Bis zum Ende...

GeschichteDrama, Tragödie / P12
28.07.2011
05.12.2011
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Ich habe wohl etwas zu oft das Lied "Guide you home (I would die for you)", von Rebecca Kneubuhl und Grabriel Mann, gehört... Und dabei kam mir dann dieses kleine OS in den Sinn.
Ich empfehle, das Lied dazu zu hören. ^^
http://www.youtube.com/watch?v=6dFbZ1jvq_U
Es ist kein "richtiger" Song-OS, ich habe das Lied lediglich als Inspiration genommen. ^^

Eine Geiselname, ein Polizist, eine Tragödie...
Warnung: Major Character Death! (+ OC Death)


“Vergesst es! Entweder ihr verschwindet sofort, oder die Kleine stirbt!”
Wie ein Donnerschlag klingt dieser Satz in meinen Ohren und ich werfe einen Hilfesuchenden Blick zu meinem Vorgesetzten, welcher neben mir steht. Inspektor Chelmey, der beste Polizist von Scotland Yard, sieht mich an und in seinem Blick erkenne ich, dass er irgendetwas vor hat.
Mein Blick geht zurück zu dem Verbrecher, den wir nach langer Zeit endlich gestellt haben, doch niemand von uns hätte gedacht, dass er soweit gehen würde, eine Geisel zu nehmen. Und selbst wenn… wer hätte damit rechnen können, das er ausgerechnet dich nimmt…
Mein herz beginnt zu rasen, als der Typ einen Schritt zurück macht, dich mit sich zieht und damit bis an den Rand des Daches schiebt. Ich höre deinen furchtsamen Aufschrei, sehe deinen angsterfüllten Blick, der sich an meinen geheftet hat. Ich will dir helfen, will dich befreien, dich beschützen, doch ich kann es nicht… Wie angewurzelt stehe ich da, unfähig auch nur einen klaren Gedanken zu fassen. Ich kann nur hoffen. Hoffen das der Inspektor wirklich einen Plan hat, hoffen dass der Kerl, der dein Leben bedroht, nur blufft, hoffen das all dies ein gutes Ende nimmt…

Plötzlich scheint die Zeit langsamer zu laufen. Ich sehe alles wie in Zeitlupe, höre alles wie durch eine Wand, während ein Schaudern durch meinen Körper läuft. Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie die Tür zum Dach aufgestoßen wird und mehrere meiner Polizeikollegen heranstürmen, die Waffen im Anschlag. Ich höre wie Chelmey seine Befehle brüllt und sehe, wie er nach vorne stürzt, auf den Mann zu, der soeben zu fliehen versucht. Ich höre Schüsse, die durch die anbrechende Nacht jagen, ebenso wie das Aufschreien der Menschenmenge, die sich längst am Fuße des Gebäudes eingefunden hat. All das kriege ich mit, im Bruchteil einer Sekunde, doch nichts davon dringt wirklich in mein Bewusstsein. Denn im selben Augenblick sehe ich dich fallen.

Eine Hand greift nach mir, versucht mich aufzuhalten, doch ich weiche aus, entwinde mich auch dem nächsten Griff, haste vorwärts, auf den Punkt zu, an dem du soeben verschwundne bist. Schon erreiche ich den Rand des Daches, doch ich schaue mich nicht um, halte nicht an. Ich sehe, immer noch in unwirklicher Langsamkeit, wie du fällst, die Hand nach mir ausstreckst… und ich springe.
Im fall berühre ich deine Hand und im selben Moment bleibt die Zeit endgültig stehen. Ich ziehe dich zu mir, schließe dich in meine Arme, halte dich fest, während ich spüre, wie mein Herz immer schneller schlägt. Du siehst mich an, Tränen glitzern in deinen wunderschönen grünen Augen.
„Warum…“, flüsterst du, dabei streicht deine Hand durch mein Haar. Ich lächle dich an, streichle mit den Fingern über deine Wange, ehe ich dich an mich drücke und ebenso flüsternd antworte: „Weil ich lieber mit dir sterbe, als ohne dich zu leben…“

Die Sekunde, welche für uns wie Minuten erschien, geht zu Ende und ich spüre den Lufthauch des Windes auf meiner Haut, während wir endgültig in die Tiefe stürzen. Ein Aufschrei aus der Menge, ein letzter Schlag meines klopfenden Herzens, dann fühle ich einen Ruck an meinen Schultern und spüre, wie wir nach oben gezogen werden. Ich öffne die Augen, die ich in Erwartung des Aufpralls geschlossen hatte und sehe dich an. Du lächelst. Ich sehe die weißen Schwingen, die dich tragen, bemerke dass auch ich von derselben Kraft empor gehoben werde. Wir erreichen die Sterne, die über uns schimmern und deren Licht immer heller zu werden scheint, kreisen umeinander, meine Hände halten die deinen und  schaue in deine Augen, in denen sich das Licht der Sterne spiegelt.
„Ich liebe dich, Lillia.“
Meine Stimme scheint von weit her zu kommen, sosehr hallt sie in den Weiten der Ewigkeit. Du lächelst, schmiegst dich an mich und legst deinen Kopf an meine Brust. Im selben Augenblick umhüllt uns das Licht der Sterne mit seiner leuchtenden Wärme. Doch bevor wir endgültig darin eintauchen, höre ich deine Antwort, welche mir einen wohligen Schauer über den Rücken jagt: „Ich liebe dich auch… Benjamin…“

*** *** ***
I would die for you
Cross the sky for you
I will send out a light
burnin' for you alone
You're all I need
You set me free
And this fire will guide you home

Where our hearts are wide open
Where our promise's unbroken

I would die for you
Cross the sky for you
I will send out a light
burnin' for you alone...
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