Liebe kann tödlich sein

von Aryasana
GeschichteRomanze / P18
Mäx
20.06.2011
22.09.2011
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Die blonde, 20-Jährige mit den blauen Augen betrat mit langsamen Schritten den Hörsaal der Musikhochschule. Sie war erst vor kurzem wieder nach Deutschland gezogen, hatte 13 Jahre in England - der Heimat ihrer Mutter - gelebt. Nun war sie wieder hier in Deutschland, um an die Musikhochschule zu gehen. Sie grinste, als sie sah, wie die gut 20 Studenten die Einrichtung des Saals als Musikinstrumente benutzten und ein, so wie es schien, selbst geschriebenes Lied sangen. Sie lachten, es machte ihnen wirklich Spaß, das sah man. Doch als Skye den Raum betrat, verstummten alle, sahen sie an. "Hey. Singt ruhig weiter.", lachte sie leise, unbehaglich. Sie hatte es noch nie leiden können, wenn sie im Mittelpunkt stand.
Sofort eilte der Lehrer zu ihr, erledigte den ganzen Papierkram und die Vorstellung hielt er knapp. Das machte ihn gerade sympathisch. „So, Skye, dann setzen Sie sich doch bitte neben Max...“ „Mäx.“, fiel Besagter ihm lachend ins Wort, der Lehrer schmunzelte. „Setzen Sie doch bitte neben Mäx.“
Die Blonde nickte und ließ sich dann neben besagten jungen Mann nieder. "Hey.", lächelte sie ihn an, sie hatte einen leichten englischen Akzent in der Stimme.
Mäx gefiel sie jetzt schon, zumindest schien sie nett zu sein. „Hey, Skye.“, hauchte er und grinste sie an. „Du bist also die Neue, die alle so heiß ersehnt erwartet haben.“
Sie riss erschrocken die Augen auf. Sie hatten WAS?! "Oh... äähm, ja. Die bin ich wohl." Sie lief rot an.
„Du musst nicht rot werden, obwohl es dir steht.“, sagte er und begann mit seinem Stift zu spielen, hatte aber immer nur sie im Blick.
Prompt lief sie noch röter an. Das fing ja schon gut an. Sie räusperte sich und strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht, sah ihm dann erst mal in die Augen. Blaue Augen. Hell blaue. "Und du heißt Mäx, richtig? Ist das ein... wie sagt man auf Deutsch?" Sie überlegte kurz, ihr fiel das Wort aber nicht ein. "Nickname?", fragte sie dann auf Englisch. Ja, 13 Jahre England hatten geprägt, obwohl ihr Vater Deutscher war und sie zweisprachig aufgewachsen war.
„Spitzname.“, verbesserte er sie lächelnd. „Ja. Ich hasse meinen richtigen Namen. Aber deiner ist schön. Skye.. wenn ich das mit deinen blauen Augen verbinde, das ist als würde ich an einer Klippe stehen, auf das blaue Wasser hinunter sehen mit einem strahlend blauen Himmel.“
Sie blinzelte ungläubig. Hatte er ihr gerade ein Kompliment gemacht? "D... danke. Darf ich fragen, wie dein richtiger Name lautet?"
Er zog eine Grimasse, lächelte aber dabei immer noch. „Naja... ich verrate ihn nicht gerne, weißt du. Nenn mich einfach Mäx, dann ist die Welt in Ordnung.“
Sie lachte leise, verschränkte ihre Arme auf dem Tisch und legte dann ihren Kopf auf diese, sah ihn an. "Okay. Du spielst doch sicherlich ein Instrument.", stellte sie dann fest. "Welches, wenn ich fragen darf?"
„Gitarre.“, antwortete er und tat es ihr gleich. „Und du?“
"Gitarre und Klavier.", lächelte sie.
„Wow...“, hauchte er fasziniert.
"Das ist nicht 'wow', das ist einfach nur Langeweile und Spaß am Üben.", lachte sie leise. "Ich hab in England nicht wirklich viele Freunde gehabt, reine Mädchenschule und da waren alle nur so Zicken." Sie schauderte.
Er zog eine Grimasse.  „Das ist nicht schön. Aber hey, hier an der Schule bist du richtig. Hier sind alle so wie ich. Okay, nicht ganz, aber so zu zehn Prozent.“, lachte er schließlich.
"Wie bist du denn?", fragte sie. "Ich meine, was dich an Eigenschaften ausmacht?"
„Ich bin eben ein Mäx. Lustig, chaotisch und absolut liebenswert.“, grinste er, ehe er sich mit einer Hand über sein Gesicht strich. „Und wuuuunderschön.“
"Und eingebildet." Sie lachte. "Aber ein hübsches Kerlchen bist du wirklich."
„Oh, danke. Du bist auch wirklich eine wahre Augenweide.“ Er zwinkerte ihr zu.
"Bin ich nicht.", nuschelte sie, lief leicht rot an. Ein Räuspern des Dozentens unterbrach das Gequatsche und Gesinge der Studenten. Skyes Blick wanderte nach vorne.
„Und ob du das bist.“, hauchte er ihr ins Ohr, wandte sich dann leise lachend dem Dozenten zu.
Sie warf einen kurzen Blick zu ihm. Ja, sie hatte es schon jetzt im Gefühl, dass das eine wirklich gute Freundschaft werden würde. Sie kramte ihren Collageblock raus und einen Kuli und schrieb etwas auf einen Zettel. 'Hast du nach der Vorlesung mal Zeit und Lust, mir ein bisschen die Stadt zu zeigen? Ich würd mich freuen.' Dann schob sie Mäx den Zettel zu.
'Gerne doch. Wenn du möchtest können wir auch direkt was essen gehen. Ich hab Hunger', schrieb er zurück.
'Können wir machen. Ich hab auch Hunger. Ich brauch mal wieder deutsches Essen.' Sie grinste, verkniff sich ein Lachen, als sie es zurück schrieb.
'Wenn du möchtest, dann kann ich dich auch mal irgendwann bekochen. Ich kann wirklich kochen. Aber natürlich nur wenn du schwarzes und in Flammen stehendes magst.'
Sie biss sich auf die Lippen, um nicht zu lachen. 'Okay. Lass uns doch mal zusammen kochen? Oder wir machen es so, dass du für mich typisch Deutsch kochst und ich für dich typisch Englisch?'
Er leckte sich über seine Lippen, grinste danach wieder. 'Yummy, da bekomm ich direkt Hunger.'
Sie lachte leise, konnte es einfach nicht mehr zurückhalten. Sofort wurde sie vom Dozenten angefahren, natürlich auf eine sanfte Art. "Sorry.", lächelte sie, schnappte sich dann wieder den Zettel. 'Okay. Das ist ein Deal, oder? Aber das machen wir mal ein andern mal. Heute heißt es einfach irgendwo essen gehen. Du suchst aus. Du bist der alte Hase hier.'
Mäx lachte leise und schrieb zurück: 'Ist gebongt. Aber wir sollten lieber aufpassen, so leid es mir auch tut. Und.. P.S.: Der Lehrer steht hinter dir.'
Skye schluckte, legte den Kopf in den Nacken und sah zum Lehrer hoch. "Sorry. Ich..." "Kaum einen Tag hier, schon dabei meine Schüler abzulenken?!", fragte dieser, sah sie mit zusammen gezogenen Augenbrauen an. "Sorry, Mister.", murmelte sie. "I'm quiet now. Oh... Ich meine, ich bin jetzt ruhig.", verbesserte sie sich schnell.
„Ich will es auch meinen.“, antwortete er. „Aber, hey, Mister, sie ist neu, da ist es doch verständlich, dass man mal so einiges wissen will, oder?“, mischte sich Mäx ein und grinste breit. „Schaun sie mal. Wenn Sie noch in unserem Alter wären, noch volles Haar hätten, keine Brille bräuchten und gerade die Zahnspange bekommen hätten, da hätten Sie sich doch auch gefreut, wenn am ersten Tag der neuen Schule jemand mit Ihnen reden wollen würde. Also, belassen sie es doch bei so einer kleinen Warnung, denn morgen sieht die Welt schon ganz anders aus, oder?“
Skye biss sich auf die Unterlippe, um nicht los zu lachen. Der Lehrer sah Mäx strafend an, sagte aber nichts weiter dazu, machte mit seinem Unterricht weiter.
Mäx zwinkerte ihr noch einmal zu, ehe er sich schließlich auch auf den Unterricht konzentrierte.


Nach der Vorlesung trat Skye nach draußen und ließ sich erst einmal die Sonne aufs Gesicht scheinen. Als sie sich dann wieder umdrehte, prallte sie gegen eine Wand, eine weiche Wand. Sie krallte sich an irgendetwas fest - ein Shirt, wie es schien - und sah dann hoch. "Oh... hey, Mäx. Sorry. Das wollte ich nicht.", nuschelte sie, ließ ihn schnell los und strich sein Shirt wieder glatt. PEINLICH!
„Ist doch nicht schlimm.“, lachte er und winkte ab, sah ihr dabei tief in ihre Augen. „Hach, deine Augen verzaubern mich jetzt schon.“
Sie lächelte verlegen, spielte mit einer ihrer Haarsträhnen. "You make me blush.", quengelte sie leise.
„Sinn der Sache.“, hauchte er ihr ins Ohr, nachdem er sich vorgebeugt hatte.
Sie schauderte, schüttelte schnell ihren Kopf. Hui, da flog der Verstand doch fast davon. "Gehen wir denn Essen?", fragte sie dann. Schnell ablenken! Ja, Ablenkung war gut. Sehr gut.
„Klar, gerne.“ Er schnappte sich ihren Arm und führte sie zu seinem Auto. Währenddessen erzählte er ihr munter irgendwelche Storys aus seinem Leben.
Der Kerl hatte was, wirklich. Sie sah sich sein Auto an. "Schick schick.", grinste sie.
„Dankeschön.“ Er öffnete ihr die Autotür und schloss sie hinter ihr. Erst dann setzte er sich selbst, startete das Auto und fuhr los.
Sie sah aus dem Fenster, in dem sich Mäx spiegelte. Noch nie hatte sie jemanden getroffen, mit dem sie sich auf Anhieb so gut verstand, wie mit ihm. In England war sie immer 'The half one' gewesen. Nur weil sie halb Deutsch, halb Englisch war. Sie seufzte leise. Hier wurde es anders, das spürte sie, das hoffte sie.
„Erzähl mir doch ein bisschen was über dich.“, meinte er nach kurzer Zeit und sah sie aus den Augenwinkeln an.
"Was willst du denn wissen?", fragte sie grinsend zurück.
„Hm.. vieles. Zum Beispiel, wie dein Alltag so aussieht, was deine Hobbys sind..“
"Meine Hobbys. Hm... Ich liebes es, Gitarre und Klavier zu spielen und zu singen. Und ich schreibe gerne eigene Songtexte. Sowieso ist Musik eins meiner großen Hobbys. Und natürlich liebe ich es, mit meinen Freunden unterwegs zu sein." Sie grinste ihn an. "Und um den Steckbrief zu vervollständigen: Ich heiße Skye Carter, bin 20 Jahre alt und halb Deutsch, halb Englisch. Ich hab 13 Jahre in England gelebt und bin jetzt froh, wieder in Deutschland zu sein." Sie lachte leise. "Und mein Alltag ist eigentlich ganz normal. Wie bei jedem anderen auch. Wie siehts bei dir aus?"
„Ach, das meiste hab ich dir doch schon erzählt.. außerdem ist mein Leben nicht wirklich etwas besonderes. Außer der Abschnitt mit den KiPis.“
"Welches Leben ist denn schon etwas besonderes? Ich glaube, ein Leben ist nur etwas besonderes, wenn man etwas daraus macht. Und das hast du auf jeden Fall. Und wenn ich etwas gestehen darf: Ich höre eure Musik verdammt gerne. Mein Vater hat mir mal euer erstes Album mit gebracht aus Deutschland. Seitdem hab ich mir jedes Lied von euch runtergeladen." Sie grinste verlegen. Warum erzählte sie ihm das?! Das war doch peinlich!
Er schmunzelte. „Danke. Es freut mich immer wieder zu hören, dass wir Menschen mit unserer Musik begeistern.“
"Das tut ihr. Eure Texte... und einfach die Melodien. Ein Traum für jeden Musiker. Vor allem hab ich zwei Lieder, die ich rauf und runter höre, sie auswendig singen und auch auf Gitarre und Klavier spielen kann. Ich will Gerechtigkeit und Am Meer. Die Lieder, die du hauptsächlich singst. War doch so oder?" Besser schnell dieser Frage hinter bevor es sich so anhörte, als wüsste sie so ziemlich alles über die KiPi's... vor allem über ihn.
„Richtig, die singe ich. Wenn du magst können wir mal zusammen singen. Aber andere Lieder.. ich bin nicht so der Fan von meinen Liedern, dass ich sie in der Freizeit spiele. Es sei denn du würdest es wollen.“ Er sah sie fragend an.
"Nein, es müssen nicht unbedingt die Lieder sein." Sie lachte leise. "Aber gegen Singen hab ich nichts."
„Perfekt.“ Er parkte in einer freien Parklücke vor einem Restaurant.

„Nicht wundern, es sieht ziemlich klein und unbedeutend aus, aber dort gibt es das beste Essen und die nettesten Menschen.“
"Mich wundert seit England gar nichts mehr. Pommes mit Öl und Essig. Da kann es überall nur besser schmecken." Sie lachte leise und stieg aus.
Er tat es ihr gleich, lief dann vor ihr und öffnete ihr Gentleman-like die Tür. „Ladies first.“
"Gentleman. I like it." Sie konnte nicht anders, als ihm einen kurzen Kuss auf die Wange zu hauchen, dann betrat sie das Restaurant.
Sie ließen sich an einen Tisch bringen, bestellten direkt Getränke, als sie die Karten bekamen.
"Was ist eigentlich typisch deutsche Küche, Mäx?", fragte sie irgendwann, runzelte die Stirn.
Er nannte ihr ein paar Gerichte, grinste dann. „Mir gefällt dein englischer Akzent.“
"Thanks.", lächelte sie. "It's typical for me, you know." Sie merkte nicht, wenn sie Englisch sprach.
Er knurrte leise. „Das klingt sexy.“ Ehe sie darauf antworten konnte, kam der Kellner und brachte die Getränke. Beide bestellten etwas zu essen, Mäx grinste die ganze Zeit über.
Skye musste die ganze Zeit über seine letzten Worte nachdenken. Es klang sexy, wenn sie Englisch sprach? Für sie hörte es sich ganz normal an.
„An was denkst du?“, fragte er und musterte sie.
Sie schreckte aus ihren Gedanken. "Ich? Ich hab nur darüber nachgedacht, was du gerade gesagt hast. Hört es sich wirklich so sexy an, wenn ich Englisch spreche?", antwortete sie leise, verlegen.
„Du glaubst nicht wie sexy.“, antwortete er ehrlich, zwinkerte ihr erneut zu.
Sie zog scharf die Luft ein. "Gosh, ich bin das nicht gewöhnt, dass man mir sowas sagt. Aber... danke."
„Ich glaube, daran wirst du dich gewöhnen müssen, Skye. Ich bin in solchen Sachen immer ehrlich und direkt.“
"Ich merks." Sie grinste. Ja, das würde eine gute Freundschaft werden. So viel stand fest.
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