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Die falsche Wahl

GeschichteAbenteuer, Thriller / P16
30.06.2011
14.08.2013
9
22.347
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30.06.2011 1.314
 
St. Erpelsburger Zentralbank

Es war so klar gewesen. früher oder später mußte er ja auf tauchen. Diesmal war er wieder mal mit seiner blechernen Begleitung unterwegs, warum auch immer dieser sich hier wieder rum trieb.
„ICH BIN DER RUSS IN DEINEM SCHORNSTEIN! ICH BIN DER POPEL IN DEINER NA-se ?! …Oh Mann, ich glaube, ich brauche mal langsam einen anständigen Sprücheschreiber…Also wo war ich?“
„Du warst dabei zu sagen, das Du Darkwing Duck bist und hier bist, um unseren üblen Schurkereien ein Ende zusetzen, mal wieder, ecetera, ecetera.“ antwortete Fiesoduck müde und machte dabei eine kreisende Handbewegung. Er war es leid. Ständig funkte ihn dieser maskierte Wichtigtuer dazwischen, egal was er oder seine Leute taten. Und wenn nicht er, dann diese wandelnde Konservendose.
„Ach ja, danke! Äh-hm.“ Darkwing räusperte sich und zog eine schwarze Pistole. „Auf dann, schn... !“
„Schnuppert Gas, ihr Schurken! Ja, ja, kennen wir schon!“ meldete sich Megavolt gelangweilt zu Wort. Ihm ging die Sache auch auf die Nerven.
„Oookaaay, jetzt wird’s etwas merkwürdig.“ meinte Darkwing irritiert. „Wie soll ich vernünftig meinen Job machen, wenn ihr mir meinen Text klaut.“  „Wie wäre es zur Abwechslung mal, wenn du einfach mal uns UNSEREN Job machen läßt  und du machst mal Urlaub!“ schlug Quackerjack vor.
„Hm, interessanter Vorschlag.“ Darkwing schien tatsächlich kurz drüber nachzudenken, was nun die Konkurrenz sofort auf den Plan rief.
„Au ja, dann kann ich dich ja solange vertreten.“ meldete sich nun Gizmoduck zu Wort, woraufhin er sofort eine Abfuhr von seinem Heldenkollegen erhielt. „Nur über meine faulige Leiche!!“ zeterte Darkwing erbost.
„Auf den Tag warte ich schon ewig.“ meinte Quackerjack grinsend zu seinem Kumpel Megavolt, welcher häßlich lachte.
„Ich verstehe nicht was so schlimm daran sein soll, wenn sie mal Urlaub machen und ich mal auf die Stadt auf passe?“ fragte Gizmoduck den wütenden Darkwing. „Weil das verdammt noch mal MEINE Stadt ist und ICH auf sie aufpasse!“ schimpfte dieser und augenblicklich bekamen sich beide Helden mal wieder in die Haare bzw. Federn.
„Ich glaube wir sind alle der einhelligen Meinung, das dies der Moment ist, da wir uns eiligst vom Orte des Geschehen entfernen sollten.“ sprach nun der Liquidator und die übrigen stimmten zu. Kopfschüttelnd auf die beiden Streithähne zurückblickend gingen die vier zügig davon.

Im Versteck wartete eine weitere unangenehme Überraschung auf sie: ein gefesselter Benni Buxbaum und eine ziemliche Verwüstung.
Als Benni seine Kumpanen sah, rief er aufgeregt: „Hey Leute, Freunde, Dark...!“ „Ja, wissen wir schon.“ riefen die anderen angeödet im Chor. „Oh, na denn…ähm…kann mich jemand losbinden ?“

„Jedesmal, verdammt, JEDESMAL funkt uns dieser Idiot dazwischen. GAAHH!“ fluchte Fiesoduck und jagte frustriert mit einem MG einen ganzen Patronengurt in eine Darkwing - Zielscheibe.
„Wir könnten versuchen ihn um die Ecke zubringen.“ meinte Quackerjack und jonglierte demonstrativ mit ein paar buntbemalten Granaten.
„Wie oft wurde das schon erfolglos versucht?“ erwiderte Fiesoduck und lud das MG nach.
„Insgesamt 1265 mal.“ meldete sich Benni eifrig und die anderen funkelten ihn verärgert an.
„Mann, das war eine retu…nein ...histor…öh…rhetorische Frage, Trottel.“ lallte Megavolt und knallte Benni eine volle Bierdose an  den Kopf. „Los, ich spendier‘ne Runde!“
Megavolt verteilte ein paar Dosen und machte sich auf dem Sofa breit. Fiesoduck schaute aufs Bier, dann auf die Whiskeyflasche in seiner Schreibtischschublade, seufzte: „Ach was soll’s.“ und schütte beides zusammen in ein großes Glas. Der Liquidator blickte eher desinteressiert auf die Dose. Alkohol hatte, aufgrund seiner Physiologie, bei ihm  kaum die berauschende Wirkung, wie bei seinen Kollegen. Die Dose in der Hand wiegend meinte er: „Es wäre trotz allem um vieles einfacher, wenn dieser Schrotthaufen von Gizmoduck gefälligst in Entenhausen bliebe, wo er hin gehört und nicht ständig in St. Erpelsburg abhängen würde. Im Gegensatz zu Darkwing, schießt er mit echten Waffen.“ Fiesoduck spitzte die Ohren. „Was hast du gerade gesagt?“ fragte er aufmerksam geworden den Liquidator. „Ähm…Das Gizmoduck mit echten Waffen schießt ?!“ antwortete dieser leicht irritiert. Fiesoduck stürzte sich plötzlich auf ihn und rief: Nein, nein, das davor!!“  „Öh, das es einfacher wäre, wenn Gizmoduck in Entenhausen bliebe und nicht…“ Denn Satz konnte der Liquidator nicht beendenden, denn sein Boss hüpfte plötzlich wie verrückt im Raum herum und rief: „HEUREKA, DAS IST ES!! WARUM BIN ICH NICHT FRÜHER DRAUF GEKOMMEN?!!“
„Nun ist er völlig durchgeknallt.“ meinte Megavolt bei dem Anblick und kippte sich ein Bier nach.

