Arten der Entspannung

von Jari
GeschichteAllgemein / P16 Slash
Quen Trenton "Trent" Aloysius Kalamack
19.06.2011
23.04.2014
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Hallöle Leser (wenn sich hierher jemand verirrt ^^)!

Diese Geschichte ist das Resultat einer schlaflosen Nacht mit zu viel Schokolade im Blut, zu lauter Musik im Ohr und Sturmrauschen vor meinen Fenstern (wie meistens also, wenn ich auf dumme Ideen komme *g*). Nur als kleine Spielerei für Zwischendurch gedacht – die anderen Geschichten sind nicht vergessen.

Ach ja, ich bin übrigens grooooßer Rachel/Trent-Anhänger – was nicht heißt, daß ich mich hier nicht mal anders austoben kann *hust* Die Geschichte ist übrigens nicht als beendet markiert, da ich noch ein bis zwei Ideen für Fortsetzungen habe ...

Das Betalesen hat übrigens mehr Spaß als das Schreiben gemacht – wer meine Beta kennt, weiß was ich meine ;)

LG, Jari

Arten der Entspannung


Noch bevor die schwere Holztür hinter ihm in das Schloß gefallen war, hatte Trenton Kalamack zwei Finger unter seine Krawatte geschoben und diese gelockert. Während der Schritte zu seinem Schreibtisch verschwand das gute Stück aus dunkelgrüner Seide von seinem Hals und landete auf dem Boden. Das war etwas, das Trenton unter normalen Umständen nie getan hätte, aber die Verhandlungen mit RUNE Enterprises Inc. Waren nicht mit gewöhnlichen Verhandlungen zu vergleichen. Sie hatten ihre Geschäftsgespräche für eine Stunde unterbrochen, da sie nicht vorwärts kamen. Die Herren Benson und Hodgins hatten ihre Forderungen nicht reduzieren und Trenton nicht den geforderten Preis zahlen wollen. Es war nicht so, daß er den Auftrag unbedingt brauchte. Es war der erste Auftrag, den er allein abschließen würde, und er wollte ihn, doch nicht um jeden Preis.

Trenton ließ sich in seinen Schreibtischsessel fallen. Das Gefühl des weichen Leders an seinem Rücken ließ ihn wohlig aufseufzen. Seit dem frühen Morgengrauen hatte er auf einem harten, viel zu kleinen Stuhl sitzen müssen. Verantwortlich machen konnte er dafür nur sich selbst, denn er hatte bewußt dafür gesorgt, daß das Interieur des Verhandlungsraums zweckmäßig, kalt und zuweilen auch unbequem war. Ganz im Gegenteil zu seinen persönlichen Gemächern, die mit ihren edlen Hölzern und warmen Farben seinem Geschmack entsprachen.

Trenton lehnte sich soweit vor, daß er mit den Fingerspitzen an die unterste Schublade des Schreibtisches kam und öffnete diese. Dort befanden sich seine geliebten Ahornsirupbonbons. Er mochte nicht nur den Geschmack der Süßigkeit, sondern auch, daß ihre Farben so vielseitig wie die von Herbstblättern waren. Von blassem Zitronengelb bis hin zu dunklem Bernstein gab es die verschiedensten Nuancen. Er wählte ein Exemplar und steckte es sich in den Mund. Augenblicklich breitete sich der süße, aromatische, leichte Karamellgeschmack auf seiner Zunge aus, der Trent an Wälder denken ließ. Kanadische Wälder, Mondscheinritte durch aufwirbelnde Blätter und somit genau das, was er nicht brauchte. Bei RUNE handelte es sich um eine kanadische Firma und er hatte seinem Pressesprecher Jonathan versprochen, während der Pause nicht an diese zu denken und sich zu entspannen. Er spuckte das Bonbon in ein Taschentuch und warf dieses in den Papierkorb.

Das bewegte Bild, das Trenton vorgaukelte nach Draußen zu schauen und sich nicht unter der Erde zu befinden, frustrierte ihn noch mehr. Langbeinige Jährlinge spielten dort auf einer Wiese. Trenton seufzte. Ein Ritt wäre genau das, was er jetzt bräuchte. Kühle, frische Luft. Wind in seinen Haaren und die Illusion von Freiheit, die er so nur auf einem Pferderücken finden konnte. Seine Hand schlug auf den Knopf, der für die Steuerung des Bildes zuständig war. Zurück blieb Schwärze.

Der Anblick des im Büro befindlichen Aquariums ging Trenton bereits nach wenigen Minuten auf die Nerven. Die Fische waren zu bunt, zu lustig, und das Plätschern der eingebauten Wasserpumpe zu laut. Es war zum Verrücktwerden. Ein stechender Schmerz breitete sich hinter Trentons Stirn aus und ließ bunte Lichtpunkte vor seinen Augen tanzen. Das hatte ihm gerade noch gefehlt – Kopfschmerzen! Trenton atmete tief durch, lehnte sich zurück und schloß die Augen.

„Sa’han?“

Nur ein Wort. Dennoch konnte Trenton deutlich die darin mitschwingende Sorge erkennen. Er öffnete die Augen. Vor ihm stand sein Sicherheitsbeauftragter Quen und musterte seinen Boss aus zusammen gekniffenen dunklen Augen. „Wie lange habe ich geschlafen?“

„Vielleicht zehn Minuten.“

Trenton gähnte. „Nur zehn? Mir kommt es vor wie eine Ewigkeit.“ Er reckte sich. Irgend etwas in seinem Rücken knackte.

„Soll ich Samantha rufen, damit sie euch massiert?“

„Nein! Ich möchte niemanden sehen.“

Quen wandte sich zum Gehen.

„So war das nicht gemeint. Und die Idee mit der Massage ist gut. Könntest nicht du ...“ Immer schneller rutschten die Wörter aus Trentons Mund. Der junge Elf fand, er hörte sich an wie ein Kleinkind, das darum bettelte noch eine halbe Stunde länger aufbleiben zu dürfen. „... mich massieren?“

Zu Trentons grenzenloser Überraschung nickte Quen. „Das kann ich machen, Sa’han. Auch wenn meine Begabungen auf diesem Gebiet eher gering sind.“ Mit stoischer Gelassenheit und einem Gesichtsausdruck, den Trenton beim besten Willen nicht zu deuten vermochte, stellte er sich hinter den Sessel seines Bosses. „Ihr solltet Euch ein wenig nach vorne beugen.“

Um Quens Aufforderung nachzukommen und um es sich bequemer zu machen, rutschte Trenton ein Stück nach vorne und ließ den Oberkörper hängen. Dabei geriet sein feines Haar in Unordnung und entblößte seine Ohren. Automatisch wanderte seine rechte Hand nach oben, um das Haar wieder in Position zu bringen.

„Nicht.“ Quen griff nach Trentons Hand und hielt diese fest. „Du solltet es nicht nötig haben, dein wahres Selbst zu verstecken, wenn keine Fremden anwesend sind.“

Vorsichtig ließ Trenton die Hand sinken. Die Bewegung, mit der er sein Haar zurückstrich und seine elfischen Ohren zu verbergen versuchte, war ihm so in Fleisch und Blut übergegangen, daß es ihm richtiggehend schwer fiel, diese nicht auszuführen.

Offenbar hatte Quen das Gefühl noch etwas sagen zu müssen. „Sie sind wunderschön. Verzeihung. Es steht mir nicht zu, solch’ eine Bemerkung zu machen, Sa’ ...“

„Trent!“ unterbrach der Angesprochene.

„Bitte?“ Quen wirkte erschüttert. Seine gesamte Haltung drückte Unzufriedenheit aus. Von der Angespanntheit in seinen fest auf dem Boden verankerten Beinen bis hin zu den vor der Brust verschränkten Armen und dem störrisch vorgereckten Kinn.

„Nenn mich Trent. Bitte.“

„Wie du wünschst, ... Trenton.“ Quens Stimme war so rauh wie seine pockennarbige Haut. „Auch wenn ich der Ansicht bin, daß wir diese Grenze nicht überschreiten sollten.“

Der jüngere Mann schluckte schwer. Er hatte nie bemerkt, wie sexy Quen klingen konnte. Dazu kam, der leichte Geruch des Mannes nach Wiese, überlagert von seinem Eau de Toilette. Wann war ihm Quen das letzte mal so nahe gekommen? Für gewöhnlich berührte dieser Trenton nur um ihn aus Gefahrenzonen herauszustoßen oder um ihn festzuhalten, um nicht in eine solche zu laufen. Wirklich nebeneinander gesessen oder sich aus Freundschaft berührt hatten sie sich zuletzt zu Trentons College-Zeiten.

Quens Hände lagen fest auf Trentons Schultern. Bewegten sich langsam. Fanden Verspannungen und lösten. Wie es wohl wäre, Quens Hände an ganz anderen Stellen zu spüren? Der Gedanke erschreckte und erregte Trenton gleichermaßen. Er versuchte, sich auf Bilanzen, Papiere und Geschäftstermine zu konzentrieren. Nichts half.

„Wie ich sehe, bedürfen nicht nur deine Schultern einer Massage.“

Natürlich hatte Quen bemerkt, daß Trenton mit einem Ständer vor ihm saß. Es kam nicht von ungefähr, daß der Mann den Posten als Chef der Sicherheit bekleidete. Quen sah einfach alles.

„Ähm?“ stammelte Trent. Erneut verfluchte er sein Unvermögen sich in Gegenwart dieses bestimmten Mannes in anständige Worte zu fassen. Mit seiner Stimme schaffte er es, gesellschaftliche Türen zu öffnen. Er konnte Geschäftspartner in Grund und Boden reden oder eine Frau dazu bringen, ihm rettungslos zu verfallen, aber wenn es um Quen ging, verwandelte sich der gewiefte Geschäftsmann in einen kleinen Jungen. Hatte er diesen mißverstanden oder bot ihm der ältere Mann tatsächlich an, sich um sein tiefer liegendes Problem zu kümmern? Quen war die dritte Person gewesen, die ihn nach der Geburt im Arm gehalten hatte. Er hatte Trenton oft genug beigestanden, wenn dieser mit seinem überaus strengen Vater aneinander geraten war, ihm das Rad- und später Autofahren beigebracht und war immer für ihn dagewesen, wenn er jemanden brauchte, der ihm einfach nur zuhörte. Wäre es nicht sogar ganz natürlich, auch körperliche Erfahrungen mit ihm zu teilen?

Erneut räusperte sich Trenton, stand auf und begab sich auf die andere Seite des Schreibtisches. Es war gut, etwas Abstand zwischen sich und Quen zu bringen. Er konnte besser denken, wenn sich das Möbelstück zwischen ihnen befand und er die Hände Quens nicht mehr auf sich spürte. Vielleicht konnte er es schaffen herauszufinden, ob bloß ein Mißverständnis vorlag oder ihm tatsächlich ein Angebot auf sexuelle Befriedigung unterbreitet worden war. „Du hattest gerade von Grenzen gesprochen ...?“

Quen nickte. „Selbstverständlich. Du bist mein Sa’han.“ Mit langsamen Schritten umrundete Quen den Tisch, so daß Trenton sich gezwungen sah rückwärts gehend wieder Abstand zwischen sie zu bringen, bis er mit den Beinen gegen im Zimmer befindliche Sofa stieß. „Es geziemt sich nicht, dich Trenton zu nennen. Auch nicht, wenn wir ... allein sind.“

Quen war bereits so nahe gekommen, daß Trenton dessen Körperwärme spürte. Es gab keine Fluchtmöglichkeit mehr. Es sei denn, er würde wie ein Tier auf der Flucht aus dem Zimmer hetzen. Und das kam natürlich nicht in Frage. „Quen? Ich ...“

„Ja, Sa’han?“

In seiner Verzweiflung leckte sich Trenton über die Unterlippe. Hatte da ein Funke Interesse in Quens Augen geleuchtet? Gut, wenn dieser spielen wollte, dann nach Trentons Regeln. „Findest du nicht auch, daß es furchtbar heiß hier drin ist?“ Natürlich war es das nicht. Die Klimaanlage lief und dank seiner elfischen Gene wurde es Trenton niemals wirklich heiß, aber es bot ihm eine gute Gelegenheit. Seine schlanken Finger glitten unter den obersten Knopf seines Hemdes und öffneten diesen. Wenn er sich nicht täuschte, flackerte Quens Blick bei der Aussicht auf Trentons nackte Brust. Er fuhr in seiner Tätigkeit fort, bis nur noch die zwei untersten Knöpfe geschlossen blieben. „Schon besser.“

Schneller als Trenton Biodrogen sagen konnte, legten sich Quens Hände auf seine Brust und schubsten ihn auf das Sofa. Hart. Es war dem jungen Konzernchef egal. Seinerseits griff er nach Quens Jackett und zog den Bodyguard zu sich herunter. Dann mußte er plötzlich lachen. „Was machen wir hier eigentlich?“

„Entspannung suchen“, lautete Quens einfache wie auch komplizierte Antwort. „Das ist es doch, weswegen du dich in dein Büro zurückgezogen hast.“ Er setzte sich ordentlich neben Trenton, lehnte seinen breiten Rücken gegen die Sofalehne und betrachtete das Aquarium als läge das Geheimnis der Rettung der Welt in den herumflitzenden Fischen.

Trenton konnte nur atemlos nicken, denn ohne den Blick von dem Wasserbecken zu lösen, schob Quen eine Hand zwischen den Bund seiner Hose, zog das Hemd darunter hervor und ließ die Hand dann leicht auf der gebräunten Haut des jüngeren Elfen liegen. „Wenn ich an dieser Stelle aufhören soll, Sa’han, dann sag es mir. Unser Verhältnis wird sich dadurch nicht verändern.“

„Das ganze Leben ist Veränderung. Hör jetzt bloß nicht auf“, kommandierte Trenton und unterstrich seine Worte damit, daß er seine Designerhose komplett öffnete und Quens Hand tiefer dirigierte, so daß sie sein heißes Glied berührte. „Wenn du dieses Zimmer wieder verläßt, ohne mich befriedigt zu haben, dann ...“

Quen lächelte bloß. Quälend langsam bewegte er seine Finger Trentons Schaft hinunter und wieder hinauf, schloß sie fester um das Geschlechtsteil oder ließ dieses spielerisch entkommen, um es anschließend wieder einzufangen. „Raz’lyn.“

Das dunkle Wort, das Quen flüsterte, erinnerte Trenton an mit Bitterschokolade überzogene Erdbeeren. Kurz darauf war er sich nicht sicher, ob er überhaupt noch wußte, wie sein Name lautete. Auf magische Weise schien sein Glied sich in Pockholz verwandelt zu haben. Härter als zu jeder anderen Gelegenheit, als er erregt gewesen war, und gleichzeitig so sensibel, als hätte er es mit Pfefferminzöl eingerieben. Der junge Elf stöhnte, biß sich auf die Unterlippe und versuchte durch Schütteln seines Kopfes die Schweißtropfen auf seiner Stirn zu verscheuchen. Es führte nur dazu, daß ihm die Haare ins Gesicht fielen.

„Gut?“

Hatte Trenton bislang immer angenommen, Quen wäre dazu da, um auf ihn aufzupassen, ihn vor jeglichem Schaden zu schützen und mit seinem Leben für die Sicherheit seines Sa’han einzustehen, so mußte er seine Meinung revidieren. Quen mußte direkt aus der Hölle stammen, um ihn mit seinen Handkünsten zu foltern. Keine Frau hatte es geschafft, daß er unter ihren Händen zu Wackelpudding wurde. Seine Knochen mußten sich irgendwie in die glibbrige Süßspeise aufgelöst haben, denn er rutschte immer weiter das Möbelstück hinab, bis er befürchten mußte, jeden Moment mit dem Hintern auf den Boden zu knallen. Einzig Quens freier Arm, der sich schlingpflanzengleich um Trentons Hüfte geschlungen hatte, bewahrte ihn davor.

Nicht zum ersten Mal dankte Trenton seinem Vater dafür, daß jedes Zimmer in dem Anwesen der Familie Kalamack mit schallsicheren Wänden versehen war. Sein Schrei als er kam hätte dazu geführt, daß sämtliche Sicherheitskräfte das Büro gestürmt hätten. „Das war ... unglaublich“, keuchte er, als er wieder in der Lage war zu sprechen.

„Hast du noch einen Gedanken an RUNE verschwendet?“ wollte Quen wissen und zog seine Hand zurück.

„Natürlich nicht. Wie soll ich an Geschäfte denken, wenn du Dinge anzustellen vermagst, von denen ich nicht einmal zu träumen wagte. Wo hast du das gelernt?“

„Das Wort ist ein alt-elfischer Sexzauber.“

„Bringst du ihn mir bei?“

„Nur, wenn ich dein Übungspartner bin.“

„Heute Abend. Zwanzig Uhr. Beim Wasserfall“, bestimmte Trenton, stand auf und ging beschwingten Schrittes zur Tür.

„Wo willst du hin?“

Der jüngere Mann warf einen Blick auf seine Armbanduhr und dann zu Quen. „Ich habe noch zehn Minuten, um mich wieder vorzeigbar zu machen.“ Er öffnete die Tür einen Spalt breit. „Quen? Danke.“ Er verließ sein Büro. Die Kanadier würden sich am Ende des Tages noch wünschen, sich niemals in Verhandlungen mit Kalamack Industries begeben zu haben.
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