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Treffen mit Mary Sue

von Cbraham
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama / P16 / FemSlash
27.07.2011
31.07.2021
18
91.018
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27.07.2011 5.034
 
Abgekämpft und kurz vor dem Durchdrehen erreichte Lisa die Haustür. Für den heutigen Tag traf in jeder Hinsicht das Wort stressig zu. Eine Mathematikarbeit am Morgen, gefolgt von einer „Sitzung“ bei Pfarrer Zerrwick und danach, eigentlich als Erholung gedacht, würde Bente zum ersten Mal bei ihr zuhause auftauchen. Obendrein überzog jeder Veranstalter sein ihm zugedachtes Zeitpensum gewaltig. Sie konnte nur beten, daß Bente noch nicht da war, anderenfalls würde diese unkontrolliert auf Oma Sternthal prallen. Ein Schaudern durchzog Lisa, als sie hastig den Schlüssel umdrehte und in den Flur stürmte. Plötzlich blieb sie abrupt stehen drehte sich zur Wand und lehnte ihre Stirn wimmernd dagegen. Aus dem Wohnzimmer war deutlich Bentes Stimme zu hören und dem Tonfall nach befand die sich mitten in einem ihrer berühmten Vorträge. Bei ihrem Glück antwortete Bente gerade auf die Frage, ob sie denn Sonntags brav in die Kirche geht. Mit dem Schlimmsten rechnend betrat sie das Wohnzimmer um die dort Versammelten zu begrüßen.




Iris platzte gleich vor Wut. Überall auf dem Küchentisch lagen kleine Schrauben, Zahnrädchen und verschiedener elektrischer Kram kreuz und quer verteilt. An ein paar davon klebte Schmieröl welches dunkle Flecken auf der gewachsten Holzplatte hinterließ. Die Anrichte bot keinen besseren Ausblick. Ein großer Werkzeugkasten stand offen darauf und der Inhalt lag verstreut umher. Im Zentrum des Chaos saß seelenruhig Hanna und schraubte angestrengt mit herausgestreckter Zunge an den Überresten der Bohrmaschine herum. Fassungslos betrachtete sie das Durcheinander mit dem ihre Ex-Freundin die geliebte Küche in einen Saustall verwandelte. Aufbrausend stellte sie sich vor Hanna, das Gesicht weitaus röter als die rötlichbraunen Locken ihres Haares.

„Sag mal Hanna. Was zum Teufel soll das werden?“

„Oh, hallo Pubsi. Der Bohrer geht nicht mehr richtig. Ist aber bestimmt nix großes.“ erklärte Hanna.

„Ja sieht das hier vielleicht aus wie eine Werkstatt?“ Jammernd deutete sie auf den Tisch „Schau dir das mal an. Himmelherrgottnochmal. Die ganze Platte mit dem Scheißöl versaut. Und nenn mich nicht Pubsi!“

„Tschuldige. Mann, machst du einen Terror wegen dem bischen Öl. Und wie soll ich dann zu dir sagen?“ maulte Hanna.

„Wie wärs denn mit meinem Namen? Bietet sich irgendwie an, meinst du nicht?“ zischte Iris.

Vor zwei Wochen hatte sie sich offiziell von Hanna getrennt. Obwohl die Geschichte mit Magda immer noch in der Luft hing, weil Madame sich allem Anschein nach nicht entscheiden konnte, wollte sie die Beziehung zu Hanna so schnell wie möglich beenden. Also hatten sie in der Küche gesessen, und Iris erklärte ihr lang und breit, daß es Aus war zwischen ihnen. Mit dem seltsamen Ergebnis das sie zwar kein Paar mehr waren, Hanna aber immer noch bei ihr wohnte und Iris emotional nicht in der Lage war sie einfach auf die Straße zu setzen. Und das wurde zusehends zum Problem. Denn Hanna ihrerseits unternahm keinerlei Anstrengungen, sich selbst auf die Suche nach einer Bleibe zu machen, sondern schien sich mit der Position als Untermieterin zufrieden zu geben.

Hanna zuckte unter den harschen Worten zusammen.

„Tschuldige Iris.“

„Kannst du nicht deine Bohrmaschine nehmen und woanders reparieren? Muß das ausgerechnet in der Küche sein? Mensch, pack deinen verfluchten Krempel und hau ab! Auf der Stelle!“ schnauzte Iris außer sich vor Wut.

„Oh, menno. Wo soll ich denn hin?“ erwiderte Hanna und zog eine beleidigte Schnute.

Als Iris das sah warf sie hilflos die Arme in die Luft und stöhnte: „Ich glaub das einfach nicht. Ach. Das hat doch alles keinen Wert mehr.“

Schweigend verharrte Hanna auf dem Stuhl und wartete bis das Donnerwetter vorbei war. Iris atmete ein, zwei Mal tief ein und aus. Dann fragte sie auf den Bohrer deutend:

„Was machst du eigentlich da? Hier gibts doch nichts mehr für dich zum bohren. Oder sag bloß du hast eine Wohnung gefunden?“

„Du nee. Das ist für die Entschi. Die will ein Bild aufhängen oder so.“

„Wer?“

„Na, die Entschi. Die Schan, Mann“ Hanna schaute Iris auffordernd in die Augen.

Dann kapierte Iris. Angie. Shane. Also für die Bachmann veranstaltete sie den ganzen Zirkus hier.

„Und warum reparierst du das Teil dann nicht bei der Bachmann zuhause? Du willst doch ihr ein Loch bohren und nicht mir, oder?“

„Ja, aber was soll sie von mir denken, wenn ich dort alles dreckig mache?“ fragte Hanna, als wäre das die logischste Schlussfolgerung der Welt.

Mit offenem Mund starrte Iris sie an und machte eine wegwerfende Geste. Es brachte nichts, darauf etwas zu erwidern. Verschwendete Luft. Die Augen geschlossen meinte sie genervt:

„Würdest du dann wenigsten schauen, daß du hier nicht alles mit Öl verschmierst. Leg irgendwas drunter. Sei so gut. Bitte.“

Hanna nickte gehorchend, stand auf und kehrte kurz darauf mit einer dicken Zeitung zurück. Das allerdings brachte das Fass vollends zum Überlaufen. Iris verlor alle Geduld, ging schnell auf Hanna zu und riß ihr das Bündel aus den Händen.

„Aber doch nicht die Zeit, du Nuss. Schau doch mal aufs Datum. Die ist heute erst gekommen. Also manchmal bist du noch blöd... Ach das gibts doch nicht. Ich muß hier weg.“ Schnell packte sie die Haustürschlüssel und beim Hinausgehen rief sie laut über die Schulter: „Und wehe ich finde noch einen Ölfleck wenn ich zurückkommen. Dann kannst du heute Nacht sonst wo schlafen!“

Als die Haustür krachend ins Schloss fiel, kniff Hanna die Augenbrauen zusammen, zuckte mit den Schultern und machte sich wieder ans Werk. Schließlich mußte der Bohrer bald einsatzbereit sein. Sie konnte doch die Entschi nicht warten lassen.




Lisa stand abwartend am Türrahmen. Obwohl sie ordnungsgemäß gegrüßt hatte, nahm niemand Notiz davon. Mißtrauisch beäugte sie die Anwesenden. Großmutter Sternthal saß wie üblich auf ihrem Sessel und hörte gespannt Bente zu, die ohne Schuhe im Schneidersitz auf dem Sofa hockte, die Hände ruhig in den Schoß gelegt. Auf dem niederen Tisch vor ihr stand ein Teller selbst gebackener Schokokekse, daneben ein großes Glas Milch was Lisa beruhigte. Denn diese Spezialität aus dem Hause Sternthal wurde nicht so ohne weiteres serviert. Also zumindest ein paar Sympathiepunkte hatte Bente erwirtschaften können. Da man ihr eh keine Aufmerksamkeit schenkte, lauschte Lisa was genau da ihre Oma so in den Bann zog:


„...also rein vom naturwissenschaftlichen her könnte es sich auch um Burgunderblutalgen handeln. Mit großer Sicherheit sogar. Denn kommt es zur Blüte, färben sie sich aufgrund eines bestimmten Pigments rot und das Wasser scheint ebenso rot gefärbt zu sein. Also könnte man das Phänomen des blutigen Nils durchaus auf eine rein ökologische Ursache zurückführen.“ Bente beendete ihre Aussage, die Lippen abwartend geschürzt.

„Na sowas“, meinte die Großmutter erstaunt. Dann nahm ihre Miene einen lauernden Ausdruck an. „Einen Moment. Es heißt aber das Wasser wurde ungenießbar. Ein paar Algen, liebe Bente, färben vielleicht, aber mehr sehe ich da nicht.“

„Ganz im Gegenteil, Frau Sternthal. In der Blüte der Alge befindet sich ein bestimmtes Toxin und falls es zu einer vermehrten Blüte kommt, nimmt auch der Anteil der Toxine im Wasser zu und somit wird es ungenießbar. Quod erat demonstrandum*.“ Überzeugt nickte Bente mit dem Kopf.

„Potzblitz“ rief die erstaunte Großmutter aus. „Obwohl ich deiner Theorie nicht ganz zustimmen kann. Aber nun gut. Und was hatte es dann mit dem Viehsterben auf sich?“

Lisa verdrehte die Augen. Sie war offensichtlich mitten in eine theologische Debatte über die zehn biblischen Plagen geraten. Von der Bibel hatte sie für heute eindeutig genug und geplagt war sie ohnehin schon. Kurzerhand trat sie zu den beiden Disputanten.

„Hallo Oma. Hallo Bente“

Während Bente fröhlich zurückgrüßte, schaute ihre Oma sie mit strengem Blick an. Lisa zuckte unwillkürlich zusammen. Seit dem denkwürdigen Coming-Out-Tag herrschte zwischen ihnen eine angespannte Atmosphäre.

