Darker than our Story

GeschichteMystery / P16
Hei Mao Misaki Kirihara Yin
16.06.2011
13.01.2012
25
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16.06.2011 1.440
 
Diese Geschichte befindet sich derzeit wieder unter Bearbeitung. Mit „*“ gekennzeichnete Kapitel wurden schon von mir überarbeitet. Ich mag meine alten Geschichten ja, da dachte ich; verleih ihnen neuen Glanz! – Matryoshka  

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Zu Beginn möchte ich mich erst einmal vorstellen. Mein Name, oder vielmehr mein Codename, ist Shizuka. Ich glaube ich habe meinen richtigen Namen schon vergessen, denn wer will sich in einer Welt wie dieser schon an etwas erinnern?  Soweit ich mich erinnere habe ich eine Zwillingsschwester. Eine Zwillingsschwester die genau das Leben führt, das ich schon immer führen wolle. Schon seit meiner frühen Kindheit träumte ich davon eines Tages zur Polizei zu gehen und ein eigenes Haus zu besitzen und vielleicht auch eines Tages einmal zu heiraten… Doch dann kam das Gate und nicht nur das ich in Folge dessen eine Missgeburt von Contractor bin, nein, meine Schwester hat jetzt Alles wovon ich schon immer geträumt hatte. Ich glaube sie weiß nicht einmal dass ich noch existiere, bestimmt denkt sie ich sei tot… so wie alle anderen auch.

Jetzt lebe ich im Untergrund der Welt und bin einem Syndikat beigetreten, mehr oder weniger freiwillig. Für sie war ich schon immer interessant, weil ich zum Contractor wurde, aber meine Schwester nicht. Nein, meine Schwester doch nicht. Sie kämpft sogar gegen Contractor und dass obwohl wir doch eigentlich auch nur so etwas wie kranke Menschen sind, oder? Ich fühle mich als hätte ich keinen Platz auf dieser Welt, keinen Platz an den ich gehöre. Die normalen Menschen wollen mich nicht unter sich haben, weil ich ein Contractor bin und die Contractor finden mich seltsam, weil ich immer so negativ bin und weil ich mit dem ersten Blick unterscheiden kann ob jemand ein Mensch, ein Contractor, eine Doll oder gar ein Moratorium ist.
Doch nun sieht es so aus, als hätte man einen Platz für mich frei gemacht. Ich wurde vom Syndikat nach Tokyo versetzt wo ich mit einer Gruppe zusammen arbeiten toll. Eine Gruppe. Das schreit förmlich nach Teamwork, juhu, das ist zum kotzen.

Gerade fährt mein Zug in den Bahnhof ein. Der erste Eindruck: Viel zu viele Menschen! Ich werde fast zerquetscht als ich mir meinen Weg aus dem Zug bahne. Schnell mache ich mich auf den Weg, nur schnell fort von dieser Menschenmasse. Als ich mich ein wenig vom Bahnhof entfernt hatte atmete ich tief durch und überlegte kurz wo ich denn überhaupt hin musste, dann schlug ich mir auch schon fast augenblicklich gegen den Kopf. Jemand aus meiner neuen Gruppe sollte mich doch abholen! Schnell rannte ich zurück zum Bahnhof und dachte noch einmal kurz über die Personenbeschreibung nach, die man mir gegeben hatte. Ein Chinese in einer grünen Jacke. Ich blickte um mich herum und konnte ihn tatsächlich ausmachen, als ich dann endlich vor ihm stand entschuldigte ich mich kurz und tat so als hätte ich an der falschen Ecke gewartet.
„Dann war es ja ein großes Glück das wir uns trotzdem gefunden haben. Ich heiße Lee Shengshun“, erklärte er mich und lächelte mir freundlich entgegen. Ich betrachtete ihn genauer, doch selbst auf den zweiten Blick schien ich mir nicht sicher zu sein ob er ein Mensch oder ein Contractor war. Er schien unberechenbar.
„Freut mich dich kennen zu lernen“, ich verbeugte mich kurz, „mein Name ist Shizuka“. Kurz musterte er mich, dann lächelte er wieder. Er hatte ein schönes Lächeln. Ich war es absolut nicht mehr gewöhnt von jemandem angelächelt zu werden.
„Gut Shizuka, ich soll dich zu erst den anderen vorstellen und dann zeige ich dir deine Wohnung. Wenn du willst nehme ich dir deinen Koffer ab“, sagte Lee und sah sich meinen Koffer an. So im Vergleich zu mir schien der Koffer wirklich gewaltig. Ich habe im Grunde auch all meine Sachen eingepackt, immerhin hatte man mir gesagt dass ich so lange wie möglich in Tokyo leben sollte. Ich nickte nur kurz und dann gingen wir beide auch schon los.  Wir liefen eine ganze Weile und hatten die ganze Zeit über absolut kein Gesprächsthema. Ich musterte jedes Detail dieser neuen Stadt. Es gefiel mir hier, zumindest in dem Maße in dem ein so etwas gefallen konnte. Ohne dass ich es merkte kamen wir schließlich auf einem Spielplatz an. Dort waren zwei, nein, drei Personen. Ich sollte die Katze mitzählen, sie war nämlich auch ein Contractor. Auf der Rutsche saß eine wunderschöne Doll mit silbernen Haaren und einem violetten Kleid und daneben stand ein Mensch, der wie soll ich es schonend sagen… Er war hässlich und passte absolut nicht zu der eleganten schwarzen Katze und dieser schönen Doll.

„Da seid ihr ja! Hat verdammt lange gedauert! Lass mich ja nie wieder warten, ich hasse es zu warten“, beschwerte sich der hässliche Mensch. Irgendwie hatte er genau den Charakter den man von einem Contractor erwartete. Doch nun ja… Ausnahmen gab es immer.
„Der Verkehr heute war unerträglich. Shizuka, das hier ist Huang, er ist unser Vermittler mit dem Syndikat. Das ist Yin und das Kätzchen hier ist Mao und ich arbeite hier als Hei“, erklärte Lee mir und deutete auf die jeweilige Person und auf eben die Katze.
„Ein Mensch, eine Doll, ein Contractor… Und Hei, bist du ein Mensch oder ein Contractor? Ich kann dich einfach nicht einordnen“, entgegnete ich.
„Diese Frage wollte ich auch eben an dich stellen“, fügte Huang dem ganzen hinzu.
„Ich bin ein Contractor“, antwortete Hei ein wenig verärgert darüber dass ich das nicht erkannt habe.
„Irgendwie glaube ich dir das nicht… Du bist zu nett, genau das ist es“, gab ich zurück.
„Du doch auch“.
„Ihr seid beide verrückte Missgeburten, also bist du nun ein Contractor oder nicht?“ warf Huang ein.
„Ja bin ich“.
„Was sind deine Fähigkeiten als Contractor und Sonstige, außerdem muss ich über dein Payment Bescheid wissen“, entgegnete Huang kühl. Er war ja mal wirklich ein freundlicher Zeitgeselle, aber irgendwie hatte ich das Gefühl das Hei genau dasselbe dachte.
„Meine Fähigkeit als Contractor ist das beherrschen der Luft, mein Payment ist lesen. Außerdem habe ich ein unwahrscheinlich gutes Gedächtnis und spreche alle möglichen Sprachen die man für wichtig hielt mir einzubläuen“, erklärte ich ihm.
„Das klingt ja nach einem harmlosen Payment, das Problem kannst du auch selber lösen. Wir treffen uns morgen zur selben Zeit wieder hier. Seid dieses Mal verdammt noch mal pünktlich!“ sagte er wütend und wandte sich ohne ein weiteres Wort ab. Nun wandte sich Mao mir zu.
„Freut mich dich in unserem Team zu haben“, sagte er und ging dann auch. Die Doll rutschte von ihrer Rutsche herunter und wandte sich Hei wortlos zu.
„In Ordnung, ich schätz du wirst dich hier bald eingelebt haben. Ich zeige dir jetzt deine Wohnung, sie ist nicht groß, gleich neben meiner und man kann ganz gut in ihr zu Recht kommen“, meinte Hei daraufhin und wandte sich wieder lächelnd an mich. Yin ging inzwischen wortlos.

Es war bereits Abend als wir an einem kleinen, zweistöckigen Häuschen ankamen. Darin befanden sich viele kleine Wohnungen, gerade groß genug für eine Person. Wahrscheinlich war es für Studenten etc. gedacht. Eine alte Frau – wahrscheinlich Hausherrin – kam auf uns zu.
„Ah, Lee-kun, sie sind wieder zurück und wer versteckt sich denn da hinter ihnen? Ihre Freundin etwa?“ fragte sie freundlich und ich trat einen Schritt neben Lee.
„Nein, sie zieht heute hier mit ein. Die neue Mieterin und eine Studentenkollegin von mir“, gab er lächelnd zurück.
„Ah, verstehe, Zimmer 221. Ein niedliches Ding, würde gut zu ihnen passen Lee-kun. Wie heißen Sie denn?“
„Haraguchi Yukiko, es freut mich sie kennen zu lernen“, antwortete ich ihr und verbeugte mich. Haraguchi Yukiko ist mir relativ spontan eingefallen. War es vielleicht sogar mein richtiger Name? Eigentlich egal…
„Ich bin die Hausverwalterin, hier sind ihre Schlüssel und ich muss jetzt auch schon wieder fort und noch für morgen einkaufen. Meine größte Tochter kommt nämlich zu Besuch. Lee-kun kümmern sie sich gut um Haraguchi-san“, gab sie zurück, verbeugte sich und ging. Hei und ich gingen nach oben und ich schaute mir sofort meine Wohnung an. Es war wirklich nur ein kleines Zimmer mit Futon Herd und einem Bad. Hei brachte mir noch meinen Koffer ins Zimmer und trat dann sofort wieder nach draußen.
„Ich bin gleich neben an, sag Bescheid wenn du Hilfe brauchst oder irgendetwas nicht in Ordnung ist“, sagte er lächelnd und winkte mir zu.
„Ist in Ordnung. Bis Morgen dann“, entgegnete ich verbeugte mich noch einmal und schloss die Tür hinter mir zu. Jetzt musste ich erst einmal aus diesem Zimmer ein zu Hause machen. Nach dem alles erledigt war, ich das Zimmer auf Wanzen überprüft hatte und alles sauber gemacht war legte ich mich auf mein Futon und schlief ein. Das war ein verdammt langer Tag gewesen…
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