Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Pagan Love - Our people are one!

GeschichteDrama / P16 / Gen
Arthur Bors Dagonet Galahad Gawain Lancelot
05.06.2011
17.09.2012
14
21.400
1
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
05.06.2011 908
 
2. The Quest

Fernab der Feier, in den Gemächern des Kastellführers drangen nur noch leise das Gelächter und die Musik des Festes zu Arthur durch. Es war ihm zuwider, kaum einmal durchschnaufen zu können. Noch bevor er alle Eindrücke und Erlebnisse ihres letzten Abenteuers verarbeiten konnte, musste er seinen Kopf gleich wieder frei machen für die nächste Bürde, die Rom ihm auferlegte. In solchen Momenten gäbe er alles darum, mit seinen Rittern tauschen zu können. Sie konnten wenigstens ein paar Stunden den Genuss der unbeschwerten Ahnungslosigkeit auskosten.

„Artorius Castus.“, begrüßte der Kastellführer Arthur. Mit einer Handbewegung gab er seinen beiden Kammerdienern zu verstehen, dass sie Wein einschenken sollten. Basilius hielt Arthur das volle Trinkgefäß entgegen und fuhr fort: „Es freut mich zu hören, dass ihr alle wieder vollständig hier eingetroffen seid.“ Er hob daraufhin seinen Kelch und trank in gierigen Zügen. „Wir sind schon seit 12 Jahren nicht mehr vollständig.“, antwortete Arthur bitter und setzte den Kelch zögernd an seine Lippen. „Nun ja. Ihr wisst, was ich meine. Immerhin habt ihr seit der letzten Mission keinen Mann mehr verloren. Lassen wir das“, Basilius wusste, dass er in ein Fettnäpfchen getreten war. „Es geht um einen neuen Auftrag, Arthur.“ „Wie lautet er?“, fragte Arthur im ruhigen und etwas neugierigen Ton. Basilius ließ sich auf einem Stuhl nieder. „Ihr habt sicher davon gehört, dass die Skoten dem Römischen Reich schon seit vielen Jahren Probleme bereiten.“ Der Ritter nickte stumm und ließ den Kastellführer weiter sprechen. Er hatte schon des Öfteren mit diesem keltischen Volk Bekanntschaft geschlossen und von nicht wenigen klebte das Blut an seinem Schwert. „Vor ein paar Monaten ist es uns gelungen, die Prinzessin des skotischen Königs gefangen zu nehmen und für unsere Zwecke zu benutzen.“ Arthur lief ein Schauer über den Rücken. Wenn Basilius von „Zwecken“ und „benutzen“ sprach, konnte sich jeder mit einem halbwegs vernünftigen Menschenverstand ausmalen, was dies zu bedeuten hatte. „Dadurch hatten wir ein sehr wirkungsvolles Druckmittel gegen die Skoten und ihre Überfälle im Norden in der Hand. Wir können nicht zulassen, dass sie sich mit den Pikten verbünden. Beide Stämme vereint würden den Hadrianswall und Britannien nahezu problemlos überrennen. In der Vergangenheit ist es den Skoten schon viel zu oft gelungen, vereinzelte piktische Gruppen auf ihre Seite zu ziehen. Sie sind gefährlich für das Reich.“, schloss Basilius seine Schilderung. Arthur seufzte und fragte: „Und welchen Dienst sollen wir in diesem Zusammenhang Rom erweisen?“ Erneut ließ sich Basilius nachschenken. „Leider ist es den Skoten mithilfe der Pikten gelungen, unseren ehrenwerten Bischof Innozenz in ihre Gewalt zu bringen. Sie sind tief in den Süden unseres Landes eingedrungen und haben ihn entführt. Also haben wir eine Vereinbarung getroffen. Einen Austausch.“, brachte Basilius es endlich auf den Punkt. „Der Bischof gegen die Prinzessin. Ihr werdet gen Westen reisen und sie unbeschadet dort hinbringen. An der Küste von Kirkcudbright wird eine Flotte der Skoten vor Anker liegen. Ihr schafft die Prinzessin auf das Schiff und geleitet den Bischof wieder heil zurück ins Kastell Alauna.“

Diese Rede ließ Arthur erst einmal so stehen. Er senkte den Kopf und verarbeitete sämtliche Informationen, die ihm Basilius gegeben hatte. Den Bischof heil ins Kastell zu geleiten war wirklich das kleinste Problem. Von der Ost- zur Westküste waren es nur 70 Meilen, jedoch führte die Strecke, die sie zu bewältigen hatten, nahe am Hadrianswall vorbei und diese Grenze hatten die Pikten in den letzten Monaten schon viel zu oft überschritten. Und Kirkcudbright lag tief im Piktenland, wie sollten sie das Mädchen also vor so vielen potentiellen Feinden schützen?! „Wenn sich die Pikten mit den Skoten verbünden, laufen wir praktisch jeden Tag Gefahr, dass sie uns überfallen und die Prinzessin für sich beanspruchen! Sie würden sie den Skoten auch ohne Austausch zurückgeben, doch ohne die Prinzessin erhaltet Ihr den Bischof nicht zurück.“, erläuterte er. „Und genau deswegen vertraut der Papst diesen Auftrag nur Euch an.“, lächelte Basilius süffisant. Er wusste ganz genau, welche Gefahren diese Reise barg. Arthur stand erbost auf und sprach die Wahrheit aus: „Ihr wisst genauso gut wie ich, dass wir mit Sicherheit überfallen werden und der Austausch niemals stattfinden kann. Die Skoten wissen das. Sie wissen, dass sie durch diesen ‚Handel’ ihre Prinzessin wiederbekommen, ohne den Bischof herausgeben zu müssen! Diese Mission ist hoffnungslos, und meine Männer müssen dafür ihr Leben riskieren!“
Basilius konnte Arthurs Wut nur allzu gut verstehen, war aber unter keinen Umständen gewillt, ihm das zu zeigen. „Dieser Befehl kommt vom Papst höchstpersönlich, Ihr werdet die Prinzessin dort hinbringen und den Bischof befreien, koste es was es wolle!“ „Ihr schickt acht Männer für einen einzigen in den Tod.“, fauchte Arthur. „Und die Chance, dass wir ihn lebend wiedersehen ist verschwindend gering.“ Basilius ignorierte die kochenden Emotionen Arthurs und nahm einen Schluck aus seinem Kelch. „Ihr solltet spätestens übermorgen aufbrechen. Die Frist beläuft sich auf einen Monat. Ist die Prinzessin dann immer noch nicht auf dem Schiff, töten sie den Bischof.“ Für Basilius war dieses Thema nun offensichtlich beendet. „Geht feiern, Arthur.“, meinte er plötzlich mit aufgesetzter Fröhlichkeit. „Feiert mit Euren Männern den letzten Sieg, Ihr habt es euch redlich verdient.“ Arthur strafte den Kastellführer mit einem verachtenden Blick. Ihm fiel es nun verständlicherweise sehr schwer, in Feierlaune zu kommen. Doch er nahm sich fest vor, seinen Rittern heute Abend noch nichts zu erzählen. Wenigstens sie sollten für einen kurzen Moment ausruhen können. Arthur atmete einmal tief durch und verbarg seine Sorgen so gut es ging. Heute Abend sollte niemand mehr an den Tod denken. Wenigstens einmal.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast