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Pagan Love - Our people are one!

GeschichteDrama / P16 / Gen
Arthur Bors Dagonet Galahad Gawain Lancelot
05.06.2011
17.09.2012
14
21.400
1
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
05.06.2011 1.350
 
Oh mein Gott es tut mir so schrecklich Leid...Ich habe über Pfingsten neben meiner Arbeit noch zwei Ferienjobs angenommen und deswegen kaum Zeit oder die Nerven gefunden, an meiner Geschichte weiterzuarbeiten! ES TUT MIR SO LEID! Das Kapitel ist zwar auch wieder recht kurz, dafür arbeite ich schon wieder am nächsten und versuche es, Samstag oder allerspätestens Sonntag herauszubringen! Ich hoffe ihr seid nicht allzu enttäuscht und lest/reviewt trotzdem fleißig weiter :) Und vielen Dank an alle meine Leser und Reviewer, die immer mit dabei sind, ihr seid die Größten!!! <3

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9. Another Grave at Badon Hill

Die kühle Morgenluft hatte sich sanft wie eine Decke über den Wald gelegt und ihn in einen Dornröschenschlaf fallen lassen. Die Glut des Feuers war in graue Asche getaucht und beinahe erloschen. Noch kein Vogel war zu hören, kein Geräusch, das auf Lebendigkeit hindeutete. Nur Arthur selbst starrte in die Schönheit der dösenden Zweige, die sich sanft in der Brise des Windes hin und her wiegten. Es sah fast so aus, als würden sie ihm zuwinken, ihm die gleiche Trauer übermitteln, von der Arthurs Herz durchströmt war. Wie die Flut des Meeres hatte sie ihn umspült und eingeschlossen.
Er wusste, dass es Zeit zum Aufbruch war. Die Gefahr drängelte sie vorwärts und im Schutz des Morgengrauens hätten sie den keltischen Fängen gerade noch entkommen können. Doch jede Faser seines Körpers zierte sich dagegen, seine Männer zu wecken. Und vor allem die Prinzessin. Sie würde der Schlag wohl genauso treffen wie die Ritter, obwohl diese doch schon seit Jahren Seite an Seite gekämpft hatten. Gawain hatte Arthur selbstverständlich nichts von ihrer Liebelei erzählt, doch offensichtliche Tatsachen ließen sich eben nicht verstecken. Arthur hatte Mitleid mit der frierenden Prinzessin bekommen und sie herein getragen, ans Feuer gelegt und mit Erecs Umhang zugedeckt. Er würde ihn nicht mehr brauchen. Er konnte ihn entbehren.

Als sich eine kreischende Amsel vor der Höhle niederließ und mit einem fürchterlichen Gezeter ihre frühmorgendliche Beute vor einem Rivalen versteckte, musste Arthur kurz schmunzeln. Nun war es aber Zeit. Er konnte es nicht länger hinauszögern. Mit schweren Schritten begab er sich in die innere der Waldhöhle und weckte einen Ritter nach dem anderen. Gerädert und verschlafen rieben sie sich die Augen, gähnten herzhaft und streckten sich. Als Arthur Reseda vorsichtig über die Schulter strich, wachte diese sofort mit Schrecken auf und fuhr kerzengerade nach oben. „Ist schon gut. Du hast wohl geträumt.“, meinte Arthur sanft. Verwirrt sah sich Reseda um befreite sich aus Erecs Mantel, der immer noch über sie gebreitet war. Sie verstand nicht, welches Kleidungsstück sie die ganze Nacht warm gehalten hatte. Stattdessen fragte sie: „Wie geht es Erec?“
Ein dicker Kloß im Hals verwehrte es Arthur, zu schlucken. Kein Zurück mehr. „Er ist in der Nacht verstorben.“ „WAS?!“ Reseda war die einzige, die auf diese Nachricht reagierte. Die Ritter schlugen nur stumm die Augen nieder, verarbeiteten ihre Trauer im Stillen und blickten mit ausdruckslosen Augen in die Runde. Für sie war dieses Gefühl keineswegs neu. So viele tapfere Männer hatten sie verloren. Auf den Schlachtfeldern, in den Lazaretten der Kastells. Keiner dieser Verluste war wie der andere, und doch alle gleich. Bei jedem weiteren Tod kroch die Trauer wie ein polarkalter Fluss durch ihre Adern, ihren Kopf und ihren Körper. Aber es schien so, als hätte sie bei jedem weiteren Mal, wo sie sich ihrer bemächtigte, mehr von ihren Gefühlen und Regungen aus ihren Seelen mitgenommen und ausgezehrt, sodass schon bald nichts mehr übrig war. Doch Reseda war vollkommen verzweifelt: Sie hastete augenblicklich zu Erecs totem Körper und brach letztendlich über ihm zusammen, als sie die schwarzblauen Flecken an seiner Brust, an den Augen, im Mund und an den Ohren sah. Sie schluchzte herzerweichend und voller aufrichtiger Trauer, dass sie selbst den Rittern die ein oder andere verstohlene Träne aus den Augenwinkeln lockte. „Gift.“, klärte Arthur den Rest seiner Tafelrunde auf. „Die Pikten müssen ihre Pfeile mit Gift getränkt haben.“ Mehr hatte er nicht zu sagen. Doch diese wenigen Worte drückten so viel aus: Reseda hatte keine Chance gehabt, ihn mit ihren Möglichkeiten zu heilen. Schon in dem Moment, als der Pfeil Erecs Fleisch durchbohrt hatte, war er gestorben. Niemand hätte helfen können. Es war sein Schicksal, in dieser Schlacht sein Leben zu opfern.
Die Ritter packten zusammen, sattelten ihre Pferde und wollten Erecs Leichnam in seinen Umhang hüllen, doch sie brachten die Prinzessin einfach nicht von ihm los. Hilflos wie ein Kind klammerte sie sich an seiner Brust fest und ließ ihren Tränen freien Lauf. „Lass es sein.“, meinte Dagonet verständnisvoll. „Es ist vorbei.“ Mit seiner Bärenkraft war es ihm ein leichtes, dieses kleine und abgemagerte Persönchen sanft von Erec wegzubringen. „Ich habe versagt!“, schluchzte Reseda. „Ich habe kläglich versagt und ihn im Stich gelassen!!“ „Das hast du nicht.“, murmelte Tristan leise. „Du konntest nichts tun.“ „Irgendwie hätte man ihm helfen müssen…!!!!“ „Gegen das Schicksal ist man machtlos.“ „Wir hätten doch umkehren sollen. Es ist meine Schuld. Ich habe es nicht erkannt. Es ist ganz allein meine Schuld. Ich bin so dumm und töricht!“ „Nun ist es aber genug.“, schnauzte Lancelot. „von deinem Gejammer wird er auch nicht wieder lebendig.“ Arthur warf ihm einen scharfen Blick zu. „Das ist nicht wahr.“, sprach er mit so viel Autorität in der Stimme, wie es die Ritter gar nicht von ihrem Anführer kannten. „Es war meine Entscheidung. Meine allein. Niemand trägt Schuld, niemand hat einen Fehler gemacht. Wenn, dann bin ich es. Ich habe diese Entscheidung getroffen, und wenn, dann fallen alle Konsequenzen auf mich zurück. Ich bin euer Anführer und trage die Verantwortung. Ich. Und NIEMAND sonst.“
Diese wütenden und gleichzeitig so ruhig formulierten Worte hatten Eindruck hinterlassen. Reseda brachte keinen Ton mehr heraus und ließ die anderen Männer Erec wegtragen. Sie luden wortlos die Leiche auf sein Pferd und erwarteten den Befehl zum Aufbruch. Doch dann fragte Arthur Reseda nach etwas ganz anderem: „Was ist nun mit Tristan?“ Den hatte Reseda ganz vergessen. Ein schlechtes Gewissen beschlich sie, denn immerhin brauchte er doch auch Hilfe! Vollkommen verwirrt meinte sie: „Oh ja, es tut mir Leid euch so lange auf die Folter gespannt zu haben. Natürlich…hier.“ Sie deutete Tristan an, erneut seinen Oberkörper freizumachen und Reseda band ihm das bizarre Holzgestell um, das jedoch seine Wirkung nicht verfehlte. „Damit kannst du die gebrochenen Rippen auch beim Reiten stillhalten. So können sie besser abheilen und du bist trotzdem nicht allzu sehr eingeschränkt. Zieh dir dein Wams wieder darüber, und du dürftest sicher sein.“
Arthur lächelte sie freundlich an, doch von Tristan oder den anderen Ritter kam kein Dank. Reseda erwartete ihn auch nicht. Sie hatten das Leben ihres Waffenbruders in ihre Hände gelegt und sie hatte es verspielt. In ihrer Brust rebellierten zwei Stimmen. Die eine, die ihr einredete dass sie ein Nichts war! Nicht einmal ein anderes, wichtigeres Leben als das ihre hatte sie beschützen oder gar retten können! Eine Last war sie, für alle Beteiligten! Die andere Stimme wiederum war der einzige Trost, den Reseda hatte: sie hatte doch alles gegeben, um Erec zu retten! Wie hätte sie bei derart schlechten hygienischen und medizinischen Bedingungen so eine schwere Aufgabe lösen sollen? Wenn der Pfeil ihn woanders getroffen hätte, wäre er vielleicht sofort tot gewesen und niemand hätte ihr die Schuld gegeben! So viele Ritter waren schon von dieser Welt gegangen, warum war es so schrecklich, dass es nun noch einer mehr war?

Vollkommen verstört und immer noch von tiefster Traurigkeit erfüllt schwang sich Reseda aufs Pferd und hütete sich, ihr Verlangen nach Essen oder warmer Kleidung zu äußern. Sie konnte nicht einschätzen, ob Arthur genauso dachte wie Lancelot. Sie wusste nicht einmal, was die anderen Ritter dachten! Gaben sie ihr wirklich an Erecs Tod die Schuld? Konnte Lancelot wirklich für alle sprechen? „Das ist wohl die Strafe der Götter“, dachte Reseda, „dass ich jetzt frieren und hungern muss.“ Dadurch konnte sie diese Schuld zwar nicht tilgen, doch wenigstens fühlte sie sich nun ein klein wenig besser.
Wer weiß was der Tag noch bringen würde, wer weiß, ob sie es den Rittern nicht irgendwann vergelten könne? Oder wer weiß, ob sie diese Mission überhaupt überleben würde…?
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