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Die Andere

von AnOy-
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
08.07.2011
12.08.2011
3
3.665
 
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Dieses Kapitel
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08.07.2011 817
 
[ Kurze Info:
Monster sind normale Lebewesen, die sich vor allem in ihrer Haar-, Schuppen- oder Federfarbe von anderen unterscheiden, die bei ihnen zu leuchten scheint. Die Farben sind eher unüblich (z.B. kann ein Greifvogel giftgrün sein). Außerdem sind Monster umwerfend schön. Sie können das Bewusstsein anderer mit ihrem eigenen berühren und sogar dessen Gedanken und/oder Gefühle verändern (sofern dessen Bewusstsein nicht zu stark ist) und ihre eigenen Gedanken und/oder Gefühle bestimmten Personen mitteilen. Die menschlichen Monster sind bis auf eine Ausnahme ausgerottet.

Beschenkte sind Menschen mit einer besonderen Gabe, die man an ihren verschiedenfarbigen Augen erkennt. Sie können zum Beispiel besonders gut schwimmen oder sind begabte Schwertkämpfer oder können Gedanken lesen.]



„Bist du sicher Brigan?“
„Traust du mir das etwa nicht zu?“ Er strich ihr sanft über ihr flammend rotes Haar, zog sie noch näher an sich heran und drückte seine Lippen darauf.
Fire dachte schwermütig an Archer, der das auch oft getan hatte. Doch schob sie diesen Gedanken schnell beiseite. Den konnte sie sich auch noch für später aufheben.
„Doch, natürlich traue ich dir das zu!“ Das weißt du. „Aber wir wissen doch gar nicht, was hinter den Great Greys ist. Was, wenn dort Tausende von diesen Beschenkten rumlaufen? Was, wenn sie alle so sind wie dieser Junge von damals?“ Als sie daran dachte, versagte ihr die Stimme. Sie redete in Gedanken weiter: Ich könnte es nicht ertragen, wenn dir das Gleiche zustößt wie Archer.
Das wird nicht passieren. Er zeigte ihr ein Gefühl von Zuversicht.
Und was ist mit den Bergen selbst? Keiner hat die Great Greys je überlebt.
Brigan seufzte. „Fire … hatten wir dieses Thema nicht schon oft genug?“
Keiner hat sie je überwunden , fuhr sie einfach fort.
„Weil keiner es je ernsthaft versucht hat. Außerdem ist der junge Beschenkte auch irgendwie hierher gekommen.“
Er sagte, er sei durch die Berge gefallen.
Siehst du? Überleben ist nicht unmöglich.
Aber schwer genug. Es gibt so viele Monster im Gebirge.
Genauso viele wie überall anders in den Dells auch.
Die Tiere dort sind gefährlicher.
„Fire“, sagte er sanft und umfasste ihr Gesicht, sah ihr tief in die Augen. „Damit werden wir auch fertig. Du spürst sie auf mehreren Metern Entfernung.“
„Ich kann nicht rund um die Uhr aufpassen.“
„Ich weiß. Während du schläfst, passen meine Soldaten und deine Wache auf uns auf.“ Er machte eine kurze Pause und sie spürte leichte Sorge, die er ausstrahlte. „Nur die Temperaturen könnten zum Problem werden. Aber das werden wir schon schaffen.“ Lass uns aufstehen.

Als sie später in ihrem kleinen Wohnzimmer saßen, gab Fire endgültig auf. „Meinst du, Nash kriegt alles alleine hin, solange wir weg sind?“
Er lächelte und sandte ihr Dankbarkeit, während er sagte: „Natürlich. Er ist ein guter König. Und in den Dells ist ja auch wieder Ruhe eingekehrt. Außerdem ist er ja gar nicht allein. Was ist mit Clara? Und Garan? Und Roen?“
„Und Brocker“, lächelte sie.
„Genau.“
Und was ist mit Hanna?
Als hätte sie ihre Gedanken gehört, kam sie in diesem Moment ins Zimmer. „Guten Morgen“, sagte sie und Fire stellte sich auf ihr übliches Geplapper ein, da meinte Brigan: „Hast du nicht Unterricht, Liebling?“ Hanna war zwar längst kein Kind mehr, doch sie lernte immer noch weiter, weil Brigan darauf bestand. Er war der festen Auffassung sie müsste wissen, was in Kriegssituationen zu tun war, wie man vom Pferd aus kämpfte und so weiter … Vielleicht hatte er auch gar nicht so unrecht.
„Nein“, sagte sie. „Der Unterricht ist ausgefallen.“ Sie warf Fire einen kurzen Blick zu.
Sie lügt, teilte sie Brigan mit, aber gönn ihr diese Freistunde. Sie war in letzter Zeit sehr pflichtbewusst und möchte jetzt nur gern ein bisschen Zeit mit ihrem Vater verbringen, bevor er wieder geht.  
Sie stand auf. „Wir reden nachher weiter.“
So ließ sie die beiden allein und verließ ihr kleines Häuschen, vor dem ihre Wache schon auf sie wartete.
„Guten Morgen, Lady Fire“, sagte Musa und lächelte dann. „Gut genächtigt?“
„Was glaubst du?“ Ihre Freundin lächelte immer noch und sie tat nun das Gleiche.
Anschließend setzten sie sich in Bewegung und verschwanden im Schloss.


Sehr viel weiter westlich:
Katsa schaute in den Sonnenuntergang. Von hier war er einfach am Schönsten. Doch heute konnte sie dem nicht viel abgewinnen. Ihr Blick fiel immer wieder auf die vielen schwarzen Flecken in der Ferne. Die vielen Schiffe.
„Ich hoffe, sie kommen in friedlicher Absicht“, hörte sie plötzlich hinter sich und fuhr erschrocken zusammen. Er begann zu lachen.
„Bo! Musst du dich immer so anschleichen? Ich habe manchmal wirklich das Gefühl, du vergisst, dass ich nicht deine Gabe habe …“
„Vielleicht tu ich das ja mit Absicht“, neckte er sie und legte die Arme um ihre Taille. Dann wurde seine Stimme wieder ernst. „Nichts desto Trotz glaube ich, dass es ganz gut war, dass du im letzten Jahr viel herum gekommen bist, um das Kämpfen zu lehren.“
„Es ist jedenfalls auf keinen Fall verkehrt.“
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