Kopfsache

von Joy1
GeschichteAbenteuer / P12
Divya Katdare Dr. Henry "Hank" Lawson Evan R. Lawson Jill Casey Libby Tucker Bryant
28.06.2011
02.08.2011
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Royal Pains

Hank war gerade dabei, mit Divya den Tag durch zugehen, als Evan ins Wohnzimmer kam.
„Guten Morgen! Hast du gut geschlafen?“, fragte Hank und sah seinen Bruder an.
Doch der brummte nur etwas von Kopfschmerzen und holte sich ein Glas Wasser.
„Warst du gestern mal wieder zu lange unter irgendeinem Rock?“, fragte Divya genervt.
Evan schüttelte säuerlich den Kopf und wollte gerade etwas sagen, aber der Schmerz übermannte ihn und er hielt sich den Kopf.
„Nein, er war gestern Abend hier und hat die Steuererklärung gemacht.“, antwortete Hank.
Evan nickte und Divya sah ihn etwas verwundert an.
„Was?“, fragte Evan gereizt.
„Ist schon gut. Leg dich am besten wieder ins Bett. Mach die Gardinen zu und versuch viel zu trinken und viel zu schlafen!“, schlug Divya ihm vor.
„Ach Mensch, auf so eine Idee wäre ich ja überhaupt nicht gekommen! Ich wäre jetzt einfach hinaus über die grünen Wiesen gesprungen.“, murrte Evan und ging mit seinem Glas Wasser zurück in sein Zimmer. Divya sah ihm ungläubig hinterher.
„Machen Sie sich nichts daraus. Er hat so gut wie nie Kopfschmerzen. Er ist das nicht gewöhnt.“, entschuldigte er sich für seinen kleinen Bruder.
Divya nickte kurz und wandte sich dann wieder dem Terminplaner zu.
Hank nahm sein Handy aus der Tasche und sah auf den Display.
„Ja, Tucker, was ist los?“, fragte Hank,“ Ja, wir kommen. Sie soll sich keine Sorgen machen.“
„Was ist es diesmal?“, fragte Divya.
„Keine Ahnung.“, sagte Hank.
Er ging zur Küche und schrieb Evan eine kurze Nachricht auf ein Post-It.
Dann machten sie sich auf zu Tucker.

„Ich habe die Schweinegrippe!“, schrie Libby, als Hank und Divya eintrafen.
Das Geschrei kam von oben.
„Sie hat Schnupfen und ist der festen Überzeugung, sie hätte die Schweinegrippe.“, erklärte Tucker, der ihnen die Tür geöffnet hat.
„Ist sie denn mit jemandem in Kontakt gekommen, der Schweinegrippe hat?“, fragte Divya.
„Nein, wir waren das ganze Wochenende hier allein.“, antwortete Tucker.
Hank nickte, klopfte ihm kurz auf die Schulter und ging dann, gefolgt von Divya und Tucker, die Treppe hinauf zu Libby.
Sie saß am PC und hatte unzählige Seiten über Schweinegrippe auf dem Schirm.
„Kommen Sie nicht näher! Ich bin ansteckend!“, sagte sie schnell.
„Das riskiere ich mal. Lass mich deine Stirn fühlen.“, sagte Hank und legte seine Hand auf ihre Stirn.
„Kein Fieber. Du kannst normal sprechen. Ja, ok, du hast Schnupfen. Aber das ist keine Schweinegrippe!“, sagte Hank ganz ruhig und lächelte sie an.
„Ganz sicher?“, fragte das Mädchen.
„Natürlich.“, versicherte nun auch Divya und setzte ihr schönstes Lächeln auf.
Etwas enttäuscht löschte sie die Seiten und sah sie verlegen an.
„Ist schon gu“, Hank stoppte und sah auf seinen Handydisplay.
„Evan, was gibt’s?“, fragte er.
Dann runzelte er die Stirn, gab Divya ein Zeichen und drückte dann den Lautsprecherknopf.
Ein verstörter Evan versuchte etwas zu sagen:“ HaHa Hank? Hank, etwas stimmt nicht. Ich … mir. Vor mir ist alles verschwommen. Ich weiß nicht ich...“, dann brach die Verbindung ab.
Ohne ein Wort zu verlieren, rannten Hank und die Divya die Treppe hinunter. Hinaus auf den Hof und zum Auto.
„Sie sagten doch vorhin, dass Evan es nicht gewöhnt ist Kopfschmerzen zu haben!“, erinnerte sich Divya.
„Weil er nie welche hat.“, nickte Hank und lenkte sein Gefährt etwas zu schnell durch die Hills. Als sie endlich zu Hause waren, stieg Divya noch im fahren aus und rannte ins Haus.
Hank parkte und stieg auch aus. Im Haus war Divya über den am Boden liegenden Evan gebeugt.
Hank war sofort bei seinem Bruder. Dieser öffnete gerade seine schweren Augen, eine feine Spur Speichel tropfte aus seinem Mund.
„Evan? Evan? Erkennst du mich?“, fragte Hank und blickte besorgt in die Augen seines Bruders.
„J..a. Klar... doch … Hank.“, stammelte Evan und versuchte sich aufzurichten. Doch seine starken Kopfschmerzen ließen ihn wieder zurücksacken.
„Bleib liegen! Was ist passiert?“, fragte Divya und legte ihre Hand auf seine Brust, um ihm am Aufstehen zu hindern.
„Ich wollte mir noch etwas zu Trinken holen... Ich lass deine Nachricht und dann wurde mir merkwürdig schlecht. Nicht … wie wenn man krank ist, sondern anders halt.
Mir wurde ...schwindelig. Ich griff automatisch zu meinem Handy, drückte die 1 und hatte dich dran... Ich versuchte etwas zu sagen. Aber ich hatte keine Kontrolle mehr über mich. Ich erinnere mich dann nur noch an flackernde Bilder... Dann weiß ich nichts mehr.“, schloss Evan und wischte sich dann hastig seine Spucke weg.
„Das klingt nach einem epileptischen Anfall.“, sagte Hank und strich über Evans Arm.
„Gott sei Dank warst du nicht in der Badewanne. Dann wärst du nämlich ertrunken.“, murmelte Divya.
„Was ist eine eleptischer Anfall?“, fragte Evan und konnte nun mit Hilfe der beiden aufstehen.
„Epileptischer Anfall. Bei so einem Anfall gibt es sozusagen kurze Stromstöße in deinem Gehirn. Wenn solche Anfälle mehr als einmal passieren, spricht man von Epilepsie. Das tritt meist in der Pubertät zuerst auf. Aber es kommt vor, dass es auch später einen einzelnen gibt, ohne Nachwirkungen.“, erklärte sein  Bruder und setzte ihn vorsichtig auf dem Sofa ab.
„Aber du solltest einen Neurologen aufsuchen. Um schlimmeres zu verhindern.“, sagte Divya.
Hank nickte:“ Ich rufe gleich einen an.“, und nahm sein Handy zu Hand.
Er verzog sich in den Nebenraum.
„Ich hab tierische Kopfschmerzen.“, sagte Evan und hielt sich den Kopf.
„Ich weiß, dass ist normal nach einem Anfall. Und dann ist noch etwas anderes normal.“, sagte Divya stand auf und holte aus dem unteren Küchenschrank einen Eimer.
Sie stellte ihn an Evans Seite.
„Du wirst dich mit Sicherheit übergeben.“, sagte sie.
Hank kam aus dem Nebenraum.
„Tut mir leid, aber Dr. Hoffman hat erst nächste Woche etwas frei. Aber ich denke, dass ist ok.“, erklärte er.
„Du wirst noch eine Weile Kopfschmerzen haben, aber gegen Abend müssten sie verstreichen.“, sagte er noch und bat Divya in den Nebenraum.
„Was ist los?“, fragte sie und sah in die besorgten Augen ihres Chefs.
„Ich hab Dr. Hoffman von den Symptomen erzählt. Auch dass er schon vorher Kopfschmerzen hatte und heute morgen schlecht drauf. Der Dr. fand das ungewöhnlich, weil ein Anfall plötzlich kommt und sich nicht durch Kopfschmerzen ankündigt.“, sagte Hank leise.
„Was soll das bedeuten?“, fragte Divya.
„Es kann sein, dass etwas anderes dahinter steckt. Außerdem gab es keinen erklärlichen Grund für den Anfall. So etwas wird durch zu wenig Schlaf oder Stress oder zu hoher Alkoholkonsum ausgelöst, aber auf Evan trifft das alles nicht zu. Wir müssen ihn auf jeden Fall im Auge behalten.“, schärfte Hank seiner hübschen Assistentin ein.