Ein leises Schnauben war die Antwort. Wärme durchflutete Feyk, eine merkwürdig neue, geradezu euphorische Empfindung. Der Pegasus schnupperte zart an seinen Fingern. Wie eine Liebkosung strich sein warmer Atem über Feyks nackte Unterarme.
„Du bist wunderschön“, raunte er kaum hörbar, völlig hingerissen von der Anmut des Tieres. Erneut erhielt er ein leises Schnauben zur Antwort. Verwirrt sah er den Pegasus an, der sein Maul sanft und zutraulich in seine Hand schob. Behutsam schmiegte sich die Schnauze des Tieres an seine Finger, als erbettle es Berührungen, weitere Zärtlichkeiten. Ein feines Prickeln ging von dem Maul des Pegasus aus, übertrug sich auf Feyks Arm, zog hinauf und erfasste dessen ganzen Körper. Kribbelnde Wärme rann durch seine Adern, erhitzte die Haut und überzog sie mit feinen Schaudern.
Tief in sich spürte Feyk unendlich wilde Lauffreude aufsteigen, unbändige Freiheit, reine Lebensenergie. Überwältigt schloss er die Augen. Starke Emotionen, fremd und extrem intensiv erfassten ihn. Stärke, Schnelligkeit, Kraft; alles schien ihm zu gehören, ein Teil von ihm zu sein. Viel mehr als sein schwacher Menschenkörper bieten konnte. So viel mehr.
Er stand nicht länger im Stall, befand sich stattdessen auf dem Rücken dieses Tieres. Der schlanke Pferdekörper schnellte mit einem gewaltigen Satz in die Luft, fühlte sich warm und fest unter seinen Schenkeln an, nahm ihn hoch hinauf in die Luft. Wind rauschte in seinen Ohren, riss an seinem Hemd und seinen Haaren. Mit federhafter Leichtigkeit übersprang der Pegasus schemenhafte Bäume und Flüsse. Rasend schnell jagten sie dahin, waren eine Einheit, verschmolzen, völlig vereint. Der Wind pfiff kühl, zerrte an Feyks Körper, war Teil ihrer Symbiose. Nicht länger ein Mensch und ein Pferd, nur noch ein gemeinsames Wesen.
Die filigranen Flügel verschwammen flirrend im Sonnenlicht, wurden zu kaum sichtbaren blitzenden Lichtreflexen, die Mähne flatterte gleißend silbern im Wind.
Frei.
So frei wie nie zuvor, fern dem Erdboden, fern aller Fesseln.
Endlich.
Ein Geräusch hinter ihm riss Feyk brutal in die Wirklichkeit des Stalls zurück. Erschrocken fuhr er herum und löste dabei den Kontakt zu dem Pegasus. Ein dunkler Schatten kam durch die Stalltür herein. Entsetzt erkannte Feyk den Besitzer des Pferdes.
Zu spät, um zu fliehen, zu spät, sich zu verbergen. Feyk trat hastig von dem Pegasus zurück.
„Was treibst du da, Bursche?“, herrschte ihn der Mann auch schon an und kam rasch zur offenen Box, die Augen misstrauisch zusammengekniffen, das Gesicht drohend verzogen. Sofort zog Feyk sich seitwärts zurück und senkte verzagt den Kopf. Sein Atem beschleunigte sich, während seine Gedanken rasten, noch gefangen in dem überwältigenden Erlebnis von Luft und Freiheit.
„Nichts, Herr“, versicherte er hastig und wich zurück, bis er die Wand im Rücken spürte.
Götter, wenn dies ein Pegasus aus dem Südostreich war, war sein Reiter vermutlich ein Spion. Wenn dieser herausfand, dass er sein Geheimnis entdeckt hatte, würde er ihn gewiss töten. Hier und jetzt. Keiner würde ihm helfen.
„Ich ... ich habe … lediglich Euer Pferd … bewundert“, stotterte Feyk ängstlich und warf einen hastigen Blick zu dem Pegasus hinüber. Die Flügel waren allerdings verschwunden und das Tier wirkte wie zuvor: nichts als ein einfaches Pferd.
Bestürzt und verwirrt starrte Feyk auf die Schimmelstute, vergaß für einen Moment sogar den bedrohlichen Mann. Hatte er sich womöglich getäuscht? Gerade eben noch waren da diese schimmernden Flügel gewesen. Er hatte sie gesehen, er hatte es doch gespürt.
Der Fremde baute sich direkt vor ihm auf und sah ihn misstrauisch an. Rasch senkte Feyk den Kopf und behielt den Blick auf den halbleeren Eimer gerichtet.
„Bewundert?“, hakte der große Fremde argwöhnisch nach. Sein Blick bohrte sich in Feyk, veranlassten ihn dazu, den Kopf noch weiter zu senken.
Was sollte er tun, wenn der Mann ihn angriff? Er wusste nicht, wie er sich wehren sollte und er hatte keine Waffe. Feyk konnte nur so tun, als ob er nichts gesehen hätte. Nichts durfte er sich anmerken lassen.
„Es ist … sehr schön … und freundlich“, stammelte er, wagte es nicht, den Blick zu heben. Bei seinem Herrn hatte er schnell gelernt, dass es besser war, wenn man ihm nicht in die Augen sehen konnte.
