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Die Rinoa-Artemisia-Theorie

von Wingheart
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
10.08.2011
10.08.2011
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3.696
 
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10.08.2011 3.696
 
Die Theorie, das Rinoa eine zukünftige Artemisia sein könnte, hat sich im Jahre 99 herausgebildet, als das Spiel Final Fantasy VIII erschien.
Man schlüpfte in die Rolle des Söldners Squall, der an einer Akademie trainiert, an der Menschen zu Hexenjägern ausgebildet werden - eine Einrichtung namens Balamb GARDEN, die er zusammen mit Selphie Tilmitt und seiner Mentorin Quistis Trepe - die gleichzeitig Gefühle für ihn hegt - besucht. Sein Rivale ist Cifer (Seifer) Almasy, mit dem er sich oft Kämpfe liefert. Als die Rebellengruppe "Waldeulen" Balamb GARDEN um Unterstützung bei einem Attentat auf den Präsidenten bittet, gewähren sie ihnen drei SeeDs. Squall trifft dort auf Rinoa, mit der er schon früher auf einem Ball getanzt hat. Ihr überschwängliches Temperament scheint ihn erst sehr zu nerven, doch langsam entwickelt er Gefühle für sie. Es stellt sich heraus, das eine Hexe an der Seite des Präsidenten steht, die ihn vor versammelter Menge umbringt und Rinoa, die versucht hatte, auf eigene Faust die Hexe zu bannen, opfern will. Hexen sind Frauen, die die Kräfte des großen Hyne in sich tragen, und sind aufgrund ihrer immensen Macht sehr gefürchtet; daher gelingt es der Gruppe nicht, die Hexe namens Edea zu bannen. Später im Spiel findet Squall heraus, das er, Zell, Selphie und Quistis früher alle im selben Waisenhaus aufgewachsen sind und dies vergaßen, weil sie sogenannte Guardian Forces (GFs) verwendet hatten. Als die Hexe Edea besiegt wird, gehen ihre Kräfte sowie die von Artemisia, die man zu diesem Zeitpunkt noch nicht kennt, auf Rinoa über, was sie zusammenbrechen lässt. Es stellt sich heraus, das Edea niemals die Böse war, sondern nur von eben genannter Hexe Artemisia aus der fernen Zukunft kontrolliert worden war. Artemisia nimmt daraufhin Rinoa unter Kontrolle, um die Hexe Adel zu befreien. Später, als Rinoa nicht mehr gebraucht wird, soll sie im Weltraum sterben, jedoch rettet Squall sie.


Punkt 1: Flügel und Federn
Rinoas Markenzeichen sind Flügel. Sie hat Flügel auf ihrer Kleidung, bekommt welche bei ihrer Spezialattacke "Vari" (im englischen "Angel Wings") und ihr Hund heißt Angel. Im Intro nimmt sie ein Blütenblatt in die Hand und verwandelt es in eine Feder. In der Endsequenz gleitet eine Feder zu dem verirrten Squall, der darauf eine Vision von Rinoa hat, die plötzlich Flügel bekommt. In Dissidia findet Squall am Ende eine weiße Feder, die sie erneut symbolisiert.
Die Flügel sind also Rinoas ganz eigenes Markenzeichen - und sie sind einzigartig: im Spiel wird von keiner anderen Hexe berichtet, die Flügel hätte. Es muss also für Rinoa ganz außergewöhnlich sein, als Hexengabe Flügel zu haben.
Artemisia hat auch Flügel - schwarze Flügel. Weiß ist gut und schwarz ist böse. Wenn Rinoa böse geworden ist, wäre diese Verfärbung irgendwie logisch.
Auch, dass Artemisia eben diese Flügel hat, ist ein Indiz dafür, dass sie eine böse Rinoa sein könnte - es wäre äußerst ungewöhnlich, wenn Artemisia die Flügel nur aus purem Zufall erhalten hätte.
Dafür dass es so war, spricht auch die Endsequenz: Squall wandert durch die Zeitkomprimierung so zu sagen durch Raum und Zeit. Er denkt an Rinoa und daran wie sie auf dem Ball getanzt haben, dabei passiert etwas merkwürdiges. Wahrscheinlich durch die Zeitkomprimierung, sieht Squall was mit Rinoa in der Zukunft passiert, ihre weißen Flügel werden für einen kurzen Augenblick schwarz und dann wieder weiß. Nach dieser Vision bricht er weinend zusammen. Weint er nun, weil er erkannt hat, das Rinoa später böse wird, oder weil er von ihrem Tod träumte? Steht die weiße Feder, die auf dem Boden landet, für seine Erkenntnis?
Überraschend: im Opening schwebt Rinoa Squall inmitten vieler schwarzer Federn entgegen. Als Rinoa jedoch Squall am Ende in den Armen hält und seinen Tod verhindert hat, der sie vielleicht in einer anderen Gegenwart heimgesucht hätte, werden die Federn, die man vorher in schwarz sah, weiß. Ist damit also ihre Verwandlung in Artemisia verhindert?

Punkt 2: Der Ring
Rinoa erhielt einst Squalls Ring, den sie später behalten durfte. Auf dem Ring ist ein Löwe namens Griever abgebildet, den Squall für die stärkste Kreatur der Welt hält. Artemisia beschwört eine GF namens Griever (oder dem Namen, den du dem Ring gegeben hast) und da man weiß, dass man aus Ringen GFs machen kann, ist es gar nicht so abwegig, dass Rinoa den Ring zu einem GF gemacht hat...
Auch sagt Rinoa, als sie Squalls Ring sieht, dass sie auch ein Löwe werden will. Die Titelmusik, die im Kampf gegen Artemisia spielt, heißt "Maybe I´m a Lion" - auf Deutsch "Vielleicht bin ich ein Löwe."
Hat Artemisia Griever also nur aus Squalls Gedanken beschwören? Nein, denn sie scheint ihn schon geraume Zeit zu kennen/benutzt zu haben - was nur möglich ist, wenn sie Squall durch längeren Kontakt gekannt hat - und das ist nur möglich, wenn sie Rinoa selbst wäre.
Selbst in Dissidia besteht ihr EX-Modus daraus, Griever auf sich selbst zu beschwören -

Punkt 3: Artemisias Schloss
Am frühen Ende des Spiels verspricht Squall Rinoa, im Blumenfeld von Edeas Haus zu warten. Auch Rinoa verspricht das. Am Ende der Story finden sich die beiden tatsächlich dort wieder. Ist es also Zufall, dass Artemisias Schloss direkt auf dieser Stelle steht? Vielleicht hat sie nie aufgehört, auf Squall zu warten...

Punkt 4: Das Motiv
Doch warum will Artemisia Squall dann so penetrant töten, wenn sie doch nichts anderes will, als erneut mit ihm zusammen zu sein?
* Ihre Erinnerungen sind verblasst, und sie erkennt Squall nicht richtig. Da sie allerdings die SeeDs als solche identifiziert, ohne, dass diese Uniformen tragen, kann sie nicht ALLES vergessen haben. Im Moment ihres Todes erkennt sie ihn schlussendlich und spricht ganz klar, ruhig und vor allem ohne ihren Herrscher-Tick.
* Sie will Squall töten, weil sie dann niemals hätte leiden müssen. Einmal sagt sie: "Je größer dein Wille... um so größer dein Schmerz". Squall selbst sagte dazu: "Ohne Hoffnung kann man alles ertragen. Man fühlt weniger Schmerz." Je mehr sie sich Squall zurück wünschte, umso mehr Schmerz bereitete es ihr.
* Sie wollte getötet werden. Denn sie sagte "Ich verneine das Dasein" und kurz bevor sie starb sagte sie dass die Zeit verrinnt, egal wie sehr man an ihr festhält, ihr letzter Satz war schließlich "Doch jetzt...". Vielleicht war der Schmerz jetzt für sie vorbei.
* Alles zusammen brachte sie dazu, Squall töten zu wollen. Erst würde sie sich Squall schrecklich zurückgewünscht haben, doch irgendwann schlug ihre Trauer in Hass um, das er sie allein gelassen hatte; durch das Einsetzen der GF Griever könnte sie dann vergessen haben, das sie Squall einmal geliebt hat. Auch war es im Raumschiff ihr Wunsch, die Zeit "zum Stillstand zu bringen" - und durch die GF könnte sie alles so vergessen haben, das sie am Ende nur noch wusste, das sie an der Zeit rumspielen wollte.

