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Hell's Kitchen

Kurzbeschreibung
GeschichteÜbernatürlich, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Engel & Dämonen Zauberer & Hexen
31.08.2011
18.09.2015
26
132.324
2
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31.08.2011 2.671
 
Hell’s Kitchen


Prolog

Alles hat irgendwann mal einen Anfang. Denn: Ohne Anfang kein Ende, ohne Ende kein Ziel - der Stillstand ist der Tod; in der Bewegung liegt die Kraft. Und wenn es dann begonnen hat, wenn die Ereignisse einmal ins Rollen gebracht wurden, kann man sie nur schwer wieder aufhalten.
Wie ein Stein, der sich vom Fels löst und mit zunehmender Geschwindigkeit den Abhang hinunterpurzelt, bis er so viel Kraft erreicht hat, dass nur noch die Wucht des Aufpralls ihn stoppen und vielleicht sogar zerstören kann. Von alleine wird er nicht anhalten, selbst wenn er es wollte, er könnte es nicht. Doch wer weiß, was dem Stein auf seiner Reise noch alles widerfahren wird? Kein Weg ist eben und schon gar nicht dieser...

Die erste Hürde


In Dublin peitschte an jenem Tag ein so grässlicher Sturm, bei dem man Angst haben musste, er würde Bäume ausreißen und Dächer abdecken. Und so suchten die Bewohner der Stadt Unterschlupf in Cafes oder verbarrikadierten sich in ihren Wohnungen.
Mit aller Kraft lehnte Terra sich gegen den starken Herbstwind, während sie krampfhaft versuchte sich die Zeitungsausschnitte nicht aus den klammen Händen reißen zu lassen. An einer Hauswand suchte sie Schutz, um ein bisschen zu Verschnaufen und vergewisserte sich noch einmal, dass dies auch die richtige Gegend war. Seit Ewigkeiten war sie schon auf der Such nach der besagten 80m²-Wohnung, welche auf ihrem längst durchweichten Zeitungsfetzen stand; die Adresse kannte sie bereits auswendig, doch Terra weigerte sich, dieses nasse Stück Papier aus der Hand zu geben. Verbissen hielt sie es fest und steckte all ihre Hoffnung in diese Adresse, ihre letzte Chance auf eine einigermaßen bezahlbare Wohnung in so kurzer Zeit. Doch das Wetter schien sich gegen die junge Frau verschworen zu haben. Trotz ihrer Bemühungen sich nicht entmutigen zu lassen, ähnelte ihre Laune dem dunklen Himmel – düster, weil sie bis jetzt nur Absagen auf ihre Bewerbungen als Mitbewohnerin bekommen hatte. Niedergeschlagen rieb sie sich die Regentropfen aus dem kalten Gesicht und setzte ihren Weg fort.

Nach weiteren engen Gassen und jeder Menge Pfützen gelangte Terra zu dem gewünschten Haus und betätigte mit eisigen Fingern den Klingelknopf. Natürlich hatte es erst kurz zuvor zu Regnen aufgehört und der Wind, der durch die nassen Schichten ihrer Kleidung drang und sie jedes Mal frösteln ließ, pfiff auch längst nicht mehr annähernd so stark. Die Sekunden verstrichen ohne jegliche Reaktion auf ihr Klingeln. Stille. Terras Enttäuschung wuchs mit jedem erneuten Klingeln.
„Auch das noch!“, stöhnte sie. Schnaubend drehte sie sich wieder zur Straße und stolperte geradewegs einem jungen Mann in die Arme. Erstaunt half er ihr auf und erkundigte sich mit einem argwöhnischem Blick nach ihrem Wohlbefinden. Völlig verdattert klopfte Terra ihren Mantel sauber.

