Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Die Vergangenheit des Dämons

von Mina8888
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Dawn Warden Julien DuCraine
17.07.2011
09.03.2012
7
7.292
 
Alle Kapitel
17 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
17.07.2011 1.302
 
Doch schon bald weckte mich ein lautes kreischen auf. Bevor ich überhaupt zu mir kommen konnte, war Julien schon- nachdem er mir etwas zugemurmelt hat, das ich nicht verstand- aus dem Bett gesprungen und nach unten gerannt.
Ich hingegen brauchte schon etwas mehr Zeit, um zu mir zu kommen, nachdem ich so rüde aus dem Schlaf gerissen wurde.
Dann folgte ich Julien hinunter ins Wohnzimmer, wo ich Kathy vorfand, die mit einem panischen Gesichts ausdruck eine Decke, die Julien in der Nacht wohl über sie gebreitet haben musste, gekrallt hatte und in Juliens Armen saß. Dieser strich ihr übers Haar und murmelte beruhigend auf sie ein.
Noch immer wirkte sie etwas benommen, aber dann schlossen sich ihre Augen langsam wieder und sie fiel in einen tiefen Schlaf.
Julien bettete ihren Kopf wieder auf das Kissen und deckte sie zu.
Dann stand er auf und wandte sich mir zu.
"Du hast nur vier Stunden geschlafen. Du solltest dich wieder hinlegen."
Ich schüttelte den Kopf, "Ich kann jetzt sowieso nicht mehr schlafen. Willst du als erster Duschen?"
,,Nein, geh du nur. Ich werd ohnehin wieder dreckig, wenn ich an meiner Blade bastel."
Ich zucke nur mit den Schultern und gehe ins Bad.
Langsam nervte Julien echt mit dieser Maschine; fast jeden Morgen, wenn wir nichts zu tun hatten, verzog er sich in die Garage und bastelte dort herum.
Nicht, dass es mich ärgern würde, dass er dann nicht bei mir ist- eigentlich finde ich es gut, auch einmal Zeit für mich zu haben. Aber ich kann einfach nicht verstehen, was er da die ganze Zeit über macht. Ich find dieses ganze Rumgeschraube total überflüssig.
Ich seufze, als ich mich im Bad einschließe. Ich werde die kranke Beziehung von Männern zu ihren Autos- bzw. Motorrädern-  wohl nie verstehen.
ich zog mich aus und stieg unter die Dusche. Ich blieb wahrscheinlich sehr lange unter dem heißen Wasserstrahl, denn als ich aus der Duschkabine kam und mich abtrocknete, merkte ich, dass die Sonne ein Stück höher den Himmel empor gekrochen ist.
Ich zog mir Unterwäsche an, föhnte meine Haare, glättete sie- was auch ziemlich viel Zeit in Anspruch nahm, bei meinen hüftlangen Locken- und tapste dann in mein Zimmer, um mir noch etwas anzuziehen.
Gerade als ich den Schrank öffnete, klopfte es an der Tür.
" Komm rein, Kathy!", rief ich.
Ihr ovaler Kopf um randet von roten Locken schob sich durch die Tür, "Woher wusstest du, dass ich es bin?"
"Julien würde niemals klopfen.", erklärte ich.
Sie tat geschockt, konnte ein Grinsen jedoch nicht gänzlich unterdrücken, " Hat mein Bruder schon all seine guten Manieren verloren?"
Ich stöbere in meinem Chaos von Kleiderschrank nach etwas brauchbarem für zu Hause durch , " Er hat sie nicht verloren, sondern nur tief vergraben, um sie manchmal wieder auszugraben.",
Kathy trat neben mich und stieß einen Pfiff durch die Zähne, als sie das Chaos sah, " Da sah ja sogar mein Schrank früher besser aus."
"Wenn du etwas anderes anziehen willst,; bedien dich ruhig!"
" Danke. Was suchst du überhaupt?"
" Irgendwas brauchbares für den Alltag."
Sie betrachtet den Inhalt meines Schranks skeptisch, " Sicher, dass du da drin etwas findest?"
" es sieht zwar nicht so aus, aber da sind ein paar brauchbare Teile."
"Ich helf dir", sagte sie und wir fingen gemeinsam an zu suchen.
" Ich hab eine ausgeblichene Jeans gefunden.", Kathy hielt sie triumphierend hoch.
"Und das einzige was ich gefunden habe, ist ein weißes Top."
Sie betrachtete mich kritisch, als ich es angezogen hatte, " Wo sind Juliens Sachen?"
"Im Zimmer rechts nebenan. Aber...?", schon war sie aus dem Zimmer.
Ich folgte ihr.
Sie durchstöberte Juliens Kleiderschrank und hielt mir dann ein weiß-, rot-, schwarz kariertes  Hemd mit dem Befehl " anziehen!" unter die Nase.
Als ich zögerte, verdrehte sie die Augen, zog es mir wie einem kleinen Kind an und zog den Saum um meine Taille zu einem Knoten fest.
Kathy betrachtete ihr Werk und nickte zufrieden.
"Könntest du aufhören, mich so anzustarren, als wäre ich deine Puppe?", fragte ich lächelnd.
" Sorry, aber ich musste einfach starren. Du siehst einfach so schön aus. Sogar in diesen einfachen Sachen.", irgendwie fassungslos schüttelte sie den Kopf, ,,Naja, egal, auf jeden Fall musst du mir unbedingt sagen, was da zwischen dir und meinem Bruder läuft!"
" Das ist eine ziemlich lange Geschichte. Setzen wir uns", wir lümmelten uns auf Juliens Bett, das noch nie benutzt wurde.
So erzählte ich Karhy die ganze Geschichte, was ziemlich viel Zeit in Anspruch nahm.
Und sogar als ich fertig war, war Julien noch nicht aus der Garage gekommen. Was machte er so lange? Langsam wurde ich nervös und hatte ein Ungutes Gefühl.
"Wow", meinte Kathy, "Dann hast du also dafür gesorgt, dass wir Marseille wieder zurück bekamen."
Ich sah sie verblüfft an, "Hast du mir denn nicht zugehört? Ich habe ihn umgebracht! Zwei Mal!"
"Aber er ist am Leben! Und du wolltest ihm nichts tun!", sie sah mich eindringlich an, " Aber du gibst dir trotzdem die Schuld daran." Das war eine Feststellung.
Ich senkte meinen Blick.
Sie kam zu mir und nahm mich in die Arme, "Er liebt dich trotz dem. Und wenn er nichts dagegen hat, dann habe ich es auch nicht."
Diese Worte bedeuteten mir echt viel. Es fühlte sich an, als fiel eine enorme Last von meinen Schultern.
Sie ließ mich los und lächelte mich an.
"Danke", ich lächelte zurück.
" Nicht dafür"
Wo war Julien bloß? Das ungute Gefühl wurde langsam zu Panik. Ich wusste nicht, warum ich mich so aufregte. Schließlich konnte er manchmal für einen halben Tag bei seiner Blade verbringen. Ich wusste nicht, was es war, das mich jetzt in rasend schnellem Tempo die Treppe herunterrennen ließ, aber ich war dankbar für dieses Gefühl.
Denn als ich die Garage betrat, entdeckte ich ihn zusammengekrümmt auf dem kalten Betonboden neben seiner Blade, einen Schraubenzieher mit Beiden Händen umklammert.
" Julien!", ich rannte zu ihm, kniete mich neben ihn und bettete seinen Kopf auf meinen Schoß. Er zitterte.
Ich versuchte in seine Gedanken zu kommen und zuckte schmerzerfüllt zusammen, als ich einen scharfen Schmerz in meinen Kopf spürte, der mir die Tränen in die Augen trieb und mich aufschreien ließ.
Was sollte ich tun, um diesen Schmerz zu lindern?
Ich hielt Juliens Kopf verzweifelt umklammert und weinte um seine Schmerzen. Ich bemerkte Kathy, die hinter mir stand, realisierte es aber nicht richtig.
Plötzlich spürte ich eine ungeheure Kraft in mir. Dieses Gefühl kam mir vage bekannt vor. Trotzdem war es komplett anders.
Ich spürte, wie diese Kraft in meinen Rücken genau zwischen meine Schulterblätter  schoss und dort... explodierte. Doch das kümmerte mich nicht darum. Ich konnte nur an Julien denken, der immer entspannter wurde und irgendwann aufhörte zu zittern. Langsam wandte er den Kopf und sah zu mir hoch. Ich fuhr mir mit der Hand über die Augen und wischte meine Tränen weg.
Dann bemerkte ich seinen verblüfften Blick Er sah nicht mich an, sondern auf einen Punkt hinter meinem Rücken. Doch ich hatte jetzt andere Probleme.
" Julien... was ist passiert?", brachte ich flüsternd hervor.
Doch er starrte immer noch wie hypnotisiert auf einen Punkt hinter meiner Schulter. Ich drehte mich um und sah nur weiße Federn.
Erst war ich verwirrt, aber dann bemerkte ich, dass diese Feder aus meinem Rücken wuchsen und ich sie bewegen konnte!
"Oh mein Gott, Dawn!" hörte ich Kathys halb verwirrte, halb beeindruckte Stimme.
Julien stand auf, ohne den Blick von mir zu lösen.
" Dawn, du... siehst aus wie... ein Engel!", flüsterte er hypnotisiert.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast