Royal Pains

GeschichteDrama / P16
Dr. Henry "Hank" Lawson Evan R. Lawson Jill Casey
22.06.2011
24.06.2011
2
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Titel: Royal Pains
Autorinnen: Royal Chicks
Genre: Dramedy
Rating: P16
Reviewantwort: Ja, per Mail
Inhalt: Im Hause Lawson gibt es wieder einmal Streit zwischen den Geschwistern Hank und Evan. Während der Jüngere von Beiden das Leben mal wieder auf die leichte Schulter nimmt und ein Patientenleben unbewusst gefährdet, macht ihm Hank eine klare Ansage. Um sich abzulenken setzt er sich in sein Auto und wird geradewegs in einen Unfall verwickelt. Hank, der um das Leben seines Bruders bangt, bereut den Streit zutiefst.
Kapitel: Two-Shot
Disclaimer: Die in dieser Geschichte als Vorlage verwendeten Rollen mit den dazugehörigen Charakterzügen gehören nicht uns, nur dem Schöpfer selbst und wir wollen ihm mit dieser Fanfiction in keinem Fall zu Nahe treten oder etwas unterstellen, geschweige denn verletzen.

Vorwort: Liebe Leser, wir begrüßen euch herzlich zu unserem Two-Shot zu der neuen TV-Serie 'Royal Pains'. Da wir so begeistert von den beiden Brüdern sind, mussten wir dazu einfach was schreiben xD Unsere Idee begann ursprünglich mit mehreren Sinnierungen und wurde dann schließlich zu diesem Two-Shot.
Sollte die Serie einmal wirklich so enden, wie wir es darzustellen versuchen, dann wollen wir hiermit einen Oskar bekommen, da wir zufällig eben das Ende von 'Royal Pains' erraten haben x'D


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Shot I - Hamptons Crash


Es war ein ungewöhnlich warmer Herbsttag in den Hamptons, keine einzige Wolke bedeckte denn strahlend blauen Himmel und die Sonne schien von weit oben auf die sonnenbegeisterten Menschen herab. Auch Evan Lawson genoss die warmen Strahlen, während er in seinem Cabrio, auf das er wie so oft wieder furchtbar stolz war - vor allem bei einem Wetter wie diesem -, durch die Straßen fuhr, dabei kein bestimmtes Ziel vor Augen hatte.
Der angenehm kühle Wind fuhr ihm durch die braunen Locken und gelassen lehnte er seinen linken Ellenbogen an die Fahrertür, während er noch einmal Gas gab, um die Geschwindigkeit des Fahrzeuges zu beschleunigen.
Ein kleines Lächeln bildete sich auf seinen Lippen. So ließ es sich doch leben. In einer Gegend wohnen, in der hauptsächlich die Schönen und Reichen lebten - und wie schön und reich die meisten doch tatsächlich waren! -, sich in dem eigenen Cabrio den Wind um die Ohren wehen zu lassen, was das grandiose Wetter nur unterstrich.
Sein Leben könnte so großartig und beneidenswert sein, auch wenn er nicht selbst zu den Reichen gehörte. Wäre da nicht diese eine Sache, der er nun versuchte zu entfliehen. Diese eine Sache, die er zwar bereute, doch wo sein Stolz eingriff und ihm sagte, er habe sich lange genug bevormunden lassen und das ging ihm nun gestrichen zu weit. Er war ein erwachsener Mann und war durchaus im Stande sein eigenes Leben zu führen, ohne einen Aufpasser zu brauchen. Bevor er seinen Bruder mehr oder weniger freundlich dazu gezwungen hat einen kurzen Abstecher zu den Hamptons zu machen, um ihm etwas Gutes zu tun und ihn von seinen Verlusten abzulenken, hat Evan es doch schließlich auch geschafft sein Leben in den Griff zu bekommen.
Warum also musste es nun so schief laufen? Er hat es sich lustiger vorgestellt, dass sein Bruder nun Promiarzt spielte. Und irgendwas sollte er doch auch davon haben, oder? Hank war schließlich nicht der Einzige, der was im Köpfchen hatte, nicht umsonst war Evan schließlich Finanzchef geworden. Warum also hielt sein Bruder sich nun auch noch für seinen Vormund?
Ein wenig fühlte Evan sich nun zu seiner Teenagerzeit zurückversetzt, als er noch eine Party nach der anderen gefeiert und immer wieder hübsche Mädchen abbekommen hat. Hank war damals schon sehr verantwortungsbewusst und bestand oftmals darauf ihm eine Moralpredigt zu halten, doch Evan hat nach dem zweiten Mal überhaupt nicht mehr zugehört, falls er es die ersten beiden Male überhaupt noch getan hat.
Die blauen Augen Evans suchten schnell die Straße nach weiteren Autos ab, doch er war der Einzige weit und breit. Mit einer gekonnten Bewegung setzte er sich seine Sonnenbrille auf die Nase, umfasste auch mit der linken Hand, die bis dahin entspannt an der Tür gelehnt hat, feste das Lenkrad und drückte erneut aufs Gas, als die Erinnerungen an den letzten Streit zurückkehrten.

>> Es war ein ganz gewöhnlicher Tag bei den Brüdern Lawson. Hank war mal wieder unterwegs, um nach seinen Patienten zu sehen und Divya war ihm gefolgt. Zum Glück für Evan, denn diese Frau würde ihn noch irgendwann zur Verzweiflung treiben.
Evan versuchte sich in dem spärlichen Apartment die Zeit zu vertreiben, in dem er den kleinen Fernsehr einschaltete, den sie sich geleistet haben, und sich gemütlich in sein Bett legte. Die wöchentlichen Finanzberechnungen hat er bereits erledigt und in den Aktenordner in seiner Schublade verstaut, schließlich war auch er gelegentlich mal fleißig. Nun aber war ihm ein wenig faul zumute, weswegen er sich einfach mal auf seinem Bett entspannen wollte. Vielleicht hätte er zum Meer gehen und ein wenig Sonne tanken können, dachte er, verwarf den Gedanken dann, als eine seiner Lieblingskomödien startete und er sich zufrieden zurücklehnte.
Doch auch ein Lieblingsfilm ging nach ein paar Stunden zu ende und Evan begann sich zu langweilen. Plötzlich kam ihm die Idee mit dem Strand, die er vor wenigen Stunde noch hatte, wie der beste Plan überhaupt vor. So stand er. den Fernseher ausschaltend, auf und schnappte sich ein großes Badetuch, mit dem er sich eine Liegen ergattern würde, und seine Sonnenbrille, die er sich auf den Kopf setzte, und wollte gerade zur Tür gehen.
Doch noch bevor er seine Hand auf den Türknauf legen konnte, klopfte es auch schon an der Tür und Evan zuckte vor Überraschung kurz zusammen. Kurz blieb er in seiner leicht lächerlichen Pose stehen, die Hand noch immer zum Knauf ausgestreckt, und überlegte eine Sekunde, wer ihn wohl besuchen mochte. Aber vermutlich war es ohnehin nur Hank, der mal wieder seinen Schlüssel vergessen hat, daher öffnete Evan schließlich auch die Tür, guckte dann aber nur umso überraschter, als er eine hübsche, brünette Frau vor sich stehen sah, deren grüne Augen ihn mit einer Spur Nervosität musterten.
"Guten Tag", sagte sie höflich, während Evan nur versuchte eine möglichst coole Pose darzustellen und erst dann antwortete. "Hallo. Was kann ich für Sie tun?"
"Sind Sie Dr. Hank Lawson?" Erneut musterte sie ihn, begann aber zu lächeln.
"Oh", kam es erstmal nur von Evan zurück, der überlegte, ob er ihr die Wahrheit sagen und die Frau, die wirklich verdammt anziehend auf ihn wirkte, gehen lassen, oder ob er einfach improvisieren sollte. Aber er entschied sich dann doch für Letzteres. "Ja, das bin ich. Mein Ruf eilt mir wohl mal wieder voraus."
Ohnehin war er es mittlerweile gewohnt, dass Frauen an ihrer Appartementtür klopften, weil sie sich einfach ausreichend bei Hank für seine Hilfe bedanken wollten. Aber warum sollte Evan nicht auch etwas davon haben?
"Kommen Sie doch erstmal rein", Evan trat mit einer einladende Gäste zur Seite, "und dann erzählen Sie mir, wie ich ihnen helfen kann."
Mit einem dankbaren Lächeln trat die Fremde ein und sah sich in der Mitte des Zimmers unschlüssig um. Ihr Blick fiel auf das ordentlich hergerichtete Bett von Hank und sie deutete darauf und fragte: "Darf ich mich setzen?"
"Natürlich!" Mit seinem charmantesten Lächeln ließ er sich neben sie sinken.
"Mein Name ist Sophia Collenster und Sie haben recht, Ihr Ruft eilt Ihnen tatsächlich vorraus", sie lächelte freundlich, "Bekannte haben Sie mir empfohlen, da ich mich seit über einer Woche furchtbar kränklich fühle, andauernde Kopfschmerzen habe und hin und wieder tritt Fieber auf. Mein Hausarzt konnte mir nicht weiterhelfen, er meint es sei nur eine Nachwirkung der Halsentzündung, die ich vor drei Wochen hatte, doch das glaube ich nicht. Sie sollen der beste Arzt in ganz Hampton sein."
Ein flehender Blick traf Evans Augen und für einen kurzen Moment sagte ihm seine Innere Stimme, er solle Hank rufen. Doch den Gedanken verwarf er schneller, als er gekommen war. Mit Kopfschmerzen und ein wenig Fieber konnte er ja wohl umgehen, hat er schließlich ebenfalls oft genug gehabt.
Ganz fachmännisch nickte Evan und sorgte mit dem Vorwand sie untersuchen zu wollen für langen Blickkontakt, in dem er Sophia für sich gewinnen wollte. Sie wäre ein ziemlich guter Fang, schon allein, weil sie mindestens ebenso hübsch war, wie fast alle Frauen in den Hamptons. Als er seinen Daumen und Zeigefinger sanft unter das Kinn Sophias legte und ihren Kopf bewegen wollte, zuckte sie schmerzerfüllt zusammen.
"Was...?", fragte er verwundert.
Sophia versuchte zu lächeln, was mehr schlecht als recht gelang. "Mein Nacken ist seit ein paar Tagen furchtbar steif und es tut weh meinen Kopf zu bewegen."
Erneut schrie Evans Innere Stimme auf, doch auch das ignorierte er dank jahrelanger Übung hervorragend. Stattdessen sagte er mit einem verschmitzten Grinsen: "Wenn Sie sich umdrehen würden, Sophia, dann sehe ich mir Ihren Nacken an."
Sie tat was der vermeintliche Doktor ihr geraten hat und wandte ihm den Rücken zu. Zärtlich schob er ihre rückenlangen Haare über die Schulter und staunte nicht schlecht darüber, was er an ihrem Nacken erkannte. Als ob er seinen Augen nicht wirklich trauen konnte, kam er ihrem Nacken näher und tatsächlich, da waren viele, kleine, blutrote Punkte auf ihrer Haut. Neugierig wie Evan nunmal war, fuhr er ganz vorsichtig mit den Fingerspitzen über diese Stelle, doch Sophia zuckte erneut zusammen. Evan allerding entdeckte dabei noch etwas anderes, was er kontrollierte, indem er Sophia eine Hand an die Wange hielt.
"Dr. Lawson?", fragte Sophia vorsichtig nach, "haben Sie schon etwas entdeckt?"
"Oh ja... hohes Fieber", murmelte Evan mehr zu sich selbst und fixierte erneut die Punkte auf der Haut. Er war nicht der Arzt in der Familie und war völlig überfragt. Vielleicht war es doch ratsamer, endlich Hank anzurufen...
Gerade als Evan nach seinem Handy suchte, murmelte Sophia leise: "Doktor... mir wird..."
Doch sie konnte nicht zu Ende reden, da sackte sie auch schon zusammen und fiel rückwärts direkt auf Evan. Unter normalen Umständen hätte er sich über diese Geste gefreut, doch dies hier war alles andere als gesund und langsam schlich sich Hektik in sein Bewusstsein. Endlich fiel ihm ein, dass er sein Handy in der Hosentasche untergebracht hat und kramte es so gut es eben ginge, wenn eine Frau halb über einem liegen würde, heraus.
Schnell war Hanks Nummer gewählt und ebenso schnell ging er auch an sein Handy.
"Evan? Was ist?", fragte die leicht verzerrte Stimme aus dem Hörer.
"Ich... habe hier eine Patientin für dich. Komm schnell zurück, okay? Es ist sehr dringend."
Ein Seufzen erklang. "Was hast du wieder angestellt?"
"Nichts! Sie ist hier aufgetaucht, ich habe mich etwas um sie gekümmert und dann ist sie ohnmächtig geworden."
"In Ordnung, bin ohnehin schon auf dem Weg. In etwa fünf Minuten bin ich da, versuch sie wieder aufzuwecken."
Ein Klicken war das letzte, was Evan hörte und erleichtert legte er das Handy beiseite. Nun hieß es nur noch Sophia aufwecken. Dafür legte er sie vorsichtig auf das Bett und überlegte sich, was er tun sollte, da öffnete sie auch schon wieder zaghaft die Augen.
"Sophia? Hören Sie mich?"
Ein leises Seufzen und desorientierte Blicke waren die Antwort. Erneut flackerten die Lider kurz auf, bis sich die Augen wieder vollkommen schlossen.
Gerade als Evan verzweifelte und drastischere Maßnahmen ergreifen wollte, platzte Hank rein und kümmerte sich sogleich um die ohnmächtige Frau. Erst kontrollierte er den Pupillenreflex, während er Evan fragte, was die Frau ihm gesagt hätte.
"Sie sagte, sie hat Kopfschmerzen, Fieber, einen steifen Nacken und fühlt sich kränklich. Ach und sie hat rote Punkte am Nacken, die solltest du dir mal ansehen."
Hank zog nachdenklich die Augenbrauen zusammen, während er Sophia leicht anhob, um einen Blick auf die ominösen Punkte werfen zu können. Tatsächlich fand er sie und ging schnell zu seinem Koffer, in dem er sich ein paar Medikamente und Instrumente zusammengestellt hat.
"Ruf sofort den Krankenwagen, sie muss so schnell wie möglich ins Krankenhaus."
Während Evan also einen erneuten Anruf tätigte, stellte Hank sich seine Spritzen zusammen, da er bereits einen Verdacht über die Krankheit der jungen Frau hatte. Als Evan den Anruf beendete, fragte Hank weiter: "Wie ist ihr Name?"
"Sophia Collenster."
Während Hank ihr ein paar Klapse auf die Wangen gab, um sie aufzuwecken, und dabei ihren Namen rief, fragte er nebenbei: "Hat sie etwas über Vorerkrankungen gesagt?"
"Ja. Vor drei Wochen hatte sie eine Halsentzündung."
Hank nickte, als würde es seinen Verdacht nur bestätigen. Er nahm die Spritzen zur Hand und verabreichte ihrem Körper die Antibiotika, die sie dringend brauchte.

Nach nur zwanzig Minuten war Sophia bereits in ein Krankenhaus unterwegs und zwischen den Brüdern herrschte eisiges Schweigen. Hank hat sich auf einen Stuhl sinken lassen, während Evan noch unschlüssig im Raum stand.
Schließlich brach der Jüngere dann das Schweigen: "Was hat Sophia denn? Habe nur etwas von Lumbalpunktion, oder wie auch immer, verstanden."
"Es gibt einen starken Verdacht für eine Hirnhautentzündung, Evan. Das kann lebensgefährlich sein, wenn man es nicht schnellstmöglich behandelt. Was hast du dir dabei gedacht, dich wieder als mich auszugeben?"
Hanks Stimme war vollkommen ruhig, doch das ärgerte Evan nur umso mehr. Er versuchte allerdings gelassen zu bleiben und antwortete nur: "Ich hätte nicht gedacht, dass es so etwas ernstes sein könnte und es tut mir wirklich leid, okay?"
"Nein, Evan, es ist nicht okay!", Hanks Stimme wurde einen Ticken schärfer, "Du hattest Glück, dass ich noch rechtzeitig kam und die Krankheit noch nicht so weit ausgebrochen ist, um sie zu töten, aber sie kann bleibende Schäden behalten, verstehst du? Wer weiß, was das nächste Mal passieren wird, wenn du es wieder tust. Vielleicht stirbt dann tatsächlich noch jemand wegen deines verantwortungslosen Handelns!"
"Du hältst mich für verantwortungslos?", zischte Evan und verschränkte schützend die Arme vor der Brust.
"Ja, es ist unreif sich als jemand anderen auszugeben, nur um dann besser bei Frauen landen zu können."
"Nur falls du es vergessen haben solltest, Bruderherz", das letzte Wort sprach er besonders spöttisch aus, "nur wegen mir, bist du nun so weit gekommen. Nur weil ich dafür gesorgt habe, dass wir beide zu der Party gegangen sind..."
"Dessen Eintritt du uns mit Betrug ermöglicht hast", unterbrach Hank seinen kleinen Bruder.
"Du bist ziemlich undankbar, Hank."
"Undankbar? Ich habe niemals hierherkommen wollen, du hast mich doch mitgeschleift."
"Hätte ich das nicht getan, säßest du noch immer in deinem Dreckloch, falls dir das nicht sogar noch gepfändet worden wäre!" Entnervt fuchtelte Evan mit seinen Armen rum und versuchte damit zu verdeutlichen, wie schlecht es Hank damals doch ergangen war.
"Und du erwartest jetzt, dass ich dir so dankbar bin, dass ich dir erlaube Menschenleben auf's Spiel zu setzen?" Der Ältere hatte noch immer diese stoische Ruhe in der Stimme, die Evan nun endgültig die Fassung verlieren ließ.
"Weißt du was, halte mich ruhig für verantwortungslos und unreif, wenn du möchtest. Ich versuche mein Leben nur zu genießen, was dir auch nicht schaden könnte. Und nun entschuldige mich bitte." Mit wenigen Schritten hat er sich sein Handy und die Autoschlüssel geschnappt und war dabei die Tür zu öffnen.
"Wo gehst du jetzt hin?", rief Hank ihm nach.
"Vielleicht gebe ich mich irgendwo wieder als der große Dr. Lawson aus!" Mit dem letzten Wort, knallte er auch Tür zu und ließ Hank allein zurück. <<

Mit einem wütenden Aufschrei schlug Evan auf das Lenkrad ein. Zwar bekam er einen verwirrten Blick eines anderen Autofahrers, der mit ihm an der roten Ampel wartete, zugeworfen, doch das störte ihn nicht. Viel zu wütend war er auf die Worte seines Bruders, doch andererseits musste er ihm sogar recht geben. Es war sogar sehr verantwortungslos die Krankheit von Sophia so leicht genommen zu haben und er hätte unverschämtes Glück, wenn sie wieder vollkommen genesen werden könnte. Schuldgefühle mischten sich mit der Wut über seinen Bruder und machten ihn schier wahnsinnig.
Als erstes brauchte er Ablenkung und sein Cabrio, womit er zumindest Letzteres bereits hatte. Wo er die Ablenkung allerdings herbekommen sollte, wusste er noch nicht. Vielleicht sollte er zu Divya und einen munteren Streit mit ihr anfangen? Nein, das fiel aus, seine Nerven waren auch so schon strapaziert genug.
Am liebsten wäre er zurückgefahren, hätte sich indirekt bei Hank entschuldigt, um dann vorzuschlagen Sushi essen zu gehen. Doch seine Wut war noch nicht so weit gestillt, bereits so zu tun, als wäre nichts geschehen.
Erst spät merkte er, dass die Ampel auf Grün umgeschlagen ist und wieder war er allein auf der Strecke, einzig zwei Autos standen am rechten Abzweig und warteten auf ihr Grün. Schnell gab Evan Gas, um nicht wieder warten zu müssen, doch damit sollte sein Schicksal besiegelt sein.
Gerade als er in der Mitte der Kreuzung angekommen war, um nach links abzubiegen, raste ein fremder Autofahrer frontal auf ihn zu. Dieser hatte zu viel Tempo, um noch rechtzeitig zu bremsen und für Evan ging alles schließlich viel zu schnell. Er hörte nur von weitem ein warnendes Hupen, dann spürte er auch schon einen Aufprall und plötzlichen Schmerz, der durch seinen gesamten Körper fuhr. Gequält schrie er auf, nur um sich dann soweit es ging zurückzulehnen.
Der Schmerz vernebelte seine Gedanken und er realisierte noch nicht so recht, was geschehen war. Auch die panischen Schreie, die Augenzeugen von sich gaben, hörte er nur gedämpft.
Während das Blut von seinem Kinn auf das weiße Designerhemd tropfte, war sein letzter Gedanke bei seinem Bruder. Wäre er doch nur umgedreht und hätte ihm das Sushi vorgeschlagen...
Jetzt konnte er ihm doch gar nicht mehr sagen, wie leid ihm alles tat. Sophia, der Streit, einfach alles. Es war einfach vorbei...
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