Um ihre anfängliche Tollpatschigkeit zu überspielen, schaute sie hoch, lächelte und wollte zu einem kessen Spruch ansetzten, als sie sein Blick traf. Schnell sah Terra zu Boden, biss sich auf die Lippe, murmelte nochmals „Entschuldigung“, bevor sie überstürzt Reißaus nahm.
Wie mürrisch der gucken konnte! Ihr Retter sah ihr hinterher, als sie mit schnellen Schritten die dunkle Straße entlang stapfte und leise vor sich hin schimpfte. "Oh man, wie peinlich! Ich mach mich ja total zum Idioten! Und dann noch dieses verdammte Wetter!"
Versunken in ihrem Selbstgespräch vergaß sie auf den Weg zu achten und schlitterte über das nasse Laub. Wild mit den Armen rudernd, versuchte sie verzweifelt das Gleichgewicht zu halten, doch als sie ihren Fuß wieder aufsetzte, brach der Absatz ihrer Stiefeletten und Terra landete mit einem erschrockenen Laut in der nächsten Pfütze. „Heute geht auch alles schief! Man, ich habe genug!“

Sie hätte vor Wut heulen können, doch das Gelächter, das an ihr Ohr drang, zwang sie die Tränen zurück zu halten. Mit einem resignierten Stöhnen schlug sie sich die Hände vors Gesicht und schüttelte nur hilflos den Kopf. Die näher kommenden Schritte verrieten ihr - ohne, dass sie aufsehen musste - wer ihr unter die Arme griff und sie mit Leichtigkeit wieder aufrichtete.
„Du scheinst wirklich Schwierigkeiten mit der Schwerkraft zu haben, was?“, grinste der junge Mann von vorhin und streckte ihr seine Hand entgegen.
„Eigentlich nicht.“, grummelte Terra und vermied es, ihn sowohl an zu sehen, als auch sich von ihm stützen zu lassen. Noch mehr Blöße wollte sie sich nicht geben!

„Und nun?“, fragte er weniger belustigt.
„Was, und nun?!“, fauchte Terra, starrte ihn zornig an, während sie ihren Absatz aufhob und vom Matsch befreite. Ihre schönen Schuhe, ruiniert! Der Witzbold zuckte mit den Schultern. Diese Selbstgefälligkeit konnte Terra jetzt gar nicht ertragen!
„Du hast doch gerade schon an unserer Türe gestanden, als du mir vor die Füße gefallen bist.“, erklärte er abfällig.
„Vor unserer Türe?!“, wiederholte sie ungläubig und ließ die Fäuste sinken.
Prüfend sah er sie an und strich sich nachdenklich durch seine schwarzen, zerzausten Haare. Ein paar Regentropfen funkelten darin. Langsam nickend packte er sie am Ärmel und zog sie mit sich.
Terra war verblüfft, fasste sich aber schnell wieder. Unter Protest und heftiger Gegenwehr, die ihr eigentlich mehr Probleme als Nützen brachte, schleppte er sie wieder zurück bis zur Haustüre. Während er nach seinem Schlüssel kramte und Terras Wortschwall ignorierte, wurde die Tür plötzlich von innen geöffnet.

Mit missbilligendem Blick betrachtete der hübsche Blonde in der Tür das Bild, was die beiden boten. „Verflucht, Leon! Was brauchst du so lange?! Ich bin in der Zwischenzeit fast verhungert!“, schnauzte er und musterte Terra intensiv, die demonstrativ weg sah. „Wer’s das?“, nuschelte er mit einem Kopfnicken in ihre Richtung.
„Deine Bewerberin.“, knurrte der Angesprochene. Der Blick, mit dem er sein Gegenüber bedachte, hätte kälter nicht sein können.
Immer noch mit Terra im Schlepptau, zwängte er sich an dem Blondschopf vorbei in den Hausflur. Fassungslos starrte sie auf seinen Hinterkopf und wollte stehen bleiben, wurde aber weiter mitgeschliffen.

„Was?! Aber woher wusstest du, dass -“, begann sie während die Drei die Treppen hinaufstiegen, doch der Typ, der vorhin Leon genannt wurde, unterbrach sie: „Was? Dass du ausgerechnet zu uns wolltest? Außer Fin und mir lebt hier niemand mehr. Nebenbei warten wir schon seit einer ¾ Stunde auf dich.“
Dieser sogenannte Fin stieg inzwischen hinter ihr die Treppe hoch und grinste sie verschmitzt an.
„Es war nur eine halbe Stunde!“, murrte Terra, die Schwierigkeiten hatte, ihre Uhr richtig zu lesen.
Im Inneren der Wohnung nahm Blondi ihr den Mantel, Schuhe und Schal ab und verschwand in die Küche, um alles gleich zum Trocknen direkt über bzw. auf die Heizung zu hängen.

