Die Aktion auf dem Dach!

von Nikki-fan
GeschichteRomanze / P12
Anna Polauke
15.07.2011
15.07.2011
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15.07.2011 1.533
 
Hey Leute,
hab wieder etwas auf meinem PC gefunden:) Dieses Mal von Anna und die Liebe:)
Viel Spaß beim Lesen. Ich würd mich freuen, wenn ihr mir ein kleines Review da lässt:)

„Eine Nachricht von Tom Lanford“, klang es aus meinem Handy. Irritiert starrte ich gerade aus und fragte mich selbst, was er denn jetzt schon wieder von mir wollte. Seinen Auftritt heute Nachmittag auf dem Dach hatte ich noch immer nicht ganz verstanden, aber sage mal einer man konnte Tom Lanford verstehen. Auf der einen Seite war er nett und zuvorkommend und im nächsten Moment wurde er zu einer Hyäne und fand nichts Gutes an der Arbeit die man machte. Man konnte von seinen Gefühlen wirklich ein Schleudertrauma bekommen. Aber nun ja man konnte sich seinen Chef eben nicht aussuchen und ich war ehrlich gesagt erleichtert, wenn ich schnellstmöglich dieses Jahr hinter mich bekommen könnte. Danach würde ich ganz alleine mit Zauberhaft durchstarten und würde endlich wieder mein eigener Boss sein. So süß Tom Lanford auch manchmal sein konnte und mich mit seinem Charme und seinen so wunderschönen grünen Augen verzauberte, so glaubte ich aber auch im nächsten Moment einen vollkommen anderen Mann gegenüberzustehen. Man konnte ihn einfach nicht verstehen und ich glaube dieses war gerade das was ihn ausmacht. Einen Tom Lanford wird man nie verstehen können, denn sein Kopf sitzt hinter unglaublich dicken Schallmauern und er hört nur das was er hören will. Aber komischerweise ist das streiten mit ihm wie eine Herausforderung und eine Erholung zu gleich für mich und verlangt einem so viel ab, dass ich merke, dass ich nicht an Jonas denken muss. Erst neulich der Streit mit ihm bevor ich einen Stromschlag abbekommen hatte, war ein wahrer Genuss. Ich wusste, dass Tom meiner Spitzigkeit standhalten konnte und wahrscheinlich gerade deswegen legen wir uns öfters in den Haaren. Aber als ich schließlich bewusstlos am Boden lag und er meinte, ich könnte sterben oder was auch immer, dann kommt wieder der andere Tom zu Vorschein, der überaus nette und hilfsbereite Tom Lanford, wieso hätte er mich sonst beatmet. Na gut, ich denke nicht gerade gerne an diese Situation zurück, denn als ich plötzlich seine Lippen spürte, die sich auf meinen bewegten, war mein Gehirn wie eingefroren gewesen und ich hatte mitgemacht. Oder nicht? Eigentlich wollte er mich ja nur beatmen, aber es fühlte sich irgendwie komplett merkwürdig an. Seine Lippen waren so weich und er war so zärtlich, das komplette Gegenteil zu dem, was ich sonst immer von ihm erlebte. Er war ganz sanft und als ich schließlich voll und ganz bei mir war, blickte er immer noch mit diesen grünen Augen auf mich hinunter. Seine Gesichtszüge waren so weich und ich glaubte sogar ein Lächeln auf seinen Lippen erkannt zu haben, aber vielleicht war ich auch noch so benebelt, dass ich mir dies nur alles eingebildet hatte. Und das sein „Ich wollte mich einmischen“, hatte ich so rein gar nicht verstanden. War dies eine Anspielung auf unseren Streit zuvor? Ich hatte ihm nicht an den Kopf geworfen, dass er sich überall einmischt, das war schon schön anders herum und als der dumme Fahrstuhl dann auch noch nicht kam, platzte mir halb der Kragen. Doch anstatt, dass sich Tom Lanford als Gentleman erweist und den Aufzug selbst zum Laufen brachte, nein, da müsste sich ja der verehrte Herr die Hände schmutzig machen, sagte er nur, dass ich mich jetzt schon wieder in Sachen einmischen würde, die mich nichts angehen würden. Der Fahrstuhl ging mich sehr wohl was an, denn immerhin musste ich seine Laune ertragen und hatte keine Lust darauf meinen Sonntag noch länger in der Firma zu verbringen zu müssen und weil dieser verdammte Aufzug hängte. Schlussendlich hätte ich vielleicht doch die Treppe nehmen sollen, denn dann hätte ich mir den Stromschlag erspart und diese merkwürdige Situation hinterher. Das war kein Kuss. Nein nie im Leben würde Tom Lanford mich küssen. Er hasst mich ja noch eher, als dass er mich zumindest ein wenig leiden könnte.

Naja, ich dachte schon wieder viel zu viel über diese eine Sache nach, eigentlich konnte mir es auch egal sein, aber nach seiner Aktion heute, wusste ich nicht mehr so ganz, wie er zu mir stand, denn irgendwie sah er aus, als hätte er mit etwas Schlimmeren gerechnet. Vielleicht stand er doch anders zu mir, als ich das vielleicht dachte? Er war die ganzen Treppenstufen hinauf gerannt und es war auch kein Wunder, dass ihm danach die Puste ausging, doch was hat ihn darauf getrieben? Bevor ich weiter nachdenken konnte, erklang die Nachricht auf meiner Mailbox: „Anna ich hätte dir beistehen sollen. Ich hätte für dich da sein sollen. Bitte nicht. Spring bitte nicht! Noch einmal jemanden zu verlieren, der mir so wichtig ist, das kann ich nicht ertragen.“ Tom war während ich meine Mailbox aufgehört hatte vor mich getreten und beobachtete jede noch so kleineste Mimik. Nachdem ich die Nachricht abgehört hatte, wusste ich erst nicht was ich sagen sollte. Ich wusste, dass nun der andere Tom vor mir stand, der nette und liebevolle, wie damals auch nach dem Stromschlag. Seine Gesichtszüge waren so weich und seine Augen hatten ein unglaublich grünes Strahlen, das man meinen konnte, es wäre der helle Tag.
„Sie hatten Angst um mich!?“, brachte ich schließlich eine Sekunden später heraus. Es war sowohl eine Frage, als auch eine Feststellung, denn diese Nachricht, die er mir hinterlassen hatte stimmte mich verwirrend. Hatte ich seine Gefühle zu mir vielleicht doch etwas unterschätzt? Er hat gesagt, dass ich ihm wichtig bin und er es nicht ertragen würde, wenn ich springen würde, was hatte dies auf sich? Empfand er vielleicht doch mehr, als ich dachte. Und wie stand ich zu alldem. Ein leises gehauchtes „Ja“, holte mich aus meiner Trance zurück und ich blickte wieder tief in Toms Augen. Er war so anders und ich konnte meine Augen nicht von ihm lassen. Ich wollte noch zu etwas ansetzen, aber mir fielen keine Worte ein, die meinen Gefühlszustand im Entferntesten beschrieben hätten. Anstelle ihm etwas zu antworten, umarmte ich ihn. Zugleich sprang sein gutriechender Duft auf mich über und ich fühlte mich komplett von ihm gefangen. Es war wieder das merkwürdige Gefühl in mir aufgetreten, dass ich zuletzt gespürt hatte, als ich in Toms Augen geblickt hatte, nachdem er mich beatmet hatte. Es war ein erdrückendes und zugleich unglaublich schönes Wohlgefühl. Ich genoss seine Wärme und wusste selbst nicht was mit mir los war. Nach einigen Sekunden fiel mir schließlich wieder ein, dass ich gerade meinen Chef umarmte und er mich ja auch irgendwie, sodass ich die Umarmung abbrach und wir uns wieder in die Augen blicken konnten. Mein Gott, waren diese schon immer so wunderschön grün?
„Ich … dachte sie wollen springen“, sagte er und blickte leicht zu Boden. Seinen Ton in der Stimme konnte ich nicht deuten. Entweder war er erleichtert, dass es alles nur ein Missverständnis war, oder versuchte wirklich seine Angst, die er gehabt hatte, hinunter zu spielen.
„Das ist schön“, setzte ich an, ehe mir auffiel, dass er gerade davon gesprochen hatte, dass er dachte ich wollte mir mein Leben nehmen. Das ganze hier war einfach so sehr verwirrend und ich musste immer wieder zurück an seine Worte denken. „Ähm, ähm, ich meine, dass was sie hier“. Ich hielt mein Handy hoch, „gesagt haben, das war wirklich schön“. Ich war noch immer berührt von seiner Nachricht und konnte nur staunen, was er für Gefühle zeigen konnte, wenn es darauf ankam, dass ich völlig perplex war, als er mich fragte: „Haben Sie vielleicht noch Lust einen Kaffee trinken zu gehen?“. Ich musste erst einmal wieder meine Gedanken sammeln und wollte deshalb wissen, ob er jetzt meinen würde.
„Naja, nach der ganzen Rennerei könnte ich eine kleine Pause gebrauchen“, erklärte er und ein wunderschönes Lächeln umspielte seine Lippen. Hatte er mich auf einmal um den kleinen Finger gewickelt? Nur mit diesen Worten, die er mir auf meine Mailbox gesprochen hatte? Selbstverständlich wollte ich mit ihm etwas trinken gehen und entgegnete somit: „Also wenn es nicht unbedingt Kaffee sein muss, da kann ich nämlich immer nicht schlafen von“. Schon wieder schmunzelte er und er beugte sich leicht vor, um mir zu antworten: „Naja vielleicht macht’s auch ein Tee“. Er wollte wirklich noch mit mir etwas trinken gehen, aber eigentlich hatte ich nach diesem Tag auch keine Lust wieder einfach so Nachhause zu gehen und gegen einen kleinen Tee sprach ja wohl nichts. Ich nickte lächelnd. Hatte Tom Lanford schon immer so wunderschöne Augen? Zugegebenermaßen schaute er wirklich nicht schlecht aus. Ich schüttelte kurz meinen Kopf, um meine Gedanken wieder einigermaßen unter Kontrolle zu bringen und meinte: „Warum nicht“. Mein Gott, Anna jetzt reiß dich einmal zusammen. Er ist dein Chef und vielleicht braucht er dich auch nur, damit du ihm Entwürfe präsentierst weil seine andere Designerin zurzeit nichts zustande bringt. Also jetzt beruhige dich einmal und trinke mit ihm einen Tee und gut ist es. Nachdem wir uns geeinigt hatten wer zuerst ging und vor allem in welche Richtung, brachte mich Tom zu seinem Wagen, hielt mir gentlemanlike die Türe auf und schloss sie auch wieder nachdem ich eingestiegen war, ehe er selbst einstieg und danach davon fuhr.

Wie fandet ihr es?
Vll gibt es bald mehr:)
LG Nikki
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