Du warst der Engel meines Lebens, jetzt lass mich deiner sein!

GeschichteRomanze / P16
Anna Polauke
07.07.2011
16.07.2011
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07.07.2011 554
 
Verwegen blickte die junge Frau auf dem Dach in die Tiefe und ein Schauder durchzog ihren Körper. Konnte sie wirklich der Welt entsagen und all ihren Freunde und ihre Familie unglücklich machen, nur um sich dem Schmerz nicht stellen zu müssen?
Zweifel vergifteten ihre Gedanken, doch diese schob sie weit weg von sich. Nein, sie wollte springen, sie wollte bei ihrem Jonas sein und das für immer.
Anna trat einen weiteren Schritt nach vorne, als sie spürte wie sie an ihrer Schulter zurückgezogen wurde.
Sie drehte ihren Kopf und blickte in das Gesicht eines jungen Mannes.
"Tun sie es nicht!", hörte sie ihn sagen.
Bevor er jedoch weitersprechen konnte löste sie sich schon aus seinem Griff und starrte wieder stur in die Tiefe.
"Bitte, was immer sie so unglücklich gemacht hat, es geht vorbei!", kam es wieder von dem Unbekannten, diesmal aber deutlich energischer.
Tränen liefen über das Gesicht der schönen Frau. Sie wusste das das was sie tat keine Lösung war, aber sie hatte soviel Schmerz in sich - unerträglichen Schmerz.
"Sie haben leicht reden, sie wissen ja gar nicht wie es ist wenn man das Gefühl hat das das ganze Leben einfach nichts mehr wert ist, ohne..."
"Ohne den Menschen, den man am meisten liebt?" ergänzte der Mann.
Die Worte des Unbekannten hallten durch ihr Gedächtnis. Er war ehrlich, das spürte sie.
Anna drehte sich um und blickte ihm in die Augen, die so eine Ruhe ausstrahlten, aber dennoch so voller Traurigkeit waren.
"Woher wollen sie wissen wie ich mich fühle?" fragte die junge Frau schließtlich.
"Weil ich vor einigen Jahren...... selbst hier stand" gab er zur Antwort, blickte zu Boden und fügte hinzu:
"Ich dachte das mein Leben keinen Sinn mehr hat, das ich es mir erleichtere wenn ich springe, aber mir wurde klar das ich weitermachen muss. Das war ich ihr schuldig"
Anna sah nochmals in die Tiefe und Angst breitete sich in ihr aus.
Die Worte des Mannes drangen tief in ihre Gedanken ein und wirbelten alles durcheinander. Sie war sich doch so sicher gewesen und jetzt? Jetzt wollte sie nurnoch von dem Dach runter und einfach allein sein. Allein sein und nachdenken.
Sie tat einen Schritt auf den Unbekannten zu, verlor jedoch das Gleichgewicht und landete direkt in seinen Armen.
Weinend lehnte sie sich an seine Schulter und er hob sie auf seine Arme, um sie so weit wie möglich von dem Dach weg zu bringen.
Während er auf dem Weg nach unten war, nahm er wahr wie nah er dieser Frau war. Er hatte ihr grade sein Herz geöffnet, was er in den letzten Jahren bei niemandem gekonnt hatte.
Nach wenigen Minuten waren sie unten angekommen. Tom beschloss das es besser wäre die junge Frau nach Hause zu fahren, nicht das sie nochmal auf so eine Idee kam. Er trug sie weiter zu seinem Wagen und stellte fest, dass sie eingeschlafen war.
Ein Schmunzeln huschte über sein Gesicht, als er sah das sie im Schlaf leicht lächelte.
Sie sah so unschuldig aus, ganz anders als vorhin auf dem Dach. Im selben Moment war er froh das er sie gerettet hatte, da sie in ihm Dinge auslösten die er nicht zu erklären vermochte. Sie öffnete sein Herz und das hatte bisher keiner mehr geschafft...
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