„Möchte die hübsche Dame vielleicht irgendwas trinken... ehm… wie war noch gleich dein Name?“, erkundigte er sich sehr freundlich.
„Terra. Ja bitte, irgendetwas! Tee, Kaffee, egal - Hauptsache etwas Warmes!“, antwortete sie und ließ neugierig ihren Blick durch Raum streifen. Sie spürte allmählich die Wärme wieder durch ihre erfrorenen Gliedmaßen strömen.
„Terra, was für ein wunderschöner Name...“, sinnierte er und sah ihr tief in die Augen. Sie brachte ein nervöses Lächeln zustande und kam ein paar Schritte weiter in den Raum hinein.
Leon, der sich in der Zwischenzeit selbst versorgt hatte, war wieder zurückgekehrt und bot ihr an sich zu setzen. Höflich lehnte Terra das Angebot ab, indem sie beschämt auf ihre nasse Kleidung zeigte.

„Das ist allerdings tragisch... Mh... was machen wir denn da?“ Fin hatte den Kopf schief gelegt und ein sehr breites Grinsen im Gesicht. Er sah keineswegs so aus, als würde er diesen Umstand bedauern.
„Unsere Badewanne steht dir gerne zur Verfügung. Nicht, dass du nachher noch eine dicke Erkältung bekommst! Das könnte ich mir nie verzeihen!“ Terra entging nicht, dass Leon bei diesen Worten die Augen verdrehte.
„Während deine Sachen ein wenig trocknen, leihe ich die gerne was von mir aus. Und falls du jemanden brauchen solltest, der dir den Rücken schrubbt…“, fügte Fin zwinkernd hinzu.
Sein Mitbewohner bedachte ihn mit einem mahnenden Blick und knurrte nur: „Fin…“.
Terra war sich nicht sicher, was sie darauf antworten sollte. „Ich weiß nicht... Ich denke, ich habe euch schon genug Unannehmlichkeiten bereitet.“ Betreten sah sie zu Boden.
Sie kam sich unbeholfen und völlig fehl am Platz vor und hoffte, dass ihr Aufenthalt nicht mehr allzu lange dauern würde. Aber dann fuhr ihr die Erkenntnis durch den Kopf, dass sie diese Wohnung ganz dringend brauchte. Sie musste sich hier also beweisen! Entschlossen hob sie den Kopf und straffte die Schultern. Terra wollte auf gar keinen Fall mickerig wirken.

Immer noch seinen Mitbewohner fixierend, unterbrach Leon ihre Gedanken: „Fin hat Recht, du solltest dir wirklich was Trockenes anziehen. Er wird sich hüten, dir dabei zuzusehen, nicht wahr?!“
Dieser hob abwehrend die Hände und beteuerte lachend seine Unschuld. Seufzend nickte Terra und ließ sich in eins der anderen Zimmer führen, in dem sie sich ungestört umziehen konnte.
„Lustmolch!“, fuhr es ihr bei dem Gedanken an Fins Worte durch den Kopf. „Nicht zugucken?! Das ist ja wohl eine Selbstverständlichkeit!“

Langsam krümmte sie ihre Finger und streckte sie wieder, um etwas mehr Gefühl darin zu bekommen. Selbst diese vermeintliche Kleinigkeit, wie das Ausziehen, erwies sich, wegen der klammen Glieder und den an ihr klebenden, durchnässten Schichten Kleidung als kompliziert. Gefühlte Stunden später hatte sie es endlich geschafft und mühte sich in die trocknen Klamotten, während ihr Gedanken durch den Kopf wie ein Schwarm aufgewühlter Schmetterlinge flirrten.
Wie konnten die beiden nur miteinander auskommen?! Sie schienen total verschieden. Normalerweise würde sie nie in eine solche Wohnsituation ziehen wollen, Streit war hier ja vorprogrammiert. Aber sie hatte keine Wahl, sie brauchte eine Unterkunft und am besten diese, da sie keine Alternative hatte.

