Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

University Love story

von Sue Rose
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
England Frankreich Spanien
05.06.2011
25.10.2012
48
46.487
2
Alle Kapitel
92 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
05.06.2011 1.166
 
Arthur

Dass Antonio einen Teil mitbekommen hatte, das hatte er nicht bemerkt. Wie auch? Zu sehr hatte er damit kämpfen müssen, die Stimme in seinem Kopf zu verdrängen, die sich dauernd entschuldigte. Und zu sehr musste er mit der Tatsache ringen, dass er wohl gerade zugesagt hatte, Sex mit seinem schlimmsten Erzfeind zu haben. Einfach so. Dennoch durfte er keinen Rückzieher machen, denn er war nicht schwach. Er war alles andere als schwach. Und das würde er Francis zeigen. Er würde es durchziehen. Oh Gott, hoffentlich stellte er sich nicht allzu dämlich an und hoffentlich machte sein Körper mit. Denn im Moment spürte er bloß Schuldgefühle und Unwohlsein, als der Franzose einen Arm um ihn legte und tatsächlich vorschlug, jetzt in dem Moment zu verschwinden. Etwas sagte ihm, dass es vielleicht nicht richtig war. Aber er würde nicht umkehren. Er versuchte sich einzureden, dass es nur war, weil es Francis und weil es ungewohnt und weil es einfach abgesprochen worden war – solche Dinge sprach man nicht ab. Man tat sie einfach. Für den Moment halfen diese Ausflüchte. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals, als Francis seinen Hals küsste. Dort, wo bisher nur Antonio gewesen war. Genau. Antonio. Er wartete sicher auf sie! Und so schaffte er es irgendwie, sich abzuwenden.

Aber das schob nur alles auf. Denn Francis würde ihn entführen. So sagte er. Und er würde es wohl machen, so wie er ihn kannte. Kurz schwieg er. „Ich werde warten“, entglitten ihm die Worte und so machte er sich auf den Weg zu den Toiletten...wo er den Spanier immer noch nicht sah. Er war noch drin...und es ging ihm sichtlich nicht gut. Er war leichenblass und eher ein Untoter, als der strahlende, stets lachende Spanier, den er sonst kannte.
Für einen Moment durchstach es ihm das Herz, als er ihn so sah...doch damit wäre keinem geholfen. Ohne nachzudenken sah er sich um. Francis war in der Nähe, war ihnen gefolgt. Einerseits hätte er den Spanier selbst begleiten können, aber etwas zwang ihn, mit Scott zu reden und sich auszukotzen und ihn irgendwo im Rat zu fragen. Dass Antonio alles mitbekommen hatte, das ahnte er immer noch nicht.

Während Antonio sich die Hände wusch, ging er zu Francis und erklärte ihm alles. Francis nickte dann nur ernst – Antonio war ja doch ein guter Freund, und auch wenn sie sich nicht immer einig waren, war es nicht lustig, wenn es jemandem nicht gut ging. Arthur sah Francis kurz nach und machte sich auf die Suche nach Scott.
Nach einiger Suche fand er ihn auch an der Schenke. Scott sah ihn an und wollte etwas sagen, hielt aber inne.
„Okay. Was hast du nun schon wieder ausgefressen?“, hob er kurz die Hand und eine Kellnerin im traditioneller Mittelalterkluft brachte ihnen 2 Gläser Whisky. Arthur nahm neben ihm Platz und drehte etwas an seinem Glas herum.
„Nette Begrüßung. Und ich glaube, ich habe etwas sehr Dummes gemacht“, begann er langsam.
„Nichts neues“, entgegnete Scott trocken und musterte ihn aufmerksam. „Du ziehst Dummheiten nur so an. Worum geht es diesmal?“

„Francis....“
„Soll ich ihm die Haare abschneiden? Du weißt, dass das Angebot noch steht“, bot er ihm an. Arthur lachte leise auf.
„Nein. Lass nur. Nun ja...jedenfalls...er hat sich an mich ran gemacht und mir ziemlich deutlich zu verstehen gegeben, dass er mit mir im Bett landen will“, sprach er es extra schnell, damit er die Aussage hinter sich hatte. Dabei wurde er ein wenig rot. Verdammt. War das peinlich oder war es peinlich, mit seinem Bruder darüber zu reden?
„Ich habe dich gerade nicht ganz verstanden“,Scott  sah ihn unschuldig an. Aber in seinen Augen blitzte es amüsiert auf. Dieser.....dieser....! Aber Arthur schluckte die Beleidigung, die auf seiner Zunge lagen, herunter. Dies war nicht der Zeitpunkt dafür. So holte er tief Luft.

„Du hast es genau verstanden, Wanker!“
„Habe ich? Sag es noch mal, Bruderherz?“, grinste Scott nur offen und breit. Arthur wünschte, er könnte im Erdboden versinken und trank erst einmal einen Schluck Whisky. Alkohol tat gut.
„Francis will Sex mit mir“, machte er es kurz und wünschte, die Röte wäre nicht so verräterisch. Warum war das Thema auch so heikel?

„...und was hast du ihm gesagt?“, war Scott wieder ernst und schwenkte sein Glas. Das Getränk bewegte sich in kleinen Kreisen und Arthur richtete erst einmal seine Aufmerksamkeit darauf, ehe er wieder langsam sprach.
„Warum nicht?“
Eine Sekunden vergingen und Scott starrte ihn erst eine Weile an. Und er starrte. Und Arthur spürte, wie seine Wangen wieder rot wurden.
„....Er ist dein schlimmster Erzfeind.“
„Ich weiß.“
„Er ist ein Perversling.“
„Ich weiß.“
„Es wäre einmalig.“
„Auch das ist mir bewusst.“
„Welches Pferd zur Hölle hat dich geritten, darauf einzugehen?! Ich hatte dich für vernünftiger gehalten?!“
„Scott...zum einen habe ich niemanden! Ich bin Single, und ich kann selbst entscheiden, was ich mache und mit wem und wo!“, begann er. „Und ich schätze“, er hob das Glas wieder an seinen Mund und spürte, wie es in der Kehle brannte. Angenehm brannte. „...ich will mir damit selbst etwas beweisen?“
„Und das wäre?“, sagte Scott abschätzend und hob eine Augenbraue. „Verzeih, aber ich sehe nicht den leisesten Grund, wieso ein normaler Mensch darauf eingehen sollte.“ Arthur schwieg eine Weile. Scott auch. Sein Bruder wusste, dass die Antwort kommen würde, aber er nur Zeit brauchte, es auszusprechen und um die Worte zu finden.
„Um mir zu beweisen, dass Antonio nur ein Freund für mich ist“, sagte er dann leise. „Und nicht mehr. Nur...ein einfacher Freund.“

Auch Scott schwieg wieder einen Moment.
„Und? War es erfolgreich?“, fragte er nach einer Weile leiser. Arthur schüttelte stumm den Kopf und bestellte ein weiteres Glas. Erst als das nächste Getränk kam, sprach er wieder.
„Ich fühle mich unwohl dabei. Etwas in mir sagt, dass es falsch ist und ich es lassen soll. Nur kann ich keinen Rückzieher machen. Mein...mein verdammter Stolz steht mir im Weg.“
„Welch eine Einsicht. Leider etwas zu spät“, brummte der Rotschopf.
„Ich weiß!“, fauchte Arthur nur gereizt und schauderte dann. „Diese Stimme...in meinem Kopf....verdammt...sie...sie entschuldigt sich ständig bei Antonio. Aber wir sind nicht zusammen, ich habe keinerlei Verpflichtungen ihm gegenüber! Nicht eine! Wie sind nur Freunde! Also warum das Ganze!“
Scott sah ihn ernst an.
„Erwartest du eine Antwort auf deine Frage? Ich könnte sie dir geben....genauer gesagt, könnte jeder sie dir geben, der euch kennt und beobachtet hat.“
„Sag es einfach, Scott. Ich will endlich wissen, was mit mir los ist!“
„Wie du willst. Du liebst ihn, Arthur.“
Im nächsten Moment fiel das Glas auf den Tisch, der Whisky lief über den Rand und tröpfelte auf den Boden, während der Blonde seinen großen Bruder anstarrte und den Mund geöffnet hatte, um zu protestieren. Aber es kam nichts.
Denn Arthur wusste, dass Scott richtig lag. Mehr als nur richtig.
„Ich brauch noch einen Whisky“, sagte er daraufhin nur schwach.






wir nähern uns langsam dem ende, nur zur info, also reviewt bitte schön weiter, ihr lieben!
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast