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Zetsubou [[Verzweiflung]]

von Napoleon
GeschichteDrama / P16
Hotsuma Renjou Isuzu Fujiwara Shusei Usui Tsukumo Murasame
01.08.2011
01.08.2011
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1.075
 
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Awwr. Meine erste UraBoku / Fesseln des Verrats-FF :3 Ich hoffe, sie gefällt euch, dreht sich hauptsächlich um meinen Lieblingchara Tsukumo (ÜBERRASCHUNG!). Das erste Kapi ist etwas sehr depri geraten und zum Schluss vll. etwas psycho, aber der Rest wird (hoffentlich) etwas heller! ^____^ Und jetzt viel Spaaaß~

-x-

Der Regen prasselte unaufhörlich auf den matschigen Boden.
Er schien die Blumen, die mühsam ihre Köpfe in Richtung Himmel streckten, zerquetschen zu wollen.

Trotz der dunklen, riesigen Wolkenwand, die sich am Horizont aufgetürmt hatte, war es recht hell und für den Bruchteil einer Sekunde schien sogar ein Sonnenstrahl das Blut auf den Steinen bescheinen zu wollen.

Der Wald lauschte angespannt den Atemzügen, die zu ersticken drohten.
Er lauschte den rennenden Schritten, die langsamer wurden und über die gefallenen Äste stolperten.
Er lauschte dem Blut, das hinter der rennenden Person zu Boden fiel.
Das Blut, das stolz auf seine purpurene Farbe war, die Farbe der Könige.

Ein leiser Schrei durchbrach die Stille, die nur vom Regen und dieser Person gestört wurde.
Die Eule flog erschreckt auf, als sei sie die Beute eines Raubtieres.
Sie verlor eine braungemusterte Feder, die in taumelnden Kreisen gen Boden schwebte.

'Wäre dieses Leben doch auch so leicht...!'
'So leicht wie eine Feder, so flüchtig wie der Schrei der Eule...'
Doch er wusste, dass das Leben alles andere als leicht oder gerecht war.
“Verdammt...!”, jammerte er mit erstickender Stimme, die sich kaum gegen die Geräusche des Regens durchsetzte.

Es war nicht mehr weit, doch er fragte sich, ob er es noch aushalten würde.
Diesen stechenden Schmerz, der von seiner Brust ausging,
seine brennenden Lungen, seine müden Beine,
seine vertränten Augen. Alles hinderte ihn.

Er fing sich an einem dünnen Birkenstamm ab, hörte auf zu rennen.
Er versuchte, das Gleichgewicht zu halten, doch letztendlich war es schwerer, als er gedacht hatte.
Mit letzter Kraft raffte er sich noch einmal auf, nur um dann in den Dreck zu fallen.

Nun saß er da; durchnässt vom Regen, verdreckt vom Schlamm, gedemütigt vom Verlust.
Mieserabler konnte ein Anblick kaum sein.
Das leise Schluchzen verstummte langsam, er wusste, es würde keinen Sinn haben.

Es hatte generell alles keinen Sinn.
Nicht mehr. Nicht jetzt...

Mühevoll zog er sich erneut an dem Baum hoch, stand jedoch erst nach dem fünften Versuch wieder -wacklig- auf den mit Schlamm bespritzten Füßen.
Er setzte einen Schritt vor den anderen, fing immer schwerer an zu atmen, ehe er sein Ziel erreichte.
Das Tasogarekan.

Prachtvoll stand es da, ihm schien der Regen und das Leben nichts aus zu machen.
Er schleppte seinen Körper näher, ein paar Schritte, dann erreichte er unter lautem Keuchen,
bei dem ein klägliches, klangvolles nach Luft schnappen nicht zu überhören war,
die schwere Eingangstür.

Kraftlos und völlig am Ende klopfte er dagegen, stützte sich an ihr ab und rutschte letztendlich an ihr hinunter, da er sich nicht mehr auf den Beinen halten konnte.

Doch es öffnete niemand.
Hatte er zu leise geklopft oder war niemand da...?

“Wer weiß...”, hauchte er schließlich in die gekommene Dunkelheit, “vielleicht wollen sie mir aber auch gar nicht öffnen...”

Mit diesem beunruhigenden Gedanken im Kopf, das Bild des vergangenen Nachmittags, getränkt in Blut, vor seinem inneren Auge, ließ er die Faust noch einmal, mit all seiner verbliebenen Kraft, gegen das Holz schlagen.

Einmal.

Zwei mal.

Drei mal.

Und noch ein viertes Mal.

Der Schmerz in seiner Faust, der durch das Aufschlagen verursacht wurde, schien seine Hand zerschmettert zu haben, doch dieser Schmerz war nichts gegen das Chaos, welches in seinem Kopf und in seinem Herzen wütete.

Durch eine leichte Bewegung, bei der sein Körper ein Stück nach hinten fiel, wurde er sanft aus seinen Gedanken geholt.
Dass es anfing, in weiter Ferne zu donnern, bemerkte er nicht, eben so wenig wie die Tatsache, dass erneut einige Tränen seine mit mehr oder weniger getrocknetem Blut verschmierte Wange hinunter liefen.

Er sah nach oben, kniff reflexartig die Augen zusammen, als er in ein grelles Licht und Shuseis besorgtes Gesicht blickte.
Er sah nicht nur besorgt aus- verwirrt, erschrocken und auch ein leichter Unterton von Angst war in seinem Gesicht an zu treffen.

“Was ist denn mit dir passiert...?”, fragte er, sein Gegenüber anstarrend, wobei sein Blick hauptsächlich auf die große Wunde an der Brust des Anderen fiel- in sein Gesicht wollte er nicht sehen.
So einen Anblick ertrug er nicht. Nicht bei ihm.

An seinen Wangen vermischten sich Blut und Tränen, als ob sie das Symbol für Krieg wären, in seinen Augen spiegelte sich pure Verzweiflung wider und seine sonst ordentlichen Haare waren eine mit Blut und Schlamm verschmierte Katastrophe.

“Shusei...!”, stammelte er leise, während sich der andere Wächter zu ihm hinunter beugte und versuchte, ihn wieder auf die Beine zu heben, was allerdings vergeblich war.

Er stützte sich gegen die Brust des Anderen, krallte sich in dessen Hemd fest und atmete mit zerdrückten Lungen tief und schnell ein. “Wieso, Shusei...?”, hauchte er gegen dessen Narbe.

“Verdammt, Shusei, was ist passie-”, ertönte eine andere Stimme -Hotsumas-, brach allerdings beim Anblick des Häufchen Elends, das da in den Armen seines Freundes lag, ab.

“Warum...?”, fragte dieser erneut, mit mehr Wut und Verzweiflung in der Stimme.
“Warum bin ich bloß so ein Verlierer...? So ein elender Nichtsnutz...?”

Hotsuma und Shusei sahen sich an, sie wussten nicht, was zu tun oder zu sagen war.
Der Blonde fragte erneut: “Was zur Hölle ist passiert, Tsukumo?!”

Dieser schien dem Druck nicht mehr standhalten zu können.
Der Schmerz war scharf und tat unendlich weh, seine Augen brannten.
Er schloss die vertränten Augen und wenig später fühlte er nichts mehr, als diese Qualen.

Wenn er tatsächlich so ein Nichtsnutz ist, wenn er von Gott, falls dieser überhaupt existierte, dazu bestimmt war, diese Schmerzen zu ertragen, so würde er es tun.
Dann würde er für immer in dieser schwarzen Hölle sitzen und sich die Seele, wenn es so etwas gäbe, aus dem Leib schreien.

Dann würde er nie wieder die Liebe und die Wärme seiner Freunde spüren.
Dann würde er einfach nur noch schreien.

--x--

Als er im nächsten Moment die Augen wieder öffnete, stand bereits der Doktor über ihn gebeugt.
Einzelne Haarstränen, die sich aus dem Zopf befreit hatten, fielen ihm in sein Gesicht, was ihn allerdings weniger störte, als die Tatsache, dass der weißhaarige Wächter erneut schwer am Herz verletzt worden war.

“Ich will nicht noch mal fragen”, meckerte Hotsuma, dennoch mit einem beunruhigtem Gesichtsausdruck, ehe er fortfuhr und seine Frage zum dritten Mal stellte. “Was. Ist. Passiert?”
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