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Remus Lupin & Nymphadora Tonks - Ihre Geschichte

von Sandy369
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Nymphadora Tonks Remus "Moony" Lupin
13.06.2011
07.07.2012
53
79.115
38
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Dieses Kapitel
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13.06.2011 766
 
Tonks atmete noch einmal tief durch, dann klopfte sie an die dunkelbraune Tür.
Einen Moment blieb es still. Dann –
„Herein“, sagte eine heisere Stimme.
Tonks atmete erneut tief durch, öffnete die Tür und trat ein.
Der Raum war so dunkel wie der Abendhimmel draußen vor dem Fenster. Einzig und allein ein Feuer im Kamin erhellte einen Teil des kleinen Zimmers. Vor dem Kamin saß ein Mann mit hellbraunem Haar, das von grauen Strähnen durchzogen wurde, in einem schäbigen Umhang und starrte ins Feuer.
Remus Lupin. Der Mann, den sie liebte.
Als Tonks eintrat, hob Remus den Kopf.
„Oh, Tonks“, sagte er überrascht. „Schön dich zu sehen.“ Und es klang so, als würde er es wirklich so meinen. Über sein früh gealtertes Gesicht, das vom Feuer beschienen wurde, huschte ein Lächeln. „Setz dich doch.“
Tonks schloss die Tür hinter sich und ging langsam durch den Raum zu dem zweiten Stuhl am Feuer. Sie nahm auf der Stuhlkante Platz und knetete nervös ihre Hände im Schoß.
„Also, was gibt’s?“, fragte Remus freundlich. „Alles in Ordnung bei dir? Wir haben uns nicht mehr gesehen seit…“ Er verstummte und ein trauriger Ausdruck trat in seine warmen braunen Augen.
Tonks nickte. „Bei mir ist alles in Ordnung, halbwegs…“ Sie verstummte kurz, weil sie die Lüge aus ihren eigenen Worten heraus hörte. „Und bei dir?“, fragte sie schnell hinterher.
Remus ging nicht auf ihre Frage ein. „Er fehlt dir, oder?“, fragte er leise.
Tonks nickte. Sie konnte nicht sprechen. Auf einmal hatte sie einen Kloß im Hals. Sie spürte, wie ihr Tränen in die Augen traten und wandte den Blick ab. Statt zu Remus sah sie nun ins Feuer.
„Mir fehlt er auch“, sagte er mit rauer Stimme. „Aber Tonks… er ist so gegangen, wie er wollte. Im Kampf. Und wer weiß, vielleicht führt er jetzt ein besseres Leben, wo auch immer er jetzt ist. Er wollte nicht immer nur eingesperrt sein.“
Tonks nickte wieder. Sie sah ihn immer noch nicht an.
„Nun, ähm…“ Remus räusperte sich kurz, dann schlug er einen fröhlicheren Ton an. „Wie ich sehe, haben dich die Heiler im St. Mungo’s wieder vollkommen gesund gekriegt, das freut mich.“
Tonks wandte ungläubig den Blick vom Feuer ab und sah Remus direkt in die Augen. „Das freut dich? Dein bester Freund ist gestorben und du… du freust dich, dass seine Mörderin wieder vollkommen gesund ist?“
Remus sah Tonks entsetzt an. Er bemerkte die Tränen in ihren Augen und hätte beinahe die Hand ausgestreckt, um Tonks tröstend zu streicheln. Beinahe. Aber von einem Werwolf wollte sie bestimmt nicht berührt werden.
„Tonks, ich… wie kannst du nur… wie kannst du nur denken, dass du ihn ermordet hast?“ Remus bemühte sich, seine Stimme ruhig klingen zu lassen, aber sie zitterte und wurde lauter, als er beabsichtigt hatte. „Es war Bellatrix, nicht du!“
„Aber ich hab mit ihr gekämpft, oder?“, flüsterte Tonks und nun konnte sie die Tränen nicht mehr zurückhalten. Sie liefen ihr über die Wangen und glitzerten im Schein des Feuers. „Ich hab mit ihr gekämpft und ich hab nicht gewonnen. Hätte ich sie erledigt, dann hätte sie Sirius niemals töten können.“ Sie schluchzte leise auf und vergrub das Gesicht in den Händen.
Remus starrte sie hilflos an. „Tonks, du… du darfst so etwas nicht denken“, murmelte er und streichelte nun doch ganz zaghaft ihre Schulter, weil er nicht wusste, was er sonst tun sollte. „Es ist nicht deine Schuld sondern allein die von Bellatrix, du solltest nicht... nicht so denken.“
Aber seine Worte schienen Tonks nicht im Mindesten zu trösten. Sie schluchzte untröstlich weiter und Remus streichelte einfach nur ihre Schulter. Er wusste nicht, was er sonst tun sollte.
Irgendwann hörte Tonks auf zu weinen. Sie nahm ihre Hände vom Gesicht und sah Remus aus ihren verquollenen Augen aus an.
„T-tut mir leid“, hickste sie. „Tut mir leid, ich st-stell mich total bescheuert an.“ Sie wischte sich mit dem Ärmel über die nassen Wangen.
„Nein, tust du nicht“, sagte Remus leise, aber bestimmt. „Es ist normal, dass du dir Vorwürfe machst, aber wirklich nicht berechtigt.“
„D-danke“, sagte Tonks, immer noch hicksend. „I-ich geh dann mal wieder in m-mein Zimmer.“
„Du musste nicht gehen“, sagte Remus erschrocken. „Du kannst gern noch hier bleiben, wenn du willst, ich mach uns einen Tee oder…“
„Nein, wirklich“, unterbrach ihn Tonks und stand auf. „D-das ist w-wirklich nett v-von dir, aber ich… ich sollte gehen.“
Sie durchquerte den Raum, öffnete die Tür und verschwand. Remus sah ihr nachdenklich und ein wenig enttäuscht hinterher.
Auf dem Flur schüttelte Tonks den Kopf. Was war das denn gerade?
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