victorious story

von schnuz
GeschichteRomanze / P12
Beck Oliver Jade West Tori Vega
18.06.2011
22.11.2013
25
31.322
2
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18.06.2011 4.342
 
„Ich meine die Noten die diese Frau singen konnte, das war einfach nur der Wahnsinn!“ Lucy überdrehte die Augen und sah Tori genervt an. Joel redete sich nun schon seit einer viertel Stunde den Mund fusselig. Tori lächelte. „Ist schon gut J, wir haben’s verstanden!“ „Ja“, meinte Lucy nachdrücklich und stocherte mit dem Strohhalm in ihrem Frappucino herum. „Weißt du, das ist wie bei diesen telefonischen Umfragen, quasseln dich eine halbe Stunde zu, obwohl du ihnen schon nach der ersten Minute sagen könntest, dass du nicht interessiert bist… nur kann man DA auch einfach auflegen! Dich muss man leider biss zum Ende anhören..“ Tori lachte laut auf. Lucys nie endender Sarkasmus, war eines der Dinge, die ihren Schulalltag immer um noch ein Stück lustiger machten.


„Ihr nehmt mich nicht ernst!“, rief Joel theatralisch. „Stimmt!“, pflichtete Lucy ihm bei. „Doch natürlich!“, beschwichtigte Tori ihn, während sie Lulu unter dem Tisch einen Tritt versetzte. „Wir sind nur nicht einer Meinung mit dir!“ „Aber Whitney WAR die beste Sängerin aller Zeiten! Nenn mir eine Person, EINE, die Songs wie “I will always love you“ oder “Greatest love of all“ nicht mögen!“


„Mein Vater“, fing Tori an aufzuzählen.


„Ich!“, rief Lulu.


„Dein Freund!“, ergänzte Tori.


Joel schnappte empört nach Luft. „Also dein Vater lebt musikgeschmacklich wahrscheinlich noch in den 80ern, von DIR“, er zeigte auf Lucy „will ich gar nicht erst anfangen, und Clark hat von Musik ungefähr so viel Ahnung wie ich vom Sport! Der hält P.Diddy und die Jackson 5 für Superlativen!“


„Wow wow wow!“, schritt Lucy ein „Fang mit Tori keine Diskussion über MJ an, sie wir dich töten und vierteilen, glaub mir!“     


Etwas verunsichert sah Joel zu Tori, die ihn bereits mit einem seelenruhigen “Versuchs-und-ich-mach-dich-fertig-Blick“ ansah. Er schluckte, sie sah wie eine 19-Jährige Lara Croft aus, die sich gerade zum Angriff rüstete, weil ihr der Grabschatz eines ägyptischen Pharaograbes von Banditen vor der Nase weggeschnappt wurde.


Joel entschloss sich innerhalb weniger Sekunden gegen eine Diskussion über Michael Jackson. „Ich bleibe trotzdem dabei, Whitney Houston ist und bleibt die beste Sängerin aller Zeiten, sie ist meine Muse!“, stellte er mit verträumter Stimme klar, während er über seine selbst gestaltete Notenmappe strich, von deren Deckseite ihn ungefähr 1000 Whitneys anlachten.


Während Lucy wieder mal mit ihren großen, blauen Augen kullerte, erweichten Toris Gesichtszüge sofort. „Und ich sage, Alicia toppt nichts“, erklärte Lucy. Joel stöhnte entnervt und sah dann zu dem zweiten Mädchen in der Runde. „Tori?“ Aber Tori zuckte nur hilflos mit den Schultern. „Für mich ist es nun mal Nina Simone, tut mir leid…“ „Aber Nina Simone ist doch so…“, Joel suchte nach den richtigen Worten, doch ehe sie ihm einfielen stieß Tori ihn an. „Weißt du was J, lassen wir diese Diskussion doch einfach bleiben, dein unglaublich heißer Freund kommt nämlich gerade auf uns zu und ich glaube das ist viel interessanter, stimmts oder hab ich recht?“


Joel drehte sich um und sah, wie Clark sich im Laufschritt seinen Weg durch die Menschenmassen in das Schulcafés bahnte. „Weißt du, ich stimme ja nicht in vielen mit dir überein“, meinte Lulu, ihren Kopf auf eine Hand gestützt „aber mit Clark hast du echt einen Glücksgriff gemacht!“ „Ich weiß!“, lachte Joel. Schmachtend sahen die Mädchen zu wie der 1.90m große, blonde Sportler auf sie zukam.


„Na ihr drei? Wie geht’s“, fragte der als er am Tisch angekommen war und Joel einen Kuss gab. „Jetzt wo du da bist scheint die Sonne“, zwinkerte Joel „Wie war das Match?“ Clark zuckte mit den Schultern. „Baseball eben..“ „Habt ihr gewonnen?“, wollte Tori wissen. Clark grinste. „Und wie sie gewonnen haben!“, erkannte Lucy und hielt eine Hand hoch um mit Clark einzuschlagen.


„Wie war die Probe?“, wollte Joels Freund wenig später wissen. „Ganz gut“, meinte Joel. Lulu schnaubte. „Machst du Witze? Wir waren in Höchstform!“ Tori lachte. „Um das ganze nochmal von objektiver Seite zu resümieren, wir hatten einen guten Tag“, informierte sie Clark. Der lachte nur. „Ich hoffe meine Karte für die Prämiere sind schon reserviert“


Joel nickte. „Davor müssen wir aber noch Toris Lampenfieber in den Griff bekommen“ „Ich hab kein Lampenfieber“, rief Tori sofort und sah im nächsten Moment drei ungläubige Augenpaare auf sich gerichtet. „Okay vielleicht ein bisschen“, gab sie kleinlaut zu. „Ach komm schon Toro“, Lucy gab ihr einen Schubs. „Gemeinsam schaffen wir das schon“ Tori schenkte ihr ein kleines Lächeln.






„Hallo wer wenn nicht wir!“, rief Joel, während er und Clark aufstanden. „Lulu, gleich nach dem Wochenende werden wir dieses Projekt in Angriff nehmen!“ „Abgemacht!“, lachte die quirlige Blondine. „Ach jetzt bin ich also schon euer PROJEKT?!“, fragte Tori amüsiert, als auch sie und Lucy sich von ihren Plätzen erhoben. „Jepp!“, antworteten ihre beiden Mitschüler im Chor und gingen zur Theke um zu zahlen. Clark schüttelte den Kopf. „Wie Tag und Nacht die beiden“ „aber als Team unschlagbar“, beendete Tori seinen Satz lachend, während sie sich ihre Tasche umhing und den Instrumentenkoffer in die Hand nahm.


„Also ein schönes Wochenende euch beiden!“, verabschiedete sich Tori wenig später von dem Paar. „Das werden wir haben!“, lächelte Joel stolz und gab Clark einen Kuss auf die Wange. „Samstag ist nämlich unser Jahrestag“ „Ein Jahr halte ich diese Schreckschraube jetzt schon aus“, lachte Clark. „Uhgh zu viel Pärchenkram für mich, ich verschwinde“, rief Lucy und zog Tori mit sich. „Und ich hab so das Gefühl das du auch erwartet wirst“, meinte sie und zeigte auf die große Uhr in der riesigen Pausenhalle der Juilliard. >Schon fast fünf!<


„Okay Leute, bis Montag!“, verabschiedete sie sich schnell und lief dann schnell die Alice-Tully-Hall entlang zum Hauptausgang. Auf den Weg dorthin traf sie auf Mr. Barnes, der ihr die Probenpläne für die nächste Woche in die Hand drückte, zwei Klassenkameraden, die ihr ein erholsames Wochenende wünschten und Kirk, den Vorsitzenden des Comboorchesters, der sie darauf hinwies, nächsten Dienstag ihr die Noten für das Violinensolo der ersten Bachsonate nicht zu vergessen. >Diese Schule ist einfach zu groß!<, dachte Tori verzweifelt als sie erneut auf dir Uhr sah. >Zehn nach Fünf, verdammt!< Mit schnellen Schritten erreichte sie den Haupteingang und stieß eine der großen, schweren Glastüren auf.  


Da stand er. Lässig an eine Parkbank gelehnt, seine schwarze Ray Ban Wayfarer Sonnenbrille auf der Nase, lächelte er sie gelassen an. Als hätte er nichts anderes zu tun als hier, im Schatten eines Baumes, vor der Juilliard auf sie zu warten. In Toris Bauch flatterten hunderte von Schmetterlingen und ihr Herz sprang ihr vor Freude fast aus der Brust. Einmal mehr wurde ihr klar wie sehr sie Beck liebte.


„Hey! Bist du bereit?“, fragte er, als er auf sie zukam. Sie nickte. „Es tut mir so leid, aber ich hab die Zeit übersehen!“, entschuldigte sie sich sofort. Er lächelte nur, legte die Hand an ihre Wange und gab ihr einen kurzen Kuss. „Kein Problem!“ Dann nahm er ihr den Geigenkoffer ab und legte den Arm um sie. „Und wie war dein Tag?“ Sie seufzte erleichtert und legte den Kopf an seine Schulter während sie die Straße entlang schlenderten. „Anstrengend, aber ganz okay, deiner?“


„Ist gerade besser geworden“, grinste er. Sie schüttelte lächelnd den Kopf. „Gab es Probleme?“ „Ach der Schulserver hatte irgendeinen Schaden und alle Dateien wurden gelöscht, ich hoffe sie kriegen das irgendwie wieder hin“ Erschrocken blieb Tori stehen. „Alle Dateien?!“ Beck nickte. „Jepp“ „Alles?!“ Wieder nickte er. „Hattet du und Jason „The Childs Body“ schon fertiggestellt?“ >Bitte sag ja!< Beck seufzte „Nein, leider nicht“ Tori wusste nicht was sie sagen sollte. „Aber das können die doch nicht machen!“ „Beruhige dich Tori, die kriegen das schon wieder hin!“, meinte Beck und legte wieder den Arm um sie, um sie zum weitergehen zu bringen.


„Ihr habt einen ganzen Monat in diesen Film investiert!“ „Ja, ich weiß“ „Aber, aber..“ „Die IT-Jungs bekommen das schon wieder hin und wenn nicht, ist das vielleicht ein Zeichen, dass der Film nicht gut genug für das Crime-meets-Humor-Projekt war“ Toris Augenbrauen schnellten in die Höhe. „Das ist nicht dein Ernst oder?“ Er zuckte bloß mit den Schultern. Sie schüttelte den Kopf. Wie konnte Beck nur immer so ruhig bleiben? Und vor allem, wie konnte er in allem immer das Positive sehen? Tori wäre an seiner Stelle schon halb durchgedreht…


Aber so war er nun mal, ihr Freund. Ruhig, fürsorglich, entspannt und in mancherlei Hinsicht der komplette Gegenpart zu Tori. Vielleicht war gerade das der Grund warum ihre Beziehung nun schon seit fast eineinhalb Jahren hielt. „Wie war die Probe?“, fragte er, offensichtlich um das Thema zu wechseln. Tori atmete tief durch und entspannte sich wieder. „Ganz gut um ehrlich zu sein. J ist noch immer ziemlich kritisch mit sich selbst, aber ich denke das legt sich innerhalb der nächsten drei Wochen..“


„Schon komisch, dass ausgerechnet ihr drei die Hauptrollen bekommen habt..“, meinte Beck. Tori nickte. „Vor allem, weil wir uns alleine nie getraut hätten uns überhaupt zu bewerben“ „Was von absoluter Idiotie gezeugt hätte!“, kommentierte er. „Hey!“, beschwerte sie sich und gab ihm zur Strafe einen Klaps. Er lachte bloß. „Ja was denn, ist doch so, oder nicht?“ „Ja kann sein..“ „Ich sag dir was, wärst du damals nicht zur Audition gegangen, würdest du dich jetzt grün und blau ärgern, weil du nicht über deinen Schatten gesprungen bist!“ Er hatte Recht. „Wie Mr. Caine gesagt hat, ich gehe auf die Jouilliard, wenn ich jetzt mein Lampenfieber nicht in den Griff bekomme, dann habe ich auf dieser Schule nichts zu suchen..“ „Aber du wirst dein Lampenfieber in den griff bekommen!“, hielt er dagegen. „Das hast du auch in L.A. geschafft!“ >Ja, aber da warst du die ganze Zeit bei mir!<, dachte Tori verzweifelt.


Sie sagte jedoch nichts und zwang sich zu einem Lächeln. Dass sie mit „The Birdscene“ auf der Bühne immer so wohl gefühlt hatte, hatte einzig und allein daran gelegen, dass Beck immer neben ihr gestanden hatte und seine Ruhe und Geduld auf sie eine enorme Wirkung gehabt hatte, aber das hatte sie ihm nie erzählt. Vielleicht weil es ihr ein wenig peinlich war. „Ich freue mich ja schon, meine kleine Hexe zum ersten Mal, so ganz offiziell, live zu erleben“, lächelte Beck. „Mhm warte ab bis du mein Gesicht siehst!“, lachte sie. „Ach komm, dich kann doch nichts entstellen!“ Tori wurde rot, nach 1 Jahr und fünf Monaten, wurde Tori immer noch rot wenn Beck ihr ein Kompliment machte.


„Auf jeden Fall wird es mir Spaß machen als grüner Kobold durch die Gegend zu rennen“ „Grüne Hexe!“, verbesserte er sie, während sie in den Bus stiegen, der sie zur nächsten U-Bahnstation brachte. Beck griff in seine Tasche. „Hier!“, er reichte ihr die Zeitung, als sie sich gesetzt hatten. „Ahhh komm zu Mama!“, rief sie und nahm sie entgegen. Die Times zu lesen gehörte inzwischen zu Toris Alltag. Irgendwie fühlte sie sich dann immer wieder wie eine waschechte New-Yorkerin. Beck schmunzelte über seine Freundin, die bereits komplett in den Hauptartikel versunken war und nahm schließlich seine Fachzeitschrift zur Hand.


Die Fahrt zur U-Bahnstation dauerte für gewöhnlich nicht länger als fünf Minuten. Dort angekommen, stiegen Beck und Tori dann in die 3 und fuhren ungefähr eine halbe Stunde nach Hause. Sie wohnten in Central Harlem West, einem der nördlichen Stadtviertel von Manhattan. 226 Bradhurst Avenue um genau zu sein. Nicht gerade um die Ecke, aber für 1.000 Dollar Miete ein wahres Schnäppchen für das junge Paar. Außerdem war ihr kleines, süßes, sonnendurchflutetes Appartement mit Ausblick auf den Jackie-Robinson-Park um einiges besser als das Studentenheim. Die beiden hatten lange überlegt ob sie zusammenziehen sollten, entschieden sich dann aber, spätestens nach einem Blick auf Manhattans Wohnpreise, dafür .


Tori hatte sich von Anfang an in die kleine Wohnung verliebt. Bei der ersten Besichtigung hatte sie bereits die gesamte Einrichtung im Kopf. Beck und sie tauschten einen einzigen Blick um zu wissen, dass der jeweils andere genau das Gleiche dachte. Es war ihr kleines Paradies und machte ihr Leben hier in New York komplett. Hätte sie nun noch ihre Familie bei sich, wäre es perfekt. Tori vermisste sie sehr, aber Beck gab ihr den nötigen Halt um die Tage bis zum nächsten Heimbesuch zu überstehen.  


Die U-Bahn war nicht voll besetzt, so dass Tori und Beck sich sogar einen Platz aussuchen konnten. Es war noch zu früh für den Ansturm der heimfahrenden Büroleute und zu spät für die Schüler, die die U-Bahn meistens zu einer Art Pausenhalle machten. Mittwoch war der schlimmste Tag, da kam Tori erst nach neun nach Hause und die U-Bahn war zu dieser Zeit vollgestopft bis oben hin, außerdem schlichen ein Haufen zwielichtiger Gestalten durch das Tunnelsystem New Yorks. Beck war nie wohl bei dem Gedanken Tori um diese Zeit alleine fahren zu lassen und tat darum alles, um mit ihr fahren zu können. Doch das war leider nicht immer möglich. Becks Schule lag noch südlicher als Toris und sein Anreiseweg dauerte fast eine Stunde. Deshalb war es ihm nur Recht, dass sich Tori an diesen Tagen meistens mit Jade bei Starbucks traf und auf ihn wartete.

Wie gewohnt legte er seinen Arm auf die Lehne von Toris Sitz, vertieft in einen Artikel über die Szeneneinstellungen in Tarantino-Filmen. Zufrieden bekam er am Rande mit, wie Tori ein wenig in seine halbe Umarmung rückte und sich an ihn lehnte, während sie noch immer die New York Times vor der Nase hatte. Er liebte es. Er liebte dieses Leben, das sie hier führten und er konnte sich kein Besseres vorstellen.


An ihrer Haltestelle angekommen, schlenderten sie die Straße hinunter zu ihrem Apartment. „Also worauf hast du heute Lust? Mexikanisch, Chinesisch, Italienisch?“, fragte Beck. Tori lächelte. Kochen war zu ihrer beider Leidenschaft geworden und zusammen machte es viel mehr Spaß. Vor allem aber entspannte es sie. Beck hatte schon immer besser kochen können und seit sie in NY wohnten hatte er Tori in viele Geheimnisse eingeweiht. Aber heute war Tori einfach nach einem gemütlichen Couchabend mit ihrem Freund zumute.


„Auf Toni’s“, antwortete sei deshalb. Beck lächelte und zog sie an der Hüfte näher zu sich. „Okay“ Toni’s war eine kleine Pizzeria gleich neben ihrem Wohnblock, der Inhaber, Toni, war ein rundlicher, grauhaariger, waschechter Italiener. Kaum hatten sie das Restaurant betreten, hatte er sie auch schon entdeckt. „Ah i pulcini amore!“ „Ciao Toni!“, rief Tori. „Wie geht’s? Was kann ich für euch tun?“, fragte er. „Danke gut, das Übliche zum Mitnehmen bitte“, sagte Beck. „Ah ein gemütlicher Abend auf der Couch“, stellte Toni mit wippenden Augenbrauen fest. „Kommt sofort!“ Tori lachte. „Er ist wirklich durch und durch Italiener“ Beck nickte. „Certo! Sonst hätte ich ihn ja nicht geheiratet!“, warf Marcella ein, Tonis Frau, die gerade zwei Teller Spaghetti an ihnen vorbeitrug. Marcella war ebenfalls Italienerin und die beste Gastgeberin in ganz New York City. Als sie die Gerichte serviert hatte stellte sie sich wieder hinter die Bar, an der Tori und Beck inzwischen saßen. „Was darf ich euch bringen?“    


„Weißt du eigentlich, wie sehr ich es liebe, dass wir neben einer Pizzaria wohnen?“, meinte Tori wenig später, als sie den Katon von Toni’s öffnete und ihre heißgeliebte Calzone zum Vorschein kam. „Ja mein Schatz das weiß ich!“, lachte Beck als er die Mineralwasserflasche aus dem Kühlschrank holte und mit zwei
Gläsern zurück zur Couch kam.


„Also, was kann ich tun um dir dabei zu helfen das Lampenfieber zu senken?“, fragte er plötzlich. „J und Lucy davon abhalten irrsinnige Aktionen deswegen zu starten!“, antwortete Tori, den Mund voll mit Pizza. Beck lachte. „OOOder“, fuhr Tori fort „du könntest die gesamten Karten aufkaufen, so wird niemand auser dir im Publikum sitzen!“, rief sie erfreut. „Tori im Ernst!“, lachte Beck. „Ich bin ernst!“, beschwerte sie sich. „Wenn ich die ganzen Leute dort unten sitzen sehe, muss ich mich mit Sicherheit übergeben und dann bin ich das Gespött der ganzen Schule!“, schon bei dem Gedanken daran wurde Tori schlecht. Was hatte sie sich nur dabei gedacht sich für dieses riesige Projekt zu bewerben? Ein Musical. Vor mehr als 100 Leuten und das zweimal die Woche den ganzen Sommer lang!


Seutzend lehnte sie sich in die Kissen zurück, zog die Beine an und umschlung sie mit ihren Armen. Beck lächelte sie mitfühlend an, legte sein Pizzastück zur Seite und rückte an sie heran. „Du wirst dich nicht übergeben. Du wirst ein tolle Show abliefern und deine Lehrer und Freunde werden stolz auf dich sein!“, vericherte er ich während er eine der langen, braunen hinter ihr Ohr strich. „Du liebst es zu singen und du hast dich der Schauspielerei mit Leib und Seele verschrieben. Du hast die Leidenschaft, das ist alles was man braucht, der Rest wird sich von selbst erledigen. Du schaffst das! Ich weiß es, du hast es schon viele Male geschafft, du wirst es wieder schaffen und irgendwann wird es die wie selbstverständlich vorkommen! Erinnerst du dich noch and die indische Hochzeit in San Pedro?“ Tori nickte. „Da waren mindestens 200 Leute und  du hast gesungen wie eine Weltmeisterin. Keine schiefen Töne, keine Unsicherheit..“ „Jaaa aber..“, Tori unterbrach sich.


„Aber?“, bohrte Beck nach. Seie biss sich auf die Lippen ehe sie antwortete. „Aber da warst du immer da!“ Beck sah sie verdutzt an. „Du bist immer mit mir auf der Bühne gestanden und dadurch habe ich mich irgendwie sicher gefühlt“, gab sie zu. Peinlich berührt sah sie auf ihre Finger. Beck lachte auf. „Oh Schatz!“, er küsste ihre Wange. „Es ist so, ich hab mich immer am wohlsten gefühlt, wenn ich wusste, das du in der Nähe bist“, sagte sie. „Warum hast du mir das nie erzählt?“, wollte er wissen. Tori zuckte mit den Schultern. „Schätze ich war zu feige“, gestand sie.


Beck lehnte seine Stirn an ihre Schläfe. „Aber ich bin doch in deiner Nähe, Mitten im Pubikum!“ „Jaa aber mit anderen 100 Leuten, außerdem kannst du nicht zu jeder Vorstellung kommen“ Beck lächelte in ihr Ohr. „Wir werden enen Weg finden wie wir dich von dem Lampenfieber befreien, gemainsam okay?“ Sie nickte. „Okay“ „Aber zuerst“, er zog sie näher an sich heran, ihre Beine über seinen Schoß gelegt küsster er sie genüsslich „zuerst, will ich dir zeigen wie sicher ICH mich fühle, wenn DU in meiner Nähe bist!“ Tori grinste, dann deutete sie auf den Tisch. „Was ist mit der Pizza?“ „Wärmen wir später auf“, murmelte er in ihren Hals, während er sie weiter in die Kissen drückte.



„Muss das wirklich sein?“, fragte Tori schmollend. „Wir könnten doch stattdessen einen Cafe trinken geh!“, schlug sie hoffungsvoll vor. Doch Beck schüttelte nur den Kopf. „Du hast das schon mal gemacht Tori und du schaffst es auch jetzt wieder!“ Ihr Magen krampfte, als Tori sich am Times Square umsah. „Ich finde das ist keine so gute Idee!“ „Ich finde, dass ist eine hervorragende Idee!“, meinte Beck, während er seine Gibson aus dem Gitarrenkoffer zog. Tori schluckte schwer. >Komm schon du feiges Ei! Du kannst das!<, beschwor sie sich selbst, während sie Beck hinter sich die ersten Akkorde spielen hörte.




Ihre Stimme war seicht und kaum zu höre. Die Leute am Square rannte an ihr vorbei ohne sie zu beachte. Auf einmal stand Beck neben ihr und gab ihr mit dem Ende seiner Gitarre einen Schubs. Verschmitzt lächelte er sie an und animierte sie durch fragwürdige Tanzbewegungen weiter zu machen. Tori atmete tief durch.


Cause Baby your a firework! Come on show them what


Es war als wäre sie plötzlich explodiert und ihr Gesang, so schien es erhfüllte den gesamten Platz um sie herum.


Einige Leute bliebe stehe oder schmissen ein paar Scheine in den Koffer. Tori fühlte sich auf einmal unglaublich wohl in ihrer Haut.


Sie hatte so richtig losgelegt und plötzlich hörte sie neben ihrer eigenen noch eine Stimme.


Jade trat plötzlich aus den Menschenmassen heraus. Laut mitsingend, strahlend wie eine stolze große Schwester kam sie auf Tori zu. Dann eine dritte Stimme, männlich und vertraut. Andre. Lachend kam auch er auf sie zu und Tori hätte es
fast die Sprache – nun den Gesang verschlagen. Was machte Andre in NY?!


Plötzlich spürte sie wie sich ein langer Arm um ihre Schultern schlang. Sie wandte den Kopf und sah Robbie ins Gesicht, dicht hinter ihm Cat. Es kam wie es kommen musste, ihre Augen füllten sich mit Tränen. Die gesamte Clique hatte sich versammelt, hier, am Times Square, mitten in NY. Tori hatte Probleme sich aufs Singen zu konzentrieren, während sie ihre Freunde umarmte.



Am Ende des Songs gab es ein wenig Applaus und ein paar Pfiffe aber Tori hörte es nicht wirklich. „WAS MACHT IHR HIER?!“, rief sie entgeistert. „Wir haben gehört unsere Tori braucht ein wenig Unterstützung!“, meinte Robbie und lachte sie verschmitzt an. „Und da steigt ihr mal einfach so ins Flugzeug und fliegt hierher?!“ „Jepp!“, antwortete Andre. „Wie geht’s dir?“ „Jetzt gut!“, rief sie du fiel ihren besten Freund um den Hals. „Hey ich bin keine 2776 Meilen geflogen und bekomm keine Umarmung?“, beschwerte Jade sich. Tori lachte und drückte
sie so fest wie möglich an sich. „K..keine Luft!“, japste Jade.


Lächelnd sah Beck zu wie Tori sich weinend darüber freute ihre Freunde wieder zu sehen. Es war dieser Moment in dem er merkte, dass es ihm für den Rest seines Lebens genügen würde sie glücklich zu machen.


EINE WOCHE SPÄTER


Tori hatte mit ihren Freunden eine wunderbare Woche verbracht. Sie, Beck, Jade und Jason, hatten den anderen NY gezeigt. Waren in ihre persönlichen Lieblingsrestaurants gegangen, Tori hatte ihnen ihre neuen Freude vorgestellt und die Julliard gezeigt. Sie hatten gelacht, herumgealbert – alles war wie früher gewesen und Tori hatte Beck gar nicht genug für seine gelungene Überraschung danken können.


Der genoss es, seine Freundin so glücklich zu sehen und natürlich auch seine alten Freunde wieder zu treffen. „Du weißt aber schon, dass Tori nicht immer nur homosexuelle Spielpartner auf der Bühne küssen wird, oder?“, meinte Andre während eines Essens grinsend und spielte damit auf die Kussszene zwischen Tori und Joel an. „Ja, danke, dass du mich daran erinnerst!“, sagte er gepresst. Andre klopfte ihn lachend auf die Schulter. „Mach dir keine Sorgen Kumpel!“ „Mhm..“, Beck blickte über den Tisch hinweg zu Tori, die just in dem Moment auch zu ihm herübersah und ihn herzerwärmend anlächelte.


Nun eine Woche später stand die Prämiere von „WICKED“ an der Julliard an. Beck hatte es sich auf seinem Sitz zwischen Andre und Toris zweiter Überraschung in dieser Woche gemütlich gemacht. Hinter ihm Toris Eltern und Trina. Allesamt gespannt darauf, wie sich Tori in den nächsten zwei Stunden als Hexe Elphaba machen würde.


Hinter der Bühne hatte Tori gerade ihre Stimmübungen beendet und ihr grünes Gesicht noch einmal auf Lücken getestet. Nun stand sie einfach nur da, Augen geschlossen, in ihrer Hand Becks Armband, welches sie entwendet hatte um wenigstens etwas von ihm mit sich auf der Bühne zu haben, hörte sie zu wie sich die Leute im Zuschauersaal des großen Theaters versammelten. Alle waren da. Ihre Familie, ihre Freunde, Beck, sie würde das schaffen, das war es was sie wollte. Schauspiel und Gesang. Das war es wofür sie lebte.


Eine weiche Hand schloss sich um Toris. Sie öffnete die Augen und sah in Lulus lächelndes Gesicht, Joel hinter sich. „Wir schaffen das!“, versicherte sie ihr. „Wir werden großartig sein!“, bestimmte Joel mit fester Stimme.


Und das waren sie auch. In Höchstform und nicht zu stoppen. Tori konnte sich selbst das Lachen kaum verkneifen, als es zur berühmten „POPULAR-SZENE“ kam. Lulu war vollkommen in ihrem Element und sorgte zusammen mit Tori für viele Lacher im Publikum. Joel warf sie mit seiner Energie nahezu aus der Bahn und als sie dann hoch in der Luft schwebend, im gleisenden Licht, die letzten Noten von „DEFYING GRAVITY“ sang und ihren Besen mit voller Wucht in die Höhe stemmte, fühlte sie sich vollkommen und glücklich wie nur selten zuvor, als alle Leute aufstanden und wie wild klatschten und pfiffen. Sie war stolz, zum ersten Mal war sie richtig stolz auf sich selbst.


Am Ende der Vorstellung sah sie nach unten zu ihrem Vater, Trina, ihrer weinenden Mutter, ihren Freunden und Beck. Die sie alle glücklich anstrahlten und fleißig Beifall spendeten. Dann viel Toris Blick auf die Person neben Beck, die wie ein Paradiesvogel aus dem Publikum hervortat du stolz zu ihr nach oben sah. Es war lange Zeit vergangen, seitdem sie Sikowitz das letzte Mal gesehen hatte, doch er hatte sich kein bisschen verändert. Glücklich sah sie zu wie ihr alter Lehrer dort stand und wild applaudierte. Jade und Robbie deuteten mit Handbewegungen auf sein Gesicht und da sah sie die dicken Tränen, die an seinen Wangen hinab kullerten.


Tori schloss lächelnd die Augen und wandte ihr Gesicht nach oben, dem Scheinwerferlicht entgegen. Hier war ihr Platz. Ihr zweites zu Hause. Ihre zweite Liebe. Ihr Talent. Ihre Passion. Egal was auch geschehen würden, hier würde sie immer glücklich sein. In ihrer Welt. Ihrem Leben. Der Bühne.


New York, New York - Frank Sinatra

Start spreadin' the news, I'm leavin' today
I want to be a part of it
New York, New York
These vagabond shoes, are longing to stray
Right through the very heart of it
New York, New York

I want to wake up, in a city that never sleeps
And find I'm king of the hill
Top of the heap

These little town blues, are melting away
I'll make a brand new start of it
In old New York
If I can make it there, I'll make it anywhere
It's up to you, New York, New York

New York, New York
I want to wake up, in a city that never sleeps
And find I'm A number one, top of the list
King of the hill, A number one....

These little town blues, are melting away
I'll make a brand new start of it
In old New York
If I can make it there, I'll make it anywhere
It's up to you,
New York
New York New York!


THE END
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