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Der Blitz des Iuppiter

von Glimmer
MitmachgeschichteAbenteuer, Humor / P12
Afriten Bartimäus Dschinn Kobolde Mariden OC (Own Character)
20.07.2011
29.12.2011
7
7.740
 
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Bartimäus




  „FÜGE DICH MEINEN BEFEHLEN, FURIE!“, donnerte es durch den Raum, das jeder Seismograph vor Schreck in Ohnmacht gefallen wäre und der ägyptische Jüngling, der immer noch elegant auf dem Teppich saß, duckte sich unter einer Sturmböe durch, die ihr ursprüngliches Ziel verfehlt hatte.
  „WIDERWÄRTIGE, MEHLWÜRMERFRESSENDE PAVIANFRATZE! NIMM DAS!“, kam es kreischend auf diese nette Aufforderung hin zurück und mit einem lauten Splittern zerbarst eine Amphore auf der dunklen Seite des Zimmers(1).
Wie ihr ja sicherlich noch wisst, hatten die liebe Morah und der penetrant gruselige Adûnaphel-Waffel-Afrit eine kleine … Meinungsverschiedenheit über den Posten des Alphatieres „auszudiskutieren“.
Zu Anfang fand ich es ja noch ganz witzig, vor allem, weil unser Möchtegern-Afrit gehörig die Visage poliert bekam. Aus dreierlei Gründen hatte sich diese, meine Ansicht allerdings geändert.
Erstens, hatte Morah angefangen, mit dem Mobiliar herumzuwerfen - und nahm es nicht allzu genau damit, WEN sie eigentlich traf.  Zweitens: Adûnaphel, der ihr mit Leichtigkeit auswich, verwandelte sich durchgehend von einem hässlichen, klapprigen Knochenmann zu seinem Schattenungetümdings und wieder zurück. Eine Beleidigung des Auges folgte also der Nächsten. Und drittens, hatte Kischnadnubiza sich neben mich auf den Teppich gesetzt und beinhart angefangen, mir ins Ohr zu flennen, wie eine Kreuzung aus Sirene und Schoßhund. Der ganze Krach war ihr offenbar zu viel. Hauptsächlich deswegen, weil sie nicht mitspielen durfte, wie ich – scharfsinnig wie ich bin - vermutete.
Nun, ihr könnt euch vorstellen, dass Ptolemäus die Gesamtsituation nicht besonders erbaulich fand.
Als er schließlich nur knapp dem Erschlagenwerden durch einen Nachttopf (2) entrann, indem sich der ägyptische Jüngling flach auf den Boden bretterte und sich einen Holzspan in den A – ich meine, ja es war ziemlich schmerzhaft - beschloss ich, mich zu verdünnisieren. Da die Tür mittlerweile in Flammen stand, musste ich irgendwie an das Fenster herankommen. Ich schlich also lautlos wie eine Katze, nein, eher lautlos wie ein majestätischer, schwarzer Königspanther, hinter Kischna vorbei, die durchs Zimmer flitzte und alles an sich zu raffen begann, was Morah zertrümmert hatte. Ja sie hatte eindeutig ein paar Holznägel locker, die Gute. Denn dass sie dabei fast von einer Kommode, von ähnlichen Ausmaßen, wie ein Elefant mit massiven Gewichtsproblemen, erschlagen wurde, schien sie irgendwie nicht zu interessieren und sie versteckte weiter Schrott unter ihrem grauenhaften, rosa Kleidchen.

„ERSTICK AN DEINEM SCHWEFELDAMPF, DU … PUPS(3)!“

Entgeistert blieb ich stehen. Sie hatte das Wort gesagt! Morah hatte es wirklich gewagt, DAS Wort zu einem Afriten zu sagen! Ich war baff!
Adûnaphel verzog pikiert das Knochenmaul, doch Morah hörte gar nicht auf zu keifen, wobei sich ihre Stimmlage dermaßen in die Höhe schraubte, dass selbst der ägyptische Jüngling, der doch so einiges aushielt, Muffensausen bekam.

„GANZ RECHT! DU BIST EIN RIESIGES PUPS(4)!“

Diesmal konnte ich mir wirklich kein unanständiges Kichern verkneifen.

„PUPS! PUPS! PUPS(5)!“

Die brennende Tür wurde mit einem krachendem Bersten - oder einem berstenden Krachen, das kann man jetzt sehen wie man will - aufgeschlagen und ein extrem wütender und, zu meiner Überraschung, menschlicher Hausbewohner erschien. Ein Bein schon halb aus dem Fenster hängend, hielt ich gespannt inne. Oooh, das konnte interessant werden.
  „Was fällt dir ein, Dämon, unsere Ruhe mit solchen Wörtern zu beflecken?!“, wetterte der Mensch, ganz offensichtlich Zauberer – wie ich an seinem geschmacklosen Trodelhut und seiner vulgären Ausdrucksweise erkennen konnte, los - und Morah und Adûnaphel hielten verdutzt in ihrem Beleidigungswettstreit inne.
Erst als Kischna heranschnellte und den Zauberer mit dem vorhin erwähnten Nachttopf KO schlug, erwachten die beiden aus ihrer regelrechten Überraschungsstarre.
Oh oh, das würde Ärger geben!
Der perfekte Zeitpunkt, um die Fliege zu machen! (6)
Ihr könnt euch denken, wozu das führte - hm, oder auch nicht, wenn ihr nicht besonders helle seid.
Wäre nicht ich der Leidtragende gewesen, hätte dies vermutlich ein wahres Bild für die Götter abgegeben – wie man so schön sagte.
Ptolemäus´ ohnehin schon wunder Hintern knallte mit einem gewaltigen Rums auf dem morschen Dach der Scheune auf, fünf Meter unter besagtem Fenster. Das halbe ebengenannte Dach mitziehend landete er mit dem Kopf voran im Misthaufen darunter und hätte um ein Haar ein Huhn zerquetscht, das das Pech hatte, sich zu dem Zeitpunkt auf dem Misthaufen aufzuhalten. Dem armen Tier ploppten vor Schreck fast die Augen aus dem Kopf, als es nur knapp seinem Verderben inform von Ptolemäus´ Hintern entging. Ja, nicht nur der Hahn, hätte losgegackert bei dem Anblick.
So würdevoll wie möglich raffte ich mich ächzend hoch, rückte meinen nun nicht mehr ganz so weißen Lendenschurz zurecht und schleifte meine gesamte linke Körperhälfte mehr als das ich sie bewegte, aus dem Innenhof. Meine Güte, ich hatte ja ganz vergessen, wie zerbrechlich und unnütz ihr Wassersäcke doch seid. Eindeutig ein Evolutionsfehler! Völlig undenkbar, wie ihr zu den Herrschern der Erde aufsteigen konntet. Da hätte ich schon eher auf Ochsen gesetzt, oder auf anderes Nutzvieh. Wenigstens waren die bei halbwegs annehmbarer Pflege resistenter. (7)
Zu faul, um mir eine andere äußere Erscheinung zuzulegen, humpelte und hinkte ich auf das Forum Romanum zu – keine Ahnung, warum es mich in dem Moment gerade zum Marktplatz zog. Ich wollte jedenfalls keinem meiner „Mitverschwörer“ in den nächsten paar Stunden über den Weg laufen.
  „Salve!“, grüßte ich beiläufig eine Patrizierin, die mit offenem Mund an meiner zerstörten Gestalt vorbeilief und zu schreien begann, dass selbst die gute Kischna vor Neid blass geworden wäre. Ich musste grinsen. Ach, auch wenn unsere Knechtschaft durch die Zauberer die dümmste Erfindung seit der urukanischen, selbstdrehenden Käsehobel(8) war: Es war schön, ein Dschinn zu sein!
Auch wenn ich erst später erfahren sollte, wer die übrigen beiden Kollegen waren, die außer Adûnaphel, Moiratheleyn, Kischnadnubiza und Ianto - der sich bis jetzt auch noch nicht wirklich blicken ließ - noch mit mir ins Verderben schlittern sollten, war ich dankbar für die kurze Zeit am Forum Romanum, da ich so die folgenden Ereignisse in der Villa Messalas nicht mitbekam…


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(1) So sehr ich euch auch enttäuschen muss, in dieser wortgewaltigen – im wahrsten Sinne des Wortes – Auseinandersetzung ging es nicht um mich. Himmel, nein, so viel Wagemut stand einem Dschinn wie mir beizeiten nicht, als das ich die beiden Wesenheiten derart provoziert hätte. Ich wusste ja schließlich noch, was gut für meine Substanz war.

(2) Ein Nachttopf!!!

(3) Sie sagte nicht wirklich Pups, glaubt mir.

(4) Ehrlich sie benutzte nicht dieses Wort.

(5) Wie gesagt, sie benutzte nicht dieses Wort.

(6) Leider dachte ich in diesem Moment nicht daran, mich in eine Fliege zu verwandeln, bevor ich aus dem Fenster sprang, obwohl ich sonst eigentlich von großer Geistesgegenwart zeuge. Naja, ich hatte eben einen schlechten Tag…

(7)Menschen, Ochsen, Wirtschaftsanwälte, Insektenlarven – Im Grunde ist es alles dasselbe, nur die Intelligenz ist bei euch Menschen vielleicht ein wenig höher entwickelt (Obwohl ich da auch nicht für alle von euch sprechen kann.)

(8) Ein ganzer Abschnitt der begrenzten Menschheitsgeschichte war mit … so etwas vergeudet worden! Könnt ihr euch das vorstellen? Oh, aber natürlich könnt ihr das nicht. Ich wage zu behaupten, dass ihr Menschen nur äußerst selten so scharfsinnig seid, wie ihr immer tut … Nichts für ungut, Leute!




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Hey:))
Ein großes dickes Sorry, das ihr soooooo lange warten musstet, ich hoffe es hat sich jedoch gelohnt!:)
Diese zwei letzten mysteriösen "Kollegen" unseres charmanten Dschinn kommen fest versprochen im nächsten Kapitel endlich mal zum Zug!
Hoffe euch hat es gefallen und würde mich sehr über eure Meinungen freuen!
Glimmer:)
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