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Einsam

GeschichteDrama / P6
Draco Malfoy
13.07.2011
13.07.2011
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13.07.2011 636
 
Titel: Einsam

Autorin: KrissyNightwish

Anmerkung: Passend zu diesem regnerischen Tag, eine Weihnachtsgeschichte. *ggg* Ich hoffe, ihr könnt euch auch im Juli ein wenig in diese Stimmung hineinversetzen.


Weiße Schneeflocken turtelten sachte vor seinem Fenster und fielen voller kindlicher Freude hinab auf den Boden, wo sie sich der bereits glitzernd weißen Schneedecke anschlossen und sie erweiterten. Hier und da wirbelte eine Windböe ein wenig von dem pulvrigen Schnee auf, nahm ihn für einige Augenblicke mit, nur um ihn dann wieder zurück auf die Erde zu schicken.

Drinnen im Haus lag der Duft von frischgebackenen Plätzchen in der Luft. Hinzu kam eine unvergleichliche Mischung aus Zimt, dem letzten Weihrauchduftstäbchen und einer Kanne heißen Tees.

Aus dem Kamin prasselte ein warmes Feuer, dessen leuchtende Flammen den Raum in ein zuhause verwandelten.

Es herrschte Harmonie.

Doch er sah sie nicht.

Er lag auf seinem Bett und starrte hinaus. Vor seinem Fenster war alles weiß, kalt und nass. Die Schneeflocken, die vom Himmel fielen, prasselten mit einer unschönen Geschwindigkeit nieder und sorgten für noch mehr Schnee, der alles lebendige unter sich begrub und die Welt mit einer kalten Schicht überzog.

Angewidert drehte er seinem Fenster den Rücken zu und starrte in sein Zimmer. Ein unangenehmer Geruch stach ihn in der Nase. Er hasste Zimt und diese alles verpestenden Weihrauchteile.

Das Feuer seines Kamins war viel zu warm und wäre er nicht ganz nackt unter seiner Decke gewesen, hätte er sicherlich geschwitzt. Ihn kotzte es einfach nur noch an. Einmal im Jahr musste er all das über sich ergehen lassen und doch gab es niemanden, der ihm wirklich etwas bedeutete.

Warum sollte er sich also auf Weihnachten freuen? Es gab keinen Grund für ihn.

Das Fest der Liebe? Was war Liebe? Er hatte noch nie jemanden geliebt und empfand dieses Fest eher als eine Belastung, als eine Befreiung.

Er liebte niemanden und niemand liebte ihn. Vielleicht war auch das der Grund, warum er dieses Fest so verabscheute. Es wurde ihm wieder einmal mit aller Härte deutlich, dass es niemanden gab, der sich für ihn, als Menschen, interessierte. Niemanden. Er war allein. So war es, als er im Alter von siebzehn Jahren war.

So war es im Alter von siebenunddreißig Jahren.

So war es im Alter von siebenundfünfzig Jahren.

Und genauso war es im Alter von siebenundsiebzig Jahren.

Er lag in seinem Bett und starrte aus dem Fenster. Jedes Jahr war es dieselbe Einsamkeit, dieselbe Hoffnungslosigkeit und derselbe Schmerz. Seine Haare waren ihm inzwischen bis zu den Schultern gewachsen und seine Haut war faltig und alt. Das einzige, was sich über all die Jahre nicht verändert hatte, waren die sturmgrauen Augen.

Sein Herz schmerzte vor Einsamkeit, doch nicht nur sein Herz, sondern auch sein Körper. Er war alt und gebrechlich.

Der Heilige Abend hatte gerade begonnen und Dunkelheit senkte sich über das Land. Sein Schmerz vergrößerte sich von Augenblick zu Augenblick bis er schließlich dachte, er sterbe.

Schmerzvoll fing er an zu keuchen und das Atmen fiel ihm immer schwerer.

Dann bekam er keine Luft mehr. Er wurde ohnmächtig.

Sein schmerzendes Herz hörte auf zu schlagen.

Der Schmerz war vorbei.

An diesem Weihnachtsabend wurde er erlöst. Erlöst von seinem Schmerz.

Die Schneeflocken tanzten weiter vor seinem Fenster und der Mond stieg friedlich über den Hügeln hinter dem Haus auf.

Glitzernd erhob sich die Landschaft mit ihren schimmernden Schneebergen und eine Sternschnuppe rauschte vorbei, in dem Augenblick als Draco Malfoy starb.            

***
ENDE

Als ich heute HP 7.2 sah und die Darstellung von Tom Felton als verletzlichen und irgendwie schwachen Draco, fiel mir diese Geschichte wieder ein, die ich irgendwann mal geschrieben habe. Draco ist für mich eine sehr zarte Person, die aber aufgrund seiner Erziehung hart sein muss. Das macht ihn traurig und einsam. Dies war meine Geschichte dazu.

Wie hat sie euch gefallen?
Liebe Grüße,
Krissy
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