Geschichte: Fanfiction / Bücher / Feuervolk / Chaos

Chaos

von Gileth
GeschichteHumor / P6
14.07.2011
14.07.2011
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Loki war müde. Er hatte Kopfschmerzen, seine Glieder schmerzten und alles verschwamm immer wieder vor seinen Augen. Das Einzige, was er sich jetzt wünschte, war ein gutes Bier und ein weiches Bett.
Dieser verdammte Flüsterer!, durchfuhr es ihn und er trat voller Wut gegen einen Stein. Dieser überhebliche Steinkopf will einfach keine Weissagung tun, nein, er sagt überhaupt kein Wort! Er glimmt einfach arrogant in seiner Feuergrube vor sich hin und grinst wie ein Honigkuchenpferd!
„Dieses verdammte Ding!“, fluchte der Listenreiche und feuerte einen Runenblitz auf die nächstgelegene Wand ab.
„Was für ein Ding, Hauptmann?“, erklang eine vorsichtige Stimme hinter Loki und dieser fuhr mit einem Schrei herum, die Hände kampfbereit erhoben. Doch nicht der erwartete Angreifer stand ihm nun gegenüber, sondern ein kleiner Kobold, der sich, in der Erwartung einer Rüge, zusammengekauert hatte.
„Was geht dich das an, Pflaumenkuchen?“, schnauzte der Hauptmann und fuhr sich mit der Hand erschöpft durch die halblangen, feuerroten Haare.
„Apfelkuchen.“, korrigierte der Kobold ihn halblaut. „Mein Name ist Apfelkuchen-in-der-Tonne.“
Loki winkte ab. „Wie auch immer. Namen sind Schall und Rauch.“
Apfelkuchen stand stramm und salutierte. „Jawohl, Herr Hauptmann!“
In diesem Augenblick wurde der Mann mit dem vernarbten Mund misstrauisch, denn normalerweise waren Kobolde nicht so fügsam und gaben immer Widerworte, egal ob sie von dem entsprechenden Thema eine Ahnung hatten oder nicht.
Mit einem schnell gewirkten Isa – Eis – bannte er den Kobold. Dann linste er durch den mit Daumen und Zeigefinger Kreis zu dem erstarrten Apfelkuchen herab und schnalzte missbilligend mit der Zunge. Die goldene Farbe, die den Kobold umgab, schillerte verdächtig, trübte sich sogar an manchen Stellen.
„Was habt ihr ausgefressen?“, herrschte Loki den Kobold an und dieser krümmte sich, versuchte, davonlaufen, doch seine Füße wollten sich, dank der Rune, nicht vom Boden lösen.
„Was habt ihr ausgefressen?“, wiederholte er, doch er erhielt als Antwort nur ein unartikuliertes Krächzen. „Na warte, Freundchen…“, grummelte er und schleifte den wimmernden Kobold mit sich in die höher gelegenen Gänge der Druntenwelt, wo Vorratskammern und Schlafstätten der kleinen Kerlchen waren, weg von der Feuergrube (zu der sich eh keiner traute, ausgenommen vom werten Herrn Hauptmann) und den kaum benutzten Gängen, von denen keiner wusste, was dort hauste.
Als das recht ungleiche Gespann nun beim Hauptquartier ankam, wurde Loki sehr schnell klar, was die Kobolde ausgefressen hatten.
Chaos.
Es sah aus, als hätte die Ragnarög erneut begonnen. Als hätte das Chaos nun entgültig die Oberhand und hätte die Ordnung verbannt. Oder ganz einfach so, als wären mehr als zehn dutzend Kobolde vom Hafer gestochen worden, hätten jegliche Anweisungen ihres Hauptmannes in den Wind geschlagen und ihre Zeit damit verbracht, zu plündern, zu saufen, zu fressen und jeden nur erreichbaren Ort zu verwüsten.
„Alle Götter!“, keuchte Loki und musste sich an der Wand abstützen, um nicht umzufallen. Nicht nur, dass ihn dieser Anblick an den Rand eines Nervenzusammenbruchs trieb, nein, er war todmüde, hatte seit mehr als acht Stunden weder gegessen noch getrunken und seine Zauberkraft ließ immer mehr nach, sodass ihm nichts anderes übrig blieb, als Apfelkuchen laufen zu lassen, was dieser auch sofort tat und zwar mit einer beträchtlichen Geschwindigkeit. „Alle Götter…“
Ohne ein weiteres Wort taumelte er zu seinen Gemächern, warf die Tür hinter sich zu und ließ sich auf sein Bett fallen. Doch sofort sprang er wieder auf, wie von einer Tarantel gestochen, da schon etwas – oder jemand – zwischen den Fellen und Laken lag.
Ein Kobold. Ein zufrieden schnarchender Kobold in ungeschickt gekürztem Kettenhemd.
„Verfluchtes Kroppzeug!“, fauchte der Listenreiche ungehalten und packte den ungebeten Schläfer am Kragen. Dieser erwachte langsam und sah ihn aus müden, golden schimmernden Augen heraus verständnislos an. „Raus mit dir, oder ich wird‘ dich…!“ Mit dieser Drohung riss er die Tür auf und warf das kleine Wesen in hohem Bogen hinaus. Mit einem dumpfen Aufprall landete der Kobold im Gang, wo er sich, ungestört der Ereignisse, zusammenrollte und schnarchend weiterschlief.
So einen Schlaf wünsch‘ ich mir…, dachte Loki, als er sich auf sein Bett fallen ließ und sich die Decke über den Kopf zog. Dass dort noch mehrere leere Flaschen billiger Fusel lagen, ignorierte er gekonnt…
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Sooo... das wars auch schon :)
Ich hoffe, es hat euch gefallen und ihr schreibt Reviews :)
LG,
eure Gesa
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