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Pagan Love - Our people are one!

GeschichteDrama / P16
Arthur Bors Dagonet Galahad Gawain Lancelot
05.06.2011
17.09.2012
14
21.400
1
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
05.06.2011 981
 
465 n. Chr.

Arthur und seine sarmatischen Ritter haben einen neuen Auftrag von Rom: die gefangen genommene Skotenprinzessin Reseda soll von der britannischen Ostküste entlang des Hadrianswalls zur Westküste gebracht werden. Doch die Reise birgt Schwierigkeiten: Zeitdruck, die allgegenwärtige Gefahr eines Piktenangriffs und ein wegen Reseda gespaltenes Lager macht es Arthur nicht leicht, seine Aufgabe zu erfüllen…(Da die Geschichte ja zwei Jahre vor der Film-Story spielt, sind die Ritter in meiner Geschichte nicht zu siebt, sondern mit Erec, der laut Sage ebenfalls der Tafelrunde angehörte, zu acht.)


Zu den Skoten:
Der keltische Volkstamm der Skoten ist ansässig in Nordirland, strebt jedoch ab dem vierten Jahrhundert n. Chr. nach mehr: Britannien und das Reich der Pikten fällt den Angriffen der Skoten zum Opfer. Doch auch Pakte mit den Pikten scheuen sie nicht, können sie doch so gegen die römische Provinz vorgehen. Erst jahrhunderte später werden die Pikten und Skoten zu einem Reich (->Schottland) vereint sein, doch in der Zeit Arthurs herrschen Zwielicht und Feindseligkeit zwischen Rom, den Skoten und Pikten…

(Anmerkung: Ich habe leider im Internet ausführlichste Informationen über die Skoten und Pikten nicht gefunden, doch im Groben stimmt meine Einführung und außerdem geht es ja in der Geschichte nicht darum, historisch zu 100% korrekt zu sein, sondern um den Spaß => und außerdem hält sich der Film „King Arthur“ auch nicht komplett an historische Fakten, also denke ich mal, ist das nicht so schlimm => )


1. Warriors of Sarmatia

Acht kraftvolle, muskulöse Blitze und 32 donnernde Hufe preschten durch den sommerlichen Forst. Das Schnauben der Rösser und die Antriebsrufe der Ritter verwandelten die friedliche Stille des Waldes in ein martialisches Feuerwerk. Arthurs stolzer, schwarzer Hengst führte die Gruppe an und stieß mit jedem Galoppsprung ein tiefes Schnauben aus und jeder seiner Muskeln drängte nach vorne. Die freudige Stimmung der Ritter, wieder erfolgreich und ohne Verluste einen Auftrag erfüllt zu haben, übertrug sich auf ihre Pferde. Nur noch wenige Kilometer trennten sie vom nächsten römischen Kastell. Dort würde sie die Belohnung erwarten, die sie sich nach all den Anstrenungen der letzten Wochen redlich verdient hatten. Ein festliches Mahl, Wein, Weib und Gesang würde sie wieder für ein paar Tage im Gefühl wiegen, dass das Leben als sarmatischer Reiter im Dienste Roms auch Vorzüge aufzuweisen hatte. Doch die wahre Belohnung, nach der die Ritter nach nun schon mehr als 13 Jahren strebten, würde ihnen auch noch zwei weitere Jahre verwährt bleiben: ihre Freiheit.

„Öffnet das Tor!“, rief ein römischer Wächter, der auf den Mauern des Kastells die Reitergruppe schon von weitem gesichtet hatte. Das schwere, mit Eisenstangen verstärkte Holztor öffnete sich gerade noch rechtzeitig: als es unter einem Ächzen aufschwang, stürmte Arthur mit seinen verbliebenen sieben Rittern in den Innenhof der Festung. Das ganze Dorf, das hinter dem Schutz dieser Mauern lebte, veranstaltete jedes Mal ein Freudenfest, wenn die mutige Kavallerie zu ihrem Stützpunkt zurückkehrte.  Sogleich eilten Stallburschen und Knappen heran, um sich um die erschöpften Tiere zu kümmern. Außer dem introvertierten Hünen Dagonet, der seine Schimmelstute lieber selbst versorgte, übergaben alle Ritter ihre Pferde und freuten sich auf einen Abend ganz ohne Verpflichtungen und Vorschriften.
„Ein ganzes Fass!“, prahlte Bors, „heute Nacht leeren wir ein ganzes Fass, stimmt’s, Dago?“, als Antwort erhielt Bors nur ein mattes Lächeln seines besten Freundes. „Aber dann kannst du ruhig zum Kotzen in die Ecke gehen, heute soll mein Wams sauber bleiben!“, frotzelte Gawain weiter. Die anderen Ritter stimmten in ein herzhaftes Gelächter ein und malten sich schon aus, mit welchen Frauen sie sich vergnügen und mit welchen Speisen verwöhnen würden. Arthur gönnte ihnen diesen Spaß von Herzen, zog sich aber dennoch von seinen Rittern zurück und würde vorerst nicht am Fest teilnehmen. Der Kastellführer Basilius Brutus hatte ihn zu sich gerufen, um ihn bereits auf seinen nächsten Auftrag vorzubereiten. Seine Ritter konnten sich diesem Thema noch ein paar Tage entziehen. Für sie zählten heute nur noch das Vergnügen und die Hemmungslosigkeit. Jeder der sieben Ritter beging sein Ritual der Rückkehr anders: Bors, der bereits zwölf Kinder von drei Frauen hatte, gesellte sich zu seiner Ersatz-Ehefrau Venora. Lancelot und Erec suchten beim Würfel- und Wettspiel neue Herausforderungen, Gawain und Galahad duellierten sich mit gefährlichen Messerwurfspielen und Dagonet leerte wortlos einen Bierkrug nach dem anderen. Lediglich Tristan verwährte sich dem Alkohol, doch deswegen bereitete ihm der Abend genauso viel Spaß wie seinen Gefährten. Ausgelassen und mit der ein oder anderen Gesellschaftsdame auf dem Schoß feierten die Sarmaten in die Nacht hinein: sie grölten, lachten und tranken. Jeder dieser Momente in Extase und Feierlaune musste voll ausgekostet werden, denn so mutig, tapfer und stark Arthurs Ritter auch waren: sie wussten nie, ob der nächste Auftrag nicht vielleicht ihr letzter sein könnte. Sie wussten nie, ob der Krug Bier, den sie gerade leerten, ihr letzter war; ob die jungen Hübschlerinnen sich für sie zum letzten Mal auszogen und ihnen ihre Wünsche erfüllten.
Oh ja, das Leben eines Ritters im Dienste von Rom war hart. Doch die Bande, die die Männer in ihrer Dienstzeit knüpften war eine Bande, die ein ganzes Leben lang und sogar über den Tod hinaus bestehen würde! Ganz egal in welchen Winkel von Britannien Arthur sie in ein paar Tagen führen würde, die Ritter wussten doch, dass sie im Falle ihres Todes nicht für das Römische Reich fallen würden, sondern für ihren stolzen und bewundernswerten Anführer Artorius. Wohin er sie auch führen möge, sie würden ihm folgen. Sie würden für ihn kämpfen, ihn beschützen und mit ihrem Leben verteidigen. Sie würden sterben für Arthur. Für Arthur und die Freiheit.
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Ja, ich weiß, in meinen Geschichten passiert im 1.Kapitel nie wirklich viel^^ ich will halt nicht immer gleich mit der Tür ins Haus fallen, aber ich schätze die Beschreibung verrät sowieso schon in etwa, in welche Richtung das Schiff fährt, also ihr dürft gespannt bleiben!!! :) liebe Grüße und in der Hoffnung, dass euch die Geschichte gefällt/gefallen wird: Lili Marleen
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