Kopfsache

von Joy1
GeschichteAbenteuer / P12
Divya Katdare Dr. Henry "Hank" Lawson Evan R. Lawson Jill Casey Libby Tucker Bryant
28.06.2011
02.08.2011
8
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„Was ist denn los?“, fragte Jill.
Sie war mit Hank in einem Restaurant und sie hatten gerade bestellt. Hank war schon die ganze Zeit über merkwürdig still.
„Es geht um Evan.“, sagte Hank.
„Was ist mit ihm? Ist etwas passiert?“, fragte die hübsche Frau und trank ein Schluck Wein.
„Ja... Nein. Er hatte heute morgen starke Kopfschmerzen, dann wurden Dyvia und ich zu einem Patienten gerufen. Dann rief Evan an. Er konnte nicht richtig sprechen und dann war die Leitung tot. Wir sind sofort nach Hause gefahren und fanden Evan ohnmächtig auf dem Boden vor, da kam gerade zu sich. Nach seinen Schilderungen hatte er wohl einen epileptischen Anfall.
Aber es gab keinen Grund dafür: Er hat genug Schlaf bekommen, er war nicht gestresst und Alkohol hat er schon eine Weile nicht mehr angerührt. Ich hab Dr. Hoffman angerufen, für einen Termin. Ich erzählte ihm was passiert ist. Und er sagte, dass es ungewöhnlich sei, dass man vor einem Anfall Kopfschmerzen hat. Er hat mir geraten, ihn im Auge zu behalten.“, sagte Hank und blickte sie voller Sorge an.
Jill lächelte ihn beruhigend an und nahm seine Hand. Hank versuchte zurück zulächeln, aber es gelang ihm nicht so richtig. Das Essen wurde gebracht, doch Hank kaute eher unbeteiligt an seinem Putensteak herum. Jill schlug deshalb vor, dass er gleich nach Hause fährt und bei seinem Bruder ist.
„Nein, Evan soll nicht merken, dass etwas nicht stimmen könnte. Der Anfall wird Schock genug gewesen sein.“, schüttelte Hank den Kopf.
„Aber dann kannst du ihn unaufällig beobachten.“, blieb Jill am Ball.
Hank nickte und zahlte. Nachdem er Jill nach Hause gebracht hatte, ging er zu Evans Zimmer und blickte vorsichtig durch den Türspalt. Evan lag wohlbehalten in seinem Bett. Ein nasser Waschlappen lag auf seiner Stirn.
Hank atmete einmal tief durch und ging dann auch ins Bett.

Am nächsten Morgen hörte Hank Geschirrgeklapper aus der Küche. Er sprang alarmiert auf und eilte in die Küche. Doch Evan war unversehrt und deckte gerade den Frühstückstisch.
„Morgen. Noch Kopfschmerzen?“, fragte Hank und setzte sich.
„Ja und schwindelig ist mir auch etwas.“, antwortete Evan und zuckte mit den Achseln.
„Ja, das kann noch am Anfall liegen.“, sagte Hank beschwichtigend.
Evan nickte.
Hank griff sich die Zeitung und fing arglos an, den Politikteil zu lesen. Sein Bruder stellte sich, von Hank unbemerkt, einen Stuhl an den Küchenschrank und stellte sich drauf, um aus dem obersten Regal den Kaffeebehälter zu holen.
„Hank!“, schrie Evan plötzlich.
Dieser blickte auf und sah gerade noch, wie sich Evan den Kopf hielt, schwankte, zur Seite fiel und mit dem Kopf gegen die Küchenanrichte knallte. Hank blieb zunächst geschockt an seinem Platz, dann löste er sich, sprang auf und rannte zu seinem Bruder. Evan lag auf der Seite, aus seiner linken Schläfe drang Blut.
„Evan? Evan?!“, rief Hank immer wieder. Doch vergebens.
Sein Bruder blieb regungslos.
Hank schnappte sich ein Geschirrhandtuch und drückte damit provisorisch die Kopfwunde zu.
Er griff mit der freien Hand in seine Hosentasche und rief den Notarzt an, dann setzte er sich neben seinen Bruder und hielt seine Hand. So lange, bis der Krankenwagen da war.

Nun saß Hank neben Evans Krankenbarre im Krankenwagen. Er hielt die ganze Fahrt über seine Hand.
Evan wurde an eine Beatmungsgerät geschlossen und es wurde eine Halskrause angelegt.
„Zur Sicherheit, wir wissen noch nicht, was der Sturz auf die Kante angerichtet haben könnte.“, antwortete einer der Sanitäter auf Hanks Nachfrage. Hank sah geschockt auf seinen Bruder hinab, der so wirkte, als würde er einfach nur schlafen. Nur das Blut wies auf eine andere Möglichkeit.
Die Fahrt kam ihm ewig vor.

Im Krankenhaus wurde Evan und Hank von Jill empfangen.
„Ich hab von deinem Notruf gehört. Was ist passiert?“, fragte sie schnell und schob Evan weiter auf eine richtige Barre.
„Gestern hatte morgen hatte er starke Kopfschmerzen und kurz darauf einen Epileptischen Anfall. Heute morgen schien wieder alles in Ordnung zu sein. Dann hatte er hatte sich plötzlich am Kopf gepackt und ist dann vom Stuhl auf die Küchentischkante geknallt. Seitdem hat er sich nicht mehr gerührt.“, sagte Hank atemlos.
„Hank, ich weiß, es ist gerade schwer, aber bitte setz dich. Ich werde ihn untersuchen. Divya hab ich verständigt, sie müsste gleich da sein.“, mit diesen Worten schob sie die Barre mit Evan, zusammen mit zwei Krankenschwestern in einen Raum. Hank setzte sich zitternd hin und legte seinen Kopf in die Hände. Er hatte den Schock noch nicht wahrgenommen, nun, da er nichts mehr tun konnte, entlud sich seine Angst, seine Sorge um seinen kleinen Bruder. Mit so etwas hatte er nicht gerechnet. Der Neurologe hatte zwar Andeutungen gemacht, aber es nun live zu sehen, war etwas vollkommen anderes.