Sein Gegenüber schwieg eine Weile und betrachtete ihn unablässig. Die Zeit zog sich zäh dahin, nur das Pferd machte raschelnde Geräusche, die in Feyks Ohren kaum weniger laut klangen als das Rauschen seines Blutes.
„Du hast sie also bewundert?“, erkundigte der Fremde sich, noch immer abweisend. „Sonst ist dir nichts an ihr aufgefallen?“ Feyk wagte es nicht mehr zu antworten, schüttelte zaghaft den Kopf.
Endlich, nach einer Ewigkeit trat der Fremde zurück und wandte sich seinem Pferd zu.
„So?“, machte er. Feyk war sich nicht sicher, ob er ihm wirklich glaubte. Doch immerhin hatte der Mann ihn nicht angegriffen. Vorsichtig hob Feyk den Kopf. Der Fremde stand neben dem Pferd und klopfte dessen Hals, seine Hände strichen prüfend über das weiche Fell. Er seufzte und lächelte urplötzlich, verlor etwas von seiner Bedrohlichkeit. Noch immer fühlte sich Feyk indes von ihm lauernd beobachtet.
„Das ist wohl wahr. Niftha ist etwas Besonderes“, meinte der Mann zärtlich und kraulte dem Pferd die Mähne.
„Sie … sie war sehr durstig“, erklärte Feyk leise, um erneut die lastende Stille zu unterbrechen. Vielleicht konnte er jetzt einfach gehen?
„Ich habe sie getränkt und ihr reichlich Heu vorgelegt.“ Er hoffte, dass der Mann endlich diesen forschenden Blick von ihm nehmen und ihn entlassen würde. Im Moment wollte er zu gerne zurück in die Gaststube, fort von dem bedrohlichen Mann und seinen bohrenden Augen.
„Du hast sie sogar gestriegelt?“, erkundigte sich der Fremde unvermittelt. Feyk hob das Kinn eine winzige Kleinigkeit, um zu beobachten, wie der andere Mann prüfend über das weiße Fell strich. Feyk nickte rasch und strich sich in einer möglichst unauffälligen Geste die feuchten Hände an der Hose ab. Noch immer zitterten sie verräterisch.
„Ja, Herr. Trockengerieben und gestriegelt. Soll ich noch etwas für Euer … Pferd tun?“ Das Wort kam ihm nicht leicht über die Lippen. Es ist ein Pegasus, raunte es in seinem Kopf, und du hast ihn gesehen!
„Nein, ich denke, sie hat alles, was sie braucht.“ Der Fremde fuhr prüfend die Beine des Pferdes ab.
„Dann ... gehe ich jetzt“, brachte Feyk hervor und schob sich Richtung Tür. Wenn er die Box verlassen hatte, war er außerhalb der Reichweite des Mannes. Er musste nur weit genug von ihm wegkommen. Mühsam hielt er sich zurück, nicht zu hastig hinauszustürzen.
Den ganzen Weg bis zur Stalltür spürte er den Blick des Fremden in seinem Rücken, befürchtete, bis er die Hand auf den Riegel legte, noch ein Messer im Rücken oder einen Schlag, der ihn zu Boden werfen würde. Nichts dergleichen geschah.
Rasch schob Feyk die Tür auf und war schon beinahe hindurch, als ihn die harsche Stimme des Mannes zurückhielt:
„Wie heißt du, Bursche?“
Langsam wandte er sich um, sein Blick huschte unruhig hin und her und er befürchtete, dass man ihm seine Angst nur zu genau anmerkte.
„Feyk, Herr“, antwortete er leise, die Stimme zitterte, drohte seine Schuld zu verraten. Der Fremde klopfte seine Stute noch einmal und verließ die Box. Sein Blick war unverwandt auf Feyk gerichtet und dieser wagte es nicht, sich zu rühren. Mit angehaltenem Atem sah er den Fremden näherkommen.
„Feyk also.“ Der Mann blieb vor ihm stehen.
„Dein Herr hatte recht, du verstehst dich gut mit Pferden.“ Seine Stimme hatte die vorige Schärfe verloren. „Niftha lässt nicht jeden so nahe an sich heran.“
„Danke, Herr“, antwortete Feyk. Die Nähe des Mannes ängstigte und verwirrte ihn zugleich. Ihn umgab der Geruch von Pferdeschweiß und dem Staub der Straßen. Darunter lag eine Note, die Feyk dennoch anzog: herb und männlich. Bebend sog er den Duft ein. Die Muskeln spielten unter dem Stoff des Hemdes und das kantige Gesicht war undurchdringlich. Diese Augen ... Einen Moment lang starrte Feyk ihn an. Etwas in diesen dunkelgrünen Augen weckte ungebührliche Gefühle in ihm, gemahnte ihn an seltsame Träume in kalten Nächten.
Das ist verrückt. Dieser Mann ist ein Feind des Herrschers Bohrun, ein Eindringling in das Nordwestreich, ermahnte sich Feyk und wandte den Blick ab.
„Ich ... ich muss zurück“, erklärte er, ohne den Mann noch einmal anzusehen. „Jaskor wird ärgerlich werden, wenn ich hier noch länger brauche.“ Damit drehte er sich ein wenig zu hastig um und stürzte eilig davon. Es war ihm egal, ob der Fremde es bemerkte, er wollte nur noch weg von ihm und den widersprüchlichen und verwirrenden Gefühlen, die seine Gegenwart auslöste.


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