„Guten Tag, Elisabeth. Wie ist es verlaufen?“ Die förmliche Frage versetzte Lisa einen weiteren Stich.

„Pfarrer Zerrwick wird dich noch anrufen.“ Schnell drehte sie sich zu Bente um. „Tschuldige daß du warten mußtest. Aber jetzt können wir loslegen.“

„Mit was loslegen?“ fragte die Oma stirnrunzelnd dazwischen.

„Hausaufgaben“ erwiderte Lisa schnell mit einem unauffälligen Augenzwinkern an Bente. “Wir sind ohnehin spät dran.“

„Gut. Dann dürft ihr gehen“ sagte die Oma kühl.

Bente hüpfte vom Sofa herunter.

„Vielen Dank für die leckeren Kekse Frau Sternthal.“

Oma Sternthals Miene hellte sich auf. Lächelnd erwiderte sie:

„Keine Ursache, mein Kind. Und auf deine Erklärung zu dem Viehsterben bin ich schon sehr gespannt.“

Bevor Bente noch was sagen konnte, zog Lisa sie am Arm in die Sicherheit ihres Zimmers. Als die Tür zu war, ließ sie sich erstmal stöhnend aufs Bett fallen.

„Oh, so ein Scheißtag“

Bente setzte sich neben sie aufs Bett, einen mitfühlenden Blick aufgesetzt.

„Wie war deine Therapiestunde?“

„Therapiestunde! Du bist gut. Wie immer halt.“ gab Lisa genervt zur Antwort. Seit zwei Wochen, an zwei Tagen ging sie schon zu Pfarrer Zerrwick. Obwohl Bente wußte wieso sie dahin ging, was da genau ablief, darüber schwieg sich Lisa aus.

Und seit zwei Wochen waren sie nun befreundet. Für Bente seit langem die schönste Zeit, denn sie mochte Lisa wirklich sehr. Aber ob die Zeit schon ausreichte um einfach mal draufloszufragen, was das genau vor sich ging; das wußte sie nicht.

Lisa legte sich auf die Seite, den Kopf auf den Arm gestützt meinte sie:

„Du hast bei meiner Oma ja mächtig Eindruck gemacht. Liebe Bente. Mein Kind. Und dann bekommst du auch noch die heiligen Schokokekse. Alle Achtung. So schnell rückt sie die sonst nie raus.“

Bente zuckte mit den Schultern.

„Ach, deine Oma ist eigentlich ganz nett. Obwohl ich ihre erste Frage echt komisch fand.“

„Wieso, was hat sie denn gefragt?“

„Ob ich jeden Sonntag in die Kirche gehe“

Neugierig fuhr Lisa auf und fragte:

„Und? Was hast du gesagt?“

„Das Agnostiker Sonntags lieber länger schlafen.“

Mit offenem Mund schaute Lisa sie an. Der schlimmste Fall für den Erstkontakt war eingetreten und trotzdem wurde Bente am Ende von Oma mit Nettigkeiten überschüttet. Wie zum Teufel...?

„Ja, und wie hast du es dann geschafft, daß du Kekse bekommst?“

„Du kannst dich sicher an meine Erklärung erinnern, was Agnostiker sind. Also, das die Existenz...“

Lisa die sah, was da auf sie zukam hob abwehrend die Hände.

„Bente. Bitte keinen Vortrag. Nicht heute. Machs kurz.“

Bente räusperte sich ein bischen beleidigt.

„Okay. Ich sehe schon du willst nicht mit Details belästigt werden“ Diese Antwort ließ Lisa grinsen. „Kurz gesagt, ich habe ihr anhand verschiedener Quellen vor Augen geführt, das es keine Unvereinbarkeit zwischen meiner Haltung und ihrer geben muß. War das kurz genug?“

Lachend faßte Lisa ihr an die Schulter und meinte:

„Ja. Danke.“ Sanft fügte sie hinzu. „Du bist schon eine Marke, echt.“

Eine verlegene Röte färbte Bentes Wangen, worauf ein Schweigen folgte. Lisa sank mit geschlossenen Augen auf das Bett zurück. Plötzlich hörte sie wie Bente eine Frage stellte.

„Bekommst du Elektroschocks?“

Schlagartig riß sie die Augen auf.

„Bitte was? Elektroschocks? Was für Elektroschocks?“

„Naja, bei deinen Therapiestunden da. Ich hab mal gelesen, früher da....“

„Du hast doch eine Vollmeise“ unterbrach Lisa sie aufgebracht. „Wir leben doch nicht im Mittelalter. Du solltest zwischendurch mal was normales lesen. Elektroschocks! Also ehrlich.“

Bente ließ betreten den Kopf hängen. Leise entschuldigte sie sich.

„Es ist doch nur, weil ich mir Gedanken mache. Du redest halt nicht viel darüber, und ich weiß wir sind noch nicht lange Freundinnen, aber du siehst bei dem Thema immer so traurig aus.“

Betroffen schaute Lisa zu ihr auf und meinte sanft:

„Wow. Du machst dir echt voll Sorgen, hm? Tut mir leid, ich wollte dich nicht anschnauzen. Es ist nur immer so...Ach scheiße.“ Sie beschloß Bente davon zu erzählen. „Im Grunde sitzt ich mit dem Pfarrer nur da, und er labert mich die ganze Zeit voll. Bibelspruch da, Gebet dort. Dann will er die ganze Zeit daß ich irgendwas beichten soll, von was ich denke daß es nicht zum beichten ist, verstehst du? Und dann immer am Ende die gleichen, blöden Fragen.“ Lisas Zorn stieg zusehends. Wütend fuhr sie fort: „Dann will er wissen, ob ich meine Sünde einsehe. Ob ich bereit bin für einen neuen Weg zu Gott und so´n Scheiß.“

Ernst blickt Bente zu ihr und meinte:

„Warum sagst du ihm nicht einfach, daß du gereinigt, geläutert, oder was weiß ich, bist? Dann ruft er bei deiner Oma an und du mußt dich nicht mehr mit dem Vogel unterhalten.“

„Ja super. Auf die Idee bin auch schon gekommen. Dummerweise nimmt er mir´s nicht ab, wenn ich das sage. Er meint immer da wären noch Restzweifel. Und um die zu beseitigen muß ich dann nochmal darüber meditieren und, ach ich hab so die scheiß Schnauze voll.“ antwortete Lisa verzweifelt. Plötzlich stiegen ihr Tränen in die Augen während sie mit kratziger Stimme fortfuhr. „Weißt du, es ist so ein beschissenes Gefühl, wenn die ganze Welt dich wie eine Aussätzige behandelt. Denn das bin ich für den Arsch doch. Sünde. Er sagt sogar daß das eine Art Krankheit wäre. Jedesmal sagt er
das. Immer und immer wieder. Ich will nicht mehr. Und wenn ich nach Hause komme, schaut Oma mich an, als hätte ich die Pest am Hals. Und dann tuschelt sie wieder an dem scheiß Telefon mit dem scheiß Pfarrer. Das hält doch kein normaler Mensch aus.“

Lisa verstummte schluchzend, das Gesicht in die Hände vergraben. Dann fühlte sie Bentes Hand, die ihr über die Schulter strich und hörte ihre Stimme sagen:

„Oh je. Ich hab echt nicht gewußt, daß das so schlimm für dich ist. Das ist ja die reinste Psychofolter. Vielleicht sollte ich mal mit ihm reden.“

Plötzlich fing Lisa an zu Beben. Verdutzt nahm Bente die Hand weg, bis sie erkannte das Lisa hemmungslos kicherte.
Die Augen gerötet schaute Lisa ihr grinsend ins Gesicht und meinte kratzig:

„Bloß nicht. Der kriegt soviel Angst vor dir, daß er dich gleich dabehält. Und ich hock dann noch die nächsten zwanzig Jahre dort.“

„Gut möglich“ meinte Bente, ebenfalls kichernd. „Aber mal im Ernst. Du mußt irgendwas machen. Das kann doch nicht so weitergehen mit dir.“

„Du hörst dich an wie eine Mutter.“

Daraufhin bedachte Bente sie mit einem betroffenen Blick. Lisa drehte sich auf den Rücken. Mit weicher Stimme meinte sie:

„Hey. Jetzt schau nicht so. Du hast ja recht. Außerdem wüßte ich garnicht was ich im Moment ohne dich anfangen sollte. Du bist echt toll.“

Bentes Augen blitzten tränenfeucht auf und bevor Lisa wußte wie ihr geschah, beugte sich Bente schnell zu ihr hinunter und küsste sie leidenschaftlich.




„Oh, schön du hast deine Zeitung mitgebracht. Sollen wir sie zusammen lesen?“ ,sagte Magda anzüglich, als sie die Tür öffnete und Iris damit wedelnd davorstand. Wortlos schlüpfte diese an ihr durch.

„Kein gemeinsames lesen“ ,murmelte Magda leise mehr zu sich selbst. Wütende Grunzlaute drangen aus der Küche, wo Iris unruhig auf und ab lief. Ruhig betrachtete Magda eine Weile dieses Schauspiel. Es war ihr einfach zu gefährlich, Iris anzusprechen, bevor die wieder einigermaßen zur Ruhe kam.

„Aargh“ schrie Iris erneut, den Packen Zeitung drohend umherschwingend. „Ich krieg die Krise. Was bildet die sich  ein? Steht an meiner Haustür vielleicht ein Schild auf dem steht: Zur dummen Iris; Kost und Logis frei? Ja wie haben wirs denn eigentlich jetzt hier?“

Langsam bekam Magda Angst um die Einrichtung. Mutig warf sie sich in Iris Arme.

„Süße. Iris. Stop.“ redete sie auf die Tobende ein. „Beruhig dich bitte. Du haust mir hier alles kurz und klein.“

Schnaufend, wie ein wilder Stier vor dem Angriff, hielt Iris inne. Dann ließ sie den Kopf auf Magdas Schulter fallen.

