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Spirit 2 - Eine Reise durch die Zeit

GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
OC (Own Character)
11.07.2011
12.06.2012
5
5.765
 
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3 Reviews
 
 
11.07.2011 622
 
1.) Kapitel
„NACH WYOMING?! DAS KANN DOCH WOHL NICH EUER ERNST SEIN!“ Ich bin sauer. Meine Eltern haben mir gerade eröffnet, dass wir an den Arsch der Welt ziehen. Weil sie dort irgendwelche Spuren von Leuten suchen wollen, die vor 100 Jahren jede Nacht ums Feuer gehüpft sind! Richtig, die beiden sind Indianerforscher.
„Und was ist mit Valor? Soll der etwa auch hierbleiben, so wie meine anderen Freunde auch?“ Ich meine natürlich Valor, meinen wunderschönen, nachtschwarzen Lusitanohengst.
„Na ja,“meint mein Vater, „eigentlich sollte er mitkommen, aber wenn du ihn unbedingt hierlassen willst...“ Oh, wie witzig. Ha. Ha.
„Lass dich nicht ärgern, Schatz. Natürlich kommt er mit. Wir haben schon alles vorbereitet, einen Stall neben dem Haus, eine eigene Sattelkammer, das volle Programm. Ich bin sicher, dass ihr beide euch da wirklich wohlfühlen werdet. In den nächsten paar Tagen kommt der Tierarzt wegen den Impfungen und allem, und einen Platz im Quarantänestall hat er auch schon. Und die Reitmöglichkeiten sind dort auch ganz anders. Dort kannst du stundenlang durch die Canyons reiten oder über die Wiesen galoppieren. Ganz wie die Indianer!“
„HÖR MIR BLOSS MIT EUREN BESCHEUERTEN INDIANERN AUF! IMMERHIN VERDANKE ICH DENEN DIESEN GANZEN MIST!!!“ Ich verziehe mich schmollend in mein Zimmer um zu packen. Ich hatte schon einen Pack-Streik versucht, aber als ich mich bei einer meiner Freundinnen verabschieden wollte, hatten meine Eltern meine Bücher CDs und andere Wertgegenstände wahllos in eine Kiste gepackt, die ich beim Heimkommen nur knapp vor den Möbelpackern retten konnte. Da dabei einige meiner Glasfiguren beinahe beschädigt wurden waren, mache ich das lieber selber. Alle Glasfiguren einzeln dick mit Zeitungspapier einwickeln und in einen kleinen Schuhkarton packen, diesen dann in die (wirklich riesigen) Umzugskartons legen und meine Bücher, CDs, DVDs und so weiter möglichst eng drumherumlegen. Danach mit dem Fahrrad zum Reitstall fahren und dort Sattelzeug, Beinschoner, Decken und alles Andere in dem schon vor Ort stehenden Transporter verstauen und – natürlich – Valor versorgen.
Als ich in den Stall komme, wiehert mir mein Hengst schon entgegen. Er weiß, dass es gleich Futter für ihn gibt.
Ich habe ihn noch nicht lange, erst 2 Jahre und ich kam am Anfang kaum mit ihm klar. Vermutlich haben ihn mir meine Eltern deswegen gekauft. Denn als ich eines Abend, nachdem er mich schon wieder versucht hatte zu treten, abzuwerfen und gegen die Wand zu quetschen, in mein Zimmer kam, lag dort ein in Geschenkpapier eingewickeltes Buch – über indianische Methoden, ein Pferd zu zähmen. Auch wenn ich nicht daran geglaubt habe, hatten sie funktioniert. Entweder das oder er fing langsam an, mich zu respektieren. Auf jeden Fall, macht er mir jetzt kaum noch Probleme. Während er sein Futter mampft, beginne ich, ihn zu putzen. Es ist eigentlich unnötig, weil er sich nie wirklich schmutzig macht. Nur wenn er sich auf der Weide wälzt, weil es geregnet hat.

Zwei Wochen und 7 Umzugskartons später ertappe ich mich bei dem Gedanken daran, wie es wohl sein wird, mit ihm über die Wiesen zu galloppieren oder die Canyons zu sehen. Und ich merke, dass ich mein geliebtes Pferd schmerzlich vermisse. Letzte Woche haben meine Eltern und ich ihn zum Flughafen gefahren. Jetzt muss er 4 Wochen in Quarantäne bleiben bis er pünktlich 2 Tage nach uns ins neue Domizil in Wyoming geht. Wenn wir also dort sind, habe ich 2 Tage Zeit, seine Box vorzubereiten. Unsere Sachen werden dort schon auf uns warten. Die Flugtickets sind gebucht.

Der Tag der Abreise ist gekommen. Ich habe mich von allen meinen Freundinnen noch mal verabschiedet. Der Flughafen ist unübersichtlich. Voll. Ich will nach Hause. Nur ist mein zu Hause viele Kilometer weit weg. Die Fahrt hierher hat viereinhalb Stunden gedauert. Auf einmal überkommt mich leise Vorfreude: In zwei Tagen sehe ich Valor wieder!
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