Immer noch ein wenig nachdenklich verließ sie das Zimmer, schloss leise hinter sich die Türe und ging wieder zurück in die Küche. Sie trug eine Jogginghose und ein Shirt von einem der beiden, die ihr viel zu groß am Körper herunterhangen. Die hochgeschobenen Ärmel rutschten bei jeder Bewegung erneut herunter und auch die Beine der Hose waren so lang, dass Terra die Säume sooft umgeschlagen hatte, dass sie wie zwei dicke Ringe aussahen. Die Füße, die aus ihren herausragten, wirkten viel zu klein in ihren Schwarzen Socken.
Terras kurzen, dunkelbraunen Locken waren notdürftig trocken gerubbelt und hingen ihr jetzt wirr im Gesicht.
Fin pfiff anstößig und grinste schelmisch. „Nicht jeder kann in Leons Klamotten auch noch sexy aussehen.“ Verlegen lächelte Terra, traute sich aber nicht den Dunkelhaarigen direkt anzusehen. Insgeheim hatte sie sich schon gefragt wem die Kleidung gehörte, weil sie den anhaftenden Geruch umwerfend fand. Heimlich sog sie den Duft ein, als sie sich zu ihnen setzte. Ein frisch gebrühter Tee stand auf dem Tisch, den sie dankend zu sich heran zog.
Nachdem die Kälteschauer etwas nachgelassen hatten, kehrten Terras alter Lebensgeister zurück.

„Also, hab ich das jetzt richtig mitbekommen? Du bist Fin…“, sie zeigte auf den Blonden, „und du Leon?“ Sie tippte dem Schwarzhaarigen auf die Brust, als beide nickten, nahm Terra noch einem kräftigen Schluck von dem heißem Tee.
„Die Wohnung ist riesig! Habt ihr reiche Eltern, die euch das alles bezahlen oder wie? Egal, meinetwegen können wir mit dem Bewerbungsgespräch anfangen. Ich bin Terra Maguire und suche eine Bleibe hier in der Umgebung. Ich bin sehr ordentlich, sehe aber nicht ein für euch die Hausfrau zu spielen…“ redete Terra drauf los und sofort schoss ihr wieder das Blut in den Kopf „Ehm, ich meine…“ stotterte sie.

„Mach keinen Stress, Leon und ich können selbst anpacken. Wir verdienen unser Geld selbst, nicht wahr Bruderherz?“ Fin grinste Leon an, der mit hochgezogener Augenbraue seinem Blick begegnete.
Terra verschluckte sich an ihrem Tee. „Ihr seid verwandt?“, stieß sie hustend hervor. „Verschieden wie Tag und Nacht, was?“ Blondi lachte und fuhr dann theatralisch fort: „Ja, es ist wahr - der Langweiler da ist mein älterer Bruder!“
Ein wenig ungläubig sah Terra zu besagtem Bruder herüber. Seine blauen Augen wurden hart, als er sagte: „Es tut uns Leid, dir das sagen zu müssen, aber ich fürchte, dass du nicht der geeignete Mitbewohner für uns bist.“

Terra blieb der Mund offen stehen. Wie konnte er ihr so direkt seine Abneigung demonstrieren? Er hätte es wenigstens netter verpacken können! Nicht mal ein vernünftiges Bewerbungsgespräch, einfach so, ohne jeden Grund eine Absage vom allerfeinsten!
„Und warum…?“ war alles, was sie hervorbrachte. Fin senkte den Blick als er antwortete: „Naja, weißt du... Leon tut sich etwas schwer damit, dass... -“ „Du bist eine Frau.“, sagt dieser trocken.
Terra hätte es nicht für möglich gehalten, aber ihr Mund klappte noch weiter runter. „Das ist ja wohl nicht zu fassen! Ist euch das wirklich JETZT erst aufgefallen, dass ich WEIBLICH bin?! Ihr... ihr… Chauvinistenschweine!“

In ihrer Wut war sie vom Stuhl gesprungen und funkelte die Brüder böse an, während sie wild gestikulierend weiter keifte. Abwehrend hoben beide die Hände.
„Hey ganz ruhig, Süße. Wenn’s nach mir ginge, wärst du schon längst eingezogen.“ Fin war ebenfalls aufgestanden und wies mit dem Kopf in Leons Richtung.
„Süße?! Ich bin niemandes Süße! Schon gar nicht, wenn ich so behandelt werde! Also steck's dir sonst wohin!“
Der  jüngere der beiden hatte zwar keine Angst, allerdings gehörigen Respekt vor dieser kleinen Furie, denn sein letzter Satz hatte sie noch ein Stückchen höher auf die Palme gebracht. Zu seinem Bruder gewandt lachte er amüsiert: „Was hast du uns da für einen Teufel mit ins Haus gebracht? Die macht uns ja regelrecht die Hölle heiß.“
Er zwinkerte. Leon fand das gar nicht komisch. „Lass den Scheiß!“, knurrte er. „Das ist alles andere als witzig!“

„Das find ich allerdings auch! Erklärt mir jetzt gefällig, was hier abgeht!? Darauf hab ich ja wohl ein Anrecht!“, zischte Terra und stützte die Arme auf die Tischplatte. Sie wirkte dadurch noch ein wenig bedrohlicher mit ihrem vorgestrecktem Kinn und den zusammengekniffenen Augen.
Fin lachte auf. „Du bist richtig niedlich, wenn du verärgert bist.“
Das brachte Terra völlig aus dem Konzept. Verdutzt starrte sie ihn an und richtete sich wieder auf. Erst nach einigen Sekunden fiel ihr ein, dass sie ja eigentlich sauer war. Aber er schien es ernst zu meinen, keine Spur von seinem Macho-Süße. Sie verschränkte beleidigt die Arme vor der Brust und ließ sich in den Stuhl fallen. „Ich warte immer noch!“

Fin sah seinen Bruder nur vielsagend an. Jetzt erst gab dieser seine Abwehrhaltung ein wenig auf und seufzte: „Wir hatten uns eigentlich darauf geeinigt, nur männliche Bewerber einzuladen, weil wir von vornherein keine Frau bei uns haben wollten. Allerdings hat Fin sich nicht an unsere Abmachung gehalten, wie sooft, und dir dadurch Hoffnung gemacht. Und das sollte ihm auch Leid tun...“
Schweigen erfüllte den Raum und es sah nicht so aus, als würde einer der beiden vorhaben, die Stille zu brechen.
„Warum?“ Terras Tonfall war ruhiger geworden, dennoch gab sie ihren letzten Widerstand nicht so leicht auf.
„Das geht dich nichts an.“ Leons Blick wurde wieder hart, doch Fin schlug ihm freundschaftlich auf die Schulter. „Wie wäre es, wenn wir ihr einfach eine Chance geben. Ich meine, sie hat auf jeden Fall Durchsetzungsvermögen und wir benötigen dringend eine starke Hand, sonst werde ich wahnsinnig! Ich kann kein Fast Food mehr sehen, ich brauch was Vernünftiges!“

***


Schritte, nur leises Tippeln – jemand huschte durch die Gänge. Eine Tür wurde knarrend geöffnet. „Sie ist hier!“
Ein Flüstern durchbrach das Schweigen. Erst war es nur eine Stimme, dann erhoben sich immer mehr, bis es zu einem gleichmäßigen Zischen anschwoll und schließlich den ganzen Saal erfüllte.
Plötzlich verstummten alle Kreaturen und starrten wie gebannt zum offenen Türborgen. Eine kleine runzelige Gestalt bahnte sich hinkend einen Weg durch die Menge. Sie blieb vor einem der in schwarz gehüllten Wesen stehen, beugte sich ganz tief herab und krächtzte heiser: „Habt ihr sie gefunden?“
Stille hing wie ein schwerer Nebel im Raum.

„Wo ist sie?!“, brüllte sie in den Saal und suchte mit ihrem irren Blick die Reihen ab.
Die Gestalten zuckten zurück und verkrochen sich in die dunkelsten Ecken des Gewölbes.
„Ich hab euch eine einfache Aufgabe gestellt und keiner von euch hat sie mir mitgebracht?! Ihr seid erbärmlich!“, tobte sie.
„Aber Herrin…“ „Schweig!“, unterbrach die Hexe den wolfsgesichtigen Dämon. „Ich will sie, ich brauche sie – holt sie mir!“
Mit einem Wink ihres Armes fegte ein Sturm durch die Gruft, der alle Gestalten schnell hinaus bließ.
„Du gehörst mir, Terra! Die alte Larentia wird dich schon finden!“
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