„Komm mit. Setzen wir uns erstmal hin und dann erzählst du mir was dich so rasend macht.“ schlug Magda vor.

Schlagartig löste sich Iris von der Schulter, warf die Zeitung auf die Küchenanrichte und verschränkte die Arme.

„Ich kann mich jetzt nicht hinsetzen. Ich bin einfach nur genervt.“ erklärte sie sauer.

„Ok. Dann stehen wir halt. So, und jetzt erklär mir was dich derart auf die Palme bringt.“

„Na was wohl? Hanna. Diese dumme Nuss verwandelt mein schönes Zuhause allmählich in eine stinkende und öltriefende Müllhalde.“

Magda hob kurz die Augenbrauen. Ohne vorher zu fragen wußte sie warum ihre Süße ausflippte. Besser gesagt gar nicht mehr aufhörte auszuflippen. Seit einer Woche ungefähr. Von Anfang an hatte sie Iris Wohnsituation kritisch betrachtet, sich aber vorerst rausgehalten, da sie wußte das Iris Hanna nicht, warum auch immer, rauswerfen konnte.
Vorsichtig fragte sie nach:

„Öltriefend? Wieso? Arbeitet Hanna jetzt als Automechanikerin?“

„Pah. Schlimmer. Als ich heute vom Einkaufen zurückgekommen bin, da....“ Iris begann ausführlich von Hannas Werkstatt zu erzählen. Nachdem sie fertig war, schaute sie Magda zwar immer noch wütend, aber nicht mehr so zornig wie zuvor an.

Magda entschied, daß sie die Faxen nun dicke hatte. Wenn hier nicht bald etwas geschah, würde Hanna in zehn Jahren noch dort hausen und sie sich von Iris dafür die Ohren volljammern lassen. Daher sagte sie auffordernd:

„Dann schmeiß sie raus. Ehrlich Süße. Ich weiß du bringst das nicht über dich, aber wenn der Höhlentroll noch weiter da wohnt, ist deine Bude bald kein Pfifferling mehr wert. Schau mal.“ Sie stellte sich vor Iris und umschlang deren Hüfte.“ Du bist eine wunderbare, großzügige Frau. Und das mag ich auch sehr an dir. Aber Hanna nutzt dich nur aus. Der fällt doch im Leben nicht ein, sich was eigenes zu suchen, wenn sie doch genausogut bei dir rumgammeln kann.“

„Das weiß ich ja“ ,stöhnte Iris. „Aber ich brings einfach nicht übers Herz. Ich meine, sie ist ja eigentlich eine ganz liebe und dann wirkt sie auf mich immer so hilflos. Nein Maggie. Das schaff ich nicht.“

Magda hob resigniert die Arme.

„Ja dann weiß ich auch nicht weiter.“

„Na toll. Du bist mir keine große Hilfe.“

„Was soll ich denn machen? Sie zu mir einladen? Oder ihr eine Höhle im Wald graben?“

„Das war ja klar. Das du wieder mit deinen blöden Kommentaren kommst.“ meinte Iris verärgert. „Weißt du was? Im Grunde ja, bist du nicht ganz unschuldig an der Sache.“

„Wie bitte? Was soll das jetzt wieder heißen?“

„Du weißt genau was ich meine, Magda! Seit zwei Wochen vögeln wir jetzt jede Nacht. Zwei Wochen. Verstehst du?“

Magda begann zu ahnen, in welche unerfreuliche Richtung die Unterhaltung ging. Sie konnte verstehen daß die Sache mit Hanna und die unausgesprochenen Gefühlsdinge zwischen ihnen beiden Iris langsam mürbe machten. Trotzdem fühlte sich Magda für so ein Gespräch noch nicht bereit. So wie es aussah, war trotz allem der Zeitpunkt gekommen. Sie versuchte sich noch ein wenig drumherum zu schleichen:

„Jetzt mach mal halblang. Ich weiß das Ganze ist für dich momentan nicht einfach. Aber schau mich an. Du weißt doch was ich grad alles um die Ohren habe. Können wir das noch ein bischen verschieben? Bitte?“ Magda schloß in einem flehende Ton, in der Hoffnung dieser Appell an Iris Großzügigkeit würde Wirkung zeigen.

„Nein.“

Bitte? dachte Magda überrascht. Antrag abgelehnt? Vielleicht sollte ich mich auch auf einen Stuhl setzen und doof aus der Wäsche schauen, so wie Hirnbär. Da fuhr Iris schon fort:

„Wir reden jetzt darüber. Auf der Stelle. Du machst es dir im Moment ziemlich bequem, Madame. Ah, die Iris ist da. Toll, dann hab ich ja wieder jemand zum ficken. Aber zu mehr hab ich echt grad keine Lust!“ ,äffte sie Magdas Tonfall nach. Dann verschränkte sie die Arme vor der Brust und die Augen begannen feucht zu werden. „Aber das ich vielleicht mehr will, das du mir vielleicht was bedeutest und ich dämliche Gans nur darauf warte, ob du irgendwas davon teilst, daß kann dir ja am Arsch vorbei gehen. Die kommt ja eh wieder zurück gerannt, weil das Haus von der Gans ja sowieso belagert wird. Weißt du was? Leck mich am Arsch. So.“

Tief betreten schaute Magda zu Boden. Iris machte auf dem Absatz kehrt und lief zur Haustür, als sich von hinten zwei Arme um sie schlangen.

„Es tut mir leid, Süße. Wirklich. Geh nicht. Bitte“ flüsterte Magda in ihr Ohr. Seufzend blieb sie stehen.

„Und warum soll ich nicht gehen?“ fragte Iris leise.

„Weil ich dich brauche.“ Magda fuhr mit den Händen über Iris Bauch, gleichzeitig den Hals küssend. Ihre Hände erreichten die Brüste und mit den Fingerspitzen umkreiste sie die Brustwarzen. Leise begann Iris zu stöhnen. Mit einem Mal hörte Magda auf und sagte: „Und weil ich vielleicht eine Idee habe, wie wir Hanna gewaltlos aus deiner Wohnung bekommen.“

„Aha. Was für eine Idee“ meinte Iris mit geschlossenen Augen.

Magda begann erneut ihren Körper zu verwöhnen.

„Soll ich sie dir gleich verraten, oder erst später?“ fragte sie verführerisch und knabberte an ihrem Ohr.

„Du bist ein Miststück“ stieß Iris mit einem Lachen aus.

„Ich weiß“ meinte Magda und knöpfte Iris Hemd auf. Die warme Hand auf der zarten Haut lösten bei Iris einen Schauer aus. Dann drehte sich Iris um und gab ihr heißblütig einen Kuss.

„Außerdem machst du mich wahnsinnig“ stöhnte Iris auf und begann Magda auszuziehen, während sich beide langsam Richtung Couch bewegten.




Ihre Augen wanderten von links nach rechts am Kopf vorbei, während die Lippen, die auf ihren Mund gepresst waren, sanfte Bewegungen vollführten. Mit den Händen drückte sie den auf ihr liegenden Körper ein wenig weg.

„Äh Bente? Was machst du da?“

Ruckartig bewegte sich Bente von ihr weg, schaute ihr mit vor Peinlichkeit rotem Kopf entgegen bis sie in der Ecke hockend das Gesicht in den Händen verbarg.

„Ohje, ohje. Was hab ich getan?“ wimmerte Bente herzzerreißend. Lisa betrachtete sie noch etwas atemlos. Das fehlte noch. War nicht alles schon kompliziert genug? Dann sie kroch langsam zu ihr hinüber, da Bente ununterbrochen den Satz wiederholte und kurz vor dem Ausflippen stand.

„Bente. Jetzt beruhig dich wieder. Mach dich locker. So..schlimm ist das nicht.“

„Nein?“

„Nein.“ beruhigte Lisa sie. Nachdem Bentes Kopf hinter ihren Händen hervor kam stellte sie ihr sofort die Gretchenfrage. „Du hast dich jetzt aber nicht in mich verliebt, oder so?“

„Nein.“

„Aha.“ Na gut. Wenigstens etwas. „Und warum hast du mich dann geküsst?“

„Nur so.“

Ausgerechnet jetzt fängt sie mit knappen Antworten an, dachte Lisa. Hier mußte sie nachbohren:

„Bente, man küsst andere Menschen nicht einfach so.“

„Wenn du meinst.“

„Mann, Bente. Könntest du mir mal eine gescheite Antwort geben? Das würde die Sache vereinfachen. Irgendwie.“

Bente atmete tief durch und sah sie an:

„Ich weiß auch nicht was in mich gefahren ist. Ich wollt halt nur mal wissen wie das ist.“

„Du wolltest nur wissen wie sich ein Kuss anfühlt?“ zweifelte Lisa hörbar.

„Ehrlich. Ganz bestimmt.“

„Und du hast wirklich keine Absichten?“ hakte Lisa nach. Dieser Punkt mußte unbedingt geklärt werden, befand sie.

„Mach dich locker“ ahmte Bente sie nach und beide mußten lachen.

„Aha. Und warum hast du dir dafür jetzt unbedingt mich ausgesucht? Ich meine normalerweise küsst man Leute in die man verliebt ist.“

„Ich glaub nicht das der das möchte“ gab Bente leise zu.

„Der? Also ein Junge?“

„Also mach dir mal nicht in die Hosen, Lisa. Ich bin nicht lesbisch. Garantiert nicht.“ sagte Bente, mittlerweile genervt von Lisas Nachfragen. „Ich habs getestet.“

„Wie jetzt? Dafür gibts einen Test?“ Lisa richtete sich verblüfft auf. „Also den würde ich gerne mal sehen. Lesbentest. Du erzählst doch Stories.“

Bente drückte den Rücken durch und holte aus ihrer Hosentasche umständlich ein paar zerknitterte Zettel hervor. Sie hielt ihn der Ungläubigen unter die Nase. Ehe Lisa danach greifen konnte, zog sie ihn schnell zurück.

„Möchtest du ihn machen?“

„Warum? Ich weiß daß ich lesbisch bin. Auch ohne Test.“ erwiderte Lisa immer noch erstaunt darüber, was es nicht alles für Tests gab.

„Naja. Einfach so. Zum Spaß. Außerdem kann man dann schauen, ob er wirklich funktioniert. Bei mir jedenfalls sagt er eindeutig, daß ich eine Hete bin.“

„Eine Hete?“

„Lesbensprache für Heterosexuelle“ erklärte Bente wissend.

„Und ich dachte, ich bin hier die Lesbe. Aber ok. Dann leg mal los, du Hete.“ Vergnügt setzte sich Lisa in den Schneidersitz und blickte gespannt auf sie.

„Also gut“ , Bente gab ein bedeutungsvolles Räuspern von sich, raschelte wichtig mit dem Papier, dann kamen die Fragen. Im ersten Teil ging es um Fragen in der Art ob man rein äußerlich Frauen oder Männerkörper anziehend fand. Schnell wurde der abgehandelt. Der zweite Teil hingegen stellte sich als wesentlich kurioser heraus.

„Ok. Bis jetzt liegst du ganz gut im Rennen, würde ich sagen“ murmelte Bente eine vorläufige Auswertung.

„Super. Dann lag ich mit meiner Selbsteinschätzung doch nicht so falsch.“ witzelte Lisa.

„Nur nicht so voreilig. Weil jetzt der Psychoteil kommt. Mehr oder weniger. Da kann sich noch alles ändern“ entgegnete Bente ernsthaft.

„Ok. Tschuldige. Dann los. Ich bin bereit.“

„ Frage eins. Spielst du Fußball? Oder hast du gespielt?“

„Mhm. Als ich kleiner war, da war ich in einer Bande. Da haben wir mal ab und zu gespielt.“

„Du warst in einer Bande? So gangstermäßig?“

„Da war ich im Kindergarten.“

„Ach so. Weiter gehts. Gehst du gern auf Flohmärkte oder Töpferausstellungen?“

„Töpferausstellungen? Was soll das denn? Heißt das jetzt, daß alle die gern töpfern lesbisch sind? Vielleicht weil man beim Sex ne Menge Fingerspitzengefühl braucht.“ meinte Lisa mit frechem Blick.

Bente schaute sie mit rosa Wangen an und meinte nervös: „Sex? Aha. Ehem. Würdest du bitte einfach mit ja oder nein antworten und aufhören, ständig den Test zu hinterfragen?“

„Ok. Tschuldige.“ antwortete Lisa grinsend.“Also Flohmärkte find ich schon toll, aber Töpferausstellungen?“

Bente brummelte genervt etwas von „nur ja oder nein“ und stellte die nächsten Fragen. Diese drehten sich darum ob Lisa sportlich sei, ob sie viele Muskeln habe, Schminken oder Nichtschminken, wie lang denn die Fingernägel sind, ob bei ihr ein Drang Dinge zu reparieren vorherrsche und derlei mehr. Zwanzig Minuten später waren sie endlich bei der letzten Frage angelangt:

„Gehst du breitbeinig?“

Lisa,die den Test schon die ganze Zeit sehr merkwürdig fand und ehrlich gesagt nicht besonders ernst nahm, konnte sich nicht mehr halten. Prustend vor Lachen warf sie sich zur Seite.

„Oh Mann, Lisa. Du nimmst das einfach nicht ernst. Dann hätt ich mir das echt sparen können. Du Kuh.“jammerte Bente beleidigt.

„Du Kuh? Ich bin tief getroffen“ meinte Lisa kurzzeitig ernst bevor sie wieder einen Lachanfall bekam. Irgendwann zuckten auch Bentes Mundwinkel.

„Eins muß man dir lassen. Mit dir gibts wenigstens noch was zu lachen.“ japste Lisa, die sich den Bauch hielt.

„Das freut mich. Für dich!“ erwiderte Bente mit gespieltem Ernst. „Aber könnten wir vielleicht weitermachen. Wir brauchen ja bald länger zum ausfüllen als die zum machen.“

„Ich habs gecheckt. Aber bevor ich die Masterfrage beantworte, will ich wissen, warum du mich geküsst hast“ verlangte Lisa.

Unglücklich dreinschauend erkannte Bente, daß das Thema noch aktuell war. Rot werdend stammelte sie:

„Ich hab doch gesagt warum. Und außerdem hab ich sonst niemand. Und weil ich dich mag. Sehr mag. Und weil du schön bist.“

„Wow. Danke für die Blumen. Ich mag dich auch sehr.“ sagte Lisa mit warmer Stimme. „Und wer ist der Junge, dem die Ehre eigentlich gebührt?“

„Das verrat ich nicht.“ Schnell drehte Bente den Kopf zur Seite.

Ups, dachte Lisa. Sie hat wohl richtig üblen Liebeskummer. Irgendwann frag ich sie nochmal. Schnell kehrte sie zum alten Thema zurück. Unbemerkt von den Beiden öffnete sich leise die Tür und ein Teller, gefüllt mit duftenden Schokokeksen, gehalten von einer runzligen Hand, schwebte herein.

„So, wo waren wir nochmal?“

„Ah, ja.“ Bente sammelte sich kurz.“Ob du breitbeinig gehst?“

„Eigentlich lauf ich normal rum. Außer nach der Nacht mit Maggie“ Kaum war es gesagt, schlug Lisa erschrocken die Hand vor den Mund.

Bente richtete sich auf und fragte:

„Wer ist Maggie?“

Das Klirren eines zerbrechenden Tellers ließ sie aufhorchen.




Lässig lehnte Magda mit dem Rücken in ein Kissen und fühlte sich, so wie man sich nach einem Orgasmus nun einmal fühlt. Entspannt einen Schluck Kaffee trinkend blätterte sie in der Zeit. Unter der aufgeschlagenen Seite lag Iris schlafend, den Kopf auf ihre Schenkel gelegt. Plötzlich drang eine Stimme durchs Papier.

„Welche Idee?“

„Schau an, eine sprechende Zeitung. Wunder der Technik.“ meinte Magda trocken.

„Sehr witzig“ erwiderte Iris und erhob sich die Zeitung beiseite schiebend. „Ich meine was für eine brillante Idee hast du wegen Hanna?“

Seufzend warf Magda die Zeitung zu Boden.

„Ob sie brillant ist wird sich noch rausstellen. Möchtest du einen Kaffee, Süße?“

„Nein, ich möchte Antworten“

Oh, Plural. Dünnes Eis, schoß es Magda durch den Kopf. Im Notfall einfach ignorieren.

„Ja, also gut. So wie du vorhin erzählt hast, hat Hanna deine Küche doch nur aus einem Grund verunstaltet. Um der Entschi, tschuldige, der Bachmann irgendwas an die Wand zu nageln. Und ansonsten hat sie ihre wundersame Verwandlung ja auch nur wegen dieser Gestörten veranstaltet. Oder?“

„Stimmt“ sagte Iris. „Denn wenn sie zuhause rumhängt, trägt sie die übliche Holzfällerverkleidung. Nur wenn sie ausgeht, holt sie das Spezialdress aus dem Schrank.“

„Dann stolpert Super-Hanna wieder durch die Gegend.“ meinte Magda sarkastisch wofür sie sofort einen bösen Blick von Iris erntete. „Ich meine dann ist sie wieder als Carmen unterwegs. Auf jeden Fall ergibt sich daraus nur eine logische Schlußfolgerung.“

Mit großen Augen richtet Iris sich auf.

„Du meinst wir sollen die zwei verkuppeln? Das wird doch nie was.“

„Wieso nicht? Für die Bachmann legt sich die Hanna richtig ins Zeug und die läßt Bärchen sogar in ihr Haus. Also ich seh da Möglichkeiten.“

„Ja klar läßt sie Hanna ins Haus. Zum arbeiten. Wer weiß, wahrscheinlich auch mal ins Bett. Aber langfristig wird das doch nix. Und dann steht Hanna ruckzuck wieder vor meiner Tür. Toller Plan.“ kommentierte Iris den Vorschlag.

„Jetzt mal doch nicht gleich alles so schwarz. Wir müssen eben nur die Gemeinsamkeiten der beiden stärker...herausarbeiten. Überzeugungsarbeit leisten. Was weiß ich. Und ganz nebenbei, die Schlauste ist die Bachmann auch nicht gerade, also zusammen passen würden die schon.“

Unschlüssig neigte Iris den Kopf hin und her.

„Aber die Bachmann wird Hanna doch nur ausnutzen. So wie die drauf ist. Das find ich nicht gut.“

Magda rollte entnervt die Augen.

„Ja und wenn schon. Hanna ist eine erwachsene Frau. Willst du vielleicht eine lebenslange Patenschaft für sie übernehmen? Dann kannst du sie gleich da lassen, wo sie schon ist. Menschenskinder.“

„Mhm. Ja du hast recht. Irgendwie.“ brummte Iris. Dann verengte sie ihre Augen zu Schlitzen. „Wir hatten auch noch ein anderes Thema, erinnerst du dich?“

„Also nu ist mal gut. Ich will mit dir darüber reden. Nur in aller Ruhe. Und eins nach dem andern. Erst lotsen wir Hanna aus deiner Bude und dann....“

Bevor Magda weiterreden konnte, setzte Iris sich nackt auf ihren Schoß und gab ihr einen langen Kuss.

„In Ordnung, du Luder. Für diesmal lass ichs noch gelten. Und damit dus weist. Ich liebe dich, Maggie.“

Ohne eine Antwort abzuwarten vernaschte Iris ihre Geliebte.







*quod erat demonstrandum=was zu beweisen war.
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