Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Experimental Night

von Silly
Kurzbeschreibung
GeschichteHumor / P12 / MaleSlash
Seth Cohen
14.06.2011
14.06.2011
1
2.132
 
Alle Kapitel
9 Reviews
Dieses Kapitel
9 Reviews
 
 
 
14.06.2011 2.132
 
Zusammenfassung: OC Fans aufgepasst! Als leidenschaftlicher Seth-Verehrer und dazu noch Slashfan kam ich nicht umher, meiner Fantasie bezüglich der zweiten Staffel freien Lauf zu lassen. Oneshot!

Pairing: Seth x Zack

Genre: Humor

Experimental Night


„Keinen von uns wollte sie, keinen.“
Hier saßen wir also, verlassen, trauernd und vor allem betrunken. Summer hätte sich für mich entscheiden sollen. Stattdessen hatte sich mich und Zack gleichzeitig abserviert, eine unglaubliche Unverschämtheit, die sie bestimmt bald bereuen würde, aber über die ich im Moment nur heulen konnte.

„Little Miss Vixen braucht uns jetzt nicht mehr“, sagte Zack. Wie recht er doch hatte. Ich erhob mein Glas.
„Auf uns. Auf die jämmerlichen Versager und für immer Junggesellen bleibenden, aber durchaus für Erfolg bestimmten Comic-Nerds von New Port.“
„Für immer Junggeselle bleibend? Das gilt vielleicht für dich, Cohen.“

Zu diesem Zeitpunkt des Abends lallte noch keiner von uns. Das, oder wir waren beide so dermaßen betrunken, dass unsere Kommunikation durch alkoholische Magie aus lullenden Geräuschen bestand, die nur wir gegenseitig verstehen konnten.

„Heute Abend darfst du mich Seth nennen. Zack, mein Freund, wir sind uns jetzt so nahe wie es eben nur zwei Loser sein können“, sagte ich, legte einen Arm um ihn und sah mich um. Die Kellnerin des Inns sah her, konnte es etwa sein, dass sie keine alkoholisierten Gäste duldete? Wenn ja, arbeitete sie im falschen Business, oder, noch besser, sollte aufhören, unsere Gläser immer wieder aufzufüllen. Hoffentlich hatte Zack genug Geld dabei, ich jedenfalls nicht.
Ich raunte ihm diese Tatsache zu und hing an, dass wir zur Not ganz geschickt durch den Hinterausgang verschwinden konnten.

„Kein Problem, Seth, ich hab noch das Geld, womit ich Summer ausführen wollte...“
„Na, da siehst du mal, kann es eine bessere Ersatzbefriedigung geben als mit mir saufen zu gehen? Kann es, hmm? Na also! Herr Ober, noch ein Gläschen!“ Die Kellnerin sah mich skeptisch an und ich schwenkte grinsend mein Weinglas. Wein. Ja, so tief war ich schon gesunken.

Ein Herr im Anzug trat an uns heran. „Meine Herrschaften, Sie hatten genug.“
„Keineswegs, meine Herrschaft“, sagte ich und beging den fatalen Fehler, eine winzige Pause zum Luftholen zu machen, da meine folgenden Ausführungen, um ihn davon zu überzeugen, warum Zack und ich nicht genug hatten, bestimmt etwas länger werden würden, was zur Folge hatte, dass besagter Zack mir sehr unsanft eine Hand auf den Mund legte und für mich redete.

„Wir verstehen. Wir werden austrinken und gehen“, sagte der weichgespülte Waterpolo-Spieler.
„Und bezahlen“, sagte der Herr im Anzug.
„Und bezahlen!“, bestätigte Zack. Der Mann ging weg, die Hand verschwand.
„Alter! Noch schleimerischer, angepasster und ganz und gar unrebellisch konntest du nicht sein? Wir hätten ihn rumkriegen können. Wir hätten kämpfen müssen, kämpfen, Zack, fight for your right to driiiink!“ Ich stieß meine Faust in die Luft, um meine Ansage zu untermauern.

„Trink aus, Seth.“
„Okay.“ Was ich austrinken sollte, wusste ich nicht, denn als ich mein Glas zum Mund hob, bemerkte ich, dass es leer war.
Zack kicherte und teilte mir mit, dass er das ungeliebte Summer-Geld nun dafür opfern wollte, sein Bewusstsein in die Sphären des Alls zu katapultieren. Mit anderen Worten, wir würden uns jetzt den billigsten Supermarkt in New Port suchen, mehr Wein kaufen und bis zum Umkippen trinken.

Ich managte es, vollkommen nüchtern zu erscheinen, als wir in ein Spirituosengeschäft eintraten. War wohl nichts mit billigen Supermarkt, aber na ja, wer so was wollte, sollte eben nicht in New Port leben.

Die Auswahl war groß, aber die Wahl fiel Zack nicht schwer. Er entschied sich dafür, meine Fachkenntnisse als alter Weinliebhaber in den Wind zu schießen, nahm die erstbeste Flasche und grinste zufrieden.

„Perfekt“, sagte ich, als wir wieder draußen waren. Dabei rieb ich meine Hände. „Du lieferst den Stoff, mein Freund“ – ich bohrte ihm einen Finger in die Brust, dann deutete ich auf mich – „Und ich stelle die Festung zur Verfügung. Los, gehen wir. Mach dir keine Sorgen um meine Eltern, die sind zur Zeit mit einem kleinen Rosenkrieg beschäftigt. Das Übliche eben. Los jetzt!“

Der Weg zu mir nach Hause war nicht weit, und von meinen Eltern sowie von Ryan war weit und breit nichts zu sehen, hören oder riechen. Besser so.

„Gläser, wir brauchen Gläser“, beschloss ich und machte einen Umweg über die Küche. Zack ließ ich schon mal vor gehen, nach oben in mein Zimmer, er kannte den Weg ja. Nur wenige Minuten später kam ich auch dazu, in der Hand zwei zerbrechliche Weingläser. Ohne sie abzustellen schmiss ich mich schwungvoll aufs Bett, auf dem Zack saß und irgendwie melancholisch seine Flasche anstarrte.

„Denkst du etwa nach, Zacki, denkst du? Hör auf zu denken und fang an zu trinken“, sagte ich und reichte ihm von hinten ein Glas. Er drehte sich zu mir um, während ich mich aufsetzte und ihm beim Entkorken zusah.
„Das erste Glas, mein Freund, trinken wir auf Ex!“
„Seth...“

„Nein, das machen wir jetzt“, sagte ich überzeugend und hob mein Glas an die Lippen. Doch bevor ich was trinken konnte, fiel mir noch was ein und ich unterbrach meine Handlung.
„Zack, diese gemeinsame Ablehnung hat uns verbrüdert. So sehr, dass wir darauf trinken sollten. Auf Bruderschaft. Du weißt schon.“

Zack zuckte mit den Schultern, was natürlich ‚Ja’ hieß. Wir verhakten unsere Arme und tranken und tranken, bis nichts mehr in den Gläsern war.
„Ha!“, rief ich laut aus und schmiss mein Glas über meine Schulter. „Das wollte ich schon immer mal machen.“
„Ähm... denkst du nicht...“

„Keine Sorgen wegen den Scherben. Die bringen Glück“, grinste ich. Zack verdrehte die Augen und wollte wissen, wie ich jetzt weitertrinken wollte.
„Ein kluger Einwand, mein Freund, sehr klug. Hätte von mir sein können. Ich sag dir was“, meinte ich, nahm seine Flasche und machte dabei ein überraschtes Geräusch. Lachend schüttelte Zack den Kopf.

„Du bist unverbesserlich.“
„Ich weiß. Aber danke“, sagte ich und trank aus der Flasche. Danach gab ich ein wohliges Geräusch von mir und lehnte mich wieder nach hinten.
„Zack, mein Freund, wir sollten diese Ablehnung als Wink des Schicksals auffassen.“
Seufzend lehnte auch Zack sich zurück. „Seth? Kannst du nicht mal einen Moment die Klappe halten?“
Ich schüttelte den Kopf. „Du weißt nicht, was du da verlangst.“

„Vermutlich nicht“, sagte er. Gütig und alles könnend, wie ich war, hielt ich dann aber mal die Klappe. Für einen Moment lang zumindest, damit Zack nicht denken musste, ich missbrauchte ihn als Kummerkasten. Dabei war er genau das, wenn man es mal genaue betrachtete. Über so etwas Fundamentales wie Summers Ablehnung würde ich normalerweise mit Ryan reden. Nicht mit meinem Erzfeind, mit dem ich mich erst heute Nachmittag vor der Augen einer schaulustigen Masse geprügelt hatte. Aber Ryan war nicht da gewesen, stattdessen hatte da Zack gesessen, mit einer so weinerlichen Miene, dass meine Mutterinstinkte geweckt worden waren. Ich hatte angefangen, ihn als ‚Freund’ zu bezeichnen und eine Folge von Ereignissen in die Wege geleitet, die jetzt damit endete, dass er in meinem Bett gelandet war.

„Da jetzt bewiesen ist, dass ich sehr wohl still sein kann, möchte ich gerne auf etwas hinweisen“, fing ich an und überging Zacks Aufstöhnen. Dann machte ich eine Kunstpause, in der ich ihn ansah und wartete, bis er neugierig zurücksah. Und ich musste nicht lange warten, schon blickten seine treuen Äuglein mich wohlmeinend an.

„Der heutige Abend hätte damit enden sollen, dass Summer ganz liebreizend in meinem Bett landet. Stattdessen bist du nun hier, nicht ganz so liebreizend. Hey, versteh mich nicht falsch, du hast durchaus deinen Charme. Der beruht zwar hauptsächlich auf deinem Waterpolo-Bizeps, aber er ist vorhanden“, sagte ich großzügig nickend.

Zack stellte sein Weinglas auf meinem Nachtisch ab und sah mich an. Eine neue Idee formte sich in meinem zwar betrunkenen, aber durchaus noch zum Denken fähigen Köpfchen. Abgeschossen und verlassen, das konnten wir doch nicht auf uns beruhen lassen? Summer war hier diejenige, die sich außen vor kommen sollte, so war das doch.

„So, so, du hast meinen Charme bemerkt“, meinte Zack. Er grinste, aber ich wusste, tief in seiner von Summer besessenen Seele spürte er die Chemie zwischen uns. Würde er sonst solche Andeutungen machen? Na bitte.

„Natürlich habe ich das. Seit du dem Comicclub beigetreten bist, wusste ich, dass du was ganz Besonderes bist. Frag Ryan, wie sehr ich am Anfang von dir geschwärmt habe“, sagte ich. Zacks Grinsen verschwand. War er unsicher, ob ich es ernst meinte? Tat ich das? Aber jetzt mal ehrlich, ich war betrunken, wer würde denn da Ernsthaftes und Sinnvolles von mir erwarten?

Zack starrte, ich starrte zurück. Sein Sommergebräuntes Gesicht betrachtete mich nachdenklich und abwartend. Da ich nichts zu verlieren hatte, nicht mal einen Ruf als Obermacho, beugte ich mich zu ihm, roch sein Calvin-Klein-Aftershave und legte meine Lippen ganz graziös auf seine.

Sekunden vergingen und er stieß mich nicht weg. Irgendwann kam selbst ich mir doof vor und zog die Notbremse, lehnte mich zurück.
„Ich bin nicht schwul“, sagte ich, weil er genau das dachte, und plötzlich lachte Zack.
„Mann, Cohen, so bescheuert kannst auch nur du sein. Erst mich küssen und dann im gleichen Atemzug verkünden, dass du nicht schwul bist.“

„Wenn ich schwul wäre, wäre ich nicht hinter Summer her, sondern in Ryan verliebt und würde ausführliche Orgien mit ihm im Poolhaus feiern. Was, und das versichere ich dir bei dem Leben meiner jüdischen Großmutter, nie passiert ist und nie passieren wird.“

„Okay, okay“, meinte Zack, immer noch lachend. Ich war immer noch sehr nahe bei ihm; das war der Wein. Ich sag’s ja immer, Wein treibt einen in die tiefsten Abgründe aller Seelen.
„Ich bin auch nicht schwul“, sagte Zack, legte seine warmen Finger in meinen Nacken und zog mich zu sich. Seine weichen Lippen trafen wieder auf meine, und so ungewohnt es auch war, ich begrüßte diese Ablenkung, denn mein Gehirn wurde leer und der Weingeschmack vermischte sich mit Zacks leichten Lippen.

Ich rückte näher und lehnte mich an ihn. Wie viel er zulassen wollte, oder auch nur, wie viel ich wollte, wusste ich nicht. Nur eins wusste ich, und zwar, dass der intime Kontakt mit einem menschlichen Wesen meine Trauer und meine Verlassenheit beruhigte. In dem Moment war mir alles andere egal, scheißegal.

Das Aufwachen am nächsten Morgen war peinlich. Mein Kopf hämmerte vom Wein, ich hatte einen fahlen Geschmack auf der Zunge und in meinem Bett befang sich eine Wärmequelle, die mich schlagartig an den gestrigen Abend erinnerte.

„Oh scheiße“, stieß ich aus und hob erst mal die Bettdecke an. Puh, Glück gehabt, ich hatte noch meine Klamotten an. Es ist also nichts passiert, was jede Begegnung mit Zack von nun an noch peinlicher hätte werden lassen, als es sowieso werden würde. Nur ein Problem blieb: Wie konnte ich ihn unbemerkt aus dem Haus schmuggeln?

Ich rollte mich auf den Bauch und starrte in sein friedliches Gesicht.
„Zack? Zackileinchen? Aufwachen, hey, pfh!“ Ich pustete ihn an. Meine Fahne tat ihr Übriges, unter lauten Protestgeräuschen schlug er um sich.
„Hey – geht man so mit demjenigen um, dem das Bett gehört, in dem du liegst?“, fragte ich und hielt seine Hände fest. Als er meine Worte vernahm, schlug er die Augen auf, wurde rot und entzog seine Hände ganz, ganz schnell. Dann setzte er sich auf und fasste sich stöhnend an den Kopf.

„Verdammter...“
„Na, na, na, Zackileinchen – und falls du dich fragt, jawohl, wir sind schon so weit, dass wir uns mit Kosenamen anreden – du und fluchen? Ernsthaft?“
„Shit.“

„Er meint es also ernst. Kaum zu glauben“, sagte ich kopfschüttelnd und kämpfte mir den Weg durch das Bettzeug, um meine Füße galant auf den Boden zu stellen.
„Was für ein Glück, dass wir keine Kondome dabei hatten, sonst –“
„Seth, verdammt, halt die Klappe!“

„Wie lieb du zu mir bist, und das schon nach der ersten Nacht... Hey!“ Ich wich einem Kissen aus, stand auf und ging zu meiner Zimmertür. Als ich sie öffnete, hörte ich die fröhliche, allmorgendliche Diskussion meiner Eltern.

„Willst du Frühstück im Bett?“, fragte ich, aber als ich mich umdrehte, stand Zack schon aufbruchbereit hinter mir. „Ach nee, so einer bist du also.“
„Seth. Hör jetzt auf mit den dummen Witzen.“

„Ich kann nicht, Zack, ich kann nicht, okay, das ist meine Natur. Du müsstest mich mittlerweile gut genug kennen.“
Er verdrehte die Augen. „Kein Wort zu niemandem, kapiert?“
„Hey – denkst du etwa, ich will all den Leuten da draußen noch mehr Grund geben, mich auszulachen und zu verspotten?“
Zack hob drohend einen Zeigefinger. „Denk immer daran, Cohen...“

„Ja, ja, ja, komm, meine Eltern werden begeistert sein, ich hoffe, du magst Bagel.“
Aber Zack wollte nicht mal zum Frühstück bleiben. Ich ließ ihn gehen, und kehrte danach ganz unschuldig wie immer in die Küche ein. Niemand wittert bis zum heutigen Tage, was zwischen Zack und mir vorgefallen war, und das war der Beweis Numero Uno: Auch Seth Cohen konnte seine Klappe halten.
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast