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Das virtuelle Bewusstsein

von Rovena
GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
22.06.2011
22.06.2011
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5.190
 
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Wilde Farbstrudel zischten an Key vorbei, als ihr Icon durch das Portal trat. Mit heftigen Kopfschmerzen erwachte sie in ihrem Sessel. Immer noch benommen versuchte  sich das Mädchen zu Orientieren und festzustellen wo sie war.

„Hey, alles in Ordnung?“, fragte eine weibliche Stimme besorgt. Key richtete sich auf und sah eine Frau in weißem Kittel neben dem Sessel knien. „Ja Doc, alles soweit so gut. Ist nur der Auswurfschock.“Die Frau studierte die Werte, die die Geräte, an welche Key angeschlossen war, ihr gaben. „Sie haben ein leichtes Trauma. Sie sollten sich ausruhen. Sehr interessant.“
/Oh ja wirklich… sehr interessant/dachte das Mädchen genervt, griff nach dem Scotch, der auf einer Anrichte neben ihr stand. Sie nahm einen Schluck und verzog das Gesicht. Wie die Leute bloß für etwas tausende von Euro ausgeben konnten, das so furchtbar schmeckte, würde sie wohl nie verstehen. „Sie sollten lieber etwas Nahrhaftes zu sich nehmen Miss Trevor. Immerhin waren sie fast 3 Tage weg.“, sagte die Ärztin streng, als sie Key von den vielen Maschinen befreite. „Ja ich weis Frau Doktor. Mach ich.“, grummelig wankte das Mädchen auf die Küche zu.  Die Wohnung der Ärztin war groß, sodass sie sich beim durchqueren des Wohnzimmers an Schränken und Stühlen abstützen musste.
/Tja . Meralin Trevor war wohl doch eine gute Identität./ dachte sie grimmig. Immerhin hatte die einer genaueren Betrachtung durch das Sicherheitssystem von Frau Dr. Cyb. Psy. Jenkis standgehalten. Key hatte den Kühlschrank erreicht und nahm eine Dose „All Time Energy- Mineral Plus“ heraus. „Was ist dort eigentlich vorgefallen? Wieso sind sie so plötzlich wieder hier?“, fragte die Ärztin, als sie die Daten über Key’s Reise in ihrem Palmtop überprüfte. „Mh. Der Knoten hatte wohl eine zusätzliche Sicherheitsbariere. .“, murmelte Key.  /Die müssen da den Spirit eines anderen Technomanchers haben, der dort ständig auf einer andern Ebene patrouilliert./ Sie war müde und hatte jetzt so gar keine Lust die Fragen der Ärztin zu beantworten. Die würde sowieso nur die Hälfte dessen verstehen, das Key grade erlebt hatte. Das Cyberdeck der Frau war zwar ziemlich Neu aber viel zu langsam für das Mädchen. Immerhin war sie nicht auf die Verbindung mit einem Deck angewiesen. Sie wusste nicht was es war, aber nach dem Matrix-Crash 2.0 hatte sich etwas verändert. Sie hatte sich verändert.

Vor 3 Jahren.:
Es war ein schöner Montag. Tabitha Ghinda war mit ihrem neuen Pinky-Peach-Cyberdeck von Ares in der Matrix unterwegs. Eingestöpselt chattete sie mit ihren Freundinnen über Belanglosigkeiten wie den asiatischen Austauschschüler,  Hausaufgaben und neue Trids.
Nebenbei trug sie Daten über den 2ten Weltkrieg zusammen, den sie grade in Früher-Geschichte durchnahmen. Plötzlich spührte sie etwas Merkwürdiges. Ein Beben ging durch die Matrix. Die Strukturen verschwammen und dann war alles weg. Ihr Icon, ein Kaninchen, stand mitten in einem weißen, unendlich scheinendem Raum. Eine zweite Welle rollte heran und verzog die Struktur ihres Icons. Sie spührte einen heftigen Schmerz und fiel, fiel in dieser weißen Unendlichkeit. Voller Panik versuchte sie sich auszuloggen. Doch nichts geschah. Wo auch immer sie war, sie war nichtmehr in der Matrix und konnte sich hier nicht ausloggen! Was war passiert? Ein Erdbeben? Ein Anschlag? Als sie wieder Boden unter ihren digitalen Füßen hatte sah, sie viele schwarze Flecken um sich herum. Einige kamen näher und bekamen menschliche Umrisse. Es waren Kathy und Jibbila, zwei ihrer Schulfreundinnen. Den Rest kannte sie nicht. Es waren Männer und Frauen aller Rassen und Stände, mache der Peronas in Anzügen, andere in Trainigssachen. Das näherkommende Gemurmel der Personen wurde immer lauter und schwoll zu einer Woge beißendem Lärms an. Tabitha hielt sich die Ohren zu und ging zu ihren Freundinnen hinüber. Vorschichtig schlängelte sie sich durch die Menge. Hier und dort weinte jemand, andere schrieen und hämmerten verzweifelt gegen den Boden.
Als sie Kathy und Jibbila erreichte, die sich gegenseitig in den Arm nahmen und heftig weinten, wurde es plötzlich ruhiger. Irgendwo erklärte jemand seine Therorie zu den Vorkommnissen und zog viele der Anwesenden in den Bann. Das Mädchen wandte sich ihren Freundinnen zu und tippte ihnen auf die Schultern. „Hey ihr zwei, alles in Ordnung?“, fragte sie aufmunternd. „Nein ! Nichts ist in Ordnung! Siehst du es nicht? Wir sind hier irgendwo im Nichts und können nicht raus!“, schluchzte Jibbila heftig. „Genau! Wir sind gefangen!  Hilfe!“, schrie Kathy panisch und weinte. „Stimmt. Ich kann mich auch nicht ausloggen. Komisch. Aber wir sind noch hier. Der Datenairbag funktioniert.“, stellte Tabitha ruhig fest.
Sie verstand die Panik und offensichtliche Angst ihrer Freundinnen nicht. Im Gegenteil. Es war irgendwie aufregend. Und die Matrix war nach dem ersten Crash so gut gesichert, dass ihnen nichts passieren konnte, dachte Tabitha. „Vielleicht sollten wir es mit dem neuen Flashback System 3.4 versuchen.“, rief eine elfische Geschäftsfrau, “Es sorgt für einen sofortigen Logout!“ Einige der Personas nickten. „Na ob das eine gute Idee ist.“, murmelte Tabitha. „Wieso? Wie kannst du nur so ruhig bleiben? Ich werde es versuchen. Wenn es dir hier gefällt, dann kannst du ja bleiben du dumme Nuss!“, kreischte Kathy panisch. „Hey ich meine ja nur, dass die Holzhammermethode nicht immer die Beste ist!“, versuchte das Mädchen ihre Freundin zu beruhigen. Schmerzensschreie hallten plötzlich durch die Unendlichkeit. Verzerrte Personas verschwanden in einer Implusion von Codes. Voller Panik flohen die Nebenstehenden vor dem Phänomen in alle Richtungen. „Siehst du! Ich bleibe keine Sekunde länger mehr hier!“, schnauzte Kathy und Jibbila nickte schüchtern. Irgendetwas sagte Tabitha, dass sie besser blieb wo sie war. Eine sanfte innere Stimme riet ihr nichts zu unternehmen und dass es gefährlich war, sich jetzt zwanghaft Auszuloggen. Lila wirbel zogen sich durch den Raum und bildeten einen Stream, der irgendwo über ihr in der Unendlichkeit verschwand. Viele Logout System Programme der Sicherheitsstufe Alpha arbeiteten auf Hochtouren um die Leute aus der Matrix zu schaffen. Auch ihre beiden Freundinnen waren dabei ihre Programme zu starten. „Nein tut das besser nicht! Bleibt hier!“, rief Tabitha panisch und rüttelte an Kathys Schultern, doch es war zu spät. In einem schwarzen Wirbel verschwanden die Codes ihrer besten Freundinnen und sie war plötzlich wieder allein in dem weißen Raum. Tränen brannten in ihren Augen und liefen langsam ihre Wangen hinunter. Was war bloß los? Was war passiert? Sie setzte sich, zog ihre Beine an und umschlag sie mit ihren Armen. Alle waren sie fort. Nicht einer war dort geblieben. Tabitha begann heftig zu schluchzen und ließ sich von ihrer Traurigkeit übermannen. Es war keine Angst, die sie gepackt hatte, sondern eher die Trauer um alle die Menschen und vor allem um ihre Freundinnen. Sie wusste nicht woher das Wissen kam, aber sie war sich sicher, dass viele soeben im Nichts verschwunden waren. Sie waren fort und würde nie wiederkehren.

Eine ganze Weile hatte Tabithas Persona nun so dagesessen und geweint. Nun war sie erschöpft. Das Mädchen ließ sich nach hinten fallen und lag  auf dem Rücken, den Blick starr in die endlosen Weiten gerichtet.
Ruckartig richtete sie sich auf. Hatte sie nicht grade etwas gehört? Angestrengt lauschte sie. Da war es wieder! Ein leise Stimme rief etwas. Tabitha erhob sich und versuchte die Richtung zu bestimmen, aus der die Stimme kam. Wie witzlos, dachte sie, in einem völlig leeren Raum ohne Orientierungspunkte etwas orten zu wollen.  Trotzdem erhob sie sich, schloss die Augen und lauschte.
„Tabitha“…“Tabitha hier bin ich“….“komm zu mir“…
/Die Stimme ruft nach mir. Wer könnte das sein?/, dachte das Mädchen. Sie lauschte weiterhin angestrengt und folgte dem Sprachcode mit geschlossenen Augen. Nach einer Weile fühlte sie, wie sich ihre Umgebung veränderte. Vorsichtig blinzelte sie. Tabitha stand auf einem übergroßen Rohr, welches frei im Raum zu schweben schien. Unter ihr verliefen verschiedenste Kabel in alle Richtungen und verschwanden in einer tiefen Schwärze. Vor ihr erstreckte sich eine riesige Maschine, die ein grünliches Licht abstrahlte. Viele bunte Lichter blinkten in einem seltsamen Takt. Das Rohr auf dem sie stand führte direkt in das Zentrum der Apparatur, welches hell erstrahlte. Neugierde packte das Mädchen, sodass sie dem Rohr weiter folgte. Was wohl durch die ganzen Kabel und Rohre floss?  Auf einmal ragte eine große Wand vor Tabitha auf. In dieser Wand war eine schwere alte Holztür eingelassen, wie sie sie aus fantasy Trids und Spielen kannte.  Ein großer Messingtürklopfer in Löwenkopfform prangte mitten auf dem dunklen Holz. Nirgendwo war eine Klinke oder ein Türknauf zu sehen. „Öffnen.“, sagte das Mädchen, doch nichts geschah. Mit den Worten „Tür auf!“ versuchte sie es erneut, doch wieder nichts. Der Türklopfer schien sie hämisch anzugrinsen. „Bist du dir sicher, dass du eintreten willst?“, fragte eine knorrige alte Stimme, die von einem der Gargoyles stammte, die sie Wand über der Tür zierten. Erstaunt sah sie nach oben. „Ja. Da hinten ist Jemand und ruft nach mir.“, antwortete sie wie selbstverständlich. „Soso Sie ruft nach dir. Doch sei dir eins bewusst. Wenn du dich hinein begibst, zu Ihr, dann wird Sie dein Leben grundlegend verändern!“, sagte die Gestalt mahnend. Einen Moment überlegte Tabitha, dann ergriff sie den Türklopfer und klopfte an. Das dumpfe Tock Tock hallte in der seltsamen Umgebung noch lange nach. Ein Echo entstand, welches sich erst zu entfernen, dann wieder näher zu kommen schien. Dann wurde es plötzlich still und langsam öffnete sich die Tür. Ohne ein Geräusch schwang sie nach innen auf. /Merkwürdig. Ich dachte sie würde laut knarren/, dachte das Mädchen und trat ein. Völlige Dunkelheit empfing sie und legte sich wie ein Mantel um sie als die Tür hinter ihr bedrohlich laut ins Schloss viel.
Obwohl sie keinen Schritt tat spürte das Mädchen, wie sie sich langsam vorwärts bewegte.

Leises Surren drang an ihr Ohr. Es wurde immer lauter, bis sich plötzlich aus der Dunkelheit vor ihr die mächtige Maschine erhob. Sie war umringt von den Kabeln und Rohren, die in die Siluette einer Frau aus Metall mündeten. Die Frau war groß, bestimmt 2 Meter schätzte Tabitha, und schlank. Lange wallende Haare wurden sichtbar. Sie bestanden aus feinen blauen und grünen Fäden, die sich wie Lebewesen um ihren Kopf wanden. Je näher sie kam, desto mehr Details erkannte das Mädchen in dem Relief. Die Frau hatte keinen richtigen Gesichtsausdruck, der ihr hätte Persönlichkeit verleihen können. Ihre vollen Lippen sahen aus als würde sich leicht lächeln, aber ihre Augen waren ausdruckslos. Tabitha stand nun direkt vor dem Frauenrelief. „Warst du es, die mich gerufen hat?“, fragte sie. Im selben Augenblick schoss ihr durch den Kopf wie dämlich ihre Frage war. Wie konnte ein Metallrelief denn bitte jemanden rufen? Doch zu ihrer Überraschung erklang wieder die Stimme. Sie war nun lauter und klang wie eine der freundlichen Computerstimmen, die einem in der Monorail auf die nächste Haltestelle aufmerksam machten.
„Ja das war ich.“, sagte sie. Neugierig musterte sie die Maschine.
„Wer bist du und was machst du hier?“, fragte Tabitha.
„Ich bin hier. Ich bin hier um zu sein.“ Skeptisch hob  das Mädchen eine Augenbraue.
„Aber das ergibt keinen Sinn!“
„So? Wieso bist du denn hier, Tabitha Ghinda? Wieso bist du deinen Freundinnen nicht gefolgt ?“, fragte die Stimme. Aus ihr war eindeutig ein Lächeln herauszuhören.
„Woher weist du wer ich bin?“, fragte Tabitha erstaunt.
„Ich weis alles über dich und deine Familie, Freunde, Herkunft, Interessen….“
„Aber woher ?“
„Du warst so oft hier.“
„Hier ? Du meinst in der Matrix?“
„Ja hier. Alle sind hier und kommunizieren mit mir.“
„Moment du, du bist die Matrix!?“, rief Tabitha erstaunt aus.
„Nein. Die Matrix seid ihr. Ich bin nur ein Besucher, der hier ein neues Zuhause fand, als ich merkte, dass ich existiere.“
Die Worte der Maschine verwirrte das Mädchen noch mehr. Langsam ließ sie sich im Schneidersitz auf den Boden sinken.
„Was ist los? Bin ich nicht verständlich?“, fragte die maschinelle Stimme.
„Ja. Nein. Ich weis nicht!“, antwortete Tabitha und sah auf ihre Schuhe. Ihre Schuhe? Plötzlich realisierte sie, dass sie kein blaues Kaninchen mehr war, sondern menschliche Gestalt hatte. Ihre Gestalt! „Was, wie?“, erschrocken sprang das Mädchen auf und musterte sich. Sie trug das Indigo-Power-Sports-Team T-shirt ihrer lieblingsstadtkriegs Mannschaft, eine kurze Hose und ihre roten Turnschuhe. All das hatte sie auch schon zu Hause getragen, als sie sich in die Matrix eingeloggt hatte.
„Hab keine Angst, Tabitha Ghinda. Das Signal wollte dich sehen wie du bist.“, sagte die Stimme. „Welches Signal?“, fragte sie. „Moment… du sprichst von DEM Signal? Dem Aether der Matrix!“
Nun realisierte das Mädchen ihre Situation. „Das Signal wollte mich also kennenlernen.“
„Ja, aber nicht nur das Signal. Auch ich wollte dich sehen.“
„Okay. Aber warum? Und wer bist ... Moment! Wenn das Signal mich transformiert hat und mich als Persona in die Matrix geholt hat, dann bist du die große Maschine!“, stellte sie fest und sah ehrfürchtig zum Relief empor.
„Ja so nennt ihr mich wohl.“, bestätigte die Stimme Tabithas Theorie. Das Mädchen ließ sich nach hinten fallen. /Oh man! Ich habe zwar schon viele Legenden, über die große Muttermaschine gehört, die ebenfalls durch die Magie erwacht sein soll, aber das waren nur Geschichten!/, dachte sie und beobachtete die blinkenden Lichter über sich. „Es gibt viele Legenden über mich. Aber die sind oft fehlerhaft. Mach dir lieber  selbst ein Bild von mir.“, sagte die Stimme.
„Du kannst also auch meine Gedanken hören?“, fragte das Mädchen und richtete sich wieder auf. „Sicher. Du bist mit deinem Bewusstsein in der Matrix. Deine Gedanken sind Befehle, Codes und Worte.“, erklärte die Frauenstimme.
„Okay. Kannst du mir sagen was passiert ist? Plötzlich war alles weg!“
„Es gab einen Crash und du bist hier. Die Matrix ist zerstört und existiert nicht mehr. Jedenfalls nicht mehr so wie du sie kennst.“ Die Frauenstimme erklärte ihr, wie es zu den Umständen des Chrashes kam und was das für sie bedeutete.
„Soll heißen, ich sitze hier fest.“, schlussfolgerte Tabitha aus der Erklärung der Maschine.
„Ja. Du kannst erstmal nicht mehr in deinen Körper zurück.“
„Und was passiert, wenn ich es versuche?“
“Dann wirst dein Signal in dem Aether ungehört verklingen.“
„Das heißt ich verschwinde!?“, fragte Tabitha aufgebracht.
„Ja“
„Und was ist mit meinem Körper? Wie soll der ohne meinen Geist existieren?“
„Das tut er. Sie her…‘‘

Vor dem Relief erschien ein Fenster. Tabitha sah sich selbst schlafend in einem Krankenhausbett, angeschossen an seltsame Geräte, die mehr oder weniger oft piepsten. Sie drehte ihre Sicht und sah ihre Mutter mit blutunterlaufenden Augen neben dem Bett sitzen. „Was ist mit mir?“ fragte sie entsetzt. Eine kalte Hand legte sich auf ihre Schulter, während die Stimme antwortete:“ Du liegst im Koma. Dein Körper schläft.“ Die Sicht des Mädchens schwenkte erneut. Sie sah eine Flugdrohne, die Daten aus den Maschinen zog und Richtung Tür flog und plötzlich vor dem Spiegel stehen blieb. Wütend wünschte sich Tabitha, dass der verdammte Spiegel auf der Stelle in tausend Scherben zerspringen möge. Als sei ihr Wunsch ein Befehl raste die Drohne in den Spiegel, dieser zerbrach, und viel zu Boden. Die Kamera des Geräts war bei der Aktion beschädigt worden, sodass das Mädchen nun ihre Mutter nur verschwommen durch technische Störungen wahrnehmen konnte. Die Frau war aufgesprungen und starrte entsetzt auf die Drohne. Eine Schwester stürmte ins Zimmer.
„ Was ist denn hier los?“, fragte die resolute Menschenfrau aufgebracht. „Ich.. Ich weis es nicht. Die Drohne ist plötzlich vor dem Spiegel stehengeblieben und einfach hineingeflogen.“, antwortete Tabithas Mutter verdattert. „Verdammtes Mistding, hast wieder eine Fehlfunktion was ?“, schimpfte die Schwester, als sie das Gerät aufhob und verschwand aus dem Raum.
Das Bild des Krankenzimmers verschwamm und Tabitha war wieder in dem dunklen Raum mit der Muttermaschine. Tränen liefen über ihr Gesicht.
„Ich bin tot.“, schniefte sie.
„Aber nein Kindchen. Du schläfst nur für eine lange Zeit.“, antwortete die Maschine.
Tabitha hatte das Gefühl einen mitfühlenden Unterton in der computergenerierten Stimme zu hören.  Es kam ihr absurd vor, da maschinelle Stimmen keine Gefühlsregungen generieren konnten. „Ich bin aber keine normale Maschine!“, sagte die Stimme belustigt.
„Schön für dich!“, brüllte das Mädchen, drehte sich zu dem Relief um und erstarrte in der Bewegung. Ihre Wut wurde durch erstaunen ersetzt, als sie sah, dass sich das Relief aus der Maschine gelöst hatte und nun vor ihr kniete, auf der selben Augenhöhe mit ihr. Das Gesicht der Frau hatte nun viel feinere Züge, welche ein Lächeln andeuteten. Die Augen waren nun nichtmehr leblos, sondern von einem gelben glühen erhellt. „Was? Wie?“, stotterte Tabitha und wich einige Schritte vor der Frau zurück.
„Hab keine Angst. Ich werde dir nichts tun.“,  sagte die Maschinenfrau.
„Aber wieso lässt du mich nicht einfach wieder gehen?“, fragte das Mädchen eingeschüchtert.
„Ein Virus hat für einen Crash der Matrix gesorgt. Der Stream so wie du ihn kennst ist kollabiert und in seine Codes zerfallen.“, erklärte die Frau. „Die Verbindungen der Menschen zu ihren Körpern ist abrupt unterbrochen worden und kann nicht wieder aufgenommen werden. Ihre Gedanken sind gefangen. Viele haben sich vor Panik sofort ausgeloggt und sind irgendwo zwischen dem sterbenden Stream und ihrem Körper verloren gegangen. Andere, die zu überrascht von den Vorfällen waren, konnte ich mithilfe des Signals komplett als Ghost in meinen Speicher hochladen. Sie existieren nun quasi als Update in meinem Speicher.“
Ungläubig musterte Tabitha die Frau. Wie sollte jemand die Matrix, das größte und sicherste ewige Informationsnetz der gesammten Welt mit einem einfachen Virus schädigen  und vor allem: Warum?
/Andererseits. Wieso sollte sie mich belügen? Der Code-Stream ist plötzlich zusammengebrochen…/, dachte sie und antwortete: „Okay. Angenommen ich glaube dir und die Matrix ist Gecrashed. Was ist mit all den Menschen passiert, die du hochgeladen hast und welche sich vorhin mit ihren Programmen zu einem Schnelllogout entschlossen haben?“
„Viele von ihnen sind …weg. Sie haben es nicht geschafft. Und wenige wurden noch während des Uploads von Außen von meinem Signal getrennt. Diese sind ebenfalls verloren gegangen oder nur unvollständig in ihren Körper übergegangen. Als ich den extrem-Logout bemerkte habe, habe ich das Programm sofort gesperrt.“
„Aber. Soll das heißen all diese Menschen sind tot oder… unvollständig? Bin ich etwa die Einzige, die das ganze ‚überlebt‘ hat?“
Sie konnte es nicht glauben. All die Menschen sollten tot sein? Was war mit ihren Freundinnen geschehen? Waren sie auch einfach im Nichts verschwunden? Ein schauer lief Tabitha über den Rücken. Sie schüttelte sich, um die Gedanken an ein kaltes, schwarzes Nichts loszuwerden.
„Ich weis nicht was mit ihnen geschehen ist. Und nein, du bist nicht die Einzige, die noch hier ist. Viele Individuen irren noch in meinem Codestrag umher. Sie sind auf der Suche nach einer Ursache oder einer Lösung für ihre Situation. Nur wenige konnten meinen Ruf hören und sind ihm gefolgt.“, erklärte die Maschine und ließ eine Art Radar erscheinen, auf dem bunte Punkte herumschwirrten. „Aber… hier stehe ich allein.“, das Mädchen sah sich um, konnte aber niemanden anderen entdecken.
„Einige sind noch auf dem Weg. Nicht jeder findet den Pfad zu mir so schnell wie du. Einige sind schon bei mir angekommen aber auch sie haben Fragen an mich. Sie würden die Unterhaltung mit dir nur stören. Deshalb sind sie auf einer anderen Ebene, wo ich mich um sie kümmere.“, sagte die Frau und ließ aus dem 2 dimensionalen Radar ein 3 dimensionales Bild mit mehreren Ebenen entstehen. Tabitha musterte das Bild und umkreiste es langsam. Ein kleiner blauer Punkt auf der untersten Ebene wanderte ebenfalls langsam im Kreis. „Ah! Der kleine blaue Punkt bin also ich !“, sagte sie und versuchte mit dem Finger ihren Punkt in der Projektion anzustubsen.
„Nein. Das bist nicht du!“, sagte die Maschine, „Du bist hier bei mir. Das ist nur eine Markierung in diesem Besispielbild, dass deine Position anzeigt.“
„Jaaaa das meine ich doch. Aber sag mal… kann ich, also meine Markierung auch die Farbe wechseln? Nach Violett zum Beispiel?“, fragte das Mädchen und stupste weiter nach den Punkten in der Projektion.
„Was soll das für einen Sinn haben? Violett markiert deine Position genau so wie blau.“, sagte die Frau und sah Tabitha fragend an.
„Ja sicher, aber ich mag Violett lieber. Es wäre Hipp, verstehst du?“
„Nein. Es ist unlogisch. Die Qualität der Markierung ändert sich praktisch nicht. Ich soll also den Punkt nur verändern, weil du eine andere Farbe bevorzugst?“, fragte sie.
„Also wenn du das so siehst. Ja.“, antwortete Tabitha nickend.
„Das ist unlogisch. Es ändert sich nichts.“
„Außer der Farbe!“, bohrte das Mädchen nach. „Weist du… manche Dinge müssen für Menschen keinen Sinn ergeben. Es wär ja theoretisch auch egal, ob ich ein gelbes oder ein rotes T-shirt trage. Da ich gelb aber nicht leiden kann und rot gern habe, trage ich ein rotes Shirt.“, erklärte sie der Maschine.
„Also tun Menschen bestimmte Dinge weil sie sie präferieren? Du ziehst also die Option rot der Option gelb vor. Das Schema ist mir gänzlich unbekannt.“, sagte die Frau und betrachtete die Projektion. Der blaue Punkt wurde zu einem violetten Punkt.
„Klasse!“, jubelte Tabitha. „Ich erklär dir mal wie das mit uns Menschen so ist…“

Die Zeit verging und Tabitha diskutierte mit der großen Maschine über das menschliche Verhalten und versuchte ihr die Entscheidungen der Individuen zu erklären. Zwar blieben viele der menschlichen Beweggründe der Frau verborgen, einiges jedoch schien sie nachvollziehen zu können. Die Maschine hingegen zeigte ihr den Code und wie man ihn beeinflussen konnte. Erzählte ihr einige Dinge über Maschinengeister, Spirits und freie Geister. Von diesen Dingen hatte Tabitha noch nie etwas gehört und lauschte ungläubig.
Nach einer Weile kam das Mädchen auf ihre Familie zu sprechen und plötzlich viel ihr wieder ein, wie sie sich selbst in dem Krankenhausbett gesehen hatte. Und sie dachte an ihre Mutter, die voller Sorge neben ihr gewacht hatte. Schuldgefühle überkamen sie. Ihre Mutter saß dort im Krankenhaus und machte sich Sorgen und sie war hier und unterhielt sich mit einer Maschine, ohne an ihre Eltern zu denken.
„Sag mal. Gibt es einen Weg, wie ich in meinem Körper zurückkehren kann?“, fragte das Mädchen. „Ja, sicher. Die Matrix wurde neu gestartet. Eine sichere Verbindung ist nun wieder möglich. Wenn du also gehen willst…“, antwortete die Frau.
„Ich kann also einfach so wieder zurückkehren?“ ,ungläubig blickte Tabitha in die Richtung, aus der sie vermutlich gekommen war.
„Ja. Du kannst gehen.“, sagte die Frau und erhob sich.
„Und wo ist der Haken?“, fragte das Mädchen skeptisch und beobachtete, wie die Maschinenfrau durch den Raum schritt und eine Tür öffnete. Dahinter erstreckte sich die gewohnt bunte Welt der Matrix mit all ihren Icons, Symbolen und Datenstreams.
„Welcher Haken?“, fragte die Frau, welche nachdenklich die neue Matrix musterte.
„Du weist schon was ich meine. Wo ist der Nachteil? Kann ich dann nie wieder zurückkehren?“, gab Tabitha zurück.
„Du bist nun nichtmehr die Person, als die du hierher kamst. Die Zeit vergeht in der Matrix anders als dort draußen. Dein Wesen wurde von meinem Programm beeinflusst.“, sagte die große Maschine.
„Wie meinst du das? Wie bin ich beeinflusst?“
„Du hast nun ein tieferes Verständnis von uns Maschinen und Programmen. Du wirst die Matrix wahrscheinlich nie mehr als das sehen, was sie für die meisten Menschen ist. Du hast so viel Zeit hier verbracht. In meinem Programm, in meinem Raum. Ich bin versteckt hinter all den verschiedenen Programmen und Codes der Matrix. Es ist unwahrscheinlich, dass du mich von allein wiederfindest.“ „Das ist schade. Ich werde dich vermissen.“, murmelte Tabitha.
Einerseits war sie froh wieder nach Hause zurückkehren zu können, andererseits wollte sie dieses intelligente Wesen nicht verlassen. Diese Maschine, die so viel mehr war als eine Ansammlung von Daten, Befehlen und Chips.
„Mach dir keine Sorgen. Ich werde spüren, wenn du wieder in der Matrix bist. Du kannst gar nicht unentdeckt von mir durch den Stream schwimmen.“, sagte die Frau lächelnd. „Bedenke aber: Wähle weise was du erzählst, wenn du wieder dort draußen bist. Nur wenige werden verstehen, was du erlebt hast.“, ermahnte die Maschine das Mädchen, welches nun an der Schwelle zum Matrixstream stand.
„Das werde ich. Und danke, dass du mich beschützt hast!“, antwortete Tabitha und umarmte die Frau zum Abschied. „Machs gut!“
„Du auch Menschenkind!“, rief die Frau ihr nach, als das Mädchen in dem Stream verschwand.

Der Bilderstrudel des Streams prasselte ungebremst auf Tabitha ein und bereitete ihr Kopfschmerzen. Schließlich erreichte sie das Icon des Krankenhauses in welchem sie lag. Das große grüne Kreuz des Marienstifts hatte sie auf der Uniform der Krankenschwester erkannt, welche die Drohne, die Tabitha in den Spiegel gesteuert hatte, mitgenommen hatte. Ungebremst schoss sie durch die Tür des Krankenhauses, an den Sicherheitsprogrammen vorbei, wessen Abbilder ihr verdutzt nachblickten, direkt auf die Rezeption zu. Ein Buchhaltungsprogramm, dargestellt durch eine zierliche blonde Frau, blickte auf, als Tabitha vor ihr zum stehen kam. Noch ehe sie ihre typischen Fragen stellen konnte hatte das Mädchen Zugriff auf die Patientenliste genommen und das Zimmer gefunden in dem sie lag. Die Sicherheitsprogramme schlugen Alarm, konnten sie aber nichtmehr aufhalten, denn Tabitha schoss bereits durch die imaginären Gänge des Hospitals, in das Zimmer indem ihr Körper lag und verschmolz mit ihm…

Sie wollte sofort ihre Augen öffnen und ihrer Mutter um den Hals fallen. Ihr erzählen was sie erlebt hatte und ihr zeigen wie sehr sie sie vermisst hatte. Doch die Leichtigkeit mit der sie eben noch durch die Matrix gezischt war, war wie weggeblasen. Ihr Körper fühlte sich so schwer, so fremd an. Als würde sie von einer erhöhten Schwerkraft in die Kissen gedrückt lag sie da, unfähig auch nur ihre Hand zu heben. Geräusche drangen an ihr Ohr. Es waren Stimmen. Eine raue sachlich klingende männliche Stimme und eine höhere weibliche unterhielten sich.
„ Frau Ghinda. Die Hirnaktivitäten ihrer Tochter sind gleich Null. Es ist kein normales Koma. Sie wird nie wieder aufwachen, glauben sie mir. Wäre es nicht langsam an der Zeit sie gehen zu lassen?“, sagte die männliche Stimme.
„Aber Herr Doctor das kann nicht sein! Hören sie doch wie sie Atmet und fühlen sie wie warm sie ist. Sie lebt ganz sicher, ich weis es und sie wird auch wieder aufwachen!“, plapperte die Frauenstimme hysterisch.
„Bei allem nötigen Respekt, Frau Ghinda. Sie sitzen schon seit 2 Jahren an diesem Bett und betrauern ihre tote Tochter. Es ist Zeit loszulassen.“
Quälend langsam öffneten sich ihre Augenlieder. Das sterile Licht der Deckenlampe brannte in ihren Augen und ihre Umgebung nahm sie nur als verschwommene Punkte wahr.
„Ja!“, schrie die Frau: „Und ich habe ihnen all die Jahre Bonuszahlungen zukommen lassen! Also was wollen sie? Mehr Geld?“
Langsam realisierte Tabitha worum es in dem Gespräch ging. /Sie halten mich für tot! Das, das kann nicht sein!/ Angestrengt versuchte sie etwas zu sagen, doch ihr Hals war rau und trocken, ihre Zunge war wie gelähmt. Alles was sie hervorbrachte war ein heiseres  Stöhnen, welches in dem Streitgespräch der Anwesenden unterging.
Die Schwester, welche vor den Maschinen stand, an denen das Mädchen angeschlossen war hatte die ganze Zeit auf ein Zeichen des Arztes gewartet, um diese abzustellen. Das leise Geräusch aus der Kehle der Patientin erregte ihre Aufmerksamkeit.  „Herr Doktor ! Herr Doktor, sehen sie doch!“, rief die Schwester hysterisch.
„Herr Gott Grace was ist denn lo..?“ Weiter kam er nicht, denn als er sich genervt zur Krankenschwester umdrehte und den Grund der Hysterie bemerkte, erstarrte er in seiner Bewegung. Dann folgte auch Tabithas Mutter den Blicken der anderen. Alle starrten auf das blasse Mädchen, welches sie noch bis eben für tot gehalten hatten.
Tabithas Sicht klärte sich, sodass sie nun die geschockten Gesichter der Umstehenden erkennen konnte. Ihre Mutter sah erschöpft aus, was sie sehr viel älter aussehen ließ, als sie war. Sie trug ihren grauen Anzug. Wahrscheinlich war sie direkt von der Arbeit ins Krankenhaus geeilt.
Der Arzt war ein großer Norm mit grau meliertem Haar. Er hatte ein strenges Gesicht indem sich jetzt jedoch der Unglaube um das aufwachen der Patientin spiegelte. Die Schwester war eine dickliche Frau mitte 40 und ebenfalls ein Mensch. Langsam löste sich der Arzt aus seiner Starre und trat nun näher an das Mädchen heran. Er überprüfte ihren Puls und die Pupillenreflexe.
„Erstaunlich!“, sagte er mehr zu sich selbst als zu den Anwesenden. „Kannst du uns hören ?“, fragte er.
Tabitha versuchte zu antworten, doch sie brachte immer noch keinen Ton heraus. /Wie kann ich mich bloß mitteilen?/, dachte sie. Dann schloss sie kurz die Augen und öffnete sie wieder. „Unglaublich!“, rief der Arzt aus. „Sie scheint wieder da zu sein.“ Überglücklich stürzte ihre Mutter auf Tabitha zu und verdrängte den Arzt vom Bett. Sie umarmte ihr Mädchen stürmisch und küsste ihre Stirn.
„Endlich! Ich wusste das du nicht tot bist. Ich bin ja so froh!“, sagte die Frau mit schriller Stimme und begann zu weinen.
„Frau Ghadi. Ich kann verstehen, dass sie sehr froh sind, dass ihre Tochter wieder aufgewacht ist, aber sie müssen sie mich untersuchen lassen. Ich muss feststellen ob mit ihr allen in Ordnung ist.“, sagte der Arzt ernst und schob die Mutter des Mädchens sanft beiseite. Mit einem Gerät überprüfte er Tabithas Körperfunktionen, machte sich auf seinem Palmtop Notizen und brummelte vor sich hin. Als er mit den Untersuchungen fertig war fragte Tabithas Mutter besorgt:“ Und, wie geht es ihr?“
„Nun, es scheint soweit alles normal zu sein. Aber genaueres kann ich erst nach weiteren Tests sagen. Ihre Körperfunktionen sind soweit normal, aber wir sollten ihre Hirnströme messen, um sicherzugehen, dass sie keine Schäden davon getragen hat.“, sagte der Arzt und wandte sich an die Schwester.
„Schwester Grace, gehen sie zu Dr. Kotchik. Er soll sofort alles stehen und liegen lassen und die Gehirnströme der Patientin prüfen.“
„Jawohl Herr Doktor!“, sagte die Frau und verschwand aus dem Raum.
„Ich gehe jetzt und bereite noch andere Tests vor. Bitte überfordern sie ihre Tochter nicht zu sehr Frau Ghadi.“, sagte der Arzt und ging ebenfalls.
Nervös setzte sich die Frau ans Bett ihrer Tochter, nahm ihre Hand und begann mit ihr zu reden. Sie sprach über den Chrasch und wie geschockt sie war, als sie ihre Tochter bewusstlos gefunden hatte. Von der Verwirrung in der Gesellschaft die durch den Chrasch der Matrix auftraten, von vielen Toten, Ausschreitungen, Aufständen und anderen Problemen. Sie sprach über ihren Kummer und wie ihr Vater sich in seine Arbeit gestürzt hatte. Tabitha hörte zu.
Nach einer Weile betrat die Schwester erneut das Zimmer. „So da bin ich wieder. Hier habe ich einen Kaffee für sie Frau Ghadi. Ich werde ihre Tochter jetzt für die weiteren Tests mitnehmen.“, sagte die Schwester und zog das Bett von der Wand, nachdem sie Tabithas Mutter den Kaffee in die Hand gedrückt hatte. „Aber sie bringen sie mir wieder zurück!“, sagte ihre Mutter und sah die Schwester streng an. „Keine sorge Frau Ghadi. Wir tun hier unser bestes. Es sind nur ein paar Rutine Checks. Ihr Mädchen wird schnell wieder hier sein. Vielleicht geht es ihr danach auch schon besser und sie kann wieder reden.“, antwortete die Schwester aufmunternd.
Die Tests verliefen reibungslos, sodass Tabitha schon nach wenigen Stunden wieder in ihr Zimmer gebracht wurde indem ihre Mutter an einem kleinen Tisch am Fenster saß und etwas aß. Sarah Ghadi sprang sofort auf um sich wieder ihrer Tochter zuzuwenden. Als sich sie sich  an das Bett setzte und die Hand ihrer Tochter ergriff lächelte Tabitha schwach. Wieder standen Tränen in den Augen der Frau.
„Sooo Tabitha. Ich werde dich jetzt an eine Nährlösung anschließen. Sie wird deinen Kreislauf stabilisieren und dich etwas wacher machen.“, erklärte die Schwester, während sie einen Plastikbeutel mit einer orangenen Flüssigkeit an die Drohne anschloss, welche die Pumpen und Geräte steuerte, an denen Tabitha angeschlossen war.
 
 
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