Spionage

von Jeaney
GeschichteHumor / P6
Captain Becker Jess Parker
06.07.2011
06.07.2011
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Spionage


»Wir sollten das nicht tun«, murmelte sie leise. »Das weißt du doch, oder?«

»Ich weiß.«

Sie hob die Hände und sprang auf. »Ich kann das nicht!«, kreischte sie dann beinahe hysterisch. »Wir können doch nicht … Nein!«

»Jess«, sagte Becker entnervt. »Wir spionieren ja nicht.« Er grinste. »Wir … schauen nur mal nach, was sie so treiben.«

Vehement schüttelte Jess den Kopf und verschränkte stur die Arme vor der Brust. »Ich mache so etwas nicht!« Trotzend schob sie die Unterlippe vor. »Du bist wirklich unmöglich, Becker!«

Er grinste immer noch. »Nur in meiner Freizeit.«

»Ich weiß wirklich nicht, ob man das als Freizeitaktivität bezeichnen kann.«, murrte Jess. »Wir sind immer noch im ARC.«, erinnerte sie ihn.

Becker nickte nur kurz. »Ich trage keine Uniform, oder?« Sie nickte stumm. »Deshalb bin ich auch nicht mehr im Dienst.«

»Aber ich, Becker!«, empörte sie Jess. »Wenn Lester das rausfindet …«

»Natürlich«, sagte Becker sarkastisch. »Das Erste, was er morgen früh tun wird, ist nachzusehen, ob du gegen die Regeln verstoßen hast.« Er grinste sie siegessicher an. »Er kann doch gar nicht nachvollziehen, ob und wieso du dir die Überwachungsvideos angesehen hast.«

»Becker«, sagte Jess warnend.

»Außerdem«, fuhr er fort, als hätte er sie gar nicht gehört, »hörst du das doch bestimmt jede Nacht.« Er deutete mit dem Daumen auf den Monitor.

Noch immer presste sie missbilligend die Lippen zusammen. »Ach, komm schon, Jess!«, sagte Becker und legte ihr eine Hand auf die Schulter. »Ich will doch nur wissen, ob bei den beiden wieder alles im Lot ist! Sonst bringen sie noch das ganze Team durcheinander mit ihrer Gefühlsduselei.«

Jess‘ Augen weiteten sich kaum merklich und sie betrachtete ihr Gegenüber nachdenklich. »Ich hätte dich nie für einen Romantiker gehalten, Hilary.«

Becker verzog kurz den Mund, als sie seinen Vornamen nannte. Dann zuckte er die Schultern. »Erinnerst du dich an die Schokolade?«

Ihre Wangen färbten sich leicht rosa, als sie den Blick senkte.

»Ohne Orange, richtig?«

Mittlerweile hatten ihre Wangen begonnen zu glühen und sie mied hartnäckig Beckers Blick.

»Und ich bin kein Romantiker.«, sagte er nachdrücklich. »Ich will nur für eine angenehme Atmosphäre sorgen.«

Verwirrt zog Jess eine Augenbraue in die Höhe und wagte es Becker wieder anzusehen. »Du machst doch gar nichts.«, bemerkte sie.

»Doch«, hielt er dagegen. »Ich überzeuge mich davon, ob sie ihre Differenzen hinter sich gelassen haben.« Er grinste wieder.

»Trotzdem …«, wollte Jess anfangen.

»Matt war klüger als die beiden.«, schmunzelte Becker. »Hat sich eine Ecke ohne Kameras gesucht.«

Jess stand der Mund offen. »Du hast doch nicht etwa …«

Becker hob beschwichtigend die Hände. »Natürlich nicht!« Dann zuckte er wieder die Schultern. »War’n Zufall«, setzte er noch leise hinzu.

Sie schlug sich eine Hand vor den Mund. »Becker!«

»Es tut mir leid, ehrlich.«

»Ich weiß. Du brauchst es nicht ständig zu wiederholen, Connor.«

»Ich war so ein Idiot! Abby, ich - «

Beide fuhren zu den Monitoren des ADD herum, als Connors Stimme so abrupt abbrach. Auf Beckers Gesicht erschien ein siegessicheres Grinsen. Auch Jess lächelte fröhlich. »Na, wenigstens etwas.«

Neckend stieß Becker sie mit der Schulter an. »Ich hab’s dir doch gesagt.«

Jess verdrehte nur die Augen. »Okay, Mr. Ich-brauche-eine-gute-Team-Atmosphäre-sonst-kann-ich-nicht-arbeiten-und-deshalb-muss-ich-das-Team-ausspionieren«, feixte sie dann, »ich habe noch eine Frage an dich.«

Becker schaute sie interessiert an.

»Sagen wir«, begann Jess und trat zwei Schritte auf ihn zu, sodass sie sich nun Auge in Auge gegenüber standen, »ein Team-Mitglied ist in ein anderes verliebt und weiß, dass der andere ebenso empfindet …«, sie holte kurz tief Luft, »glaubst du, sie sollte den ersten Schritt machen, um die gute Team-Atmosphäre bei zu behalten?«

»Nun ich denke«, begann Becker vollkommen ahnungslos, offenbar war bei ihm der Groschen noch nicht gefallen, »sie sollte es nicht tun, da sonst ernste Probleme auf das Team -«

Jess nahm sein Gesicht in die Hände und drückte ihm einen sanften Kuss auf die Lippen. Beckers Augen weiteten sich entsetzt und endlich schien bei ihm der Groschen zu fallen.

Momente später hatte er Jess um die Hüfte gepackt und sie so heftig geküsst, dass ihr die Luft wegblieb. Er riss sie von den Füßen und sie musste nun ihrerseits ein siegessicheres Grinsen unterdrücken.

»Wir sollten das nicht tun«, sagte Becker ruhig, als er sich kurz von Jess löste, »das weißt du, oder?«

»Oh ja.«

Sie grinste immer noch, als sie ihn erneut küsste.
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