Nach dem er sich wieder beruhigt hatte, wandte sich Fiesoduck an die anderen: „Hört mal her, unser flüssiger Freund hat mich auf eine Idee gebracht. Gizmoduck ist eigentlich der Beschützer von Entenhausen, nur scheint er diese Aufgabe nicht besonders ernst zu nehmen. Statt dessen geht er hier in St. Erpelsburg UNS auf den Senkel. Aber andererseits, wenn er HIER ist, wo ist er dann nicht?!“ „Äh…in Entenhausen?“ erwiderte Quackerjack. „Korrekt! Und wenn er nicht dort ist, heißt das, die Stadt ist schutzlos und wenn sie schutzlos ist, dann heißt das für uns freie Bahn.“ Nach diesem Satz rieb sich Fiesoduck mit einem teuflischem Grinsen die Hände.  „Wir sollen die Stadt wechseln? Ich will aber nicht hier weg!“ beschwerte sich Megavolt, woraufhin ihm Fiesoduck das MG unter die Nase hielt und drohend meinte: „Oh doch, Du willst!“ „Jetzt wo du es sagst, Boss, will ich tatsächlich hier weg.“ sagte Megavolt nun schwitzend, angesichts der bleihaltigen Argumente.
„Ähm,, aber Entenhausen ist nicht schutzlos, da gibt doch es auch Polizei und Militär. angeblich sind die sogar besser ausgerüstet, als die Staatsmacht hier.“ warf Benni ein. „Pah, als ob die Staatsmacht jemals eine Bedrohung für uns dargestellt hätte. Ohne Darkwing sind die doch nichts und ohne Gizmoduck, werden deren Kollegen in Entenhausen auch die Knie schlottern. Wir müssen nur dafür sorgen, das der Schraubenschädel noch lange hier bleibt.“ entgegnete Fiesoduck. „Und wie stellen wir das an?“ wollten seine Kumpanen wissen.
„Ich denke, in dem wir mal für ein paar Lecks in den Gefängnissen sorgen, besonders in dem Hochsicherheitsknast. Sollen sich doch die beiden Wichtigtuer mit der Konkurrenz beschäftigen, während es  für uns heißt: ENTENHAUSEN, WIR KOMMEN!“ Ein unheilvolles Lachen erfüllte das Versteck.

Währenddessen fand  im Marinehafen des besagten Entenhausen an Bord eines Flugzeugträgers eine Verabschiedung statt.
„Sie werden uns fehlen, Lieutenant. Sie sind zu einer echten Bereicherung meiner Crew geworden. Sind sie sicher das sie nicht doch bleiben wollen? Sie hätten noch eine steile Karriere vor sich.“ Der Captain schaute erwartungsvoll auf sein Gegenüber. Der Lieutenant winkte höflich ab„So reizvoll es auch klingt, Sir, aber nein, es wird langsam Zeit, mich wieder um meine anderen Verpflichtungen zu kümmern. Immerhin bleibe ich ihnen noch als Reservist erhalten.“  „Hm, aber wohl kaum als Offizier zu See. Sie landen im Ernstfall höchstwahrscheinlich wieder im Pentagon, wie beim letzten mal.“ knurrte der Captain etwas enttäuscht.
„Och, vergessen sie nicht, mit wem ich verwandt bin, Sir. Mit seiner Hilfe kann ich das ein oder andere regeln, außerdem ist es ihm lieber, wenn ich ihm was Schulde. Und eigentlich bin ich ihnen im Stab nützlicher, als an Bord.“ erwiderte lächelnd der Lieutenant mit Blick auf die nagelneuen Verteidigungsanlagen des Trägers, welcher dieser als eines der ersten Marineschiffe erhalten hatte, noch vor den neueren Trägern.
„Na ja, wir werden sehen.“ meinte der Captain und reichte dem Lieutenant die Hand. „Ich wünsche ihn für ihr weiteres Leben viel Glück und Erfolg!“ „Danke Sir, ich ihnen und dem Schiff auch.“ Der Lieutenant salutierte und der Captain erwiderte den Gruß. Dann begab sich der Lieutenant Richtung Gangway.
Eine Bootmannspfeife ertönte und ein Matrose rief: „Aaachtung! Offizier geht von Bord!“, woraufhin eine Reihe von Matrosen, welche an der Gangway warteten, Haltung an nahmen und salutierten.

Langsam schritt der Lieutenant die Gangway hinab, während hinter ihm seine Kameraden ihm zu jubelten und ihm Grüße und Glückwünsche hinterher riefen. Dem Offizier wurde deswegen kurz etwas schwer ums Herz, doch dann blickte er auf zur Skyline von Entenhausen. Nein! Für Sentimentalitäten war kein Platz. Es wurde Zeit, sich wieder seiner Heimatstadt zu widmen. Zeit die Unterwelt wieder in seine Schranken zu verweisen.
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