Sie sind immer in deinem Herzen

von Bluegummi
GeschichteAllgemein / P16
Hei
02.09.2011
21.10.2011
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02.09.2011 1.236
 
Die Polizisten waren unruhig. Man rettete viele Kinder, aber niemand wusste, wieviele noch drinnen waren. Das Feuer konnte man kaum bändigen. Als würde es irgendjemand immer wieder anzünden. Die Feuerwehr hatte einen Einsatz von 150% und doch schien die Situation hoffnungslos. Polizistin Misaki zählte die Kinder und überprüfte mit Hilfe der Klassenlisten, wer noch fehlte. Endlich waren alle Schüler draussen. Jedenfalls hatten alle Eltern ihre Kinder zurück und niemand war mehr unruhig. Plötzlich erschrak Misaki.  "Rika Jasakura, 12 Jahre, 7. Klasse ist noch drinnen!", schrie sie plötzlich. Alle dachten, dass man jeden evakuieren konnte und jetzt das. "Da können wir nicht mehr hinein", entgegnete ihr ein Feuerwehrmann kühl. Auch die anderen Kinder schien dies kaum zu stören. >Wer ist wohl diese Rika, das arme Kind>, dachte sich die Polizistin, als sie dies bemerkte. Verzweifelt versuchte sie das Gebäude zu betreten, aber bei jedem Eingang standen ihr Flammen im Weg. Niemand könnte mehr hinein und das Mädchen retten. Das Einzigste, was die Feuerwehrmänner taten, war, überall Auffangmatten aufzustellen, damit sie aus dem Fenster springen könnte. Wahrscheinlich war das Mädchen bereits bewusstlos  und könnte gar nicht mehr springen. Trotzdem hörte man  das Klirren von Fensterglas. >Ist sie also doch gesprungen?<, fragten sich alle Beteiligten. Die Feuerwehrmänner fingen etwas Unerwartetes ab. Ein Junge, ungefähr im gleichen Alter wie das Mädchen, war gesprungen. Die bewusstlose Rika hatte er fest umschlungen, damit er wahrscheinlich den Aufprall für sie mindern konnte.  Die Leute starrten alle ungläubig zu den beiden. "Hat den jemand schon mal gesehen?"- "Wer ist das?" "Ihr dämlichen Polizisten habt euch tatsächlich verzählt!" - "Oh der arme Junge..." Nun waren Misakis Nerven am Ende. Niemand kümmerte sich um das Mädchen, aber bei einem rätslhaften Jungen waren natürlich alle interessiert. Sie schimpfte mit den Leuten. "Ihr habt jetzt eure Kinder. VERSCHWINDET!". Dann wandte sie sich zu Saito. "Bringen Sie die beiden ins Krankenhaus. Ich suche unterdessen ihre Eltern."

Rikas Sicht:
>So sieht es also nach dem Leben aus. Ganz schön schwarz. Vielleicht sogar noch dunkler als schwarz, so einsam wie es hier ist.< Erst jetzt merkte ich, dass ich meine Augen öffnen konnte. Hatte ich etwa alles nur geträumt? Nein, überall hatte ich Schmerzen. Lebte ich also noch? Jetzt war meine Sicht schon ein wenig klarer. Um mich herum waren einige fremde Leute. Offensichtlich war ich in einem Bett. Obwohl ich mich kaum bewegen konnte, blickte ich neugierig umher und konnte eins und eins zusammenzählen. Ich war in einem Krankenhaus! Mein Körper fühlte sich noch ziemlich schlaff an. Das konnte ich irgendwie verstehen. Soweit ich mich erinnern konnte, war ich in einem brennenden Schulhaus. Trotzdem hätte ich zu gerne gewusst, wie ich da entkommen konnte. Mir würde ganz bestimmt niemand helfen.

Schliesslich nannten alle meine Familie "Monsterzüchter". Mein Spitzname war "Monsterweib".  Das nur, weil ich einen Bruder hatte, einen richtig lieben mal angemerkt, der zu einem Contractor wurde.  Bald darauf erschien eine seltsame Organisation, die ihm ein Angebot machte. Ich hätte niemals erwartet, dass er annehmen würde, aber er hatte es einfach so getan. Seitdem hatte ich ihn nie mehr gesehen. Meine Eltern erklärten mir, dass jeder Contractor einen Stern besitzen würde. Sie zeigten mir den Stern meines Bruderherzes. "Solange du ihn sehen kannst, lebt er noch." Mit so wenigen Informationen konnte ich mich nicht zufrieden geben. Ich hakte immer wieder  nach, aber sie wollten mir nicht mehr erzählen. Irgendwann merkte ich, dass es sich da wirklich um ein heikles Thema handelte. Deshalb hatte ich sie damit in Ruhe gelassen und beobachtete immer wieder heimlich seinen Stern. Ausserdem besitze ich noch eine Zwillingsschwester. Obwohl sie zur Familie gehört, kann ich sie einfach nicht leiden. Wie gerne hätte ich doch jemandem von meinem kleinen Geheimnis erzählt! Meine dumme Schwester Rena hatte es entdeckt und zwang mich seitdem Tag für Tag zu irgendwelchen Sachen, damit sie es nicht weitererzählen würde!  Ich wurde nämlich auch zu so einem Contractdingens. In einer wolkenlosen Nacht hatte ich einen neuen Stern entdeckt. Erst einige Tage später bemerkte ich, dass es meiner war. Mit meiner Fähigkeit kann ich Metall beliebig manipulieren. Ich brauchte es nicht mal zu berühren. trotzdem bemerkte ich die Veränderung nicht, da ich irgendwie immer noch dieselbe war. Ich beschloss, es meinen Eltern nicht zu sagen, da sie das mit meinem Bruder schon so sehr belastet hatte. Irgendwie irrational, oder? Wahrscheinlich hatten Contractors wirklich manchmal noch Gefühle.  Trotzdem zog ich mich in letzter Zeit noch mehr zurück, weil ich einfach spürte, dass mich in der Schule niemand leiden konnte. Deshalb war ich sogar irgendwie wütend auf meinen Bruder, obwohl ich ihn ziemlich vermisste. Aber mein Heim zu verlassen und für eine Organisation zu arbeiten käme für mich kaum in Frage. Meine Schwester würde dies vielleicht in Kauf nehmen, wenn sie angemessen bezahlt werden würde. Für Geld tat sie alles. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie hier der Contractor war und nicht ich. Trotzdem war ich ein wenig verwundert, dass sie sich nicht sonderlich wunderte deswegen. Sie sagte bloss: "Du auch?" Trotz ständigem Nachhaken sagte sie mir bis heute nicht, was sie damit meinte. Ja, unter ihren Bedingugnen hatte sie extra noch aufgeführt, dass ich das nie mehr erwähnen dürfte, ansonsten, ach, ich wüsste ja schon, was passieren würde. Ich fragte mich immer, ob sie nicht merkte, dass sie mich fast mehr belastete, als mein Bruder. Wahrscheinlich zog ich mich deshalb immer mehr zurück und vereinsamte langsam.

Also, wie könnte jemand auf die dämliche Idee kommen, mich, die so nutzlos ist und war, zu retten? Jetzt konnte ich mich wieder ein wenig mehr bewegen. Endlich konnte ich sitzen. Ein besorgter Mann fragte mich, wie es mir gehen würde. "gut", antwortete ich kühl. Darauf er: "Wir haben deine Eltern verständigt. Sie werden bald hier sein." Dann zeigte er zu seiner Linken. "Kennst du ihn? Er scheint dich gerettet zu haben, ist aber noch nicht aufgewacht und niemand weiss etwas über ihn." Ich schüttelte den Kopf. Diesen Jungen hatte ich noch nie gesehen. War er etwa mein Retter? Wie könnte ein so kleiner Junge mich retten, wenn es, so wie mir der Polizist erzählte, nicht mal der Feuerwehr möglich war? Endlich erschienen meine Eltern und umarmten mich ganz lieb. Sie weinten und waren wahrscheinlich auch erleichtert, dass es mir gut ging. Meiner Schwester war ich natürlich egal und sie war nicht erschienen. Dann jedoch wendeten sie sich von mir ab und liefen zu  dem Jungen. "Das ist er, nicht wahr?", fragten sie den Polizisten, der darauf bloss nickte. Sie traten wieder an mein Bett. "Schatz, diesem Jungen kannst du dein Leben verdanken. Er hatte es irgendwie geschafft, dich da rauszuholen. Leider weiss niemand etwas über das bewusstlose Kerlchen und daher haben wir beschlossen, ihn vorerst bei uns aufzunehmen. Jedenfalls solange, bis sich seine Eltern melden oder er aufwacht und uns ihre Namen sagt." Sie lächelten den Kleinen an und wahrscheinlich sahen sie in ihm meinen Bruder, der ja auch zum Drillingstrio gehörte. Ja, wir waren eigentlich nicht Zwillinge, sondern Drillinge. Mit einem unterdrückten Gähnen fragte ich sie: "Wo wart ihr eigentlich, als alle über das Feuer informiert wurden und zum Schulhaus hetzten?" Meine Eltern konnten mir aus irgendeinem Grund nicht in die Augen schauen und blieben stumm. >Das werde ich schon noch herausfinden.<
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