Punkt 5: Der Kräftekreislauf
Im Spiel wird gesagt, dass eine Hexe, die stirbt, ihre Kräfte weitergeben muss, um in Frieden ruhen zu können. Eine Hexe stirbt, eine andere wird so geboren. Doch als Edea ihre Kräfte an Rinoa weitergab, starb diese nicht. Könnte es also sein, dass ihre Kräfte zum Ursprung zurück wollten? Rinoa, Artemisia, Edea, Rinoa...

Punkt 6: Der Hexenritter
Ein Hexenritter soll seine Hexe nicht beschützen - das kann sie selbst gut genug - vielmehr soll er sie vor sich selbst und ihren Kräften bewahren. Rinoa dürfte durch Squalls Liebe und Zuneigung ein solches Schicksal erspart bleiben - doch was, wenn Squall stirbt? Wie würde sie wohl auf Squalls Tod reagieren, wenn man bedenkt, wie sie auf den von Cifers reagiert hat...? Was wäre, wenn Squall die Zeitkomprimierung in einer alternativen Sequenz nicht überlebt hätte? Und da er sie überlebt hat, kann dadurch das Happy End (mit den weißen Flügeln im Ending) möglich sein?
Ohne Hexenritter, von der Gesellschaft ausgestoßen (etwas, auf das sie sehr empfindlich reagierte), langsam verrückt werdend - ist es so abwegig, sich selbst zu verlieren, wenn man schon alles andere verloren hat?
Edea sah anscheinend vorraus, dass Hexen durch ihre Kräfte leicht in den Wahnsinn getrieben werden können - und erschuf SeeD. Ist diese Bedrohung also realer als es scheint?

Punkt 7: Der Name
Der Name Artemisia gilt in Spanien als früher sehr verbreiteter Name von Hexen. Die Griechen sahen das anders: in ihrer Geschichte gab es zwei Frauen namens Artemisia. Die erste ist uninteressant, die zweite allerdings schon: gemeint ist Artemisia II., die Tochter des Hecatomnus und Schwester, Ehefrau und Nachfolgerin des Königs Karien Mausolos II. Sie lebte ca. 350 vor Chr. und ist dafür bekannt, dass sie außerordentlich um ihren toten Mann trauerte. Täglich mischte sie einen Teil seiner Grabasche in ihr Essen, um ihn niemals zu verlieren und auf ewig mit ihm zusammen zu sein. Außerdem ließ sie ihm ein Mausoleum bauen, welches heute zu den sieben Weltwundern der Antike gehört. Warum sonst sollte Artemisia also so einen Namen bekommen?

Punkt 8: Dissidia
In Dissidia: Final Fantasy ist Artemisia der Gegenspieler von Squall. Ihre Waffen sind - oh schreck - nach denen von Rinoa benannt - der Kardinal, die Walküre und die Sternschnuppe. Da viele Final Fantasy Charaktere in diesem Spiel die Waffen von anderen Spielern tragen, ist dies kein allzu großer Beweis - aber es muss kein Zufall sein. Indiz dafür ist, dass sie vor dem Kampf mit Squall sagt "Möchtest du tanzen?"

Punkt 9: Artemisias Bilder
Im ganzen Spiel kommen ganze 3 FMV Bilder von Artemisia vor. Alle drei sind für einen Bruchteil einer Sekunde in der Endsequenz zu sehen, die dann Rinoas Gesicht überlagern, kurz bevor ihre Flügel schwarz werden. Was wollte Square damit sagen? Aus Zufall wurden sie wohl nicht eingefügt.

Punkt 10: Die Ähnlichkeit
Rinoa und Artemisia sind sich unglaublich ähnlich. Ihre schiefen Augen und Lippen, ihre Nase, ihre Stirn, ihr Kinn, ihre Wangenknochen, all das ist IDENTISCH, wie es dieses Foto bezeugt.
http://media.photobucket.com/image/artemisia%20rinoa/darkvader2/blog%20data/FF%20VIII/ff8at-rinoa_artemisia_1.jpg
Dass sie sich nicht einfach nur ähneln, weil sie alle von "Papa Computer" stammen, sieht man ja - Artemisia und Rinoa haben identische Gesichtszüge, sogar ihre schiefen Augen mit den dichten Wimpern. Auch wenn sie sich von ihrer Kleidung sehr unterscheiden - was Rinoas Sinneswandel ausdrücken soll - ist es doch nicht abzustreiten, dass die beiden unglaublich ähnlich aussehen. Rinoa trägt blau, Arte rot, sie hat schwarze Haare, Arte weiße, Rinoa trägt süße, unschuldige Klamotten, sie gewagte, divenhafte Mode. Rinoa ist natürlich, Artemisia über und über mit Make-Up und Tatoos bestückt.
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Und das nehmen wir jetzt mal genauer:

1. Ein wahrer Punkt, denn Flügel scheinen wirklich einzigartig zu sein. Allerdings... ist Edeas Kostüm mit Schwarzen Flügeln bestückt. Klar, wenn sie von Artemisia kontrolliert wird, erklärt das die Flügel, denn Edea war ja schon vorher eine Hexe und hatte KEINE Flügel, allerdings... ist da auch noch Adel, und der/die hat ja auch Flügel... wenn auch ziemlich verkrüppelte ohne Federn. Es scheint also, als wären Flügel doch nichts so besonderes... allerdings sei zu bemerken, das weder Hexe 1, noch Hexe 2, noch Hexe 3 irgendeine Art von Flügeln besitzen (Squall bekämpft zwar später im Spiel ganze elf Hexen, allerdings gibt es nur drei verschiedene Aussehenstypen). Auch auf Yoshitaka Amanos Artwork "Fanatic Feast" kann man noch nicht einmal Flügel erahnen. Außer Adel, Rinoa, Edea und Artemisia ist ansonsten noch von einer anderen Hexe berichtet worden, die sich lange vor der Zeit Adels (die die Hexenkriege verursachte!) für die Bewohner einer kleinen Stadt einsetzte und sie mit ihren Kräften verteidigte; allerdings wird nicht davon berichtet, ob sie Flügel hatte; genausowenig ist über die Hexe bekannt, die Edea im Alter von fünf Jahren zur Hexe machte.
Dass sie im Opening zwischen schwarzen Flügeln auf Squall zufällt, kann einfach nur heißen, dass Artemisia das Glück der beiden überschattet und versucht, sie auseinander zu treiben - in dem sie Rinoa umbringt, als diese nicht mehr wichtig ist. Auch wenn sich die schwarzen Flügel nicht auf Rinoa beziehen, so ist es doch fraglich, warum gerade Artemisia schwarze Flügel verpasst bekam - immerhin ist, ganz richtig, der Flügel Rinoas Markenzeichen. Allerdings scheinen die schwarzen Flügel am Ende doch nicht wirklich Bedeutung zu haben, denn ein alternatives Outfit für Artemisia besteht aus einem Farbwechsel ihres Kleides und ihrer Flügel, die nun weiß werden.

2. Wahrscheinlich beschwört Artemisia Griever einfach aus Squalls Gedanken; allerdings ist es ein wahrer Punkt, das sie Griever wirklich schon eine lange Zeit zu kennen scheint. Das Stück "Maybe I´m a Lion" bezieht sich wohl eher auf Squall, der sich für einen Löwen hält, als auf Artemisia oder Griever. Daher wahrscheinlich falsch.

3. Das ist nicht so ganz klar: wir wissen nicht wirklich, DASS Artemisias Schloss an dieser Stelle steht, aber es wäre berechtigt: immerhin ist es keine RAUMkompression, sondern eine ZEITkompression, das heißt, normalerweise müsste all das stehen und liegen bleiben, wo es war - nur nicht mehr so ganz, WIE es vorher war, es ist ja eine Zeitkompression, und mit der Zeit kommen Änderungen. Es wäre also wahrscheinlich, dass Artemisias Schloss genau an dieser Stelle steht - und auf die Frage "Warum?" ist diese Antwort nun wirklich logisch - allerdings könnte es auch einfach ein willkürlicher Ort sein. Außerdem scheint es, das das Waisenhaus, an dem sich Rinoa und Squall ihr Versprechen gaben, mit der Kette verbunden ist, die zu Artemisias *fliegendem* Schloss führt - daher kann es gar nicht wirklich am Waisenhaus und der Blumenwiese stehen. Unklar.

4. Eine gewagte These. Durch das Nutzen von der G.F. Griever könnte sie tatsächlich die meisten Erinnerungen verloren haben - aber nichts davon wird im Spiel angesprochen: sie erkennt sogar die SeeDs, ohne das diese ihre Uniformen anhaben!
Dass Artemisia wütend auf Squall ist, ist da schon treffender: eine Eigenschaft Rinoas ist es, wütend auf die zu sein, die sie aus dem Schlaf reißen oder sie ansonsten böse behandeln. Rinoas Trauer um Squall könnte sich irgendwann in Wut gesteigert haben, und als sie ihn wieder sah, könnte ganz einfach der Zorn in ihr übergekocht sein - Zorn auf die Liebe ihres Lebens, die sie allein in einer ihr fremden Welt zurück ließ. Sollte Rinoa wirklich Artemisia sein, wahrscheinlich richtig.
Dass sie sterben wollte, ist wohl nicht zutreffend - immerhin ist es ja ihr Ziel, auf ewig eine Welt zu regieren und eine Gottheit zu sein. Dieser Wunsch hat nicht viel mit sterben zu tun. Falsch.

5. Es stimmt, dass sich mit Rinoa der Kreislauf schließt: in FFVIII steht dieser Kreislauf wirklich im Vordergrund. Artemisia gibt, selbst als Squall sie besiegt, ihre Kräfte erneut an Edea weiter. Edea reicht sie an Rinoa, und Rinoa... tjah. Es heißt, ihre Kräfte hätten Artemisia "in einer fernen Zukunft" erreicht, aber zu diesem Zeitpunkt kann das niemand der Charaktere wissen... Ein sehr schlüssiges und passendes Argument. Wahrscheinlich richtig.

6. Erneut ein Punkt, der nicht allzuleicht zu widerlegen ist. Rinoa reagiert empfindlich auf den Tod, was sie auch offen zeigt, als es um Cifer geht. Squalls frühzeitiger Tod - sie lebt ja nicht ewig - hätte durchaus eine Wandlung zu Artemisia verursachen können. Der Punkt, das Artemisia "viele Generationen nach Rinoas und Squalls Auftauchen" lebt, macht die Theorie allerdings kaputt, da es nicht nur von Artemisia selbst gesagt wird, sondern auch in den Ultimanias bestätigt wird. Gut und gerne richtig.

7. Der Name ist eine These, die nirgendwo von Seiten der Hersteller angesprochen wurde. Im Englischen wurde ihr Name außerdem zu "Ultimecia" umgeschrieben. ...Allerdings nannten die Amerikaner sie auch "Zauberin" und nicht "Hexe", wie es eigentlich hätte sein müssen... vielleicht kann man der Englischen Übersetzung nicht wirklich trauen. Wahrscheinlich falsch.

8. In Dissidia hat z.B. Tidus die Waffen von Wakka - das heißt allerdings nicht, dass Tidus jetzt Wakka ist. Daher als Argument unzulässig. Ihr Satz "Möchtest du tanzen?" ist da schon eher angebracht, denn es ist ein klarer Verweis auf die legendäre Tanzszene, die einst von Belle um dem Biest inspiriert worden war und das erste ist, an das man bei FFVIII denkt.

9. Das ist richtig, allerdings ist dies eine Szene, in der die Zeit gerade komprimiert wird. Auch Cifer, Selphie, Quistis und andere überlagern kürzere Zeit Rinoas Gesicht, auch wenn Artemisia so kurz gezeigt wird, das es fast gar nicht auffällt. Es ist kein wirklicher Beweis der Theorie, auch wenn es ungewöhnlich ist. Außerdem sagt Artemisia ja, das Squall nichts anderes übrig bleiben würde, als sie "anzubeten". Das könnte sich darauf beziehen, das er alle seine Freunde vergisst, um nur noch Artemisia anzubeten. ...Das Problem ist nur... wie soll Squall sie denn anbeten, wenn er in der Zeitkomprimierung stirbt...? Ist Artemisia noch ganz dicht? Vielleicht ja doch, denn auch in Dissidia sagt sie, das sie die Zeit komprimieren will, weil dann "alle Lebewesen ewig leben werden und sie anbeten werden". Mittelrichtig.

10. Bedingt richtig. Es stimmt, dass Rinoa und Artemisia sich wirklich ähnlich sehen - aber zwischen Cifers Augen und Rinoas Augen ist auch kein allzu großer Unterschied, stimmts? Die Grafik war damals nicht wirklich ausgereift, und sie haben halt alle "Papa Computer" als Vater - daher die Ähnlichkeit. Vom Aussehen her unterscheiden sich Rinoa und Artemisia sehr krass, genauso wie vom Charakter - und das ist nicht immer so. Obwohl sich Terra und Kefka aus FFVI in ihren Charakterzügen wirklich unterscheiden, haben sie beide doch ähnliche Klamotten an. Die Kleidung ist also nicht IMMER unterschiedlich, daher... könnte dies eine Befürwortung der Theorie sein.
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Fazit: Manches stimmt, manches nicht.
Wenn sie mit der Zeit alles vergisst, und aus blinder Wut weiterhin an der Zeit rumspielt, wäre das geklärt. Auch ist es sehr merkwürdig, dass man a.) erst so spät etwas über den wahren Gegner erfährt und b.) dieser so wenig Hintergrundgeschichte hat. Mal ehrlich, selbst Garland oder der Imperator hatten mehr Story dahinter. Artemisia ist einfach nur jemand, der größenwahnsinnig versucht, alles kaputt zu machen, ohne jeweils die Beweggründe genannt zu haben. Doch mit dieser Theorie ist ihre Geschichte klar geworden. Auch das Happy End wird so etwas deutlicher: stirbt Squall nicht in der Zeitkomprimierung, wird Rinoa nicht wahnsinnig. Oftmals wird diese Theorie damit widerlegt, dass Rinoa sich selbst in der Zukunft umbringt und Artemisia, sollte sie versuchen, sich in der Vergangenheit im Weltraum selbst umzubringen, selbst zerstören würde. Doch das stimmt nicht ganz: Artemisia ist die Herrin über die Zeit. Sie hat sich selbst von ihrer Zukunft bereits abgespalten, sie existiert von der normalen Zeit getrennt. Sie bewegt sich außerhalb des Systems, sie ist also praktisch im Fluss der Zeit verloren. Damit stört sie das Raum-Zeit-Kontinuum. Daher könnte sie also tun und lassen, was sie wollte, und trotzdem würde sie leben. Wenn sie also unabhängig der Zeit ist, muss man sie töten, damit die Gefahr gebannt ist, denn normalerweise dürfte sie gar nicht mehr existieren. Da Squall sie tötet, ist die Gefahr gebannt, Edea erhält ihre Kräfte, doch das Ende ist trotzdem das gleiche: Squall und Rinoa leben glücklich zusammen und es gibt ein Happy End. Und das nur dadurch, dass Artemisia tot ist. Wäre es eine Zeitschleife, würde sich das Event immer wieder wiederholen, dh. Artemisia würde immer und immer wieder zurückkehren. Wenn Artemisia NICHT Rinoa wäre. Wenn sie allerdings UNTER UMSTÄNDEN Rinoa wäre, und diese Umstände verhindert werden würden, wäre das Happy End möglich. Damit wäre die Geschichte um eine tragische Story bereichert. Vor allem, dass Square sich niemals zu dieser Theorie äußerte, ist fragwürdig, denn bisher wich Square allen pikanten Fragen um die Geheimbotschaften der Spiele aus. Allerdings ist die Theorie damit widerlegt, dass Rinoa die Problematik des ganzen schon im Spiel erkennt:
"Auch wenn Artemisia stirbt, es wird nicht verhindern, dass sie geboren wird. Meine Kräfte werden über Generationen hinweg weiter gegeben und irgendwann Artemisia erreichen. Was bedeutet es also, Artemisias Kräfte inne zu halten?"
Rinoa selbst trifft hier einen ganz bestimmten Punkt: Egal, wie oft sie Artemisia besiegen, sie wird geboren und erneut zurück kehren. Außerdem heißt es, dass "ihre Kräfte nach VIELEN GENERATIONEN Artemisia erreichen", also Rinoa zu dieser Zeit längst nicht mehr lebt und ihre Kräfte weiter gegeben hat. Um Artemisias Plan zu verhindern, tötet Squall Artemisia in der Zukunft, und beginnt damit praktisch eine Zeitschleife: wann immer in der Zukunft eine Artemisia geboren wird, tötet Squall sie. Das wiederholt sich dann immer weiter. Es könnte nun auch argumentiert werden, dass Rinoa überhaupt keine Ahnung von Artemisia hat und auch nicht weiß, das sie später einmal Artemisia wird...
Als letzten Punkt würde ich noch vorschlagen, zu bedenken, dass jedes Spiel, jeder Mensch und jedes Buch die Zeit und ihre Regeln anders interpretiert. Nehmen wir mal ein ganz einfaches Beispiel: wenn ich in die Vergangenheit reise und meinen Großvater töte, verhindere ich damit, das ich geboren werde - damit verhindere ich aber auch, dass ich in die Vergangenheit reise und meinen Opa töte. Es könnte allerdings auch sein, dass die Zukunft, aus der ich komme, annulliert wird und ich einfach so weiterlebe, in der Großvater-Vergangenheit, zusammen mit meinem frisch getöteten Opa. Allerdings könnte es auch sein, dass meine eigene Zukunft weiterexistiert und die Vergangenheit so geändert wird, dass eine andere Zukunft neben der meinen entsteht. Oder es könnte sich alles einfach wiederholen, also eine Zeitschleife, bis jemand sie durchbricht. Dragonball beschreibt das Phänomen sehr gut: Trunks reist in die Vergangenheit, um die Zukunft zu verändern; allerdings kann er danach - obwohl die Zukunft geändert ist - immer noch in seine eigene Zukunft reisen, die er verhindern wollte. Auch verschwindet er nicht. In Time Hollow verändert sich jedes Mal, wenn Hour die Vergangenheit verändert, die Zukunft. Kanon, die einst durch die Zeit gezogen wurde, ist seitdem "zeitlos" - sie altert nicht mehr und ist von der Zeit abgespalten. Als Hour ihre Vergangenheit verändert, indem sie nicht durch die Zeit gezogen wird/stirbt, verschwindet sie in seiner eigenen Gegenwart. Das Phänomen mehrerer gleichzeitig existierender Vergangenheiten/Gegenwarten/Zukünften ist dort also nicht vorhanden. Im Buch "Null" von Adam Fawer stehen Vergangenheit und Gegenwart schon fest, man kann sie nicht mehr ändern. Würde man allerdings zurückreisen, könnte man dort die Zukunft ändern, mit dem Ergebnis, das eine andere Zukunft erschaffen wird; was dabei mit der ersten Zukunft, aus der man gereist ist, passiert, bleibt unklar.
So. Es gibt also verschiedene Interpretationen der Regeln der Zeit - warum sollte man also eine dieser Regeln auf FFVIII anwenden wollen, wenn man doch gar nicht weiß, wie Square die Zeit interpretiert? Letztendlich bleibt es also ungelöst.
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